Ist der Bitcoin mit dem Gewissen zu vereinbaren?

Hallo liebe Community, lieber Blocktrainer,

ich möchte mich in diesem Thema nur auf einen Aspekt beziehen, dem Proof of Work. Der reißerische Titel bezieht sich hier auf Bitcoin. Das gilt aber für alle PoW Coins. Bei Bitcoin ist das Ausmaß jedoch sehr deutlich zu sehen.

Im Mai 2017 beschäftigte ich mich zum ersten Mal so richtig mit Kryptowährungen und habe da Bitcoin und Ethereum als Favoriten für mich ausgemacht. Ich verstand wie fundamental anders diese Systeme funktionieren. Das Konzept ohne einen Mittelsmann war geboren. Ich installierte die Software und habe geschürft. Gleichzeitig kursierten im Internet viele Bilder von Privatpersonen, wie sie sich daheim mining farmen gebastelt haben. An der Stelle begann ich nachzudenken. Es kann doch wohl nicht wahr sein, dass man so viel Ressourcen aufbringen muss, nur um dieses Netzwerk mit zu stabilisieren? Ich bin Softwareentwickler und als solcher bekommt man ein Gespür für gut/schön umgesetzte Entwicklungen. Dieses PoW-System schreit doch förmlich nach Absurdität. Das geht DEFINITIV schöner und ich kam zu einem Schluss.

Die Idee eines dezentralen Geldsystems ist in der Tat revolutionär, doch zu welchem Preis?

Wir haben also mit PoW ein System mit folgenden Eigenschaften, die für meine Argumentation nötig sind:

  • Es kann von jedermann verwendet und betrieben werden
  • Es kann nur sehr schwer verboten werden (Regierungen)
  • Es benötigt, um zu bestehen, als externe Ressource Hardware und Strom

Heute hat sich die Situation des Verbrauchs, im Vergleich zu damals, nur noch weiter zugespitzt. Hier mal ein paar Fakten aus der Zeit im Jahr 2019. Ähnliches gilt heute noch (Energieverbrauch Bitcoin)

  • „Demnach verbraucht der Handel mit Bitcoin derzeit etwa 62 Terawattstunden im Jahr. Wäre das Bitcoin-System ein Land, dann stünde es mit diesem Stromverbrauch an 43. Stelle in der Welt – zwischen der Schweiz und Tschechien, Tendenz steigend.“
  • „Dann verbraucht eine einzelne Transaktion über 200 Kilowattstunden – damit kommt ein Vier-Personen-Haushalt drei Wochen lang aus. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Überweisung verbraucht nur ein bis zwei Wattstunden.“

Wenn es nur darum gehen würde, dass dieses System so lächerlich ineffizient ist, dann was solls… Es gibt viele unnötige Dinge in unserer Welt. Es geht hier aber um mehr, um die Zukunft unserer Welt. Der Energiehunger, den der Bitcoin erreicht hat, ist nun mal zu einer beträchtlichen Größe angewachsen. Eben weil dieses System dezentral und frei ist, wird der Kurs seinen Weg von einem ATH zum anderen fortsetzen. Das wiederum macht das mining lukrativer und der Ressourcenhunger wird weiter steigen. Regierungen haben nicht die Macht den Bitcoin zu verbieten, weil es immer einen Ort auf der Welt geben wird, mit dem dort gehandelt wird. Das bedeutet, der Siegeszug vom Bitcoin wird sehr wahrscheinlich unaufhaltsam sein! Das alles in Anbetracht der challenge unserer Generation, dem Klimawandel. Von jetzt (2020), haben wir ein CO² Budget, das noch vor dem Jahr 2030 aufgebraucht sein wird, sollte der Ausstoß beibehalten werden (CO2 Budget). Dann haben wir das Etappenziel von 1,5 Grad erreicht und dies sollte MÖGLICHST nicht überschritten werden. Alles um die 2 Grad, so sagen es die meisten Wissenschaftler, sollte um jeden Preis vermieden werden. Nochmal, das Jahr 2030 ist nur noch ein Katzensprung von 10 Jahren entfernt!

Fazit lieber Blocktrainer:

Ich habe Freunde, die

  • ihr Auto verkauft haben
  • den Stromanbieter zu einem CO² neutralen Anbieter gewechselt haben
  • nur lokale Produkte kaufen
  • usw.

Viele bekommen ein Bewusstsein dafür, wie man vernünftig konsumieren darf. Doch im Vergleich zum Bitcoin sind die oben aufgeführten Maßnahmen ein Witz. Wer Bitcoin hält, der trägt Maßgeblich zur Erderwärmung bei!

Du erwähnst in deinen Videos oft das Trilemma Problem im cryptospace. Man kann nicht alle Aspekte (Sicherheit, Skalierbarkeit, Dezentralisierung) gleichermaßen ausschöpfen. Das ist unmöglich! Ja richtig, jedoch sind solche Probleme in der IT-Geschichte absolut gängig. Man hat gewisse ambitionierte Anwendungsfälle und stößt bei der Umsetzung nun mal oft an irgendwelche Grenzen. Sei es nun aus Soft – und Hardware oder physikalischer Sicht. Was macht man dann? Man geht Kompromisse ein und optimiert die problematischen stellen. Das wiederholt man so oft, bis das Ergebnis zufriedenstellend ist.
Der Bitcoin ist unbestritten der sicherste Coin. Ja das stimmt, doch nochmal, zu welchem Preis denn bitte? Sicherheit scheint dir wohl der wichtigste part in dem Trilemma Problem zu sein. Bei Ethereum kritisierst du zum Beispiel den Umstieg auf Proof of Stake. Du hast hierbei bedenken, dass z. B. exchanges die coins der Nutzer zur Abstimmung im Netzwerk benutzen könnten (Kritik Ethereum). Dieses Problem lässt sich wohl auf eine triviale Art lösen, indem man z. B. einen separaten Adresstyp für exchanges implementiert, wie es Cardano macht. (Cardano Exchange Adressen). Hier ein Auszug: „Enterprise addresses carry no stake rights whatsoever and thus using them allows completely opting out of participation in the proof of stake protocol. Exchanges or other organisations that control large amounts of ada – but hold it on behalf of other users – may wish to follow a policy of not exercising stake rights.“
Ohne Frage, der Bitcoin ist mit der gewaltigen hashrate unschlagbar! Niemand kann so viel Hardware aufbringen, um eine 51% Attacke vollführen zu können.
Letztlich stellt sich die Frage, wieviel Sicherheit ist denn nun genug?

In einem Video stellst du Apple als überteuertes Produkt da, das technisch hinter seinen Konkurrenten liegt (Apple Kritik). Ist Bitcoin nicht genau das? Das Apple im cryptospace? Es war das erste Produkt seiner Art und dieses B (Bitcion) ist nun eine gewaltige Marke geworden, genauso wie der Apfel auf jedem Mac. Vergegenwärtigen wir uns nochmal, alle 10 Minuten wenden überall auf der ganzen Welt Rechenleistung auf, nur um einen als Gewinner davon kommen zu lassen. All die übrige aufgewendete Arbeit verpufft… Was für eine maßlose Verschwendung… Diese gewonnene Sicherheit steht in keinem Verhältnis zum erbrachten Aufwand!

Wir haben mit dem Bitcoin (PoW) eine wirklich gute disruptive Idee bekommen, wie wir unser Geld neu organisieren können. Die Möglichkeit, unsere Freiheit aus diesem korrupten Finanzsystem wiederzuerlangen. Das bedeutet doch aber nicht, dass man dieses unersättliche System noch weiter füttern muss. Es gibt genug anderer Netzwerke, die um Welten kostengünstiger (aus Sicht der Ressource) Werte speichern.

Es würde mich sehr freuen, wenn du in einem deiner „Frag den Trainer“ Formate dazu mal Stellung nimmst. Nimm das alles bitte als sachliche Kritik. Ich schätze deinen Kanal im space am meisten, weil du wirklich Substanz in die Thematiken hineinbringst. Bleib so wie du bist und weiterhin viel Erfolg dir und deinem Team!

Peace out :smiley:

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Ich finde du hast einige falsche Grundannahmen aufgeführt.
Z.B.

Es gibt aber keines dass annähernd so sicher und unangreifbar ist.

Das stimmt nicht…sie fließt in die Sicherheit des Netzwerks.

Vielleicht hilft dir dieser Artikel, deine Perspektive zu wechseln :slight_smile:

Ich werde mich später auch gerne noch genauer äußern und meine Ansicht schildern, bin nur gerade etwas im Stress xD

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Das Thema gab es btw schon mehrmals hier im Forum:

Und auch noch in 1 bis 2 anderen Beiträgen :blush:

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Zunächst mal Respekt für den langen und gut formulierten Beitrag.

Die Kritik an den Stromverbrauch des Netzwerkes wurde bereits mehrfach addressiert. Ich lege mal die (mMn) wichtigsten Argument dar

  1. Das Bitcoin Netzwerk wird überwiegend aus erneuerbaren Energien gespeist. Die genaue Zahl kennt keiner, aber es sind vermutlich zwischen 70 und 80%. Dies kommt nicht von ungefähr. Es gibt viele Orte auf der Welt in denen Energie praktisch kostenlos ist - Thermalkraftwerke auf Island, Wasserkraftwerke in China und Russland zum Beispiel. Das Problem ist, dass die Energie nicht ohne weiteres von A nach B gebracht werden kann, dafür fehlen entweder die Netze oder die Technologie. Hier kommt Bitcoin ins Spiel. Dadurch, dass die Mining Farms sich an die Kraftwerke ansiedeln können, steigt die Nachfrage dieser erneuerbaren Energien, was den Bau lukrativer macht und den Netzaufbau fördert. Bitcoin unterstützt also den Ausbau erneuerbarer Energien.
  2. Die Behauptung, dass einer „herkömmliche Transaktion“ (was ist das überhaupt? SEPA? VISA? Papierüberweisung?) nur 2 Wattstunden benötige, ist eine Milchmädchenrechnung. Wer beheizt die Gebäude, in denen die Menschen arbeiten? Was für ein Auto fährt der Bankangestellte? Wie viel CO2 atmet der Mensch durch diese unproduktive Tätigkeit ab? Wie viel Kaffee trinkt er, wie viel Regenwasser fehlt dadurch in den Tropen? Die Gesamtkosten des Bankensektors für die Umwelt sind schwer berechenbar, aber in CO2 ausgedrückt sehr sehr viel. Mutmaßlich mehr als das Bitcoin Netzwerk.
  3. Proof of Work ist nicht Verschwendung. Jeder einzelne hash sichert das Netzwerk. Es gibt Überlegungen die Rechenkapazität anderweitig einzusetzen, was aber aus spieltheoretischen Aspekten nicht gut funktioniert. Kurz umrissen würde dies Anreize zum Mining außerhalb des Sicherns des Netzwerkes schaffen, die wiederum nicht durch den Block-Reward belohnt werden müssten. Dadurch würden mehr Leute minen und das Netzwerk letztlich genausoviel „sinnlos“ hashen, wie davor. Ob die Menge an Rechenkapazität wirklich sinnvoll ist, darüber lässt sich streiten. Durch den sinkenden Block-Reward wird sich dies jedoch längerfristig nach unten einpendeln.

Bitcoin ist daher nicht so schlecht für die Umwelt und das Gewissen, wie manche behaupten. Wer trotzdem das Netzwerk nicht gut findet, kann - wie Du sagst - ja auf einen Proof of Stake Coin switchen. Das ist das schöne an Blockchain: Du entscheidest. Du bist Satoshi Nakamoto.

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Danke für deine Antwort renna,

Ich gebe dir Recht, hatte da einen Denkfehler. Ich bin von den derzeitig vielversprechenden Systemen wie Cardano, Iota und sogar Ethereum ausgegangen. Doch diese müssen erst noch in der Praxis liefern.
Deshalb möchte ich diese Aussage zurücknehmen. Meine Kritik gilt allein dem PoW. Nehmen wir mal an, es stellt sich in Zukunft heraus, PoW in der jetzigen Form wird alternativlos sein. Alle anderen Konzepte haben derartige Schwächen, dass diese einfach nicht praktikabel sind. Der Bitcoin nimmt seinen Siegeszug weiter auf und erreicht ein marketcap von 7 Billion Dollar. Hier sollte laut dem Blocktrainer die starke Volatilität des Kurses aufhören (Volatilität Bitcoin). Das ist vom heutigen Kurs von 10.000 Dollar das 30-40 fache.
An der Stelle möchte ich auf deinen sehr interessanten Artikel eingehen. Kurzum, dieser hat mich nicht überzeugt! Im Fazit macht der Verfasser eine genauso spekulative Aussage, wie ich es mit „Es gibt genug anderer Netzwerke, die um Welten kostengünstiger (aus Sicht der Ressource) Werte speichern.“ getan habe.
„Selbst wenn der Nutzen des Netzwerks und der Preis von Bitcoin weiterhin exponentiell ansteigt, muss der Energieverbrauch nicht unbedingt dem gleichen exponentiellen Trend folgen.“
Müssen, müssen Zungenküssen :smiley:
Hier komme ich auf das 30-40 fache zurück. Ich sehe keinen Grund, warum es keine direkte Korrelation von Kurs zur Miningaktivität gibt. Wenn der Preis zu solchen höhen aufsteigt, dann fange ich das mining bei mir im Keller an, überspitzt gesagt. Die 7 Billionen sind hier gerade auch nur ein Rechenbeispiel. Auf der Welt sind hunderte Billionen im Umlauf.
Wenn diese Energieverschleuderung mit PoW in der jetzigen Form die einzige Möglichkeit ist, dann möchte ich unsere neu erlangte Freiheit NICHT.

Du hat Recht, der zunehmende Energieverbrauch resulitiert in Sicherheit. Das ist aber der Kern meiner Kritik an PoW. Wieviel Sicherheit ist denn nun genug? Einen Satz später bei mir im Beitrag.

In deinem Artikel tifft der Verfasser eine weitere für mich sehr interessante Aussage.
„Und nein, der “proof-of-stake” ist ziemlich wahrscheinlich nicht die Antwort.“
Hast du eine Quelle oder nachvollziebare Begründung dafür?

Sage mir bitte noch, welche falschen Annahmen ich noch getroffen habe.

Danke für deine Antwort Jafar,

zu 1.) Ich kenne diese Zahlen und war bei meinem Beitrag am überlegen, ob ich diese auch erwähnen soll. Meine Kritik am PoW System liegt allein in der maßlosen Ineffizienz. In der ganzen Arbeit, die in – wie im obigen Beitrag nochmal erwähnt – Sicherheit resultiert. Außerdem, zu sagen, ein Großteil läuft bereits auf erneuerbarer Energie. Der CO² Ausstoß steigt von Jahr zu Jahr und das immer schneller. Hätten wir ein effizienteres System wie Bitcoin, könnte die überschüssige saubere Energie für andere Dinge verwendet werden.

zu 2.) Zu diesen Zahlen hat sich irgendjemand – genauso wie zu den Zahlen bei Bitcoin - Gedanken gemacht. Ich nehme das einfach als gegeben hin.

Wenn die Menschen nicht im Bankensektor arbeiten, werden diese wohl einer anderen Tätigkeit nachgehen und da etwas konsumieren.

Richtig, einer sinnvollen Tätigkeit, wie z.b. Bäume pflanzen, Krankheiten behandeln, oder etwas sinnvolles programmieren.

Video Antwort

„Hier gehts um Umwelt und den ganzen Kram“ „Energie wird in deutlich größeren Mengen, deutlich sauber verfügbar sein“ Was für eine Relativierung…
Irgendwann werden wir auch mal eine Dyson Sphäre haben.
Lohnt sich nicht darauf zu reagieren.

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Hää? Bist du jetzt wirklich angepisst weil der @blocktrainer deine Behauptungen und Aussagen in wenigen Worten (zu Recht) widerlegt hat? Glaub mir, da gibt es noch viele andere Gründe die beweisen, dass deine Punkte zum größten Teil Müll sind.

DAS ist für mich die größte Relativierung. Dieser Vergleich ist nicht nur unfair, sondern kann eigentlich nur von jemanden kommen der Bitcoin nicht wirklich versteht.

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Danke für deine Antwort satoshi,

aus deinem Name spricht schon der Bitcoin-Maximalist. Aber ich höre auch einem Bitcoin-Jünger gerne zu.

Dazu müsstest du aber auch erst mal etwas inhaltliches rüber bringen, statt nur zu beleidigen :smiley:

Das behauptet die Zeit. Die Zeit ist ein gutes und glaubwürdiges Blatt. Unterstellst du denen jetzt falsch recherchierte Zahlen oder was findest du so unfair? Ich war letztes Jahr auf dem Chaos Communication Congress und da habe ich ähnliches gehört.

Ich freue mich auf deine Antwort :slight_smile:

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Ich weiß nicht ob deine Bezeichnung für die Zeit jetzt sarkastisch war oder nicht, aber nein ich traue diesem Transatlantischem Puff kein bisschen. Das war mir dann doch zu viel Kriegstreiberei in den letzten Jahren.
Den Artikel habe ich übrigens nicht gelesen. Ich werde mir nämlich nicht Zeit dazu nehmen die E-Mail zu bestätigen und auch die Mühe für das Umgehen dieser Wall erspare ich mir. Wir haben hier im Forum einen ganzen Thread mit richtig schlechten Beiträgen über Bitcoin und das von zahlreichen „guten und glaubwürdigen“ Blättern. Das kommt halt leider dabei raus wenn man keine Ahnung von Bitcoin hat und auch nicht weiß was dahinter steckt. Ich weiß es ist nicht die feine Art schon voreilige Schlüsse zu ziehen aber leider geben mir die von dir zitierten Abschnitte aus dem Artikel guten Anlass dazu.

Mag gut sein, dass viele Software-Entwickler (z.B. am Chaos Communication Congress) dieser Meinung sind. Ich bezweifle aber, dass diese Leute sich mal näher mit Geld, Wert und Bitcoin beschäftigt haben.

Ich habe aber den Artikel von @renna soeben zum 2. Mal gelesen und das würde ich dir auch empfehlen. Du bist nämlich kein bisschen darauf eingegangen, auch die Worte von Roman und einige andere Argumente (die deine Punkte ins Abseits stellen) in diesem Thread interessieren dich nicht.

Die Frage ob PoW (des Bitcoins) Verschwendung ist stelle ich mir gar nicht und ist auch grundsätzlich einfach eine Fehleinschätzung. Strom wird hergestellt und verkauft um das Bedürfnis der Konsumenten zu stillen. Energie wird weltweit in großen Mengen, genau aus diesem Grund hergestellt. Es sind die Konsumenten (in dem Fall die Miner) die für das Aufrechterhalten des Bitcoin Netzwerks* bereit sind eine Menge Geld zu bezahlen und diese Energie wird dazu produziert den Bedürfnissen der Verbraucher nach zu kommen. Daraus ergibt sich: Wenn es Konsumenten gibt die bereit dazu sind für Bitcoin (das einzige Hard Money das jemals vom Menschen erschaffen wurde!) zu bezahlen, dann wurde die Energie nicht verschwendet.

*Zu behaupten, dass diese Energie nur für Bitcoin Transaktionen verschwendet wird, ist vergleichbar zu „Was ist denn das für eine Verschwendung bei Lidl, die haben 83.000 Mitarbeiter in 3200 Filialen um XY kg Äpfel zu verkaufen“ - wenn man seine Augen aufmacht, steckt in Wahrheit aber viel mehr dahinter als nur Äpfel zu verkaufen.

Von Anfang an war Bitcoin dazu bestimmt, genau so zu funktionieren. Nicht umsonst hat Satoshi selbst schon große Mining-Farmen prophezeit. Das stets ansteigende Sicherheits-Level sorgt dafür, dass Bitcoin sicher und verlässlich funktioniert weil es von Tag 1 dafür ausgelegt war jeglichen feindlichen Attacken standzuhalten.

Und nochmal für dich:

Aber wenn du dich einfach nicht umstimmen lässt, steht dir niemand im Weg ein BIP zu eröffnen und die maximal einsetzbaren Gigawatt zu definieren, oder so. Ich wünsche dir nur viel Spaß dabei diese Frage zu beantworten:

Du hast - genauso wie der Blocktrainer - offensichtlich den Schuss nicht gehört. Ich will meinen ganzen Beitrag mal revidieren. Es zählt allein das Ergebnis, der enorme Stromverbrauch. Was bekommen wir für diesen gewaltigen Aufwand? Eine aktuell völlig spekulative Währung. Passt das Kosten-Nutzen-Verhältnis? Und worum es eigentlich bei dem ganzen geht und ich zitiere den Blocktrainer:

„Hier gehts um Umwelt und den ganzen Kram“

Hier noch ein nettes Zitat:

„Bitcoin ist der Ausdruck für die Perversion der Menschheit!“ Harald Lesch

Bevor du sagst, er hätte keine Ahnung von Krypto. Das muss man auch nicht, denn wie gesagt, das Ergebnis das wir sehen!

Der CCC ist nicht für oder gegen den Bitcoin. Die stellen einfach nur - genauso wie die Zeit - Fakten hin. Das zeigt deine Denkweise ganz gut. Du schlägst dich auf eine Seite. Das lässt dich nicht differenziert urteilen.

Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was man dagegen haben kann, wenn die Energie des BTC aus erneuerbaren Quellen stammt.

Außerdem verweise ich erneut darauf, dass es sich um eine Milchmädchenrechnung handelt, wenn man die Transaktionskosten per se vergleicht.
(1) Hängt beim tradierten Bankensystem eine Menge „Ballast“ dran, die die CO2-Bilanz zerstört
(2) Beinhaltet diese Rechnung keine second layer Lösungen. Liquid und Lightning brauchen kaum Strom

Keine Ahnung, warum diese Diskussion so eskalieren musste.

Noch ein Wort zu Harald Lesch:
So sehr ich ihn als Astrophysiker schätze, desto sehr kritisiere ich seine Haltung zur Umwelt. Ich werde folgende Worte aus seinem Mund nicht vergessen: „[Die Coronakrise sei] ein Sieg der Moral über die Ökonomie“
An diesen Worten werde ich ihn die nächsten 2 Jahre messen.

Darauf habe ich dir bereits eine Antwort gegeben.

Man vergleicht diese zwei Dinge, weil sie in ihrer Funktion am ähnlichsten sind. Das verschieben der Werte von A nach B. Wenn du es genau nimmst, dann ist dieser Vergleich auch ungenau. Das traditionelle Bankensystem versorgt bereits Milliarden von Nutzern mit hunderten Billionen Dollar. Es wirkt so, als könnte der Bitcoin damit ersetzt werden.

Hier habe ich versucht mal vorzurechnen, was mit mehr Marktkapitalisierung passiert.

Hallo cyperxp,
mit großem Interesse habe ich deinen Beitrag gelesen. Auch ich stelle mir deine Titel-Frage nun öfters, besonders wenn ich sehe wie sich Roman in letzter Zeit immer mehr verändert. Letztens habe ich einen Kommentar zu seinem Stream „Bitcoin - Das sicherste Netzwerk der Welt! Darum sind Softforks schlecht!“ geschrieben, kannst dir seine Antwort ja mal ansehen.
Nun habe ich BTC-Echo eine Mail geschrieben, ob sie mir einen Artikel von ihrer Seite bitte etwas besser erklären würden. Die E-Mail schrieb ich wie folgt:

Hallo Team BTC-Echo,
meine Bitte um eine genauere Erläuterung bezieht sich auf den Artikel: „Der Proof of Work von Bitcoin: Feature oder Bug“ von Alex Ross
Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, so ist das Thema oder die Frage darin:
Ist der Konsens-Mechanismus POW des Bitcoin schädlich für die Umwelt oder nicht?
In den ersten drei Absätzen erklärt mir Herr Roos ausführlich und sehr technisch die Konsensfindung, die verschiedenen kryptografischen Mechanismen und auch die möglichen Angriffsszenarien des Netzwerkes.
Vielen Dank dafür, aber das war nunmal nicht die Frage.
Im vierten Absatz erklärt er mir das die Kritik von Umweltschützern falsch sei, da das Netzwerk dezentral und ein revolutionärer Schritt für die Menschheit ist.
Ich finde das diese Antwort ebenfalls an der Frage vorbei geht.
Das wäre genau so als wenn ich die Frage stellen würde:
Ist die Kernspaltung in Kraftwerken schädlich für die Umwelt, weil es kein dauerhaftes Endlager auf der Erde geben kann, und die Gefahren beim Betrieb von Kernkraftwerken zu hoch sind?
Die Antwort von Herrn Ross wäre dann:
Nein die Kernkraft ist nicht schädlich, da ein Kernkraftwerk dreimal so viel Energie liefert wie ein Kohlekraftwerk, und die Technik viel fortgeschrittener ist als die in Kohlekraftwerken.
Diese Antwort entkräftet nicht die Kritikpunkte des Endlagers und der Gefahren im laufenden Betrieb, genau so wenig wie das Argument der revolutionären Eigenschaften des Bitcoin-Netzwerkes die Kritik an dem ständig wachsenden Energiehunger von Selbigen entkräftet.
Als nächstes Argument schreibt er, dass der stetig wachsende Energiebedarf des Netzwerkes dafür sorgt das die Forschung an nachhaltigen Energiequellen forciert wird. Naja, meiner Meinung nach stimmt dies vielleicht zum Teil. Ich denke aber eher das die Miner nur daran interessiert sind möglichst günstig an Strom zu kommen, um bessere Profite zu erwirtschaften. Wo diese Energie am Ende her kommt, dass ist wohl eher zweitrangig.
Im letzten Abschnitt erklärt Herr Ross mir den großen Nutzen der Dezentralität und des POW für die Menschheit, umgeht aber wieder das Thema des rasant steigenden Energiebedarfs vom Bitcoin, der ja wohl offensichtlich im Code fest geschrieben ist.
Deshalb würde ich mich sehr über einen neuen Artikel von Herrn Alex Ross freuen, wo er auf die Kritiken der Umweltschützer genau eingeht, und mir erklärt, warum der POW-Mechanismus des Bitcoin, in Zeiten von abschmelzenden Polkappen, überhaupt noch tragbar ist.
Gerne gebe ich hier ein kurzes Beispiel, damit meine Frage auch verstanden wird. Eine eventuelle Antwort könnte sein:
Der Bitcoin ist nicht umweltschädlich, da der Energieverbrauch beim Block 19545 anhalten wird, und später sogar rückläufig ist. Das ist im Code fest geschrieben, da es dann genügend Miner geben wird, und die Profitgier der Menschen bis dahin überwunden ist.
Diese Antwort ist natürlich fiktiv und soll nur ein Beispiel sein.
Vielen Dank und freundliche Grüße
Marko B.

Ich bin gespannt auf die Antwort, wenn Du magst dann schicke ich sie Dir.
Bis dann also :o)

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Auch noch ein interessanter Artikel zu dem Thema :wink:

Ich glaub auch dieser Artikel lässt jemanden nicht umdenken, für den die Möglichkeiten, die das Bitcoin-Netzwerk bieten kann, nicht ersichtlich sind… deswegen wird hier aneinander vorbeidiskutiert

Jepp. Ich glaube das wird kein Artikel. Aber „Bitcoin begreifen“ ist eben ein Prozess, der v.a. Zeit braucht. Für den einen mehr, für den anderen weniger…

Ich kann leider auch nicht sehen, wo der letzte Artikel neue Argumente einbringt, der Punkt „Sicherheit kostet Energie“ wurde ja mehrfach schon vorgebracht. Die Replik war, um es vereinfacht zusammenzufassen: was nutzt uns Sicherheit, wenn die Erde stirbt…? Bitcoin trifft auf eine Zeit, in der es darum geht, den Co2 Ausstoß so zu begrenzen, dass das Leben noch in den nächsten Jahrzehnten lebenswert bleibt. Hierfür steigen mittlerweile Jahr für Jahr die Anforderungen an einer massiven und zeitnahen Drosselung des Ressourcenverbrauchs, wenn man die weltweite Wissenschaft ernst nehmen will. Die Frage von cyperxp ist letztlich: Passt bitcoin in das aktuelle Zeitgeschehen, in dem die Energiegewinnung noch nicht vollständig regenerativ ist…? und wäre demnach nicht die Priorisierung: erst Umwelt = Existenz, dann Sicherheit = ev. Wohlstand…? was nutzt ein sicheres Bezahlsystem, wenn der Meeresspiegel steigt, die Erde brennt und Massenmigrationen die gesellschaftlichen Systeme zerbrechen lassen? Die Frage ist rhetorisch zugespitzt, läuft aber im Grunde wohl darauf hinaus. Der Punkt auf den es wohl ankommt, ist die Gegenüberstellung von Nutzen und Kosten und dem richtigen Timing. Fraglos ist Bitcoin / Blockchain eine bahnbrechende Erneuerung und weist Potentiale auf, die wir vielleicht noch nicht vollständig umfassen können. Die Frage ist, was trägt Bitcoin jetzt schon dazu bei, dass wir die Klimaziele noch erreichen können oder ist es eher ein Triebfaktor für den Co2 Ausstoss? Wird in weiter Zukunft zu 100% regenerativ gemined oder schon in absehbarer Zeit, fördert Blockchain wirklich den regenerativen Ausbau? Oder wäre es nicht sogar sinnvoll ein berechtigte, fundierte Kritik dafür zu nutzen, den Umweltgedanken noch stärker in die Blockwelt zu implementieren und Wege zu finden schon heute eine Nullemissionen Lösung auch für die Kryptowelt zu erdenken? Ich vermute, dass sich Bitcoin & Co auch angesichts berechtigter Umweltkritik nicht aufhalten lassen, dennoch sehe ich diese Kritik als wichtig und relevant. Denn es bleibt die Frage: was nutzt uns Bitcoin, wenn er ein riesiger Problemlöser sein kann, aber an einem grundsätzlichem Problem unser Zeit scheitert? In der Zukunft mag es egal sein, wofür wir Energie aufwenden, aber was ist mit dem Heute?

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