Was ist eigentlich Sozialismus, kann er funktionieren oder ist er sogar notwendig?

Nö, ich denke selber :slight_smile:

Was glaubst du, ist die primäre Aufgabe eines Staates?
Wie glaubst du, kann sich dein idealer Staat vor Veränderungen schützen?

Beispielsweise wenn die Menschen sich Basisdemokratisch dafür entscheiden, einige Menschen aus der Basisdemokratischen Abstimmung auszuschließen?

Das ist ja nicht demokratisch. Demokratie schützt Minderheiten vor sowas.

Das ist der Rahmen. Verfassung, habe ich doch weiter oben schon einmal geschrieben und sollte eigentlich auch klar sein.

Aber du drehst dich ja gerne im Kreis und mir wird dann wieder vorgeworfen, ich würde die Threads mit Wiederholungen zuspammen. ;)

Naja, aber das ist doch der entscheidende Punkt:

Wer bestimmt über die Verfassung? Wer bestimmt darüber, dass die Verfassung sich ändert?

Wenn sich die Verfassung ändern kann, dann kann sich auch die Demokratie ändern.
Wenn sich die Verfassung nicht ändern kann, wer legt fest, dass sie sich nicht ändert?

Bestimmte Punkte sind nicht veränderbar. Das wird festgelegt. Basisdemokratisch. ;)

Das ist heute auch bei uns schon so, nur, dass das GG damals nicht basisdemokratisch verabschiedet wurde.

Ok. Du willst also die genau juristische Definition von Privatbesitz der “Produktionsmittel” von der Firmengröße abhängig machen. In etwa so, wie das Arbeitsrecht ab einer Anzahl Mitarbeiter einen Betriebsrat zwingend fordert. Welche genaue Größe wäre das? Mitarbeiteranzahl? Umsatz? Gewinn? Fiktiver Firmenwert?

Naja, das deutsche Grundgesetz wird am laufendem Band abgeändert, zuletzt wurde z.B. der Klimaschutz darin verankert. :wink:

ich muss aber leider spontan weg, du kannst die Definitionssammlung ja gerne selber noch erweitern, damit wir wenigstens eine solide Grundlage für die Diskussion haben.

Trotzdem haben wir im GG auch unabänderliche Paragraphen.

Vielleicht solltest Du Dich selbständig machen, um Deine Theorien einfach mal zu überprüfen! Das wird sehr lehrreich. Theorie lädt zum Träumen ein. Praxis erdet.

Frage Dich doch mal, wer den Preiskampf gewinnt oder Nachfrage generiert. Lese ich Deine Zeilen bekomme ich den Eindruck als ginge das allein, als gäbe es das alles kostenlos. Oder noch besser, als wäre Gewinn garantiert. Du solltest Dich selbständig machen.

Mach Dich selbständig und Du wirst lernen, dass ein schlechteste Produkt mehr Geld fürs Marketing kostet als es einbringt.

Mag sein, mich kann aber niemand zwingen bei Dir einzukaufen. Ich kaufe nur bei Dir, wenn Dein Angebot besser ist als das Deiner Konkurrenten.

Korrekt. Aber noch haben Arbeiter die Wahl, wo sie ihre Geld verdienen.

Wie erklärst Du die unzähligen Unternehmen, die Pleite gehen? Deiner Argumentation zufolge musst Du nur ein Unternehmen gründen und sagen, wie viel Du verdienen möchtest. Das Produkt ist egal, wenn Du überhaupt eines brauchst.

Kapitalismus ist nicht das Krebsgeschwür, sondern die Vermögensakkumulation, die mit dem richtigen Riecher (aka Glück) einhergeht. Das Problem ist in meinen Augen nicht einmal das Vermögen, dass eine Generation anhäuft, sondern dass Junior es einfach unverdient erben kann.

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Das ist halt auch wieder zu kurz gedacht. Der Inder hat eben keine Wahl wo er sein Geld verdienen will. Das ist ja der Grund warum man die Produktion auslagert, weil die Menschen in anderen Gegenden der Welt eben deutlich abhängiger sind von Lohnarbeit als wir.

Wir hatten hier die Zustände vor 100 plus Jahren. Also Arbeitkräfteüberschuss, kein Sozialstaat usw.

Nachdem wir dann Arbeiterbewegung hatten usw. zwei Weltkriege und (und auf dem Papier) im Osten ein sozialeres Gegenmodell, hat man die Produktion ausgelagert.

In der Realität hast du keine bzw. kaum eine Wahl. Entweder bist du finanziell limitiert oder es beherrschen am Ende eine handvoll Konzerne den Markt. Das ist bei Lebensmittel z.B., oder Hygienprodukte usw. Da stehen zwar x verschiedene Produkte im Regal, die kommen aber alle von ein paar Konzernen.

Nee, mit Privatbesitz. Privatbesitz ist die Basis für den Kapitalismus und Privatbesitz soll/muss weiter wachsen.

Grundsätzlich für Deinen Beitrag erst einmal ein dickes

:orange_heart:

Aaber: Bei dem Junior liegst Du falsch. Wenn jemand sein Leben lang gut gewirtschaftet hat und Rücklagen gebildet hat. Dann hat NIEMAND das Recht diesem Menschen abzusprechen diese Mittel an jemanden weiter zu geben! Wie auch immer er einschätzt was damit später passiert!

Ich halte Erbschaftssteuer generell für pervers.

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Das ist dein gutes Recht, das ich nicht teile :face_blowing_a_kiss:

Mach dich selbständig. Du bist davon überzeugt, dass Selbständigkeit ein Selbstläufer ist.

Lass mich raten, du bist Akademiker. Dein Verständnis von Wirtschaft gleicht einem Luftschloss.

Wo sage ich denn, dass das ein Selbstläufer ist?

Meine Kritik am Kapitalismus ist doch völlig unabhängig davon, dass es für Unternehmer auch schwierig ist Geld zu verdienen und erfolgreich zu sein usw.

Das eine hat doch mit dem anderen nichts zu tun. Nur weil Unternehmer auch scheitern, ändert das doch an der Kritik die ich habe nichts.

Du bist für Erbschaftssteuer? Interessant. ;)

:face_blowing_a_kiss:

Ich sehe in der immer geringer werdenden Achtung von Eigentum einen schleichenden Rückfall in die Barbarei.

Früher hatten alle Waffen und der Stärkere bekam Deinen Besitz, heute macht der Stärkerein mit wachsender Willkür ein Gesetz und enteignet Dich auf dessen Basis mithilfe bewaffneter Polizisten (wenn Du nicht vorher fliehst).

Mal ganz nüchtern betrachtet ist eine Besteuerung auf eine Besteuerung auf eine Besteuerung von bereits versteuertem Geld einfach eines: Unrecht.

Es dürfte (wenn überhaupt) nur einmalig besteuert werden. Daher mein Vorschlag einer einzigen Konsumsteuer, z.B. 19%

:slight_smile:

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Das verstehe ich. Weswegen ich Eigentum als Basis des Wettbewerbs für zwingend notwendig halte.

Was ich jedoch ablehne, ist das Vererben des Eigentums. Dummheit ohne Geld kann keinen Schaden in der Gesellschaft anrichten. Dummheit mit Geld behindert die Gesellschaft in ihrem Fortschritt.

Natürlich werde auch ich meine 3,50€ vererben, solange das nicht einheitlich geregelt ist. Ich möchte nur, dass alle dieselben Startbedingungen haben und Leistung entscheidet. Nicht Geld.

Das Problem sehen ich auch und hoffe, dass hartes Geld hier wirklich eine Lösung ist.

Dafür stimme ich auch. Das beliebte Gegenargument „aber die Armen können sich dann nicht mehr das wichtigste leisten (z.b. Fernseher)“ halte ich für Humbug. Wer mehr will, muss mehr lernen, mehr wagen und sein Glück provozieren.

Aber in dem früher von dem Katja spricht gab es ja mehr oder minder hartes Geld.

(Und natürlich stimmt das nicht, dass da alle Waffen hatten. Es gab auch im Mittelalter usw. Waffenrecht und bestimmten Gruppen war das Tragen von bestimmten Waffen verboten. Aber das ist ein anderes Thema.)


Wenn du ein hartes Geld wie Bitcoin hast aber immer noch den Privatbesitz wie wir ihn heute haben, führt das erstmal dazu, dass es keine Sozialstaaten mehr in der Form gibt, weil diese nicht mehr finanzierbar wären. Richtig?

Wenn es die nicht mehr gibt wird die Abhängigkeit von Lohnarbeit größer. Richtig?

Wenn die Abhängigkeit da ist, kann man Menschen auch dazu „zwingen“ in den Krieg zu gehen.

Menschen greifen zu Waffen nur aus folgenden Gründen:

Um sich zu bereichern, also selbst nicht arbeiten zu müssen und um von der Arbeit anderer zu leben.

Aus ideologischen Gründen und aus der Vorstellung heraus sich verteidigen zu müssen.

Und aus Armut/Abhängigkeit heraus. Also weil man sie dazu zwingen kann.

Bitcoin löst alle diese Probleme nicht, Bitcoin verschärft sie.

:orange_heart:

Ich denke es ist in höherem Prozentsatz hilfreich, und geht seltener schief.

Was Du meinst ist vermutlich mehr “the broken ladder”, aufsteigen zu können, wenn man sich bemüht (und ohne Zweifel auch Glück hat).

:orange_heart:

:+1: :orange_heart:

Also das Argument, dass eine einheitliche Konsumsteuer „Arme“ mehr belastet ist vollkommen valide.

Dass du darauf antwortest, dann sollen sie halt mehr arbeiten, sich mehr anstrengen usw. ändert daran nichts.

Wer sagt denn, dass sich die Armen alles leisten können müssen? Ich kann mir auch keinen Ferrari oder keine Yacht leisten. Das bemängelst Du doch auch nicht.

Ich denke, dass es eine Grundsicherung für jeden geben muss (Essen, Kleidung, Wohnen), aber keinen Fernseher. Für mich wären auch die Menschen in Ordnung, die sich mit dieser Grundsicherung zufrieden geben. Doch das wird nur ein ganz kleiner Teil sein. Die meisten Menschen folgen ihrer Handlungserhaltung, wie es @dasPie mal so schön zusammengefasst hat und wollen mehr, viel mehr.

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