Kritik an der zunehmend einseitigen ökonomischen Sichtweise (ÖS)

An der Stelle würde ich gerne mal erwähnen, dass es durchaus einen Streit darüber gibt, ob Ökonomie überhaupt eine Wissenschaft ist. Der Begriff Wirtschaftswissenschaften ist dabei irreführend.

Man darf dabei nicht Wissenschaften und exakte Wissenschaften durcheinander werfen. Nach der allgemeinen Definition ist Ökonomie vielleicht eine Wissenschaft. Aber von den exakten Wissenschaften, also im Wesentlichen die Naturwissenschaften und deren Sprache, die Mathematik, ist die Ökonomie unendlich weit entfernt. Lustig in dem Zusammenhang finde ich z.B. den „Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften“.

Bezogen auf die exakten Wissenschaften stimme ich den Aussagen von @soLidas zu.

In der Ökonomie, in der m.E. kein wissenschaftliches Arbeiten stattfindet, werden regelmäßig neue Modelle und Behauptungen aufgestellt, die mangels Überprüfbarkeit alle parallel existieren. Man kann sich dann aussuchen welche Richtung einem je nach Charakter am ehesten zusagt.
Alles basiert entweder auf Beobachtungen unter unkontrollierbaren Bedingungen innerhalb eines sehr komplexen Systems, was zu Problemen wie Scheinabhängigkeiten führen kann. Oder einfach auf Behauptungen von Leuten, die meinen es wäre doch für jedermann nachvollziehbar was sie sagen.

Versteht mich nicht falsch. Ökonomie hat sicher eine Berechtigung, da man sonst bei jeder Entscheidung komplett wirr umherirren würde. Weit davon entfernt sind wir nicht.

Aber das von @soLidas genannte wissenschaftliche Vorgehen findet in der Ökonomie nicht wirklich statt. Trotzdem muss ich insofern zustimmen, dass sich Ökonomen schon länger und mehr Gedanken zur Ökonomie gemacht haben, als Roman und die meisten Leute hier im Forum.

Weitere Interviews mit Wirtschaftlern fände ich also auch super. Vielleicht auch mal mit denjenigen, die sich wirklich schon länger mit den für uns interessanten Themen wie Inflationsursachen, deflationäres Wirtschaftssystem, Liberalismus etc. beschäftigen.

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