Leider kenne ich deine Situation zu gut und ich erzähle gerne, wie ich das handhabe.
Anfangs waren meine Diskussionen genau wie bei dir, gerade mit denen im Freundeskreis, die sich ein Haus gekauft haben und das für die genialste Idee ihres Lebens gehalten haben, weil Häuser ja NUR im Wert steigen können .
Nachdem ich ihre gesamte Argumentation in alle Einzelteile zerlegt und ihnen klar die Nachteile dargelegt habe, wollten sie es trotzdem nicht verstehen.
Genau die gleiche Erfahrung habe ich mit den Goldbugs gemacht.
Es geht nicht um das Verstehen können, sondern um das Verstehen wollen, und die meisten Menschen haben Angst davor, weil es ihr gesamtes Weltbild infrage stellen würde.
Ich habe mich auch oft gefragt, ob ich der Typ bin, der komplett auf dem Holzweg ist, aber selbst wenn es so wäre, ist es komplett irrelevant für BTC.
Du kannst Menschen nicht ändern oder überzeugen, die das nicht wollen, und deswegen gebe ich jedem nur noch in Form von Büchern das Wissen an die Hand (sofern sie an dem Thema Bitcoin überhaupt Interesse zeigen), das sie brauchen und ob sie das nutzen oder nicht, geht mir geschmeidig am A… vorbei.
Das ist absolut richtig: Menschen ändern sich nur selbst. Deshalb kann ich auch nur mich ändern. Und meinen Umgang mit anderen. Es gibt aber, wie ich aus meiner langjährigen Vertriebspraxis weiß, durchaus Strategien, um durch Änderung bzw. Steuerung der Kommunikation Entwicklungen herbei zu führen, bei denen auch andere ihre Entscheidungen überdenken und sich ändern. Wohl gemerkt: Sie ändern sich, nicht ich sie!
Weil Kommunikation das wichtigste Element im sozialen Zusammenleben darstellt, leisten sich Staaten ja ganze Milliardenapparate (->ÖRR), um sie zu steuern. Und deshalb verstehe ich nicht, dass das so wenige Menschen verstehen - und kommunizieren, wie die Wildschweine: Es wird gepöbelt, verurteilt, verspottet, beleert, beleidigt oder sonstwie die Eskalationsspirale abwärts gedreht. Auch hier im Forum ist das überdeutlich!
Ein Mittel, um das Zusammenleben zu verbessern und gemeinsam Ziele zu erreichen ist wertschätzende Kritik. Und die ist ganz einfach: Äußere deine Kritik wohlwollend und packe sie, wie ein Geschenk, positiv ein: P - N - P = positiv/negativ/positiv. Mache dir klar, was dir an jemandem gefällt (und es sollte ja bei jedem, mit dem du intensive Kontakte pflegst, etwas positives, verbindendes geben!) und sag das auch bei einem Feedback, einer Kritik. Dann ist der inkludierte Appell für den Empfänger nämlich viel verdaulicher. Und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige sich selbst ändert, ins Unermessliche.
Mit dem positiven Prolog (=P) öffnest du die Bereitschaft des Gegenübers, die darauf folgende Kritik (=N) überhaupt entgegen zu nehmen und mit einem positiven Abschluss (=P) zu verdauen.
Beispiel?
Falsch: „Du erzählst Unsinn, Immobilien steigen gar nicht im Wert, es ist bloß die Entwertung von Fiat. Du musst dich mal mit Bitcoin auseinander setzen!“
Richtig; „OK, du hast tatsächlich ein tolles Haus gebaut! Jetzt geht es darum, den Wert auch für deine Nachkommen zu erhalten. Was ist da deine Strategie mit Blick auf die Zukunft?“
Wenn jemand danach kein Problem äußert, keine Sorgen hat, Strategien entwickelt hat, dann macht es wenig Sinn, ihm mit Bitcoin zu kommen. Du triggerst dann nur die Dinge, die er im Kopf hat und die meist ablehnender Natur sind.
Du kannst andere Menschen gegen ihren Willen nicht ändern. Also nutzt es nichts, gegen Widerstände zu argumentieren, sondern nur, durch Fragen Zweifel an der eigenen Denkweise des anderen zu generieren.
So viele Reaktionen innerhalb von zwei Tagen zeigen, dass es nicht nur bei mir ein Thema ist, danke für eure Zeit! Einige Antworten haben mich echt zum Nachdenken gebracht.
Wie so ein typisches Gespräch abläuft:
Wenn ich sage dass wir im Sozialismus leben, wird direkt auf die Definition eingegangen dass im Sozialismus die Produktionsmittel zum großen Teil in Staatshand sein müssten, was bei uns nicht der Fall ist. Mein Einwand daraufhin dass es für das Ergebnis (=Der Staat raubt die Arbeitskraft der Bürger und kann die Produktion durch Hochbieten in jede Richtung lenken) völlig irrelevant ist, wem die Produktionsmittel formal gehören (weil die Zentralbank die formal auch „privat“ ist), wird immer nur damit abgeschmettert dass ich Begriffe verwende, deren Definition ich nicht kenne.
Ein System hat immer ein Ziel und ich möchte meine eigene Arbeitskraft nicht dem Ziel von Mächtigen in diesem Spiel unterstellen. Daher braucht es für mich kein großes Deutschland-oder Europaweites System. Das Problem mMn ist, dass man sich gerade an moralischen Detailfragen wie Impfen, Klima, Mobilitätsformen, Schulform o.ä. aufhängt, statt raus zu zoomen und zu hinterfragen, ob ÜBERHAUPT einer das für mich entscheiden sollte. Alleine dass man darüber diskutiert ob eine Maßnahme vom Nutzen her gerechtfertigt ist, setzt schon voraus, dass Zwang von Millionen von Menschen grundsätzlich gerechtfertigt ist, sonst könnte man die Maßnahme auch einfach dem Markt überlassen.
Wenn es ausschließlich Eigentum gäbe. bräuchten wir diese Schuldzuweisungen Dritter vielleicht gar nicht da uns das Verhalten anderer Leute nichts angeht, so lange sie sich nicht unserer persönlichen Arbeitskraft bedienen.
Stimmt. Daher habe ich Memes geteilt die einige als völlig verrückt, andere als rechtsextremistisch, andere als links gedeutet haben. Echtes Interesse am Leben anderer wäre wirklich etwas, das weiter hülfe. Nur ist es schwierig, wenn man alles in die Kategorie “Sozialismus vs. Eigentum” packt, zu viel davon nimmt meinen Kopf ein. “Wenn jemand stark mit einem System, einer politischen Haltung oder einer Lebensentscheidung identifiziert ist, dann wird jede abweichende Perspektive schnell als Angriff gewertet.” Das ist gut möglich, auf beiden Seiten. Hieße, ich müsse mich weniger mit meiner Haltung der Welt gegenüber identifizieren und mehr mit meinem eigenen Umfeld beschäftigen. Da sind wir wieder beim Stoizismus.
Ungefähr für genau solche polemischen Kommentare wird man dann eben ausgegrenzt, das hast du gut demonstriert. Jetzt kannst du natürlich lang und breit erklären warum das nicht polemisch ist, aber bis dahin habe ich schon längst keinen Kontakt mehr zu dir.
Ja da muss ich dir Recht geben: Er hat aber auch eine gute Entwicklung gemacht wenn man sich die Videos vom Proaktiv Podcast von vor ein paar Jahren anschaut.
Vielleicht fehlt mir hier die stoische Ruhe. Ich habe das Gefühl, dass die Person eine Macht unterstützt, die in Wirklichkeit gegen uns alle ist. Und dass das so offensichtlich ist, dass ein paar Sätze für das Verständnis ausreichen. Tut es wohl nicht. Zuzugeben dass ich auch falsch liegen könnte, wäre zuzugeben dass der Sozialismus wohl doch nicht so schlecht ist und in der Hinsicht habe ich noch nie auch nur ein gutes Argument gehört.
An was zu wachsen? Die eigene Meinung gar nicht mehr zu verbreiten? oder so zu verbreiten dass du nicht aneckst?
Vielleicht besteht die Herausforderung gerade darin, im Fiat System aufzugehen, die kritische Sichtweise ist nur dazu gut, dass man sich auch beim Untergang des Systems noch zurecht findet?
Das ist wahr und sinnvoll
Wie schaffst du es, dich davon zu lösen? Hast du nicht das Gefühl, denen helfen zu können wenn du ihnen ein wenig erklärst wie Wirtschaft funktioniert? Klar verstehe ich, dass es wenig bringt. Trotzdem fällt es mir im Gespräch schwer, mich auf alltägliche Themen zu konzentrieren.
Das ist ein Beitrag der für ein Forum super funktioniert, aber irgendwie schlecht für Leute mit denen man einen großen Teil des Lebens teilt.
Jeglichen Podcast Content deabonnieren der bisher viele Stunden in der Woche einnahm hieße das bei mir Ist vielleicht wirklich der sinnvollste Rat.
So ist es auch. Aber dieses System/Macht gibt ihnen Sicherheit. Sie wissen, wem sie (vermeindlich) vertrauen können und was ihre Rolle/Verantwortung ist.
Sowohl Grüne, als auch AfD Wähler denken, dass sie die Welt zu einem besseren Ort machen. Dabei fördern sie beide ein System, dass auf Ausbeutung beruht und die Armut in der Gesellschaft erhöht. Die Menschen wollen das aber gar nicht wissen. Sie wollen die Sicherheit, dass sie alles nötige getan haben, wenn sie alle vier Jahre ein Kreuz machen und dass sich diese Macht dann um sie kümmert.
Ich würde sagen, dass der Spruch im realen Leben noch besser funktioniert, weil man sich dann in Zukunft über anderen Themen austauschen kann und Bitcoin dann auf zwischenmenschlicher Ebene einfach keine Rolle mehr spielen sollte. – Es gibt Wichtigeres im Leben.
Bitcoin soll einem das Leben erleichtern, nicht erschweren.
Wenn man Bitcoin für sich einmal verstanden hat, dann hat man es verstanden. Dann muss man sich doch nicht ständig verkrampft im Kreis drehen.
Genauso mit Inflation, Politik etc.. einmal verstanden, einmal schockiert gewesen, kurz Missionar gespielt und dann ist das doch gut und auch wieder langweilig.
Bitcoin einfach nebensächlich weiterlaufen lassen, schön Sats sammeln und sich über die Vorteile freuen welche man dadurch hat - und gut ist.
Ich rede über Bitcoin gar nicht mehr. Das Forum hier ist das einzige Ventil für mich, wenn man das so bezeichnen will. Und in der kurzen Zeit hier, die ich im Forum verbringe, merke ich immer deutlicher, dass man sich einige Diskussionen einfach sparen kann.
Ich will auf Bitcoin nicht mehr verzichten, aber das Leben bietet viel mehr, als dass man sich ständig nur um dieses eine Thema dreht.
Wenn man auf Leute zugeht und ihnen sagt, dass alles, was sie für richtig normal halten, Mist ist, dann führt das nahezu immer erstmal zu Reaktanz. Also eine automatische, mehr oder weniger feindselige Ablehnung.
Und ganz ehrlich: Wenn du mir mit dem RosarotenPanzer (ich nehme an, du meinst den YT-Kanal) kommen würdest, dann würde ich auch Sicherheitsabstand einnehmen ;).
Ich kann diese Probleme in meinem Umfeld jedenfalls nicht bestätigen, und das, obwohl ich ca ein Drittel aller, mit denen ich über Bitcoin gesprochen habe, sogar zum Kauf überzeugt und orange-Pilled habe. Von den 30 bis 40 Freunden, mit denen ich bereits intensiver über das Thema gesprochen habe, haben lediglich zwei bis drei auch nach dem Erläutern meiner Argumente negativ reagiert und sie danach auch mit dem Thema in Ruhe gelassen. Die anderen habe ich entweder überzeugt oder zumindest nachdenklich gemacht.
In den letzten Wochen habe ich mich bei einigen von ihnen proaktiv gemeldet, um sie angesichts der Kurseinbrüche zu beruhigen. Aber die Antworten haben mich überrascht: Die meisten von ihnen sagten, dass sie bereits Nachkäufe planen oder schon gekauft haben. Und das, obwohl sie erst durch mich in den Space kamen, im Vergleich zu mir nur einen winzigen Bruchteil der Zeit investiert haben und selbst noch nie einen Crash mit eigenem Kapital miterlebt haben.
Warum ist das so?
Nun, zum einen lasse ich hochpolitische Themen bei den Gesprächen außen vor. Die spielen zwar indirekt in das Verständnis von Bitcoin mit rein, aber nicht notwendigerweise. Linke und Rechte Argumente braucht man nicht zwingend, um von Bitcoin zu überzeugen. Und auch wenn Libertäre das Thema Bitcoin gern für sich beanspruchen, ist es keinesfalls die einzige oder gar perfekte Symbiose.
Darüber hinaus kenne ich meine Freunde gut genug und entscheide bewusst, mit wem ich überhaupt darüber spreche und mit wem nicht. Einerseits kenne ich ihre finanzielle Situation. Jemandem, der gerade arbeitslos ist und kaum weiß, was er sich morgen aufs Brot schmieren soll, werde ich nicht versuchen, von Bitcoin-Käufen zu überzeugen. Andererseits kenne ich ihre Einstellung zu bestimmten Themen und weiß, ob sie eher risikoavers oder risikoaffin sind. Dadurch kann ich beurteilen, ob ich eher mit den Risiken des Haltens von Fiatgeld oder den Chancen des Haltens von Bitcoin in die Diskussion einsteige. Beim Argumentieren stütze ich mich vor allem auf seine Eigenschaften. Die sind eigentlich, wenn man sie gut erklärt, überzeugend genug (Hier empfehle ich die Liste von Florian Bruce und seine Erklärungen dazu).
Mein Tipp: Lasst das Thema Politik soweit es geht raus.
Und noch eine Aussage, womit ich mir hier sicherlich einige Feinde machen werde: Wer den Libertarismus für eine ideale Lösung hält, der versteht möglicherweise viel vom Geldsystem. Aber er versteht wahrscheinlich wenig von psychologischen, gesellschaftlichen und spieltheoretischen Dynamiken, die für die Entwicklung und Stabilität von Kulturen und Gesellschaften von entscheidender Bedeutung sind - oder ignoriert sie bewusst oder unbewusst. Die Argumentation von Libertären wirkt auf andere oft wie reine Verbitterung.
Was spricht außerdem eigentlich dagegen, Menschen von sich aus kommen zu lassen, wenn sie eigenes Interesse haben. Natürlich kann ich Menschen, denen ich es gönne, dass sie versuchen können, ihren finanziellen Status mit Bitcoin zu verbessern, bei Gelegenheit mal fragen: “Ich verstehe dein Problem, deine Sorgen und deinen monatlichen Struggle. Hast du schon einmal versucht regelmäßig mit Bitcoin vorzusorgen? Ich fahre seit ein paar Jahren sehr gut damit.”
So, Neugierwecker gesetzt… Und was sie daraus machen, bleibt jedem selbst überlassen, ohne aktiv Freundschaften zu zerstören. Ein politischer Diskurs oder bewusst rechthaberische Wortwahl und Sticheleien, die dann Freundschaften schädigen, haben mit Bitcoin rein gar nichts zu tun. Die Ursache, ich spreche bewusst nicht von einer Schuld, liegt rein bei einem selbst, wenn es mir eigentlich nur darum geht, sie ins Rabbithole zu holen.
Politik und Corona haben in meinem Kreis schon einiges zerrüttet in den letzten Jahren. Dafür brauche ich kein Bitcoin.
Das ist vielleicht eine dumme Frage, aber was genau spielt eine wichtige Rolle wo Bitcoin absolut kein Thema bei ist? Gerade das ist ja mein Problem, dass für mich eine systemkritische Sicht alle Lebensbereiche umfasst und ich nicht mal vernünftig Smalltalk führen kann. Einfache Zustimmung ist ja nur ein einseitiges Gespräch und wird zurecht schnell uninteressant. Fast jedes Thema tangiert Geld. Man kann ja nicht den ganzen Tag über das Wetter und die Natur im Urlaub reden. Egal ob es die Schule der Kinder, die Zeit oder der Beruf ist: Durch das schlechte Geld wird gefühlt jeder Lebensbereich des Alltags anders dominiert, sodass völlig andere Entscheidungen getroffen werden müssen. Beispielsweise wird mir vorgerechnet, dass es ja günstiger sei, sich einen Neuwagen zu kaufen als zwei mal einen Gebrauchtwagen der halb so viel kostet. Ja, wenn man die echten Opportunitätskosten nicht beachtet stimmt das wohl. Nicken und zustimmen hab ich da geschafft aber mehr Senf hab ich nicht über.
Und dir fällt es leicht, wie davor weiter zu leben? Oder hat sich bis auf den Sparplan irgendetwas geändert? Ich weiß dass die Vergleiche Klischeehaft sind, aber es ist, wie wenn du einfach weiter in der Matrix lebst und jeder andere von dir denkt dass du in der Matrix lebst.
Was ist die Essenz für dich, was das Leben aus macht wenn man sich dauerhaft wie in einer “Matrix” fühlt?
Abstand weshalb? Für mich war er zu Beginn auch “Zu extrem”. Als er mit Sätzen kam wie “verbrenn doch das Grundgesetz” fand ich das irgendwie falsch. Ich habe früher auch die Demokratie für das höchste Gut gehalten weil mir das in der Schule beigebracht wurde. Aber je mehr ich höre, desto mehr kann ich seinen Argumenten folgen. Inzwischen gibt es wenig was mir nicht einleuchtet. Natürlich ist er ein Theoretiker und es wird nie eine Welt geben mit der er zufrieden wäre. Wir werden nicht weltweit in Privatstätten leben aber seine These, dass Privatisierung grundsätzlich zu mehr Wohlstand führt als Verstaatlichung, hat schon viel praktische Relevanz.
Aber so viele Freunde georangepilled zu haben, finde ich schon krass, das sind bei mir nicht so viele. Wobei die auch alle eher nachkaufen oder nach einem Einmalkauf keine Ahnung darüber haben dass es gerade Rabatte gibt.
Warum meinst du das genau? Sowohl Linke und Rechte sind für eine Regierung die eine Währung stellt.
Welche Liste mit Eigenschaften meinst du genau? Also die wichtigste Eigenschaft dass Bitcoin begrenzt und dezentral ist, sind natürlich die Hauptargumente, dann kommen in der Regel aber schon die uralten Kontraargumente. Ein Grundlagenkurs über Fungibilität, Überprüfbarkeit, Teilbarkeit, Haltbarkeit, Transportierbarkeit, Historie und Zugriffssicherheit wollen die wenigsten hören.
Politik kommt von meiner Seite auch überhaupt nicht, Anarchisten sind ja auch nicht politisch. Sie wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden von der Politik Das wird dann von der anderen Seite natürlich völlig anders aufgenommen. Für die Meisten ist es ein sehr politisches Statement, wenn man alle Parteien in die sozialistische Ecke stellt, dabei möchte man sich einfach nur grundsätzlich von äußeren Zwängen befreien.
Auch wenn es etwas off-topic ist, können wir darüber total gerne diskutieren, genau das macht mir total Spaß Ich sehe beim Libertarismus spieltheoretisch eigentlich kein Problem, wenn überhaupt beim obersten Gerichtshof und bei der Tatsache, dass der Großteil sich lieber freiwillig einer schlechten Regierung unterstellt als Eigenverantwortung zu übernehmen.
Ich mag es nicht so, auf die Preisschiene zu gehen. Da komme ich mir vor wie ein schlechter Verkäufer. Ich erzähle niemanden, dass Bitcoin “steigt”. In meiner Preis App ist Bitcoin als Vergleich zu Bitcoin eingestellt. In meiner Logik müssen Menschen aus der Tatsache dass Bitcoin begrenzt und dezentral ist alleine darauf kommen dass die Arbeitsleistung dort besser gespeichert ist. Alles andere wirkt auf mich völlig oberflächlich, auch wenn es auf kurze Sicht mehr Leute anspricht. Vielleicht ist dein “Neugierwecker” aber die bessere Art, da gerade diese rechthaberische Art was mein Problem ist dann nicht zutage kommt
Dafür müsste man aber auch mal das System korrekt analysieren in dem man lebt und auch korrekt benennen. Geld ist nunmal nicht DAS System an sich sondern ein Mittel innerhalb des Systems.
Du hälst dich für einen Systemkritiker, dabei bleibt deine Kritik eben an der Oberfläche und beschränkt sich auf ein Mittel zur Herrschaft unter vielen.
Dann gehst du halt auf einen anderen Aspekt. Du redest mit deinen Freunden, nicht ich. Und du kennst sie und ihre Probleme. Wo kein Problem, musst du gar nicht erst ansetzen. Aber ich wette, jeder hat ein Problem irgendwo.
Zu sagen „das Leben bietet viel mehr als Bitcoin“ wirkt auf mich wie etwas, das man nur betonen muss, wenn man innerlich das Gefühl hat, dass es in Gefahr ist. Natürlich bietet das Leben mehr. Das muss man nicht verteidigen.
Leben ist Beziehung. Erfahrung. Verantwortung. Scheitern. Freude. Stille. Risiko. Nähe. Distanz. Entwicklung. Das existiert völlig unabhängig davon, ob man sich mit Bitcoin beschäftigt oder nicht. Wenn jemand das Gefühl hat, es dreht sich nur noch um ein Thema, dann ist das kein Problem von Bitcoin, sondern ein Thema von Fokus und Identität.
Du scheinst immer noch sehr “geflasht” zu sein. Das war ich auch, wahrscheinlich jeder von uns. Deswegen, einfach sacken lassen, es ist wie es ist, und gut ist.
Ja, es fällt mir leicht, wahrscheinlich sogar leichter als vor dem “flash”. Ich lebe bewusster, ruhiger und viel sortierter.
Und ob Bitcoin oder nicht, ob Politik oder nicht - irgendwie lebt so oder so jeder in seiner eigenen Realität und Welt bzw. Matrix. Das ist auch in Ordnung, wir sind keine Alleinheit.
Und es ist auch einfach egal, was ich über andere denke, sowie es mir auch relativ egal ist was andere über mich denken. Das ändert nichts im kleinsten Detail auf individueller Ebene sowie es nichts am “big picture” ändert.
Du hast nur das eine zeitlich begrenzte Leben. Verschwende nicht so viel Zeit und Energie an solche Themen, es bringt dir nichts, es hilft dir nicht. Das einfach nur zu erkennen reicht aus.
Was macht ein Leben aus.
Glück und Trauer, Lärm (nicht nur Stille), sowie persönliche Ziele die einen antreiben würde ich noch ergänzen. Unter Beziehung verstehe ich nicht nur Freundschaften und Familie allgemein, sondern dass man auch selbst eine Familie gründet und den eigenen Kindern einen ordentlichen Kompass mit auf den Weg gibt.
Rein biologisch und evolutionär betrachtet ist der Sinn des Lebens eigene Nachkommen auf die Welt zu bringen. Das versucht jeder Organismus auf der Welt.
Du willst aktuell die Gesellschaft oder die Welt verändern.
Versuche diesen Ansatz umgekehrt zu betrachten. Also nicht von außen nach innen, sondern von innen nach außen. Bedeutet, dass du an dir arbeiten solltest. Werde stark, werde erfolgreich, werde ein Vorbild. Und wenn dann dich andere Leute Fragen was dir geholfen hat in diese Position zu kommen und dich nachahmen möchten, dann kannst du gerne mit Bitcoin und deiner Erkenntnis und der richtigen Schlüsse bezüglich der Systemkritik ankommen. Auf diesem Wege kann man andere ganz vielleicht überzeugen, aber wie wir alle wissen nicht indem man sie volllabert und nervt.
Rein biologisch stimme ich Dir voll zu aber das ist nicht automatisch gleichzusetzen mit dem Sinn des Lebens.
Wenn der Sinn des Lebens rein biologisch das Kinderkriegen wäre, dann müssten heute bei Wissen, Verhütung, Bildung und individueller Entscheidungsfreiheit alle Menschen automatisch möglichst viele Kinder bekommen. Tun sie aber nicht. Die Geburtenraten in vielen entwickelten Ländern sinken seit Jahrzehnten deutlich. Das liegt nicht daran, dass Menschen „biologisch defekt“ wären, sondern daran, dass wir mehr sind als reine Fortpflanzungsmaschinen.
Wir sind bewusst. Wir reflektieren und wir wählen.
Es gibt Menschen, die bewusst keine Kinder wollen. Andere können keine bekommen. Wieder andere bekommen viele. Das alles ist menschlich. Und nichts davon macht ein Leben automatisch sinnvoller oder sinnloser. Wenn man „Sinn“ ausschließlich evolutionär definiert, reduziert man den Menschen auf ein biologisches Programm. Wir sind zwar Teil der Natur, aber wir sind auch in der Lage, über uns selbst nachzudenken. Und genau dort beginnt eine andere Ebene.
Der Sinn des Lebens ist nicht „Nachkommen produzieren“. Der Sinn des Lebens ist zu leben. Das bedeutet nichts Mystisches und nichts Theoretisches. Ich meine kein Konzept. Keinen philosophischen Aufsatz. Kein Ziel am Ende der Reise. Ich meine das, was gerade passiert.
Ich merke oft, wie Menschen permanent nach „dem Sinn“ suchen, als läge er irgendwo außerhalb des Lebens. Als müsste man ihn finden, definieren, optimieren oder beweisen. Dabei wird übersehen, dass genau dieses Suchen bereits Leben ist. Für mich bedeutet „leben“ nicht, alles ständig neu, größer oder spektakulärer machen zu müssen. Es bedeutet nicht, Erfahrungen zu sammeln wie Trophäen. Es bedeutet auch nicht, Dinge abzuwerten, nur weil sie sich wiederholen.
Ich kann hundertmal am Strand stehen und es ist nicht weniger Strand. Das Meer verliert nicht an Tiefe, nur weil ich es kenne. Der Park verliert nicht an Schönheit, nur weil ich schon oft dort war.
Wenn etwas an Bedeutung verliert, dann meist nicht, weil es objektiv weniger wert ist, sondern weil wir es vergleichen. Wir messen es an einer Erinnerung, an einem Ideal, an einem „früher war es intensiver“. Ich habe aufgehört, das Leben so zu vergleichen. Nicht, weil Vergangenheit unwichtig wäre. Sondern weil die Gegenwart für mich „echter“ geworden ist.
Ein Restaurantbesuch ist für mich nicht nur „Essen gehen“. Schon vorher freue ich mich auf die Energie, die ich meinem Körper zuführen werde. Selbst wenn es ein ähnliches Gericht ist wie beim letzten Mal. Es ist heute. In diesem Moment. Mit diesem Bewusstsein. Mit dieser Stimmung. Mit diesen Gedanken. Das ist für mich Leben. Nicht erklären. Nicht bewerten. Nicht ständig einordnen. Sondern wirken lassen.
„Einfach leben“ heißt für mich nicht, dass es leicht ist. Es heißt aber auch nicht, dass es immer angenehm ist. Es heißt: Es ist da. Und ich nehme es an, ohne es sofort in richtig oder falsch, sinnvoll oder sinnlos einzuordnen.
Worte können das nur oberflächlich beschreiben. Sie sind Hinweise, nicht das Erleben selbst. Man kann über das Meer reden, aber das ersetzt nicht das Eintauchen. Man kann über Sinn diskutieren, aber das ersetzt nicht das Leben. Der Sinn des Lebens ist für mich kein Zielpunkt. Er ist kein Beweis. Er ist kein biologisches Programm.
Er ist das bewusste Dasein in dem, was ohnehin geschieht und das kann man nicht vollständig erklären. Aber man kann es jeden Tag leben.
Sagen wir mal so: Eine Position, die massivst von dem abweicht, was sich im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt hat, ist extrem.
Unironisch zu sagen, dass Steuern generell Raub sind und ein Staat am besten gar nicht existieren sollte, ist also eine extreme Position.
Das Problem ist: Wer eine extreme Position vertritt, hat buchstäblich immer irgendwo mindestens einen großen, blinden Fleck in seiner Weltsicht.
Ich bin, was meine Meinung zu Themen angeht, über die Jahrzehnte immer demütiger geworden und weiter in die Mitte gerückt. Weil ich oft über die Jahre festgestellt habe, das ich Dinge einfach lange übersehen habe.
Obwohl ich zum Beispiel überzeugter Bitcoiner und praktisch nahezu all in bin, verteufel ich dennoch das Fiatgeldsystem nicht vollständig. Denn es hat nicht nur Nachteile.
Auch wenn es etwas off-topic ist, können wir darüber total gerne diskutieren, genau das macht mir total Spaß Ich sehe beim Libertarismus spieltheoretisch eigentlich kein Problem
Ich weiß nicht, ob dieser Thread geeignet dafür ist, dieses Fass hier aufzumachen, aber ich kann ja mal ein Beispiel ausführen: Das Thema Umweltschutz.
Fakt ist schonmal: Umweltschutz rechnet sich finanziell für ein Unternehmen nahezu nie. Die Motivation, Müll, Dreck und Gifte auf Kosten der Allgemeinheit zu entsorgen, ist also finanziell sehr stark.
Der Libertäre erklärt: Dafür gibt es Schiedsgerichte. Wer unter dem verklappten Müll eines Unternehmens leidet, der kann das Unternehmen verklagen. Mit dem Verweis auf „das eigene Grundstück“, das nicht beschädigt werden darf.
Hier habe ich zwei Einwände, warum das in der Realität scheitern würde.
Bei gewöhnlichem Müll ist das das Verursacherprinzip klar. Ich kann belegen, wenn der Müll eines benachbarten Grundstückes mein eigenes Grundstück beinträchtigt.
Das Problem ist: Luft und Wasser, Grundwasservergiftung, Mikroplastik, Giftgase etc kennen keine Grundstücksgrenzen. Die libertäre Idee, man könne die Welt in „kleine Quadrate“ unterteilen und jeder haftet nur für seins, scheitert schlichtweg an der Physik.
Die Atmosphäre kann man nicht privatisieren.
Und wer soll der Kläger sein, wenn ein Akteur hochgiftige Substanzen irgendwo auf offener See entsorgt? Der Kläger kann nur jemand sein, der gleichzeitig kein rein kurzfristiges, finanzielles Interesse an der Verfolgung und gleichzeitig große finanzielle Ressourcen hat. Da fällt ein privater Akteur schlichtweg weg.
Die Möglichkeit, zu klagen, ist ja schön und gut (das geht ja in anderen Systemen auch).
Was tun aber Menschen, die nicht die nötigen, finanziellen Mittel haben, um Rechtsmittel einzulegen?
Das Verklagen eines ungleich größeren Akteurs ist mit großem Kraftaufwand und finanziellem Risiko verbunden. Insbesondere dann, wenn die Aussicht auf Erfolg nicht gewiss ist, würden Betroffene mit beschränkten Ressourcen kurzerhand aufgeben, bevor sie begonnen haben. Mit einem Staat im Rücken musst du dieses Risiko nicht eingehen. Das Rechtsystem eines Staates sorgt dafür, dass Verstöße dieser Art für Unternehmen so risikobehaftet sind, dass sie entweder gar nicht erst begangen, oder automatisch vom Staat bestraft werden (ja, Ausnahmen bestätigen die Regel. Geschenkt).
Ich bin mir sicher, dass du auf diese Einwände irgendwelche Antworten finden wirst. Aber wenn du ehrlich bist, wirst du zugeben müssen, dass diese wiederum auf idealen Grundannahmen basieren, die auf sehr wackeligen Beinen stehen.
Ich könnte noch unzählige weitere Themen anschneiden. Auch das Thema Straßenbau, was libertäre gern belächeln, können sie keinesfalls überzeugend beantworten.
Es gibt ein schönes Zitat von Thomas Hobbes: „Der Staat ist der „Leviathan“, der notwendig ist, um den ‚Krieg aller gegen alle‘ zu verhindern.“
Libertäre bauen sich oft kleine, private Staaten nach, nur um den großen Staat zu vermeiden – und nennen es dann „Freiheit“.
Wir haben Staaten nicht erfunden, weil wir sie so toll finden, sondern weil sie das „kleinere Übel“ gegenüber dem Recht des Stärkeren sind, dessen Rechte proportional mit seinen ökonomischen Ressourcen steigen.
Es gibt Gründe, warum ausgerechnet die Tech-Millardäre wie Peter Thiel, Elon Musk, Mark Zuckerberg oder Jeff Bezos am liebsten heute noch ein libertäres System hätten: Sie selbst profitieren mit Abstand am meisten davon.
Und nicht der kleine Arbeitnehmer, der meint, er könne für alle Gemeingüter selbst aufkommen, in dem er nur die zahlt, die er gerade nutzen will.
Sorry für die Wall of Text.
EDIT: Wir sehen in den USA aktuell ein hervoragendes Beispiel für die Ungleichheit großer vs kleiner Akteure. Da die Zölle, die Trump verhängt hat, im Nachhinein für illegal erklärt wurden, hagelt es Klagen gegen die Regierung, um die Schäden zu ersetzen. Bei diesen Klägern handelt es sich praktisch ausschließlich um sehr große Akteure wie FedEx, die permanente und große Rechtsabteilungen haben. Kleinere Händler werden beispielweise nicht klagen können und bleiben auf ihren Schäden sitzen.