VWL, MMT und eine gute Wirtschaftspolitik

Ich habe in letzer Zeit einige meiner Wirtschaftlichen Überzeugungen hinterfragt und möchte das mit euch teilen, weil vieles davon vor allem mit Geld Politik zu tun hat.

Bis vor kurzem war ich der Meinung das Sachen wie Geldmengenentwertung/Staatsschulden immer schlecht sind, aber inzwischen sehe ich das differenzierter.

Die Haupt Erkenntnis dabei ist, das ein Staat ganz anders funktioniert als ein Privat Haushalt:
Ein Privat Haushalt muss erst einnehmen, dann ausgeben.
Ein Staat muss erst ausgeben und kann erst dann einnehmen.

Deshalb möchte ich die folgenden Positionen formulieren, nicht als fertige Wahrheiten, sondern als Ausgangspunkt für eine kritische Auseinandersetzung mit unseren Überzeugungen:

  • Wenn ein Staat eine schwarze null anstrebt, zieht er damit Energie aus der Wirtschaft, und schadet ihr so
  • Eine Volkswirtschaft (im Gegensatz zur Betriebswirtschaft) ist nicht durch Geld, sondern durch ihre Produktions Kapazitäten limitiert, also vor dadurch wie viele Produktionsmittel es gibt, wie viele Arbeiter es gibt, und wie viele Ressourcen es gibt (Ressourcen kann man auch als Produktionsmittel sehen, aber der klarheit, trenne ich das hier ab)
  • Ziel der Wirtschaftspolitik sollte es deshalb nicht sein den Haushalt auszugleichen, sondern die Produktivität zu steigern, z.B in dem man Vollbeschäftigung anstrebt.
  • Inflation ist nur dann schlecht, wenn die Löhne nicht mindestens im gleichem Maße angepasst werden, oder wenn sie so stark wird das Ökonomische Kalkulationen beeinträchtigt werden.
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Du solltest jeden Morgen eher Deine Kacke analysieren. Dort könnten Sporen von Naivitäts-Schwurbel enthalten sein.

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Dann bitte gesetzlich festlegen, dass Löhne mit dem realen Inflationswert mitwachsen und dann auch noch mit den steigenden Steuern und Abgaben die jedes Jahr dazukommen.

Im Prinzip könnte der Staat doch einfach Geld drucken und an die Bürger verteilen, dann wäre doch alles gut….ach nee da gibt es ja ein Problem….

Ich bin der Meinung es wäre besser seine Energie zu nutzen um das meiste aus dem bestehenden System herauszuholen, als hier immer wieder zu diskutieren wie man den Staat / das System umstrukturieren sollte, denn das wird auch mit 100000 Threads nicht passieren ;-)

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Gerne

Vielleicht gehe ich ja mal in die Politik, wer weiß

Du gehst eher mal in Gebäude wo sie so weiße Kittel aushändigen.

Absolut, sozusagen als „Gegenpresse“ :grinning_face:

Ein Ausschnitt aus dem Frühwerk von Harry Potter :joy:

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Ich halte mich an die offizielle Definition von Schulden wie es in der Statistik genutzt wird, wenn man keine gleichen Begriffe hat, erschwert, das nur unnötig die Disskusion.

Ist dir dabei eigentlich klar, das sich der Staat das Geld quasie selbst schuldet?
Beziehungsweise eine offzielle Institution schuldet es einer anderen.

Das sind astreine MMT-Gedanken :wink:
Es ist natürlich interessant darüber nachzudenken, aber wenn du über diese Aussagen wirklich tiefgründig nachgedacht hast, dann müsstest du eigentlich immer zu den Schluss kommen, dass das einfach falsch ist: Auch jeder Staat muss seine Machtausübung ersteinmal einnehmen, bevor er diese Macht ausgeben kann. Egal ob die Macht durch Geld oder Gewallt ausgeübt wird.

Oder anders gesagt: Auch ein Staatsgebilde muss ersteinmal mächtig genug werden, bevor es selbstständig irgendwelche Forderungen wie Steuereinnahmen verlangen kann.

Stell dir mal die gleichen Fragen für die verschiedenen Größenordnungen:
Atome → Moleküle-> biologische Zelle → Individuen → Gruppen von Individuen → Staaten

Was passiert, wenn ein Atom erst mehr Energie ausgibt, als es hat? Quantenmechanisch gibt es Ideen, dass das zwar möglich ist, wenn dieses Energiedefizit zeitlich schnell ausgeglichen wird. Langfristig ist das aber nicht möglich (Unschärferelation). Allerdings könnte man diese Defizite auch auf die Messmethoden zurückführen. Jede Messung beeinflusst immer zwangsweise das Beobachtungssysten zB. durch Laser. Wenn die Energie der Beobachtung in die Größenordnung der Energie kommt, die man beobachten will, dann wird es eben problematisch.

Auch für Moleküle kann man im Regelfall noch die Quantenmechanik anwenden, aber umso größer die Objekte werden, desto geringer werden diese Abweichungen. für größere Moleküle bzw. kleine Molekülansammlungen gilt die Energieerhaltung: Das Molekül kann nur die Energie abgeben, die es in sich gespeichert hat. Es kann keine Energieschulden machen.

Spätestens auf der Größe von biologischen Zellen ist es dann ziemlich eindeutig: Jede Zelle muss ihren Energievorrat irgendwie einnehmen, bevor sie diese Energie für Bewegung, Abwehr oder Sensorik ausgeben kann. Ihre Startenergie bekommt sie dabei von den „Eltern“ bei der Zellteilung. Aber danach muss die Zelle selber schauen, wo sie ihre nötige Energie für das Leben bekommen (z.B Photosynthese oder Zucker/Fettverbrennung).

Gleiches gilt genauso für den Zusammenschluss von vielen Zellen zu einem Zellstaat: Den Individuen. Damit das Individuum funktionieren kann müssen seine einzelnen Zellen funktionieren und ihre jeweiligen Aufgabe erledigen.Bedeutet: Auch das Individuum muss entsprechend Energie einsammeln, die das Individuum an seine Zellen abgeben kann, völlig egal wo diese Energie herkommt (z.B. Sonnenlicht bei Pflanzen, Pflanzen bei Pflanzenfresser, Fleisch bei Fleischfresser,…) Aber hier merkt man schon, dass es ein Verteilungsproblem geben kann: Jede Zelle muss ihren Anteil der Energie abbekommen oder sie kann nach Energieerhaltung ihre Arbeit nicht leisten. Es kann also Kämpfe im Individuum geben, wie diese Energie verteilt wird (Krebs).

Du erkennst wahrscheinlich, worauf das hinausläuft: wenn man jetzt weiter heraus zoomt und schaut, wie kleine Gruppen von Individuen funktionieren wollen, dann müssen die einzelnen Individuen funktionieren, dann müssen die eigenen Zellen funktionieren,… Auch die Gruppe muss Energie einnehmen, die sie an die Individuen verteilen kann (z.B. in Form von Nahrung) und damit gibt es in den Gruppen wieder ein Verteilungsproblem, wer die eingenommene Energie bekommt. Darüber hinaus ist hier der Energiebegriff meistens unintuitiv, weil wir hier nur rein physikalische Energien meinen. Die Bindungsenergie zwischen Menschen wird aber meistens ehr mit Moral, Einfluss oder Macht bezeichnet.

Ich benenne diese menschliche Energie also mit Macht und die Verteilungskämpfe um die Energie Machtkämpfe. Das Prinzip der Verteilung hat sich aber auch auf den höheren Ebenen nicht geändert: Wenn der Staat funktionieren will, dann muss er Macht einnehmen, die er an seine Menschengruppen verteilt (Firmen/Religionen/Vereine,…), die sie an ihre Individuen verteilt (Menschen/Tiere/Schweine/Weizen,…), die sie an ihre biologischen Zellen verteilen,…


Diese Gedanken kannst du beliebig fortführen. Aber um auf deine Eingangsaussage zurückzukommen: Warum denkst du, dass der Staat sich diesen Naturgesetzen widersetzen kann und erst Macht ausgeben muss, bevor er sie wieder einnehmen kann?

Denn im Endeffekt ist jede Gesellschaft immer grundlegend ein System von Akteuren, die ihre Macht (im Sinne von Einfluss im System) miteinander über die Zeit austauschen. Sind die Machtflüsse unausgeglichen kann man von einem Machtkampf mit Angriff/Verteidigung sprechen, sind die Machtflüsse ausgeglichen spricht man von einem friedlichen/fairen Handel.

So wie jede Zelle (oder auch jedes Organ als Zwischenakteur) Macht vom Individuum als Zellstaat bekommenkann und an das Individuum wieder abgeben muss, genauso interagieren alle Menschen mit dem Staat und geben ihre Energie (Macht) in Form von Arbeit ab, aber bekommen Energie (Macht) dafür wieder vom Staat zurück.

Und wie bei jedem Energie/Machtaustasuch (Arbeit gegen Geld) kann das gleichwertig sein und die Menschen damit friedlich mit dem Staat interagieren (also freiwillig die Steuern zahlen weil die Menschen ihre Vorteile davon haben in der Gemeinschaft zu leben) oder der Machtfluss kann unausgeglichen sein: einzelne Individuen ziehen deutlich mehr Macht aus dem Staat, als ihnen fairerweise zusteht während alle Anderen unfairer weise mehr Macht in den Staat einzahlen müssen und damit selber ärmer werden.

Diese Thermodynamik der Gesellschaften kannst du auf jede beliebige Gesellschaft anwenden: Es gilt bei dem monopolistischen Diktator genauso wie bei einer völlig gleichberechtigten demokratischen Gesellschaft.

Auch die MMT kann an diesen grundlegenden physikalischen Prozessen nichts ändern. Die MMT kann aber Bereiche der Gesellschaft ausblenden. Wenn du z.B. in diesem System jegliche Energieformen oder Machtformen wie Arbeit/Nahrung/Moral/Rohstoffe usw. ignoriert sondern nur und ausschließlich auf die Machtform Geld schaust, dann ignorierst du wenigstens die Hälfte aller wirkenden Machtformen im System.

Wenn du also nur auf das Geld schaust, dann kann es sich bei einem einzelnen Menschen oder einer einzelnen Firma sammeln. Aber dabei muss man schauen, ob diese Firma andere Machtformen abgebaut hat. Hat die Firma ein Firmengelände verkauft, dann hat diese Firma mehr Geld aber das Grundstück weniger. Die Gesamtmacht hat sich also nicht nennenswert geändert, nur die Machtformen: Die Firma hat mehr Geld. Wenn du aber nur auf das Geld schaust, dann ist die Firma vermeintlich reicher geworden. Solange die Firma also Geld einnimmt und dafür Waren oder Dienstleistungen abgibt ist es ersteinmal ein freier mehr oder weniger gleichwertiger Handel. Wenn die Firma aber mehr Geld bekommt ohne entsprechende Machtformen abzugeben bedeutet es nach Energieerhaltung bzw. Machterhaltung, dass ein anderer diese Machtformen verloren haben muss. Das war dann also ein unfairer Angriff.

Mit dem Werkzeug der Macht, das nicht nur Geld sondern alle anderen Einflussgrößen genauso beinhaltet (die man natürlich auch ersteinmal erkennen muss), kannst du nun schauen, wie die Machtverhältnisse im betrachteten Staat sich mit der zeit ändern (Machtfluss). Wenn der Staat mehr Geld aus der Bevölkerung abpresst, als die Bevölkerung leisten kann, dann wird zwar der Staat reicher, die Bevölkerung wird aber immer ärmer…


Warum ist das so? Mit welchen Mechanismen zieht der Staat mit einer schwarzen 0 die Macht aus der Wirtschaft ab?

Generell ist es ersteinmal ja nicht schlimm, wenn die Firmen 70% ihres Einkommens an den Staat abgeben wenn diese Firmen diesen Anteil wieder zurück bekommen, nur eben als andere Machtform (Infrastruktur/Schulen/Polizei usw.) Denn wenn die Firmen diese Macht wieder zurück bekommen werden sie durch die Steuern nicht entmachtet. Nur wenn nicht mehr so viel Macht zurück kommt, dann wird die Firma durch die Abgaben entmachtet und kann eben nicht mehr so gut agieren/wachsen, als wenn sie diese Machtformen selber behalten könnte.

Du siehst also, dass die Bilanzierung absolut wichtig ist: Welche Machtabflüsse kann man erkennen und welche Machteinkünfte stellt man ihnen gegenüber. Denn genau hier kann man beliebig tricksen. Nur als Bitcoinbeispiel: Eine Firma, die z.B. Brot verkauft und damit sehr viel Strom verbraucht kann gleichzeitig auch Bitcoin minen. Die Einkünfte aus dem Brot könnte sie offiziell als einnehmen bilanzieren während die Einkünfte der Bitcoins nicht auf der Bilanz stehen müssen. Die Ausgaben (hier mal nur exemplarisch Stromkosten) werden aber beide angegeben.

Bedeutet: Je nachdem, welche Machteinnahmen und Machtausgaben du mit in die Bilanz herein nimmst oder herauslässt kannst du die Bilanzierung mehr oder weniger beliebig fälschen. Zumal einige Machtkomponenten nichteinmal wirklich quantifizierbar sind wie z.B. Lobbyarbeit oder Werbung. Die Ausgaben dafür kann man noch relativ gut quantifizieren, aber die moralischen Einnahmen wie Ehre/Bekanntheit oder Politikeinfluss sind nicht einfach bilanzierbar.


Warum schadet ein Staat also der Wirtschaft, wenn er keine Schulden macht? Es ist eigentlich das Gegenteil der Fall: Wenn ein Staat langfristig immer mehr Schulden macht bedeutet es in Geld-Zahlen, dass der Staat mehr Macht ausgibt als er einnimmt. Aber auch hier ist die Macht wieder hilfreich, denn der Staat nimmt ja auch Macht durch Inflation wieder ein. Wenn das Geld also entwertet, dann bedeutet es, dass der Herrausgeber (Staat) für das Herausgeben des Geldes eine gleichwertige Machtform eingenommen hat, später beim zurückzahlen dieser Schulden aber nicht mehr gleichwertige Machtformen zurückgeben muss. Er muss dann nur zahlenmäßig das gleichwertige Geld zurückzahlen (plus vereinbarte Zinsen), aber wenn das Geld mehr entwertet wurde als die Zinsen den Vorgang verteurn, dann hat der Staat trotzdem durch die Schulden Macht aus der Wirtschaft abgesaugt.
Bedeutet aber auch, dass wenn das Geld nicht so stark entwertet, dass der Staat dabei auch insgesamt Macht an die Firmen verlieren kann.

Aber diese Schulden sind ja nicht die einzigste Interaktion der Firmen mit dem Staat. Viele andere Machtaustausch-Vorgänge kommen in dem Zeitraum ja noch dazu,


Aktuell sehe ich insgesamt ehr eine Zentralisierung des Staates. Während unsere Wirtschaft also ausblutet (und damit alle Menschen im Land mit verarmen) wird der Staat selber immer größer und reicher. Deutschland hat ein eklatantes Verteilungsproblem, aber nicht nur durch das Finanzsystem sondern genauso durch Regulierungen und Staatseingriffe, die die (Macht)Märkte in Deutschland lähmen.

Ich sehe aber aktuell keinen wirklichen Effekt, warum die Schwarze 0 die Wirtschaft blockieren sollte? Aber nur weil ich das aktuell nicht sehe bedeutet es ja nicht, das es keine gibt. Kannst du aufzeigen, warum die Wirtschaft durch keine (neuen) Schulden entmachtet werden sollte?

Was aber ein Problem ist ist der Staatenverbund. Wenn man also nochmal eine Ebene höher geht und sich anschaut, wie die Macht in der EU verteilt wird, dann macht die Schwarze 0 einen deutlichen Verlust für Deutschland. Denn während wir hier „vernünftig“ gewirtschaftet haben, haben andere EU-Länder massiv schulden aufgenommen und damit die Inflation vorangetrieben. Wie oben erwähnt geht die Macht damit ersteinmal an den herausgeber der Schulden während später dafür weniger zurückgezahlt wird (wie gesagt nur der gleiche Geldbetrag, was aber weniger wert ist).

Bedeutet: Alle Länder, die sich verschuldet haben haben diese Macht bekommen während Deutschland keine Schulden gemacht hat und damit durch die Inflation verloren hat. Das ist also eine Machtverteilung von Deutschland weg in die anderen EU-Länder. Das ist wie an der Börse. Verlieren tun nur diejenigen, die nicht mitmachen.

Ich hoffe ich habe klar gemacht, dass sowohl das Geld als Machtform wichtig ist aber genauso die Produktionsmittel/Rohstoffe usw, die dem Geld als Machtform gegenüberstehen.

Geld ist die universellste Machtform, weil wir uns auf Geld als Tauschmittel für alle anderen Machtformen geeinigt haben. Geld ist damit das Blut der Gesellschaft und wichtig für die Verteilung der Macht im Land. Damit ist Geld zwar wichtig, aber man kann sich nicht nur auf Geld als Machtmittel fokussieren.

Und Worin unterscheiden sich große Firmen von Staaten? Lediglich in der Größenordnung der Macht. Staaten sind normalerweise größer als Firmen und damit mächtiger. Interessant wird es bei Konzernen, die International aggieren und damit auch in dem Machtbereich von Staaten kommen können. Aber die lassen wir hier ersteinmal außen vor. Alle anderen Firmen sind dem Staat (bzw. mehreren Staaten) untergeordnet.

Man kann also sagen, dass die Volkswirtschaft den gleichen Machtregeln folgen muss wie die der Betriebswirtschaft aber die Volkswirtschaft ist größer, mächtiger und hat damit auch deutlich mehr Spielraum. Aber im Machtkampf Firma vs Staat sitzt der Staat im Regelfall am längeren Hebel und damit kann der Staat allen Firmen seine Regeln aufdrücken.

Aber auch eine Volkswirtschaft muss wie eine Firma schauen, dass sie ihre kleineren Bestandsteile nicht komplett entmachtet weil auch die Volkswirtschaft damit genauso die eigene Lebensgrundlage vernichtet.

Gute Volkswirtschaften schaffen es also Wohlstand anzusammeln und diesen „gerecht“ in der Wirtschaft zu verteilen. Schlechte Volkswirtschaften funktionieren ersteinmal mit den gleichen Prinzipien, aber verteilen die Macht nicht gut nach unten weiter. Bedeutet: Wenn ein gut funktionierender Betrieb ideologisch dicht gemacht wird, dann leidet auch die Volkswirtschaft langfristig darunter. Und wenn diese Macht dann irgendwelchen Prestisch-Projekten übereignet wird, die dem Land aber keinen nennenswerten Vorteil bringen, dann verliert die Volkswirtschaft gleich nochmal: Das Kapital wird dann nicht effektiv eingesetzt.
Eine gewisse Ineffektivität kann sich ein Land leisten, aber wenn es nicht mal mehr Macht für die Eigenversorgung einnehmen kann, dann schrumpfen die Machtreserven (Wohlstand). Und solange dieser Trend nicht gestoppt wird schrumpfen die Reserven bis zum unweigerlichen Tod. Eine Gesellschaft stirbt dann durch Zerfall, Bürgerkrieg usw. Alles Anzeichen für Machtkämpfe im Überlebenskampf um die letzten verbleibenden Machtreserven im Land…

Aber eine Gesellschaft muss sich ja nicht zwangsweise so entmachten, sie kann dem Trend des Verfalls auch entgegenwirken wenn sie wieder anfängt, gute effektive Entscheidungen für die Wirtschaft zu treffen.

Theoretisch hast du recht, dass es dem Land besser geht, wenn die Wirtschaft läuft. Aber die Frage ist immer: Wie effektiv ist die Wirtschaft?

Wie erwähnt gibt es einen langfristigen schwächenden Effekt durch Schulden für die Wirtschaft: Inflationsenteignung und damit Umverteilung. Wenn die Schulden also gut und effektiv eingesetzt werden, dann kann das klar ein Vorteil für das Land sein.

Realistischer weise werden die Schulden aber nicht gut und effektiv eingesetzt. Deutschland hat z.B: die letzten massiven Schulden letztes Jahr nachweislich zu 90% nicht dort eingesetzt, wo man es als Investition bezeichnen kann sondern es rein verkonsumiert ohne die Wirtschaft nennenswert anzukurbeln.

Bedeutet: Das Geld ist Weg, die Wirtschaft steht immernoch aber es muss irgendwann von der Regierung zurückgekauft werden (wofür die Regierung wieder Macht ausgeben muss). Die Regierung ist damit dann in Zukunft wieder in Zugzwang, entweder sie macht neue Schulden (solange ihr irgendwer das neue Geld noch abkauft, Stichwort Hyperinflation), oder sie muss die Steuern erhöhen und die Bevölkerung direkt und offensichtlich dafür enteignen (denn diese Machtumverteilung an den Staat kann ja dann nicht mehr zugunsten der Bürger passieren).

Solange das Geld also nicht gut ausgegeben wird ist es besser für die Wirtschaft und die Bevölkerung insgesammt, wenn es überhaupt nicht erst zu diesen Schulden kommt. Solange wir also keinen wirklich guten Mechanismus für die Machtverteilung haben sind keine Schulden deutlich besser.

Genau, aber dann sind wir beim Thema: Welche Staatsausgaben steigern die Löhne der Menschen? Doch nur gute Investitionen. Ist der Staat aber ein guter Investor? Die Historie zeigt dabei: Nicht wirklich. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Inflation durch die Schulden mehr steigt als die Menschen durch Wirtschaftswachstum mehr verdienen ist damit sehr sehr gering.


Ach klar, dass du jetzt den Vorzeige-MMTler Maurice zeigst.

Hast du dir mal die Frage gestellt, wem eine Inflation und neue Schulden wirklich nützen? Kurzfristig kann man damit natürlich Wahlgeschenke an die Bevölkerung ausgeben, langfristig verarmt die Gesellschaft mit diesem Prinzip.

:backhand_index_pointing_up:

Überleg doch mal, warum das als Wirtschaft nicht funktionieren kann. Warum sollten wir also auf ein System bauen, was das zu 2% oder 10% implementiert?

Wie immer: Kurzfristig denken die Menschen, dass sie reicher geworden sind, langfristig verarmen sie daran. Überleg mal, welche Menschen oder Firmen ein Interesse an so einer Umverteilung haben können? Also wer profitiert davon am meisten?

Was ist denn deine Definition von Schulden?

Und? Frag dich lieber: Wem dienen diese Konstrukte? Also wie fließt die Macht wirklich, nicht nur das Geld dahinter.

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Das ist die offizielle Erzählung, aber die Wahrheit ist eigentlich, dass der Staat eh so verschuldet ist bei Schattenbanken, dass er entweder immer mehr ausgeben kann, um diese Schulden im Verhältnis weniger “fressen” zu lassen. → Schuldenspirale

Im Moment sind wir halt in einem fortgeschrittenem Stadium dieser weltweiten Schuldenspirale.

Deswegen ist es dann als Staat schlauer im Moment einfach für das Wichtigste weitere Schulden aufzunehmen, da die Schuldenfrage wie exponentiell steigende Schulden eigentlich getilgt werden sollen, wenn das die Wirtschaft eh schon nicht mehr schafft.

Damit folgere ich, das diese Aussage nicht prinzipiell korrekt ist, aber in der aktuellen Situation zieht der deutsche Staat im Verhältnis zu Schattenbanken weniger aus der Wirtschaft als er könnte.

Das klammert halt einen Faktor aus, der aber leider extrem wichtig ist.

Wie erklärst du dir sonst, dass die Länder der Welt mit großen Produktionskapazitäten nicht unbedingt die Wohlhabendsten sind.

Wie wir gut sehen können, ist es die effektivere Strategie die Produktionskapazitäten anderer Staaten zu nutzen. Prinzipiell wäre es hier besser neues Geld zu schaffen und in z.B. Produktionskapazitäten von Zukunftstechnologien zu stecken.

Was ich da bisher so an Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen aus dem Umfeld mitbekommen habe, ist so eine künstliche Beschäftigung ziemliche Zeitverschwendung, wie würdest du etwas ändern, damit diese Beschäftigung für momentan nicht Erwerbsfähige / -tätige nicht ineffektiv und sinnlos ist und wie willst du Verweigerer abstrafen?

Wenn ein Staat existiert, dann ist er durch die Existenz getreten als Vertretung der größten Machtansammlung in einem größeren Gebiet. Also hat er bereits Macht durch die Definition seiner Existenz.

Was @Lazarus im Endeffekt meint ist denke ich folgendes:

Die Frage ist was der Haushalt im Endeffekt eben bewirkt und ein Investment in Zukunftstechnologie mit frischem Geld wäre im Moment wertvoller, als nur die Zinsen für Staatsschulden vom Steuergeld zu bezahlen.

Das macht auch energetisch Sinn, da mit Zukunftstechnologien eben praktisch eher Produktivität und damit Machtzuwach entsteht, als wenn man das eh schon kaputte Währungssystem versucht auf Biegen und Brechen stabil zu halten.

Leider argumentiert die MMT falsch, es ist keine funktionierende Wirtschaftstheorie im Großen und Ganzen, aber scheint mir eine Art “Notlösung” der etablierten Ökonomen, um sich ihr Fiatkonstrukt schön zu reden.

Verkennt aber dabei, dass es nur die aktuellen Rahmenbedingungen der weltweiten Schuldenspirale sinnvoll klingen lassen.

Das tatsächlich stimmige ökonomische Situation habe ich jetzt mal versucht so auszuformulieren.

Genau, aber eigentlich ist es mehr als die EU. Der US Dollar vereint durch seine Stellung als Weltwirtschaftswährung die Zentralbanken zu einem Wirtschaftsraum in dem dieser Effekt greift.

Wer sich nicht verschuldet vernichtet damit seine Produktionsmittel, da dieser Staat kaum noch exportiert, wenn seine Währung zu wertvoll ist. → Abwanderung der Industrie

Was wir also im Fazit haben ist ein kaputtes Geld, an dem sich jedoch alle handelnden Staaten orientieren müssen. In diesem aktuellen Bezugssystem müssen die richtigen Entscheidungen getroffen werden und nicht in einer Sandbox in der man sich einen perfekten Staat überlegt.

Exakt, deswegen darf nicht die ganze Produktion ins Ausland verschoben werden, nur um an einer schwerzen Null festzuhalten. Denn die Zinsen, welche der Staat zahlen muss ist eine Umverteilung an die Schattenbanken und wenn das nicht ausgeglichen wird durch Umverteilung zu der Industrie hin, dann wandert diese eben Stück für Stück ab.

Das soll keine direkte Forderung für eine Handlung sein, sondern mehr die aktuelle Situation erklären und unterscheiden zwischen dem Grundprinzip, der aktuellen Situation und was noch beachtet werden muss: Wohin würde mehr verfügbares Geld tatsächlich investiert werden?

In unserer Wunschvorstellung profitieren Zukunftstechnologien, aber in der Realität leider eher die Rustungsindustrie. Das ändert aber ncht viel daran, wie schlecht die schwarze 0 für Industrie und Innovation im aktuellen System ist.

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Ja, dem stimme ich dir vollständig zu. Wenn ein anderes Land durch extreme Schulden eine Industrie aufbaut, dann kann es sinnvoll sein, diese Industrie hier genauso zu fördern, damit sie hier bleibt.

Aber im Endeffekt bleibt die Ökonomische Machtbilanz bestehen: Man kann nicht alle Industrien so subventionieren. Die Einkünfte eines Landes können nicht ausreichen um alle Firmen effektiv zu subventionieren. Denn Subvention bedeutet ja ein Machtübertrag vom Staat zur Firma und wenn alle Firmen in der Bilanz mehr vom Staat bekommen als sie an den Staat abgeben, woher soll diese Macht vom Staat noch kommen? (Aus dem gleichen Prinzip funktioniert ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht!)

Die Frage, die sich ein Land dann also stellen muss ist: können sie sich diesen Subventionskrieg leisten oder nicht?

Im Endeffekt ist die Konsequenz daraus relativ einfach: Arbeitsteilung. Ein Land sollte sich auf die Wirtschaft beschränken, die das Land gut kann und die Gewinne abwirft, die der Staat abschöpfen kann. Mit diesen Gewinnen kann es dann die fehlenden Produkte aus dem Ausland abkaufen, denen man dann die eigenen guten Produkte verkaufen kann. Und vorallem können andere Länder nicht einfach durch Subventionen die Firmen zum Auswandern bewegen. Die Kosten für die anderen Länder sind also extrem hoch, genau diese gut laufende Wirtschaft abzuwerben.

Staaten, die sich so in einer Arbeitsteilung mit anderen Staaten begeben, werden insgesamt wohlhabender als wenn sich jeder Staat selber um seine eigenen Bedürfnisse kümmern muss. Aber natürlich bedeutet Arbeitsteilung auch eine Form der Abhängigkeit…

Da wir durch die Weltwährung Dollar, wie du schon richtig sagst, uns in einem Wirtschaftskrieg gegen diese massiven Subventionen bzw. Schuldenkreislauf befinden, wäre es eigentlich doch erstrecht wichtig, sich zu positionieren und die eigenen Stärken auszuspielen anstatt da einfach mitzumachen und den Wohlstand im Wirtschaftskrieg zu verbrennen.

Nehmen wir mal z.B. die Schweiz, die sich in den letzten Jahren auf ihre Stärken berufen hat und eben nicht (so stark) dem Wirtschaftskrieg hingegeben hat. Sie hat damit eine sehr hoch bewertete Währung, was ihr natürlich den Export erschwert, was aber durchaus auch gute Seiten für die Schweiz hat. Beispielsweise muss die Schweiz auch weniger der teuren Waren und Dienstleistungen exportieren (da sie für ein Produkt mehr Macht von der Welt bekommt als wenn das gleiche Produkt in Deutschland hergestellt worden wäre). Die Schweiz muss also dank der starken Währung weniger Produkte exportieren um den gleichen Machtwert von der Umwelt zu erhalten wie ein Land mit schwacher Währung.

Andererseits muss sie die Umwelt auch irgendwie dazu bringen, dass sie ihre teuren Produkte abkauft, denn ansonsten kann sie ja nichts einkaufen. Der dadurch entstehende Druck auf die Firmen bedeutet ein Anstieg der Produktqualität. Denn nur wenn die Schweiz für ihre teuren Produkte auch eine bessere Qualität als andere Länder liefern kann der Aufpreis gerechtfertigt werden.


Im Endeffekt hast du aber recht: Fiat-Geld ist nicht Persee alleine schuld daran, dass ein Land wie Deutschland seine Wirtschaft verliert. Ein Land mit guter Politik kann auch mit einem Kreditsystem solide wirtschaften, solange der Wirtschaftsraum sich langfristig an die Schwarze Null hält. Klar kann das Land dann auch mal Schulden aufnehmen, solange diese dann zeitnah (bzw. nach der Krise) zurückgezahlt werden und sich damit nicht ansammeln ist so ein Schuldsystem garnicht so schlecht.

Wenn das Land durch das Geldsystem aber davon abhängt, dass andere Länder sich genauso an diese Schuldenbremse halten, dann kommt es ziemlich Sicher zum Verteilungsproblem. Denn jetzt kann sich ein Land problemlos in die Schuldenhängematte begeben während es dann durch die Inflation in den anderen Ländern mit finanziert wird (Machtübertrag durch Inflation). Und genau hier krankt das aktuelle Geldsystem, vorallem der Euro innerhalb der EU-Länder aber genauso der Dollar, da wir hier zwar kein Dollar erstellen können, aber darauf angewiesen sind, dass die USA diesen nicht entwertet und unsere Dollar damit indirekt enteignet.

Aber wie gesagt, die Länder der Weltgemeinschaft sind ja nicht gezwungen an diesem Finanzkrieg der maximalen Schulden mitzumachen. Deutschland hätte ja auch, anstatt sich mit in den Schuldensumpf zu begeben, aus dem Finanzsystem der Schuldengemeinschaft ausklinken können und damit allen Ländern in der Schuldenhängematte sagen können: So lassen wir uns nicht enteignen. Wenn ihr den Euro so destabilisiert, dann machen wir halt wieder unsere eigene Währung wo wir alleine durch unsere Schulden die Inflation bestimmen und nicht extern uns eine Inflation aufdrücken lassen.


Dazu könnt ihr euch ja mal Anschauen, wie Länder sich entwickeln, die verschieden Verschuldet sind:

Quelle: Warum Deutschlands Billionen-Programm ein Wohlstandskiller ist | DAS INVESTMENT

Bedeutet: Natürlich ist es möglich mit Schulden seine Probleme zu lösen (Wenn die Schulden auch wirklich gut eingesetzt werden und nicht verkonsumiert werden). In der Regel deuten Schulden aber auf einen schlechten Staatshaushalter hin: Umso höher die Schulden des Staates, desto geringer das Wirtschaftswachstum in dem Land.

Hohe Schulden sind also ein Anzeichen dafür, dass die Politik im Land die Machtmittel nicht sinnvoll genug (effektiv) einsetzt. Und sobald diese politische Ineffektivität das Land sogar ins negative Wachstum bringt können diese Schulden auch nicht mehr abgebaut werden: Der Wohlstand des Landes wird exponentiell schrumpfen → Je weiter dieses Schrumpfen voranschreitet, desto schwieriger ist es auch aufzuhalten.


Ich gebe dir also recht, dass es in einem Inflationärem Umfeld durchaus Sinn macht, diese Schuldenspirale mitzuspielen um gegenüber allen Ländern, die auch diese Schuldenspirale mitgehen mithalten zu können. Aber das ist nur ein relativ kurzzeitiger Wirtschaftserfolg. Langfristig denke ich (z.B. wie die Schweiz) fährt das Land mit einer soliden Geld- und Wirtschaftspolitik, die sich an der Schwarzen Null orientiert, definitiv besser.

Umso geringer die Verschuldung eines Landes ist, desto größeren finanziellen Handlungsspielraum hat dieses Land auch: Es kann ja potentiell und im Notfall diese Schulden noch aufnehmen während ein schon verschuldetes Land diese Karte nicht mehr in diesem Maße ziehen kann.

Ich weiß, dass Bitcoin aktuell nicht das Finanzsystem der Welt ist, aber Bitcoin hätte eben den Vorteil, dass ein Land nicht mehr darauf vertrauen muss, dass andere Länder einfach mehr Bitcoins erstellen. Damit könnten sich die Länder zwar immernoch in Bitcoin verschulden (Also Waren oder Dienstleistung gleich/aktuell bekommen aber die Bitcoinzahlung als Ausgleich für den Handel in die Zukunft verschieben), aber die Schuldenberge würden schon deutlich früher knallen als im Fiatsystem. Schulden könnten sich also nicht so extrem auftürmen wie heutzutage.

Mit Bitcoin würde es also eine Währung geben, die zwar alle benutzen können (und damit die Umrechnungskosten für Geldsystemübergänge reduzieren bzw. ganz stoppen), aber die keiner so einfach wie das Fiatsystem für dich manipulieren könnte. Wirtschaftskriege wird es damit natürlich immernoch geben, aber diese könnten dann nicht mehr über das Geldsystem (also auf der Ebene der Regeln) entschieden werden sondern müssten fair und offensichtlich im System ausgetragen werden: Der Bessere/Effektivere würde sich damit zurecht durchsetzen und damit insgesamt auch das System effektiver machen.


Und ja, jedes Land könnte sich auch heute schon für so ein Geldsystem mit entsprechend anderer Wirtschaft entscheiden. Und jeder Bürger könnte sich jetzt schon unabhängig von dem Fiat-Schulden-Problem für Bitcoin entscheiden, selbst wenn es nur eine Absicherung für den irgendwann zwangsweise kommenden Schuldensturz ist.

Solange sich die Länder und Bürger aber für das Fiatsystem entscheiden ist eine eigene Verschuldung (selbst privat) das sinnvollste Mittel um nicht unter die Räder zu kommen. (Auch privat gilt: Klar ist Verschuldung für Konsum schlecht, Verschuldung für Investitionen aber gut. Nur dass im Vorfeld keiner wissen kann, ob eine Geldausgeben von der Gesellschaft angenommen und als Mehrwert bewertet wird (Investition) oder abgelehnt wird (Verkonsumiert)).


Es gibt also mehrere Möglichkeiten, wie man auf diese Schuldenspiralen reagieren kann, selbst als Staat. Und die sinnvollste Methode ist wahrscheinlich, die Schuldenspirale mitzumachen, sich aber mit Investitionen und Machteinkommen dagegen abzusichern. Aber der Staat hat darüber hinaus noch den Vorteil, dass er Steuern einnehmen kann. Also dass er sich nicht zwangsweise absichern muss. Dann haften eben die Steuerzahler für das verschwendete Geld und die Schulden. Aus wirtschaftlicher Sicht ist das das Schlimmste, was man machen kann. Es macht aber die Politiker reich, auf kosten aller Bürger im Land. Es ist ein Puzzleteil im Spiel der Macht auf der Welt.

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Wo ist der Staat den bei Schattenbanken verschuldet?

Der Staat tilgt die Schulden an die eigene Zentralbank nicht.
Irgendwann gibt es eine neue Währung und die alte wird umgeschichtet.

Das kann mehrere Gründe haben. z.B

  • Ausbeutung
  • Die Produktionskapazitäten werden nicht sinnvoll eingesetzt, z.B weil Neoliberale gerne alles privatisieren, so das es nur noch dem Profit dient.

Wir haben in sehr vielen Branchen Bedarf an Arbeitern.

Wie soll den (auf effektive Weise) Geld in Umlauf kommen ohne das es jemand initial ausgibt?
Wie willst du Monopoly spielen wenn die Bank dir auf Los kein Geld geben darf?
Der Staat kann halt Geld drucken wenn es hilfreich ist um die Produktivität anzuregen.

Natürlich müssen die zugrunde liegenden Produktions Kapazitäten da sein, aber die kannst du nicht direkt mit Geld gleichsetzen.
Geld ist (in unserem System) notwendig um die Sachen in Arbeit zu versetzen.

Das hat ja nichts mit der Frage zu tun.
Sowohl Steuern als auch Währugnsdominanz muss erst mal durchgesetzt werden.

Um langfristig eine schwarze Null zu halten, müsste der Staat mehr einehmen als er ausgibt.
Also muss der Rest des System, zwangläufig, mehr ausgeben als es einimt, für privat haushalte und Unternehmen ist das aber viel problematischer als für den Staat.
Irgendwer muss eine negativ Bilant haben, entweder der Staat, oder die Bürger.

Wenn Geld das Blut der Gesselschaft ist und wir dann Geld aus der Wirtschaft ziehen, ist das so als ob wir einen Aderlass an einem Menschen durchführen.

Ein Betrieb versucht mehr Geld zu verdienen als er ausgibt.
Innerhalb eines Währungsraums, sind alle Schulden und Verbindlichkeiten = Netto 0.
Um also zu wachsen, hilft es neues Geld in Umlauf zu bringen.

Was denkst du hilft der Volkswirtschaft mehr, wenn der Staat Geld für Dinge wie Bildung und Infrastruktur ausgibt, oder wenn Geld auf irgendeinem Konto sitzt und es nur darum geht seinen Wert zu erhalten?

Das stimmt so teilweise.
Die Währung nicht auszuweiten ist Wettbewerbs Nachteil.

Wie soll den deiner Meinung nach Staat und Privat Wirtschaft gleichzeitig Gewinne machen, während die Geldmenge konstant bleibt oder sogar abnimmt?
Woher kommt das Geld was dann auf der Bilanz den Gewinn darstelle?

Natürlich wird jedes Geld initial ausgegeben. Das ist bei Gold, Bitcoin, Kiselsteine, Zigaretten oder Grasbüschel als Geld so. Es geht aber nicht um die Frage, wer das Geld initial ausgibt sondern darum, wer die Regeln vorgibt. :wink:

Wenn das nur eine einzigste Instanz ist, die die Regeln macht, dann steht und fällt das ganze System mit diesem einen Akteur: der Zentralbank.

Merkst du nicht, dass das ein gigantisches Machtmonopol ist? Was machen Monopole so generell über die Zeit? Ein gutes Gesellschaftssystem sollte nicht auf so einem Pulverfass sitzen.

Ach, was machen die Linken denn immer, wenn sie von Reichen sprechen, die 500 Milliarden oder so schwer sind? Als ob sie dieses Geld einfach in einem Tresor rumliegen haben und das Geld einfach nur darauf wartet, ausgegeben zu werden?

Nein, diese Summe ist rein virtuelles Geld, das zustande kommt, wenn man theoretisch den Besitz der Reichen zum aktuellen Marktpreis verkaufen würde. Also alle Firmenanteile, Grundstücke usw. umgerechnet in Geld.

Natürlich wird das so gemacht und genau das ist auch der Sinn von Geld: Vergleichbarkeit indem es eine Recheneinheit ist. Über Geld und einem Markt kannst du Äpfel mit Birnen vergleichen indem du am Markt den Wert dieser Güter bestimmst und dann den Wert vergleichst.

Aber nur weil das intuitiv immer gemacht wird, und das habe ich oben auch genau erklärt: Wenn du immer nur auf das Geld schaust, dann verpasst du wenigstens die Hälfte der Wirtschaft, nämlich alles, was das Geld in einem fairen gleichwertigen Handel repräsentierten würde.

Denn genau mit dem fairen Handel sind wir beim Punkt: Initialausgabe von Geld. Wenn das Geld wie bei Gold oder Bitcoin einer Erschaffungsarbeit gegenübersteht, dann gelten vereinfacht gesagt die einfachen marxistischen Veredelungsgesetze: Für die Herstellung des Geldes muss Macht aufgewendet werden und das limitiert die Herstellung auf natürlicher Weise am Markt. Denn nur wenn die Herstellung weniger Macht kostet als es ein Verkauf einbringt, dann lohnt es sich, das Geld herzustellen. Wird also zu viel davon hergestellt, dann lohnt es sich nicht für die Hersteller und die Produktion geht runter. Wird zu wenig hergestellt, dann lohnt es sich wieder und die Herstellung geht hoch. einfaches Markt-Gesetz.

Da wir Geld aber in unserem System nicht mehr durch diese Marktmechanismen regulieren, sondern es auf Knopfdruck mit einem Eintrag in eine Datenbank erstellt werden kann (Herstellungskosten nahezu 0), ist der Verkaufswert dieser Datenbankzahlen dramatisch höher als der Herstellungswert. Das ist so wie wenn Grasbüschel das anerkannte Geld wäre und du dich für jede Ware nur kurz bücken musst um das Gras zu rupfen… In so einem System muss also überwacht werden, wer das Geld so einfach erstellten darf und wer nicht. Aber an genau dieser Überwachung und Regulierung wird das System langfristig auch scheitern!

Geld ist viel mehr in unserem System als einfach nur Arbeit zu verrichten. Das Geldsystem ist wie erwähnt die Grundlage unserer Verteilung von Machtformen innerhalb der Gesellschaft: Verteilung von Nahrung (Brote, Gemüse, Fleisch,…), Verteilung von Energieformen (Holz, Erdöl, Gas, Strom,…) Verteilung von Dienstleistungen (Friseure, Kino, Opern usw…), Verteilung von Lebensräumen (Grundstücke, Gärten, Wälder, Mietshäuser,…)

Nein muss es nicht. Steuern als Machteinnahmen müssen durchgesetzt werden, wenn der Staat lenkend auf seine Bevölkerung eingreifen will. Aber die Währungsdominanz ist für einen Staat absolut nicht notwendig. Ein Staat kann seine Steuern auch in anderer Form einnehmen als den Menschen ein Geldsystem aufdrängen zu müssen.
Ein Feudalherr hat seine Steuern auch in Form von Schweinen oder Wein bekommen. Diese Staaten mussten also nicht extra ein Geldsystem einführen. Aber sie konnten ein Geldsystem einführen. Das ist aber ein Unterschied, ob es zwingend notwendig ist oder nicht.

Falsch.

Denn ein Staat ist kein abgeschlossenes System.

In einem Abgeschlossenem System hättest du recht da die Gesamtmacht bzw. die Gesamtenergie der Machterhaltung nach im System erhalten ist. In einem Abgeschlossenem System hätten wir also ein Nullsummenspiel.

Da ein Staat aber nicht abgeschlossen ist, sondern mit seiner Umwelt interagiert, ist das eben kein Nullsummenspiel! Es ist also durchaus möglich, dass die Macht eines Staates anwächst und gleichzeitig auch alle Akteure im Staat mächtiger werden. Nämlich genau dann, wenn ausreichend Macht von außen in das System einfließt.

Diese Macht kann von anderen Staaten kommen (die dann aber natürlich schwächer werden), aber explizit auch aus der Umwelt: Sonne für die Felder für die Pflanzen für die Nahrung, Erdöl/Erdwärme aus dem Boden usw. All das ist ein Machtgewinn, solange man die Ansicht nur auf Menschen beschränkt gehalten hat. Und selbst wenn man die Tiere und Bodenschätze schon im Machthaushaltes des Staates einberechnet hat kommt immernoch externe Macht durch Wind/Sonne/Wellen usw. in das System.

Mit einer Peakleistung von ca. 200 GWh Windkraftanlagen ist das alleine beim Wind nicht wenig Energie.

Jain, Selbst wenn die Gesellschaft kein Geld mehr in Form von Euros bekommt wird sich wegen dem Geldbedarf auf natürlicher Weise eine andere Währung finden, auf die sich die Menschen genauso einigen.

Es ist ja nicht so, als ob die Gesellschaft ein spezielles Geld wie Euros benötigen würde, aber sie benötigt eben Geld. Das kann aber auch Bitcoin, Etherium oder Gold sein, je nachdem was sich dann durchsetzen würde.

Aber da der Staat dann sein Geldmonopol verlieren würde und damit die Fähigkeit die Menschen durch die Geldregeln zu manipulieren ist es ehr unwahrscheinlich, dass die Staatsgewalt es soweit kommen lassen würde. Die Menschen müssten sich ein freies Geld schon selber erstreiten (genauso wie die Menschenrechte/Frauenrechte/Arbeitsrechte gegen den Staat erstritten werden musste).

Auch das ist falsch. Ich habe dir doch versucht zu erklären, dass Geld nur eine festgelegte Zahl ist. Wichtig ist aber der dahinterstehende Machtwert.

Also klar hast du recht, dass das Nullsummenspiel für die reinen Geldwerte stimmt. Aber nicht für die Repräsentation der Machtwerte, die man für das Geld kaufen kann.

Sieh es mal so: Wenn ein Apfel heute 1€ kostet und in 10 Jahren 4€, ist der Apfelbesitzer dadurch mächtiger geworden? Nein, er bekommt immernoch nur die Nahrungsenergie dieses einen Apfels, er musste nur mehr Geldwert ausgeben um den Apfel zu bekommen.

Es ist also völlig egal, ob man jetzt 1€ oder 1000Yen für den Apfel ausgibt, der dem Geldwert gegenüberstehende Machtwert ist der gleiche. Also kann man sagen: 1 Apfel entsprechen 1€ und 1 Apfel entsprechen 1000 Yen. 1€ oder 1000Yen sind also nur eine Repräsentation des eigentlichen Machtwertes. Die Bewertung des Machtwertes schwankt aber und steigt durch die Inflation mit der Zeit an.

Sagen wir, der Apfel hat eine Macht von 300 kJ (Brennwert). Die 300 KJ entsprechen heute also hier festgelegte 1€. Die gleichen 300KJ eines zukünftigen Apfels werden aber mit 4€ bepreist. An dem Apfel hat sich bis auf die Zeit aber nichts geändert. Aber am Geldwert hat sich was geändert. Ein Euro ist in der Zukunft durch Inflation nicht mehr so viel Wert wie zum heutigen Zeitpunkt. Die gleichwertige Macht, die man sich also für einen Euro kaufen kann sinkt damit ab.

Was passiert also in einem System, dass zwar neue Schulden macht, das System dabei aber nicht wächst?
Die Macht im System bleibt dabei gleich (denn auch Schulden machen ist ersteinmal nur ein gleichwertiger Austausch: Machtform Geld gegen Machtform Anspruch auf zukünftiges Geld). Aber die gleichgebliebene Macht wird mit dem neu erstellten Geld auf mehr Geldeinheiten aufgeteilt. Der gleichen Wirtschaft stehen jetzt mehr Geldeinheiten gegenüber sodass jede einzelne Geldeinheit auf einmal weniger Machtwert repräsentiert: Inflation.

Neues Geld wirkt also nur dann nicht inflationär, wenn es entweder zeitlich schnell genug wieder aus dem System kommt (z.B. zurückgezahlt wird oder ins Ausland exportiert wird) oder wenn das Geld ein Wirtschaftswachstum erzeugt (das neue Geld also auch z.B. einer neuen Firma gegenübersteht und die Gesellschaft damit einen Mehrwert bekommt).

Wenn das aber nicht der Fall ist, z.B. weil das Geld nur verkonsumiert wurde oder ein Teil des neuen Geldes korupterweise abfließt, dann bleibt es im System ohne ein Wirtschaftswachstum zu erzeugen (z.B. effektivere Wirtschaft oder mehr verwendete Produktionsmittel). Dann kommt es zu einer Inflation und entsprechender Geldabwertung. Man bekommt dann mit gleichem Geld weniger Apfel oder muss mehr Geld für einen Apfel hinlegen.

Schulden oder Geld haben also ersteinmal absolut keine Aussagekraft und damit ist es ersteinmal völlig egal, ob das Geldsystem ein Nullsummenspiel ist oder nicht.

Erst mit Vergleichswerten, also wie viele Äpfel oder Firmen ich mir von dem Geld kaufen kann macht das Geld wertvoll. Vorallem hat die Ausweitung des Geldes nicht unbedingt etwas mit Wirtschaftswachstum zu tun. Wirtschaftswachstum kann es auch ohne Geldmengenausweitung geben, wenn es innovative Firmen/Menschen gibt, die die Wirtschaft effektiver machen, völlig egal ob es dafür neues Geld gibt, damit das vorhandene Geld nicht aufwertet oder ob es kein neues Geld dafür gibt, dann gibt es eben eine Deflation.

Vorallem: Der Staat kann Wirtschaftswachstum nicht erzwingen. Entweder die Firmen sind effektiv oder eben nicht. Der Staat kann dann maximal Skalieren indem er einen eigenen Bedarf schafft, den er subventioniert. Aber der Staat kann durch neues Geld die Zahlen einfach immer größer machen und damit ein Wirtschaftswachstum vorgaukeln, dass es eigentlich nicht gibt.

Überleg mal: Wenn Deutschland in Geldzahlen die letzten Jahre um ca 2% gewachsen ist, was ist das wirkliche Wachstum, also inflationsbereinigt? Also wie viel Macht hat der deutsche Staat wirklich dazu gewonnen oder hat er einfach nur mehr Geld, das weniger Macht repräsentiert? Wie hoch war die Inflation nach Korona? Zumindest sind die offiziellen Inflationszahlen auch hochgradig schöngerechnet.

Die Inflation täuscht darüber hinweg, dass wir schon lange am Verfallen sind und unser Wohlstand rappide absinkt. Also dass das BIP inflationsbereinigt eigentlich schon lange absinkt. Dass 90% der letzten Schulden nicht in Wirtschaftswachstum geflossen sind sondern reine Konsumausgaben dargestellt haben, also irgendwelchen Firmen einmalige Produkte dafür abgekauft worden sind, zeigt, wie gut Inflation dabei hilft den Verfall zu überdecken.

Aber die Verteilungskämpfe haben angefangen.

Da du über schulden redest ist das eine Fangfrage :wink:

Es ist doch völlig egal, ob ich eine Investition für gut halte oder nicht, es geht darum ob die Bevölkerung diese Investition am Markt für einen Mehrwert hält oder nicht.

Außerdem unterschlägst du hier, dass der Staat nicht nur neue Schulden machen kann sondern auch auf einem Vermögen durch Steuereinnahmen „sitzt“ (ja das ist eine Flussgröße), von denen er eigentlich all diese Dienstleistungen bezahlen sollte.

hast du hierfür Belege? Kannst du Effekte benennen, die Nachteilig sind?

also ja für Exporte ist es ein Nachteil, für Urlauber ist es z.B. aber ein Vorteil, dass sie im Ausland alles relativ billig bekommen :wink:

Hier einfach zu sagen: alles blöd für die Wirtschaft ist meiner Meinung nach zu kurz gegriffen, vor allem wenn du das einfach nur unbelegt und unbegründet in den Raum wirfst.

Ganz einfach: Indem sich der Wert des Geldes ändert, was es ja sowiso schon die ganze Zeit mit der Inflation tun.

Genau das meine ich, dass mit dem Geld zwar ein Zahlenwert feststeht, nicht aber der dahinterstehende Machtwert. Versuch mal dahinter zu schauen und nicht bei den Geldzahlen stehen zu bleiben. :wink:

Gerade wenn die Regeln eines Geldsystems sich ändern (wie z.B. einen Wirtschaftsraum wie Russland auszusperren), dann ändert sich auch die Bewertung dieser Geldeinheiten. Im kleinerem Maßstab ändert sich der Wert der Geldeinheiten aber genauso mit jeder Firmengründung bzw. jeder Pleite. Nur dass diese Schwankungen in der Vielzahl der Firmen und den angesprochenen Zeitversetzungen auf die Märkte nicht so groß auffallen.

Das ist wie eine Tasse Tee im Badewasser, eine Tasse mehr oder weniger fällt da nicht sofort auf. Kommt aber immer wieder eine Tasse dazu, dann füllt sich die Badewanne irgendwann spürbar.

BGE wäre prinzipiell schon bilanzierbar, allerdings ist die Frage ob es für die ganze Wirtschaft gut wäre. Es könnte stark in beide Richtungen gehen: Steigende Faulheit wegen mehr Freiheit oder mehr Produktivität durch die gleichen Effekte wie bei Arbeitssicherheit und kürzeren Arbeitstagen.

Natürlich wären dann politische Machtspiele möglich, wenn wir uns in so eine Abhängigkeit begeben.

Aber bei Produkten, auf die wir im Notfall verzichten können stimme ich voll zu.

Unsere Stärke war die letzten Jahrzehnte auch von den USA und der EU die Rüstung/Verteidigung gestellt zu bekommen.

Prinzipiell aber gut, wenn wir uns bewusst werden was unser Land besser kann und wo die Potentiale in Zukunft liegen.

Die USA haben Kriege gestartet, wenn ein Land Öl nicht mehr gegen Dollar tauschen wollte und wir sind von deren Schutz ziemlich abhängig. Deswegen scheint mir dieses Konzept schwer umsetzbar.

Schöne Grafik, aber ich kann leider die gelbe und rote Linie nicht finden. Stattdessen gibt es 2 blaue Linien und eine in Lila?

Jedoch wäre dann langfristige Planung auch wichtig, da kurzfristige Käufe dieser Größenordnung natürlich die Sparvorteile zunichte machen können oder schlimmer. Kommt drauf an, ob die Wirtschaft für den Fall genug auf Vorrat macht. Würde sich über Jahrzehnte in einem nicht mehr inflationären System wahrscheinlich einstellen.

Aber das ist auf jeden Fall ein sehr langfristiger Effekt, was in der Diskussion beachtet werden sollte.

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Ja, wenn kann die gesamte Menge an ausgegeben Geld NIEMALS kleiner sein als die gesamte Menge an ausgegebenen Geld.

Zentrale und dezentrale Systeme haben beide ihre Vor und Nachteile.

Warum sollte man Produktions Kapazitäten darauf verschwenden Gold Erze auszugraben, zu filtern, einzuschmelzen und dann in Baren zu schmelzen wenn all diese Arbeiter und Produktionsmittel auch einer sinnvoleren Tätigkeit nachgehen könnten?

Und da kommt man zu dem Punkt das der Staat kein Unternehmen ist und nicht wie eines geführt werden darf.

Ja, das kann man ja auf eine Blockchain packen.

Was willst du mir hier sagen? A kleiner gleich A?

Nun, das ist eine Frage der Bewertung. Nur weil du den Sinn dahinter nicht verstehst bedeutet es nicht, dass es keine sinnvolle Tätigkeit sein kann :wink:

Sagen wir mal so: Es ist doch unstrittig, dass das Konzept Geld für die Menschen einen enormen Vorteil hat gegenüber einfachen Tauschhandel. Warum ist es also nicht sinnvoll, dass sich einige Menschen darauf spezialisieren und in der Finanzbranche arbeiten (hier die Herstellung von Geld)? Vorallem wenn die Herstellung durch die enorme Arbeitsleistung dafür hochgradig selbst limitierend ist?

Denn wie immer gilt: Wenn viel zu viel Wirtschaftskraft in das Geldsystem fließt, dann wiegen die Vorteile des Geldes nicht mehr die wirtschaftlichen Nachteile aus. Die Finanzbranche sollte also nicht übermäßig viel Wirtschaftsleistung beanspruchen, denn dann fehlt diese Wirtschaftskraft für andere wichtige Dinge. Aber die Finanzbranche darf eben auch nicht zu wenig vorhanden sein und das Geldsystem damit gefährden…

Wenn du jetzt also wie im Fiatsystem die Arbeitskraft aus der Gelderstellung heraus nimmst, dann kann theoretisch ersteinmal jeder dieses Geld problemlos selber erstellen und es damit Wertlos machen (Hyperinflation). Klar, dass es eine zentral gesteuerte Überwachung geben muss, damit das eben nicht jeder so einfach machen kann.

Du siehst also den fundamentalen Unterschied in der jeweiligen Geldkonstruktion?
Bei Gold kann theoretisch jeder das Geld beliebig herstellen, aber es ist so anstrengend, dass das von sich aus nicht jeder macht. Das funktioniert also 100% komplett dezentral.
Bei Fiat ist die Geldherstellung nicht so anstrengend, es kann also theoretisch jeder von sich aus machen. Also muss es mit anderen Mitteln verhindert werden wie z.B. Verbote/Strafen, die aber überwacht und durchgesetzt werden müssen → es benötigt eine extrem starke zentrale Macht.

Nein, komplett dezentrale Systeme sind genauso ineffizient wie komplett zentrale Systeme. Ein System kann nur dann sein maximales Potential auch voll ausschöpfen, wenn es beide Konzepte miteinander vereint: An den Stellen, wo zentrale Systeme mehr Vorteil bringen muss es auch tendenziell zentraler sein und an den Stellen, wo dezentrale Methoden besser sind muss es mehr dezentral sein.

Die richtige Mischung aus Zentral und Dezentral ist wichtig für jedes optimierte System, gerade und explizit für Gesellschaften wie Firmen, Vereine, Staaten,…

Übrigens: Die Goldherstellung (bzw. genereller PoW) macht das von sich aus intrinsisch. Es bilden sich kleine auf lokale Sicht zentrale Strukturen, die das Gold effizient verarbeiten. Aber weil jeder mitmachen darf kann jeder, der eine kluge Idee hat auch mitmachen und das System damit verbessern. Vorallem wird diese Zentrale mit der Größe auch wieder ineffizient, sodass sich diese zentralen Strukturen dezentral verteilen müssen. → Eine Mischung aus beiden Konzepten ohne dass irgend ein Staat darüber schauen und in das System eingreifen muss.

Zumindest ich komme absolut nicht zu dem Punkt. Ehr das Gegenteil: Wenn du auch den Staat nicht als Unternehmen und Wertegemeinschaft ansiehst, dann wirst du diesen Staat auch nicht zum Vorteil für die Menschen in diesem Land führen können! So wie alle Sozialisten vor dir wirst du andere ideologische Ziele verfolgen und den Staat damit wirtschaftlich aushungern.
Denn das ideologische Ziel (z.B. Glück für alle, Klimawandel,… ) wird dein Land so viel ökonomische Kraft kosten, die du aus der Wirtschaft abziehen musst, dass die Wirtschaft keine Kraft mehr hat von sich aus zu arbeiten.

Nur wenn du auch den Blick und die Verträglichkeit mit der Wirtschaft nicht außer acht lässt kannst du einen Staat erhalten und damit überhaupt erst die Grundlage für irgendwelche Ziele (z.B. Wohlstand, Glück, Umweltschutz usw. ) setzen.

Nicht jedes Problem ist mit den Bullschitbingowörtern wie Blockchain, Cloud oder KI gelöst. Man muss auch verstehen, was diese Bereiche wirklich können und was nicht.

Und da du mir auf meine komplexen Erklärungen immer nur mit ein/zwei flachen Sätzen erwiderst und z.B. nicht schreibst, warum du das sagst und welche Hintergedanken dich dazu bewegen, mir zu widersprechen oder welche Punkte du anders bewerten würdest gehe ich entweder davon aus, dass du die Komplexität hinter dem funktionieren eines Staates leider nicht verstanden hast oder nicht wirklich diskutieren willst.

Bilanzierbar ja, definitiv. Vorallem weil man einfach das Geld an jeden Ausschüttet ist es sogar rein theoretisch relativ einfach zu durchschauen:

Jeder gibt einen variablen Geldbetrag in einen großen Topf/Urne (z.B. abhängig vom jeweils eigenem Konsum, Abhängig von der eigenen Arbeit,…), dann wird geschüttelt und vom Gesamtbetrag bekommt jeder dann genau den gleichen Betrag zurück.

Es ist jetzt nicht schwer zu folgern, dass wenn es Menschen gibt, die mehr Geld bekommen als sie abgeben, dann muss es auch Menschen geben, die mehr abgeben als sie bekommen. Denn dieses Spiel ist ein absolutes Nullsummenspiel. Jegliches eventuelles Wirtschaftswachstum bzw. Schrumpfen wird einfach nur den Gesamtbetrag verändern, der umverteilt wird.

Wichtig für das System ist also die Frage: Nach welchen Regeln wird umverteilt. Wenn das, wie heute üblich, die Arbeit ist, die besteuert wird ist es vom Anreiz relativ logisch, dass sich weniger Arbeiten und trotzdem Geld bekommen individuell mehr lohnt als mehr arbeiten und trotzdem nur das Durchschnittseinkommen zu bekommen. Aber auch das kann man graduell abstufen. Ein 100% Kollektivieren aller Arbeiten wird diesen Effekt sehr sehr schnell zum Tragen bringen, wenn aber z.B. nur 20% der Arbeit so umverteilt wird gibt es ja immernoch 80% individuelle Vorteile der Arbeit.

Vergleicht man das mal mit unserem aktuellem Steuersystem, wo erstmal ca. 70% der Arbeit Flatrate weggenommen wird (Lohnsteuer, Arbeitgeberanteil, verpflichtende Sozialversicherungsbeiträge, Mehrwertsteuer,…), alles in ein paar große Töpfe gesteckt wird, wo sich dann viele andere ihren Anteil mit nehmen können, dann sind wir mit Bürgergeld usw. nicht sehr weit von einem BGE entfernt.

Für den Fall, dass Konsum besteuert wird, ist die Sachlage aber nicht ganz so eindeutig.

Ich habe dazu auch mal eine Simulation geschrieben:

Das Modell könnte man bestimmt noch mit weiteren Feinheiten erweitern, aber im Endeffekt gibt es in einem BGE die 3 Phasen:

  • Startphase: Die Menschen mit geringem Einkommen bekommen durch das BGE mehr Einkommen während die Menschen mit mittlerem Einkommen oder hohen Einkommen sich das noch leisten können. Die Glücksrate geht hoch und damit auch die Geburtenrate.
  • Die Menschen gewöhnen sich an das Einkommen, aber die Anzahl der zu versorgenden Menschen steigt immer weiter an. Die Reichen müssen also mit der Anzahl der Menschen immer mehr abgeben.
  • Das Vermögen der Reichen reicht nicht mehr aus um die benötigte Umverteilung zu finanzieren.

Und bei der Simulation ist es völlig egal, welche Anreize die Menschen gehabt haben. Die Anreizstruktur, zu Arbeiten oder vom BGE zu leben kommt dann ja als Effekt noch oben drauf.

Guter Punkt, man könnte die Inflatinosabgaben an die USA auch als Schutzgeld bezeichnen.

Aktuell sehe ich aber auch, dass unsere Regierung und die EU im Krieg mit Russland immer weiter eskalierend auftreten und keinerlei Interesse an diplomatischer Lösung zeigen. So richtig kann ich aber hier die Position der Stärke bei uns nicht erkennen, vorallem wenn die USA sich da immer weiter raushalten.

(Ich denke da nur an die Drohnenangriffe letztes Jahr, die von einem Monat auf dem nächsten angefangen haben und dann genauso schnell wieder aufgehört haben. Eine von vielen False-Flag-Aktionen, die doch nur als die Hoffnung auf den Ausbruch eines offenen Krieges gedeutet werden können.)

Guter Punkt :slight_smile:
Aber ich finde die Regressionsgeraden sowiso in einer derartig verteilten Punktwolke nicht so sehr Aussagekräftig.

Interessant finde ich ehr die Positionen der Punkte (OECD-Länder). Klar gibt es besagte Ausnahmen, dass ein Land auch mal mit hoher Neuverschuldung auch ein gutes Wachstum bringen kann (dann hat es eben gut investiert oder einfach mal Glück gehabt), auf der anderen Seite gibt es auch Länder, die sich „kaputt-gespart“ haben, also zwar ihre Schulden zurück gezahlt haben, aber dafür auch einen Wirtschaftseinbruch erlitten haben.

Der Großteil der Messpunkte (OECD-Länder über die Zeit (farben)) befindet sich aber auf einem breiten Band in der Mitte. Und dieses Band ist offensichtlich nicht waagerecht sondern fällt ab (mehr muss eine irgendwie berechnete Korrelation ja auch erstmal nicht aussagen).

Die Verteilung zeigt also, dass es tendentiell mehr Wirtschaftswachstum gibt, wenn der Staat weniger Schulden aufnimmt und dass ein Staat, der mehr schulden aufnimmt auch weniger wächst.

Was hier damit erstmal offen bleibt ist, dass in einer Wirtschaftskrise natürlich schulden aufgenommen werden und die Wirtschaft nicht wächst und dass in einem Boom die Wirtschaft wächst und damit natürlich schulden zurück gezahlt werden können.

Allerdings sind die Messzeiträume über 5 Jahre hinweg gemacht worden. Das ist länger als eine normale Rezession oder ein Boom im Keynesianischem Wirtschaftszyklus laufen. Die Punkte sollten also normalerweise wenigstens eine Rezession und einen Boom gleichzeitig enthalten. Inwieweit das aber die Wirtschaftszyklen rausmittelt kann ich natürlich nicht sagen.

Es gibt also einen eindeutig statistischen Zusammenhang zwischen Schulden machen und Wirtschaftsabschwung. Wenn man sich aber die Farbskalen bzw. den Zeitverlauf anschaut, dann stellt man fest, dass die frühen Rot/Gelb/orangen Punkte ehr im Quadranten des Wirtschaftswachstums und Schuldenabbau sind während die aktuelleren Werte Grün/Blau ehr im Quadranten Schuldenaufbau und Wirtschaftsstagnation sind.

Die Verschiebung findet also tendenziell auch auf größeren Skalen als die gemittelten 5 Jahre statt. Tendenziell werden also mehr Schulden gemacht ohne dass es der Wirtschaft einen entsprechenden Aufschwung bringt.

Aber ich gebe dir recht, ein Blick in die Originalstudie ohne den Artikel wäre gut, um eine Erklärung für die Lila-Regression zu bekommen. Die Daten sollen aus einer breit angelegte Studie der Quants von Research Affiliates kommen, wurden aber scheinbar noch mit anderen Mitteln aufbereitet.

Interessant ist da auch diese Grafik hier:

umso höher die Staatsquote ist, also umso mehr der Staat sich in die Wirtschaft und das Leben der Menschen einmischt, desto geringer ist das Wirtschaftswachstum. Nicht generell, denn es gibt ausnahmen davon, aber tendenziell.

Und auch hier ist interessant, dass die Staaten mit der Zeit von sich aus ineffizient werden. Während die Staaten also in der Vergangenheit mit einer hohen Staatsquote noch ehr ein gutes Wirtschaftswachstum bringen konnten, so sind die Staaten heutzutage drastisch ineffizienter geworden.

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Ist ja auch interessant wie die Geldmengenausweitung immer auf die Zentralbank und den Staat geschoben wird, aber das meiste Geld das im Umlauf ist und dadurch für die Inflation relevant ist von den Privatbanken geschöpft wird.

Kommt noch dazu das es Banken gibt die nicht mal an das Zentralbankensystem angeschlossen sind und die drucken auch einfach Dollar (Eurodollarsystem)

Das ganze Narrariv um FIAT das in Bitcoin Kreisen gepushed wird ist objektiv falsch und da muss man nicht mal tief graben um das herauszufinden. Trotzdem wiederholt der Kult einfach den offensichtlichen Bullshit als wären es Fakten, komplett unfähig selber zu denken.

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Anstatt das einfach in den Raum zu stellen: Was ist an dem „Narativ“ denn genau falsch?

Übrigens, die oben gezeigten Grafiken widersprechen dir fundamental. Egal ob die Schulden durch Privat-Banken ausgegeben werden oder vom Staat ausgegeben wird. Und die Zusammenhänge, wie die Zentralbank da eingreifen muss habe ich auch erläutert.

Aber schön, dass du das einfach alles mit: is halt falsch abtust.