Das ist doch garnicht mit Rentenzahlungen vergleichbar ![]()
Mietzahlungen sind Vertragliche Leistungen für aktuelle Verbräuche. Wenn du also in der Wohnung wohnst, dann zahlst du diese Beträge. Wenn du morgen noch in der Wohnung wohnst, dann zahlst du morgen auch dafür. Sobald du oder der Vermieter aber diesen Vertrag kündigst, dann endet diese Zahlung.
Wenn du also aus der Wohnung ausziehst (warum auch immer: Eigenheim, Zuzug zum Partner/Eltern/Freunde,…) dann endet diese Zahlung auch. Miete ist also eine Zahlung für aktuelle Bedürfnisse.
Bei der Rente oder Pensionsansprüche ist das aber anders. Diese Zahlungen fließen nicht, weil der Pensionär oder Rentner aktuell eine Gegenleistung dafür erbringt sondern weil er in der Vergangenheit diese Leistungsansprüche erworben hat.
Du siehst hier also den Unterschied zwischen aktueller bzw. mehr oder weniger zeitgleiche Leistungsübertragen (Wohnung gegen Geld/Miete) und dem Aufbau von Schulden (Also Leistung gegen zukünftige Ansprüche).
Also klar wird die Regierung in Zukunft auch weiter aktuelle und laufende Kosten stemmen müssen. Aber sie muss zusätzlich dazu auch die aufgebauten Ansprüche heutiger Leistungen zahlen müssen (Kredite und Rente/Pensionen).
Die zukünftige Regierung hat damit finanziell einen deutlich geringeren Handlungsspieraum weil sie nicht nur ihre aktuellen „Probleme“ handhaben muss. Mit dem massiven Aufbau der Schulden muss sie gleichzeitig auch die Probleme der Vergangenheit lösen.
Nachhaltig sind die massiven Schulden also absolut nicht, egal ob das direkte finanzielle Ansprüche sind (Zinsen/Tilgung) oder ob das die Ansprüche der Rentner sind. Im geringen Umfang wäre das stemmbar, aber mit über 100% BIP Schulden wird es dann doch irgendwann eng.
Selbst mit einer festgelegten Zeitdauer für die Wohnung gibt es ja trotzdem jederzeit (innerhalb des Vertrages) eine Gegenleistung für die Zahlung (die Wohnung steht zur Verfügung des Mieters). Aber du hast recht, dass man hier auch anders rechnen kann mit dem gleichen Ergebnis:
- Da man die genaue Ausgaben der Miete über die Laufzeit genau berechnen kann, kann man auch gleich zu Beginn das komplette Geld „Abschreiben“. In dieser Sicht zahlt man also gleich das Geld und erhält danach „kostenlos“ für die Laufzeit die Wohnung. In dieser Ansicht gibt es einen deutlichen Zeitunterschied beim erbringen der Leistungen und damit auch ein Schuldverhältnis.
- Verteilt man aber die Geld-Gegenleistung für die Wohnung mehr oder weniger gleichmäßig über die Laufzeit, dann werden die Schulden ja regelmäßig beglichen und bauen sich nicht extrem auf.
Wenn man es also genau nimmt, dann macht man bei jedem Handel immer wenigstens für ein paar Sekunden schulden. Die Frage der Schulden ist also immer eine Zeitfrage: Wann und wie werden diese Schulden beglichen. Wenn diese Zeitnah beglichen werden, dann kann man die Zeitunterschiede der Leistungsaustausche (Machtaustausch) vernachlässigen. Umso mehr zeit aber dazwischen liegt (selbst vertraglich), dann werden die Unsicherheiten größer und die müssen mit Zinsen beglichen werden.
Genau ![]()
Aber die Menschheit hat eine Möglichkeit doch darüber hinweg zu kommen: Alle Ideologien gleichzeitig bzw. wechselnd anwenden (was man im Allgemeinen auch Demokratie nennt).
Denn wenn alle diese Ideologien ihre Ansicht mit einfließen lassen, dann gleichen sich die Extremen Meinungen gegeneinander aus mit dem Vorteil, dass die jeweilige Sichtweise auf die Welt trotzdem mit in die Entscheidungsfindung mit einfließt.
Wenn sich die Gesellschaft aber dazu entscheidet, einige Ideologien auszuschließen, dann fehlt dieser Gesellschaft „ein Sinnesorgan“ für die realistischen und wichtigen Belange der fehlenden Ideologie. Die Gesellschaft bekommt damit also einen Tunnelblick und kann auf drohende Ereignisse schlechter reagieren (weil sie diese schlechten Ereignisse nicht wahrhaben kann).