Altes Narrativ, neue Agenda? – Deutsche Medien gegen Bitcoin

Irgendwie hab ich das Gefühl hier scheint nur Bitcoin im Fokus zu sein und der gesamte Rest der Welt wird ignoriert

Alter das ist irgendein Bitcoin Anfänger, der hier seine Phantasien gepostet hat…
Oh, bist du ja auch :sweat_smile:

Genau ignorier einfach mal richtig geschmeidig die fossile Miner Steuer, welche ich bereits erwähnt hatte, die das ganze Problem vollständig löst…
:roll_eyes:

Ganz einfach: Nö :grin:

Bitcoin muss garnichts beweisen. Bitcoiner müssen garnichts der Welt beweisen. Wenn Bitcoiner miteinander Handeln, dann hohlen sie sich ihre Beweise aus der Blockchain, das sind die einzigen Beweise die sie benötigen. Ob die Mehrheit das gut findet oder nicht ist vollkommen egal, sie können nicht verhindern dass es Bitcoin gibt und benutzt wird. Damit ist kein Bitcoiner irgendwie verpflichtet sich für oder gegen Bitcoin einzusetzen. Jeder kann es benutzen oder eben nicht egal wie gut oder schlecht das die Anderen finden.

Wie schon gesagt: genauso gut könnte ich sagen dass Angeln schlecht ist und jetzt muss sich jeder Angler rechtfertigen wie er es wagen kann diese Tiere aus dem See zu hohlen und aufzuessen. Einfach nein, denn im Extremfall bekommst du nichteinmal mit das irgendwer einen Fisch gegessen hat.

Auch das ist völlig egal. Die Menschen werden Bitcoin verwenden wenn sie einen Sinn dahinter sehen. Ansonsten eben nicht. Völlig egal was sich andere Menschen dazu für Geschichten ausdenken. Wenn Menschen aber zunehmend sehen wie sie vom Fiatgeld immer weniger haben und Bitcoiner dagegen immer reicher werden, dann reicht alleine der ökonomische Anreitz, völlig losgelöst von irgendwelchen Geschichten, aus dass Menschen sich mit Bitcoin beschäftigen und es auch verwenden. Wie auch immer sie es verwenden ist auch völlig egal. Es gibt viele Wege wie man Bitcoin benutzen kann: Handel, Werte sparen, Nachrichten in der Blockchain veröffentlichen, … Es ist völlig egal warum jemand Bitcoin verwenden, nur wenn er es verwendet dann stärkt er damit das Bitcoinnetzwerk. Wenn nicht ist es Bitcoin auch völlig egal.

Ich sage, dass sich viele der Erneuerbaren ANlagen nicht lohnen wenn die hälfte der produzierten Energie nicht abgenommen wird und deswegen Subventioniert wird. Was ist dann so schlecht daran die Subventionen durch Bitcoinmining zu ersetzen? Der Stromverbraucher profitiert durch geringere Kosten und ein stabileres Stromnetz und die Stromanbieter haben ihre Einkünfte. Eigentlich eine Win-Win Situation wenn es keine Idiologen geben würden die jeglichen Stromverbrauch als etwas schlechtes darstellen. Meiner Meinung nach jedenfalls eine deutlichere Verbesserung gebenüber großen Atomkraftwerken oder Kohlekraftwerken.

2 „Gefällt mir“

Hallo? Ich hab hier sogar schon paper verlinkt die sich mit der Problematik im Detail auseinandersetzen. @hps bitte meine Beiträge nicht nur überfliegen!

Verdammt! Wer hätte gedacht, dass ich mal mit Bontii an der selben Front (auf der gleichen Seite!) gegen Bullshit kämpfe…

3 „Gefällt mir“

Hätte auch nicht mehr gedacht, dass jemand der den Klimawandel so ernst nimmt es schafft derart tief ins Rabbithole zu fallen.

:wink:

Ähm, vielleicht weil wir hier in einem Bitcoin Forum sind und über Bitcoin reden? :wink: Ich wundere mich eh schon warum du andauernd über die Verfehlungen der Politik redest - die sind sehr schlimm, aber Bitcoin kann das (mindestens in näherer Zukunft) nicht lösen und die sind auch keine Entschuldigung für den CO2 Ausstoss in Folge von PoW.

Du kannst mich gern als Anfänger bezeichnen, wenn du aufzeigst dass ich viele Dinge nicht weiss - nicht wenn unbewiesene Behauptungen, für die sich mir regelmäßig viele Gegenargumente sofort aufdrängen, mich nicht überzeugen.

Ich dachte ich hätte auf „Power-to-Heat“ reagiert, aber ich finde es gerade nicht. Das hat erstens das Problem, dass ein Mining-Gerät einen nicht gerade ökologischen Fussabdruck bei der Erzeugung hat, nur wenige Jahre überhaupt rentabel ist, und in Deutschland möglicherweise überhaupt nie. Das betrifft viele der erneuerbare Energien Subventionsideen ( @DasPie ): die Energiepreise unterschiedlicher Länder sind so unterschiedlich, dass in einem Land selbst Stromspitzen so teuer sind, dass in anderen dafür Kohle und Gas verfeuert werden kann. So einheitlich ist die Welt nicht und so weit sind die Erneuerbaren auch nicht, dass der billigste Strom ökologisch wäre. Eine $0,30/kWh „fossile Miner-Steuer“ würde das sicherlich lösen, aber wie willst du die global durchsetzen? Wenn sowas machbar wäre, wären wir im Kampf gegen Klimawandel schon durch.

@DasPie Ihr geht ganz schön weit in eurer Idee von der Politik unabhängig zu sein. Glaubst du wirklich, dass Bitcoin eine nennenswerte Rolle spielen würde, wenn man mit Bitcoin in den wichtigsten Ländern nicht im Laden oder bei Firmen einkaufen kann und es nur illegal in Fiat-Währungen umtauschen kann? Als Tauschmittel für Privatpersonen geht es dann noch, aber wieviel Bedarf ist für sowas? Dann wäre es vielleicht in Nord-Korea ein heisses Thema, aber für uns nicht mehr. Damit Bitcoin ernstlich erblüht, ist mindestens eine Toleranz durch Wähler und Politik notwendig, ob du es magst oder nicht.

1 „Gefällt mir“

Da wir hier wieder einmal über das Thema Energieverbrauch und Ökologie sprechen, ein SUPER Artikel von Rene letzten Jahr: Neue Studie zeigt: Bitcoin verbraucht 56x weniger Strom als traditionelles Finanzwesen! - Blocktrainer

Dazu wollte ich noch einen Artikel suchen was ich nicht mehr finde bezüglich dem Energieverbrauch zu anderen Industrien (Goldgewinnung, Fabriken, Pharma, usw.) und wie vor allem die Rüstungsindustrie mit erheblichem Abstand der Vorreiter ist bezüglich Stromverbrauch.

1 „Gefällt mir“

Genau das ist das Problem: Niemand kann irgendwelche Ideen global umsetzen wenn die jeweiligen Menschen nicht mitmachen. Das gilt aber auch für den Klimawandel: Du kannst so viel wollen wie du willst, wenn in Indien oder China warum auch immer Kohlestrom ökonomisch billiger ist als Solarenergie oder Wind, dann wird dort auch Kohlestrom verwendet. Das kannst du so schlecht finden wie du willst aber du kannst es nicht ändern indem du anderen Ländern aufdrücken willst was deiner Meinung nach gut oder schlecht ist. Alleine diese Erkenntnis, die Demut vor der Dezentralität und dass man nicht alles Steuern kann wie man es selber will (und auch nicht muss damit etwas passiert) ist eine Errungenschaft von Bitcoin!

Wenn du also etwas für das Klima tun willst, dann versuche nicht irgendwelchen Leuten Vorschriften zu machen und sie wie Kinder zu behandeln sondern sorge dafür dass sie einen Anreiz haben diese Dinge von sich aus selber zu wollen und damit auch tun. Ich glaube die meisten Deutschen, vor allem die Unternehmer, machen schon sehr viel für das lokale Klima und sie sorgen sich um ihre Umwelt. Und Bitcoin ist ein Weg dahin das erstens zu verstehen und zweitens auch umzusetzen ohne dass einem Politiker das vorschreiben. Ob du das glaubst oder nicht spielt dabei keine Rolle, die Ökonomie der Menschen wird in Zukunft zeigen wer recht behält.

Ich persönlich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Ansatz mit zwang langfristig gut für das Klima ist. In Deutschland kann man ja wunderbar sehen wozu das führt: Klima retten koste was es wolle mit der Folge dass es uns extrem viel kostet und global gesehen nicht man in den täglichen Schwankungen des CO2 Ausstoßes auffällt.

Wenn du wirklich etwas für das Klima tun willst, dann bringe Leute dezentral dazu etwas zu wollen und der Beste Weg dahin ist sie billigsten Preise anzubieten. Nur wenn der Strom aus erneuerbaren wirklich billiger wird als Kohle, dann wird die Welt auch von ganz alleine darauf umstellen. Und Bitcoin und seine gesamte Ökonomie ist ein Anreizpunkt dahin zu gelangen denn wie schon geschrieben lohnen sich die Erneuerbaren aktuell sonst nicht und müssen teuer subventioniert werden. Und wenn die Menschen größtenteils verarmen und sich um ihre eigene Zukunft sorgen müssen, dann steht Klimaschutz ziemlich sicher nicht auf deren Prioritätenliste ganz oben!

U.A. Deswegen denke ich, dass Bitcoin mehr für das Klima tun kann und auch wird als es irgendwelche Politiker die Bitcoin verbieten wollen für das Klima etwas tun. Ganz einfach weil diese Politiker lediglich anderen Leuten vorschreiben was ihrer Meinung nach gut ist ohne dass es wirklich für die Menschen gut sein muss. Und aus diesen Überlegungen gefolgert bedeutet es auch, dass solche Politiker nicht wirklich lange die Bevölkerung hinter sich haben können weil sie Entscheidungen gegen die Mehrheit ihrer Bürger machen. Vielleicht nicht immer aber tendentiell.

Vielleicht mag die Mehrheit der Bürger Bitcoin nicht weil die Leitmedien schon sehr viele Lügen über Bitcoin in den Umlauf gebracht haben, die man nachweislich entkräften/aufdecken kann. Ich denke aber dass die Ökonomie und die Anreize in Bitcoin stärker sind als jedes Lügenkonstrukt der Medien und der Politiker. Aber ja, das ist nur meine Meinung. Warum ich diese Meinung habe hab ich aber hoffentlich ausführlich erklärt.

Stimmt, ich persönlich hab mich aber schon zu lange mit Bitcoin beschäftigt und das ist mir langsam langweilig geworden und ich interessiere mich mehr für gesellschaftliche, ökologische und politische Kontexte.

Ein gewisser Fußabdruck bei der Erzeugung ist natürlich vorhanden, das stimmt. Aber auch hier kann durch den Ausbau erneuerbarer Energien potenziell viel eingespart werden.
Das ist bei allen digitalen Geräten der Fall.

Aber, dass ein Gerät nur wenige Jahre rentabel ist, ist nicht mehr lange der Fall. Ich glaube nicht an Moores Law, da wir bei Grafikkarten wie auch Minern mittlerweile bei wenigen nm angekommen sind und da nicht mehr so viel drinnen ist.
Sollte das langsam an seine Grenze stoßen wird das Veralten von Minern immer langsamer ablaufen.

Wenn wir hier unsere erneuerbare Energieproduktion nicht ordentlich ausbauen UND die Gesetze weiterhin so veraltet lassen vll. Aber da habe ich doch noch etwas mehr Hoffnung was unseren Staat angeht…

Stimmt, aber wenn der Strompreis dynamisch ist, würde kein Miner mehr zu Stoßzeiten Mining betreiben. Dir ist der Stromanbieter Tibber sicher bekannt.

Da ist viel Potential drinnen. Die Politik steht dem Ausbau im Weg. Großstädte sind frei von Solarplatten wegen „Denkmalschutz“ und Windräder dürfen nur kilometerweit entfernt von jeglichen Häusern gebaut werden wegen Infraschall, außerdem sind die Anträge weit über 100 Seiten lang und das Genehmigungsverfahren dauert oft viele Jahre.
Ein Schelm wer böses dabei denkt… Aber als interessiertem Ökologen ist dir das alles sicher längst bekannt.

Sie müsste dort durchgesetzt werden, wo Mininggeräte lokalisiert sind.
Jedoch ist die Klimafrage unlösbar, wenn diese Fragestellung nicht gelöst wird.

Wahrscheinlich werden die jeweiligen Regierungen dies auch so angehen, wenn der Best Practise einer fossilen Steuer bekannter wird und die Geräte dem Staat zu viel Strom abnehmen. Ein Selbstlöser oder?

Die größere Frage ist tatsächlich eher, wie man z.B. Russland oder die USA dazu bringt keine fossilen Energien mehr für Panzer zu nutzen.

Bei den USA kann ich es dir sagen: Wenn irgendetwas ihre finanzielle Vormachtsstellung mindert, indem der Dollar als Leitwährung abgelöst wird. ;)

Naja, ich kann mit dem Rubel z.B. auch nicht in fast allen der wichtigsten Länder einkaufen. Dennoch spielt er auf geopolitischer Ebene eine große Rolle.

Bzw. Afrika und Indien und Südostasien und Südamerika und Mittelamerika?
Nordkorea ist ein schlechtes Beispiel da dort das Internet tatsächlich so verstümmelt und die Stasi so heftig ist, dass selbst Bitcoin sich schwer tun würde.

2 „Gefällt mir“

Nun ja: ich sehe keine menschliche Gemeinschaft so weit ohne Zwang arbeiten, auf vielen Ebenen. Vor allem die „tragedy of the commons“ scheint mir ein Problem, bei dem ich kaum eine Lösung ohne Zwang sehe, und Klimawandel ist ja ein Problem genau dieser Art. Den Klimawandel hätte man vielleicht vor 30 Jahren noch ohne Zwang lösen können, indem man CO2 problematische Subventionen herunterfährt und durch staatliche Investition / Subvention die Entwicklung von CO2 unproblematischen Technogien fördert, so dass die so preiswert werden, dass fossile Energieerzeugung automatisch verschwindet, aber dazu brennt es IMHO inzwischen zu sehr.

Generell haben wir hier das Problem, dass es zu jedem Argument ein Gegenargument gibt. Was wir hier tun ist letztlich Argumente zu sammeln und unsere Intuition einsetzen um zu versuchen abzuschätzen, wie Auswirkungen im Ganzen sind. Das wäre mir (und hoffentlich auch der Politik) viel zu wenig, um Entscheidungen über die Verwendung mehrerer Prozent der Weltenergie zu fällen. Da greift für mich der Default dass weniger Energieverwendung weniger CO2 bedeutet - es sei denn es gibt exzellente wissenschaftliche Abschätzungen dass es anders ist, und sowas habe ich jedenfalls zum Thema Bitcoin noch nicht gesehen.

Können wir evtl. auf einen konkreten Level von Anreizen und Verfahrensweisen, die durch Bitcoin gesetzt werden, heruntergehen? Ich weiss das viele Fans eine Philosophie vertreten, aber ich kann mir nur schwer vorstellen das diese nur aufgrund der Verwendung von Bitcoin die Welt ergreift. Auf der symbolischen Ebene erscheint mir auch gerade das Bitcoin-Mining sehr problematisch.

Beim Bitcoin-Mining sehe ich einen knallharten Anreiz die allerbilligsten Energiequellen zu nutzen und zwar 24/7 und in immer weiter steigender Menge und mit globalisierter Preisobergrenze, völlig egal was für Energiequellen das sind, mit Preisdruck nach unten. Gottseidank sind das immer öfter mal erneuerbare Quellen - aber das ist nicht Bitcoin zu verdanken. (Interessanterweise las ich kürzlich, dass Deutschland beim billiger werden von Wind + Solar durch die systematischen Subventionen der Erneuerbaren mit EEG Umlage usw. über eine recht lange Zeit eine grosse Rolle gespielt hat, aber das nur nebenbei.) OK, manchmal sind das auch Stromspitzen die sonst vielleicht nicht verwertet werden könnten, aber das ist selten, nicht 24/7, und die anderen Miner sind ununterbrochen am werkeln.

Und wo würde Bitcoin noch eingreifen, wenn es zur Weltwährung würde? Aus Nutzerperspektive ist das nicht viel anders als andere Währungen. Momentan ist es noch schwierig Bitcoin als Zahlungsmittel zu nutzen, aber das kann sich ändern (es sei denn man verscherzt es sich mit der Politik.:wink: ) Durch die begrenzte Geldmenge gibt es eine gewisse Inflationssicherheit - allerdings gibt es trotzdem Kursrisiken, wenn auch andere als bei Fiat-Währung. Was hat das für Auswirkungen auf die Ökonomie? (Ist mir nicht klar.)

Die begrenzte Geldmenge könnte den Einfluss haben, dass es viel schwieriger würde, Kredite zu bekommen, da die Geschäftsbank nicht mehr einfach so Geld drucken kann. Das könnte dazu führen, dass die Wirtschaft mit angezogener Handbremse fährt, was vielleicht nicht einmal das schlechteste wäre was passieren könnte, aber ich finde es schwer zu sehen was für Auswirkungen das auf die Menschheit haben würde, und vor allem sehe ich dadurch nicht den Druck zu mehr Gleichheit oder mehr Gerechtigkeit. Evtl. mehr Ökologie durch Bremsung der Wirtschaft.

Übersehe ich etwas wichtiges?

@Bontii Das in Deutschland aufgrund höherer Energiepreise Mining kaum profitabel ist, sehe ich sogar sehr positiv: durch höhere Energiepreise gibt es einen Druck zum Energie sparen, was das CO2 Thema auch bearbeitet. Ich wünschte mir höchstens, dass es woanders genau so ist.

Übrigens gibt es etwas wie eine „fossile Energie-Steuer“ seit langem: der Handel mit Emissions-Zertifikaten. Leider wird er in viel zu geringem Masze und zu viel zu geringen Preisen angewendet.

1 „Gefällt mir“

Aber von 2000 bis 2020 alle Windbauern in DE hat pleite gehen lassen und Solar ist scheinbar auch teilweise ein gigantischer Anteil der Supply Chain in China…
Da wurden 100.000 Arbeitsplätze bei EEs hier eingestampft um u. A. die 20.000 in der Kohlebranche zu halten.

Vom Exportpotential welches das heute hätte und damals schon abzusehen war ganz zu schweigen.
Danke Hans Werner Sinn & Konsorten!

Weniger Kredite → Weniger CO2 Emissionen

Naja, es wird offensichtlich, dass die Schere zwischen Arm und Reich irgendwie wieder zusammenkommen muss, damit sich die ärmeren Menschen trotzdem noch ihre Grundbedürfnisse leisten können.

Da gehe ich mit, ich wünsche mir reale Energiepreise und dann realen Umgang mit den daraus entstehenden Preissteigerungen. Reale Inflation und nicht ein abgekarteter Warenkorb.

Stimmt und wurden diese nicht am Anfang den größten Emmitenten geschenkt?

Philosophisch würde ich dir recht geben. Es wagen immer die Mächtigeren über die nicht so Mächtigen herrschen zu wollen und somit Zwang ausüben zu wollen. Und das geht solange „gut“ wie die nicht so Mächtigen sich das gefallen lassen (müssen, weil sie sich mangels Macht nicht wehren können) oder die nicht so Mächtigen sich zusammenschließen um so zusammen mehr Macht zu haben um die Mächtigen mit einem Machtkampf angreifen zu können. Das gilt übrigens auch für das Tierreich. Wenn du dir mal ein paar Naturdokus über beliebige Ökosysteme anschaust gilt immer das evolutionäre Prinzip: Der Stärkere (bzw. Mächtigere bei Machtkämpfen die nicht nur mit körperlicher Stärke ausgetragen werden) gewinnt.

Und in der Menschheit ist das nicht anders, auch wenn wir heutzutage weniger Kriege führen sondern unsere Macht mehr mittels Geld/Immobilien/Aktien oder Wettkämpfe demonstrieren.

Die Umgebung der Menschen stellt die Menschen immer vor neue Herausforderungen und die Menschheit ist so groß geworden weil sie die mächtigste Tierart geworden ist, was bedeutet dass sie auch mächtiger/großflächiger/wirkungsvoller mit der Umwelt interagieren können, das hat ihnen den evolutionären Vorteil gebracht. Denn durch diese Macht stehen die Menschen weniger in Konkurrenz zur Natur, also wilden Tieren, Wetterereignisse, Gifte usw. sondern in Konkurrenz zueinander. Das sind die Zivilisationen, wo jeder Mensch individuell schauen muss wie er überleben kann und was auch zu Kriegen oder anderen Konflikten führt, Machtkämpfe zwischen den Menschen oder sogar zwischen Menschengruppen denn im Zusammenschluss sind Menschen immer mächtiger als alleine.

Das CO2-Problem ist ein Umweltproblem, was die Menschen zunehmend betrifft, aber nicht alle und nicht gleichermaßen. Genauso wie es Menschen gibt, die etwas dagegen tun können weil sie reich genug sind und es gibt viele andere Menschen, die nicht die Macht haben sich um diese Probleme zu kümmern weil sie andere Probleme haben (wie Krieg oder Nahrungsbeschaffung). Umso dringender das Problem wird, desto mehr Menschen haben aber auch einen Anreiz etwas zu unternehmen ohne dass man sie zwingen muss. Denn das Überleben ist die höchste evolutionär angeborene Eigenschaft von Menschen. Aber überleben beinhaltet eben nicht nur Klimawandel, es beinhaltet auch Sozialkontakte, Essen, gesunde Umgebungen, Schutz vor Wetter usw. Aber Klimawandel spielt eben auch eine Rolle in Form von Wetter oder Nahrungsangebot. Auch ohne dass deswegen Panik gemacht werden muss und andere Menschen diktatorisch oder per Zwang zu irgendwelchen Aktionen getrieben werden müssen wird die Menschheit es schaffen Aktionen gegen den Klimawandel zu veranstalten oder sie wird es schaffen mit dem Klimawandel zu leben. Ich halte es für unvorstellbar dass die Menschheit ausstirbt weil es einen Klimawandel gibt, selbst wenn sie ihn selbst verursacht haben.

Es gibt aber auch innerhalb der Menschheit ziemliche Unterschiede in der Macht, die ein Mensch hat. Natürlich hatte ein Adliger vor hunderten Jahren mehr Macht über seine Umgebung als ein Bauer. Und heutige Superreiche oder Regierungen haben mehr Macht als normale Arbeiter. Aber diese Machtunterschiede wird es immer wieder geben weil jeder einzelne Mensch evolutionsbeding nach mehr Macht strebt weil es ihm individuelle Vorteile für sich und seine Nachkommen bietet, auch und gerade in unserer heutigen Gesellschaft, weltweit. Egal ob du im Kapitalismus lebst oder im Sozialismus.

Was du also forderst ist, dass die Mächtigen, die mühsam ihre Macht innerhalb der Menschheit ausgebaut haben ihre Macht zugunsten anderer abgeben sollen. Ich kann dir gleich sagen, dass sie das nicht freiwillig tun werden und dank ihrer Macht sich auch gegen Angriffe oder Machtkämpfe besser verteidigen können, egal wie du sie angreifst. Juristisch können sie sich die besten Anwälte leisten oder Verfahren so lange sich ziehen lassen bis sie genug Einfluss auf die Regierungen ausüben konnten dass sich das Gesetz für sie ändert. Falls sie nicht einfach sofort eine kleine Geldbuße bezahlen und dann so weiter machen wie bisher.

Den Kampf gegen die Reichen darfst du gerne führen, aber sobald du deine Visionen anderen Menschen per zwang auferlegst, die sich deine Visionen nicht leisten können oder wollen weil sie andere Probleme haben wirst du schnell gegen eine Wand fahren. Menschen, denen es halbwegs gut geht wirst du nicht so einfach zu einem Kreuzzug gegen das Klima überzeugen können denn warum sollten sie ihr eigenes Überleben für dich oder andere so einfach aufs Spiel setzen?

Ich unterstelle mal, dass meisten Menschen in Frieden und in einer intakten Umgebung leben wollen. Also alle Menschen, die es sich leisten können haben schon auf erneuerbare Energien, Solarstrom und Wind umgestellt aus egoistischen Gründen weil sie selber dadurch Vorteile haben (z.B. nicht auf Erdöl oder Gas angewiesen zu sein dass bis zu ihnen transportiert werden muss). Aber jeder Mensch, der es sich nicht leisten kann wird weiterhin so leben wie es ihm seiner Meinung nach am besten beim Überleben hilft und wie er für sich selber am besten Macht einsammeln kann. Ganz individuell und dezentral. Und da gehört nuneinmal billige Energie aus Öl und Gas dazu, egal warum diese so günstig sind.

Ja, generell ist die Welt nicht schwarz-weiß, richtig oder falsch, gerecht oder ungerecht. Die Welt ist ersteinmal nur da. Und jeder Mensch bewertet unterschiedliche Sachen eben auch unterschiedlich, jederzeit und höchst individuell. Und genauso ist es auch in der Klimafrage: Es ist höchst problematisch anzunehmen dass es nur eine einzige Wahrheit gibt. Ich denke dass sich jeder Mensch ganz individuell von seiner Umgebung und seinen Gedanken Modelle bildet. Diese Modelle stützen sich auf die jeweiligen individuellen Erfahrungen und Sinneseindrücke was bedeutet das jeder Mensch immer unterschiedliche Modelle der Realität aufstellt. Aber die Menschen, die die besten Modelle aufstellen und somit die Realität am besten beschreiben können haben evolutionär Vorteile in ihrem Leben weil sie bei eintreffenden Ereignissen mehr Macht einsammeln können als andere Menschen mit schlechteren Modellen.

Deswegen auch meine Aussage vom vorherigen Posts: Wenn du deine Zielfunktion zu sagen wir mal 90% auf Klima ausrichtest, dann spiegelst du nicht unbedingt die Meinung anderer Menschen wieder und sicherlich auch nicht 100% der Realität.

Das halte ich für soo unglaublich wichtig weil ich dich somit an meinen Gedanken teil lassen kann und genauso von deinen Gedanken profitieren. Ich baue mein neues Wissen von dir in meine eigenen Modelle mit ein während ich hoffe auch dich durch diese Argumente vorran zu bringen. Es ist unglaublich wichtig zu verstehen dass jedes Modell eben nur ein Modell ist was falsch sein kann und dann auch abgeändert werden muss und man nie 100% Wahrheit haben kann. Vorallem nicht was so komplexe Dinge wie das Zusammenleben der Menschen oder die Interaktionen aller vorstellbaren Objekte auf der Erde (Klima) angeht. Aber genauso gut benötigt man auch Grundlagen, die man nicht immer umschmeißen kann. Wenn man immer alles infrage stellt, dann kommt man über bestimmte Gedanken nicht hinaus weil auch das Aufstellen von Modellen benötigt Zeit und Energie für das Gehirn. Diese Grundlagen sind aber für alle Menschen unterschiedlich.

Mache stellen fest dass CO2 Böse ist und wir deswegen 1. (…) 2. (…) 3. (…) und 4tens (…) unhinterfragt durchsetzen müssen. Andere gehen halt ein wenig differenzierter an die Sache (Und wieder andere sagen CO2 ist gut, das gabs schon immer passt schon). Wer hat nun recht?

Ich meine stell dir mal vor: Du hast ein großes Aquarium mit einem Fischschwarm darin und einigen Wasserpflanzen die die Fische auffuttern können. Dieses System (Modell) lässt du jetzt in der Zeit entwickeln, was wird wohl passieren? Die Fische und die Wasserpflanzen werden sich vermehren. Aber die Fische können sich nur dann vermehren wenn sie auch genug zu futtern bekommen. Die Fischpopulation ist also begrenzt durch das Wachstum der Wasserpflanzen. Solange genug der Nahrungsressource für die Fische vorhanden ist, solange müssen sie sich auch keine sorgen um Nahrung machen. Aber sobald die Pflanzen knapp werden fangen die Machtkämpfe um Nahrung an. Und wer wird wohl am meisten Nahrung bekommen? Natürlich tendenziell die mächtigsten Fische weil sie die Macht haben andere Fische die Nahrung zu klauen oder zu verwehren und somit sichern die mächtigsten Fische für sich und ihre Nachkommen ihre Macht ab.

Wo gibt es jetzt großartige Unterschiede ob man die Fische mit Menschen ersetzt und die Wasserpflanzen vielleicht mit Getreideanbau oder sogar mit der Ressource des CO2-Ausstoßes? Die mächtigen Menschen können sich den CO2 Ausstoß leisten weil es keine anderen/größeren Mächte gibt, die die Mächtigen daran hindern. Anders würde es im Aquarium aussehen, wenn die mächtigsten Fische auch immer die Fettesten währen und dann vom Menschen aus dem System genommen werden um sie aufzuessen. So eine „Göttliche“ Macht gibt es unter den Menschen aber nicht wobei Staaten generell die Tendenz haben solche Regelungen den einzelnen Menschen aufzuerlegen.

Aber wir tragen doch mit unseren Argumenten zur wissenschaftlichen Diskussion bei, oder haben unsere Aussagen weniger Gewicht weil sie nicht durch eine Universität getätigt worden sind? (Wie immer, diejenigen mit dem besten Modell bezüglich der Realität haben Vorteile) Universitäten können gute Modelle haben, müssen aber nicht.

Die Frage ist ja: Sind unsere Aussagen nachprüfbar oder faktenbasiert oder nur reines Geschwafel?

Zu 24/7 würde ich widersprechen, das ist eine undifferenzierte Verallgemeinerung die wir vorher schon angesprochen haben. Bitcoin hat gegenüber den herkömmlichen Rechenzentren ja genau den Vorteil dass es von einer Millisekunde auf die nächste abgeschaltet werden kann ohne dass es der Rechnung schaden zufügt. So ziemlich jede beliebige andere Rechnung muss ersteinmal gespeichert werden, sonst wurde sie umsonst berechnet! Damit bietet das Mining eine Flexibilität die du hier deutlich unterbewertest.

Ansonsten würde ich dir zwar zustimmen, sehe aber nicht das Problem: Wenn du deinen Computer betreibst, warum solltest du den teuersten Strom dafür verwenden wollen? Das würde ja bedeuten dass du mehr Macht (z.B. in Form von Geld) ausgibst als du müsstest und vorallem mehr Macht ausgibst als deine Mitmenschen und Konkurrenten. Das musst du dir also leisten können. Und das Argument gilt für alles was Energie benötigt und deswegen gibt es ja den Drang immer billigere Energiequellen zu finden. Die Frage ist ehr: Was bringen Preisobergrenzen? Wer bezahlt denn freiwillig mehr Geld wenn er es billiger haben kann? Man sollte ehr danach schauen warum können manche Firmen z.B. Öl billiger anbieten. Wenn die Anbieter Umweltschäden in Kauf nehmen um billiger zu sein, dann zerstören sie ihre Umwelt um kurzfristig billiger zu sein. Das funktioniert aber nur, wenn die lokale Bevölkerung nicht bestimmen kann wie ihre Umwelt ausgebeutet wird denn wie gesagt: Niemand lebt freiwillig in einer hässlichen vergifteten Umgebung. Das passiert nur systematisch, wenn große Mächte wie Konzerne oder Staaten sich über den Willen der Bevölkerung hinwegsetzen.

Nun, das wird keiner genau voraussagen können, aber hier im Forum wird viel darüber diskutiert. Auch eine Art wissenschaftlicher Austausch.

Ich persönlich denke, dass viele großen Mächte zerfallen werden weil sie nicht mehr auf die indirekten Subvention des Cantilioneffektes und der Inflation (und damit ungefragt auf die Macht der Bürger) zugreifen können.

Staaten können sich dann nicht mehr ungefragt an den (Macht)Werten der Bürger vergreifen und sind somit gezwungen effektiver zu handeln, in jeder Hinsicht. Bessere Schulen, Bessere Infrastruktur, mehr Umweltschutz, weniger Kriege… Andernfalls gehen sie Bankrott und zerfallen zu kleineren effizienteren Staaten oder müssen sich anderweitig neu Formieren. Aber weil die Staaten aktuell sich immer wieder ungefragt durch ihre Bürger bereichern können haben sie somit eine indirekte Subvention. Damit sind sie nicht gezwungen alles bestmöglich zu machen denn im Fall des Scheiterns wird einfach neues Geld gedruckt und auf das Problem geworfen. Keinem fällt der Fehler auf, keiner kann daraus lernen und es beim nächsten mal besser machen aber alle bezahlen dafür durch Inflation.

Aber ja, das sind alles nur (begründete) Visionen. Es muss nicht so kommen.

1 „Gefällt mir“

Interessanterweise habe ich bei Zwang ein genau das Gegenteil von dem gedacht, an das du denkst. Ich dachte an Zwang, um die Mächtigen in Zaum zu halten. Im Grossen wie im Kleinen. Das man nicht bei Rot über die Strasse geht. Das der Kriminelle nicht einfach die die Oma von nebenan überfallen darf. Das eine Firma einen nicht einfach betrügen darf. Dass die Konzerne nicht einfach weiter auf fossile Energien setzen können, sondern sich umstellen müssen. Dass auf fossile Energien ausgerichtete Konzerne nicht Politiker bestechen und Lug- und Betrugsvideos in Umlauf bringen dürfen. All das ist Zwang, und davon wünsche ich mir eher mehr als weniger. (OK, beim’ bei Rot über die Strasse gehen nicht.)

Was ich mit „tragedy of the commons“ meinte ist ein anderes Thema, wo ich nicht sehe das man das ohne Zwang lösen kann. Beim CO2-Thema war es lange so, dass es für die meisten billiger ist, wenn sie auf fossile Energien setzen - die (vor allem zukünftigen) Kosten davon bezahlen ja nicht sie, sondern werden auf alle verteilt.

„Es sich leisten können“ finde ich übrigens ein irreführender Begriff: bei den meisten Menschen ist es eine Frage der Prioritäten wieviel sie für jedes Thema tun.

Ich finde Du gehst bei der Relativierung entschieden zu weit. Ein Stein ist hart, flüssiges Wasser ist nass, zusätzliches CO2 heizt die Erde auf, egal was ein Mensch sich für Modelle bildet. Meinungsvielfalt ist gut, aber bei manchen wichtigen Themen muss man sich mal einigen, und die Wissenschaft ist da eine (offensichtlich) ziemlich erfolgreiche Methode etwas objektiver zu werden als „jeder denkt sich was er will“. Völlige Objektivität gibt es nicht, aber es gibt schon graduelle Unterschiede.

So weit wollte ich überhaupt nicht gehen. Ich sehe unsere Aussagen oft als Detailausschnitte oder gegensätzliche Tendenzen, die an sich durchaus korrekt sein können, aber nur einen geringen Teil des Ganzen abbilden. Damit es eine Entscheidungsgrundlage bildet, müssen nicht nur die Aussagen geprüft, sondern auch das Gesamtbild zusammengerechnet werden.

Beim Mining z.B. sehe ich immer mal wieder Beiträge die behaupten, dass hie und da sich Mining an dieser Stelle sogar positiv auf den Gesamt-CO2 Ausstoss auswirken kann, weil es z.B. manchmal die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen fördert. Auf der anderen Seite ist klar, dass durch Mining an sich jede Menge CO2 produziert wird. Was ich nicht sehe ist (wissenschaftlicher) Versuch das Gesamtbild zu erfassen: wiegen die positiven Auswirkungen vielleicht sogar die CO2-Produktion auf? (Ich halte das für undenkbar, aber das ist eben nur so ein intuitives Gefühl, genauso wie deins, keine wirkliche Prüfung.)

Übrigens: die Zeiten, dass Staaten Geld drucken können, sind vorbei. Ich selbst halte auch weniger die Staaten für problematisch, sondern die massive Beeinflussung der Staaten durch Grosskonzerne.

Hm! Ich wundere mich, dass Du mich da noch nicht verstanden hast. Das habe ich auch mehrmals gesagt: Klimawandel ist nicht meine 90%-ige Zielfunktion, sondern es geht mir um etwas ganz anderes. Ich finde Bitcoin ein total tolles Projekt, bei dem ich aber sehen kann, dass es in naher Zukunft gegen eine Wand läuft, weil es sich weigert auf die Klimawandel-Thematik einzugehen - sogar weigert den eigenen Beitrag dazu klar zu sehen. Das ist völlig unabhängig von dem was Leute wollen, möchten, für Ziele haben. Deswegen rede ich dauernd vom Klimawandel - nicht weil das für mich das wichtigste auf der Welt wäre. (Wir haben noch ganz andere Probleme, aber die haben wenig Zusammenhang zu Bitcoin.)

2 „Gefällt mir“

Interessanter weise gibst du hier Regeln vor (die ja durchaus Sinn ergeben können) aber immer die Akzeptanz der Bevölkerung benötigen. Soll heißen: Natürlich kann eine große Macht diese Regeln aufstellen und ihre Macht dafür einsetzen diese Regeln auch zu kontrollieren.

  • Aber erstens kostet die Überwachung eine gewisse Macht, die dann nicht für andere Dinge eingesetzt werden kann (Wie z.B. Bildung, Nahrungsproduktion, …)

  • Und zweitens viel wichtiger: trotz Überwachung nicht von jedem Menschen eingehalten werden muss. Die einzige Macht, die Menschen wirklich zwingen kann sind die Naturgesetze, die man nicht brechen kann. Jede selbst auferlegte Regel von Staaten oder anderen Mächten kann immer umgangen werden.

Das bedeutet, dass du (als Staat) zwar die Regel aufstellen kannst, dass Menschen nicht bei Rot über die Strasse gehen dürfen und du kannst sogar in ein Überwachungssystem investieren das diese kriminellen Handlungen verfolgt und bestraft. Aber wenn Menschen es gegen diese Strafen trotzdem für sinnvoll hallten diese Regel zu brechen (weil sie andere Anreize dafür haben wie z.B. schneller zuhaue zu sein und das Risiko der Bestrafung und des Überfahrenwerdens in kauf nehmen), dann werden diese Menschen es auch tun und die Regel brechen.

Das Bedeutet, dass jedwede Regeln, die du als Staat aufstellst auch immer sinnvoll in den Augen der Bürger sein müssen, ansonsten benutzen sie ihre Kreativität dafür diese Regeln zu brechen. Und auch dadurch wird der Staat insgesammt ineffizienter weil seine Bürger sich dann mit der Regelumgehung beschäftigen müssen und weniger Zeit haben produktivere Dinge zu erledigen. (Für sie individuell ist es ja produktiv sich gegn die Regel zu stellen.)

Für mich bedeutet dass, dass ein Staat, sollte er sich gegen seine Bürger richten wie z.B. völlig übertriebene Klimagesetze (und nein, nicht jedes Klimagesetz ist übertrieben) oder ein Bitcoinverbot aufstellen, dann wird dieser Staat in zwei Dingen ineffizient: Einerseits muss er Macht aufgeben um die Überwachung der Verbote zu kontrollieren und andererseits müssen seine Bürger Macht ausgeben um die unsinnigen Gesetze zu umgehen. Andere Staaten, die sinnvollere Gesetzt machen werden in dieser Zeit also mehr Macht ansammeln können als unser Beispielstaat und somit irgendwann auch mächtiger werden als dieser ineffiziente Staat. Spätestens dann kann der ineffiziente Staat diese Gesetze nicht mehr aufrecht erhalten. Das Gleiche gillt übrigens für jeden anderen Monopolisten im Markt genauso.

Das alles gehört mit zu der Ökonomie, jedes Verbot hat weitreichendere Folgen als man sich das so einfach ausmalen kann. Und man kann die Folgen eines Gesetzes nicht wirklich abschätzen weil die Folgen immer von jedem individuell betroffenen Menschen abhängen. Auch wenn der Staat ein Gesetz erlässt, die Masse der Menschen entscheidet ob es sinnvoll ist oder nicht und wie sie einzeln darauf reagieren.

Umso mehr Menschen also diese Regeln als Unsinnig verstehen, desto mehr Macht benötigst du für die Überwachung und desto mehr Macht müssen die Bürger für die Umgehung ausgeben. Macht die nicht für sinvollere Dinge benutzt werden kann.

Deswegen halte ich die Ziele, die du angibst wie z.B. 90% Fokusierung auf Klima für wichtiger als du denkst. Denn die Abweichung von deiner Meinung zu allen Anderen ist entscheidend ob dein Vorschlag sinvoll und somit effizient ist oder eben nicht. Und gerade eine Umstellung auf PoS wäre ein Vorschlag der wohl unter Bitcoinern aus oben diskutierten Gründen wahrscheinlich zu 90% auf ablehnung stoßen wird.

Übertriebene Klimagesetze? Würde mich freuen zur Abwechslung sowas mal zu sehen - normalerweise ist das umgekehrt. Und bei Rot über die Strasse gehen (oder zu fahren) - wie viele Leute siehst Du die das machen, und wie viele Überwachungsmassnahmen siehst Du dafür? Ziemlich effizientes Verbot, oder?

Was die Überwachung eines kommerziellen PoW-Bitcoin-Verwendungsverbots betrifft, scheinen sich viele Bitcoin-Fans völlig übertriebene Vorstellungen zu machen - als ob man dafür auf jedem Rechner einen Virus installieren müsste, die Netzwerkverbindungen überwachen muss, oder und was weis ich. Nein, das ist ganz einfach und unaufwändig.

(Mal etwas bösartig formuliert:) Die SEC freut sich total, wenn sie alle Bitcoin-ETFs verbieten kann und alle Kryptobörsen u.ä., die mit Bitcoin handeln, verklagen kann - das sind Millionenstrafen, klare Sachverhalte, und um die Kandidaten zu finden reicht eine einzelne Person mit Google. Um kleinere Unternehmen kümmern sich freiwillig ganze Scharen von Parasiten, Entschuldigung, Abmahnanwälten, mit inniger Freude. Ob Franz Bitcoinfan Erna Bitcoinfan 5 Bitcoins rüberschickt (das sind dann 10 Euro), oder ein Tante Emma Laden mit einigem Bitcoins unterm Ladentisch Bitcoins nimmt - wen interessiert das? Und das Mining folgt dem Kurs - über 0.00001% des Weltenergieverbrauchs lohnt es sich gar nicht zu reden.

Auf der positiven Seite: ich schätze dass sich die Meinung der meisten Bitcoiner über PoS o.ä. dann sehr schnell ändern würde - immerhin haben sie dann die Alternative etwas zu tun, oder mit der Situation zu leben dass ihre Meinung kaum jemanden mehr interessiert. Allerdings halte ich es für fraglich, ob sich der Schaden für Bitcoin (und für den gesamten Krypto-Sektor) wieder gut machen lässt.

Na ja - es ist natürlich möglich, dass der Bitcoin-Kurs langsamer steigt als die Halvings (plus Transaktionskosten!), bzw. seine Rolle sowieso durch andere Kryptowährungen abgelöst wird und er sinkt. Über diese Szenarien brauchen wir uns wohl nicht zu unterhalten, oder? Auf der anderen Seite: kannst Du konkret ein Szenario benennen, wo der Bitcoin Weltwährung wird (und nicht erst in 40 Jahren), der ohne Anstieg des Minings auf mehrere Prozent des Weltenergiebedarfs abgeht? Eine Verzehnfachung des Energiepreises in kurzer Zeit würde ich mal nicht zählen - das wäre für die Weltwirtschaft ein katastrophales Szenario, und ich sehe auch nicht wie sowas kommen sollte. Und nach einer Verzehnfachung des Energieangebots durch CO2 verringerte Quellen wie Solar oder Fusionsreaktoren sehe ich auch nicht so schnell kommen.

1 „Gefällt mir“

Ganz ehrlich: Das zeugt von unglaublich vielem Sachverstand und ich weiß nicht wie ich dich vom Gegenteil überzeugen könnte. Aber führ nur so eine Überwachung ein und schau zu wie sie von einfachen verschlüsselten VPNs ins Ausland umgangen wird. Das gleiche gilt auch für die Chatkontrolle, das Gesetz fängt nur Menschen die sich nicht um ihre eigene Sicherheit kümmern.

Und bezüglich Klimagesetze oder rote Ampeln, das waren lediglich wertfreie Beispiele die Regeln verdeutlichen sollten. Natürlich gibt es Kontrollen im Straßenverkehr, die es nicht geben müsste wenn sich alle an die Regeln halten würden. Und diese Kontrollen kosten was, der Staat muss die Polizisten oder das Ordnungsamt bezahlen und damit über Steuern oder Inflation auch jeder Bürger.

Umso unsinniger die Regeln, desto teurer ist diese Regel für die Gemeinschaft, einerseits wegen den nötigen Kontrollen aber andererseits wegen den Einschränkungen die den Bürgern auferlegt werden.

Damit sage ich nicht, dass Regeln persee schlecht sind. Du darfst mich nicht Töten und dafür töte ich dich nicht ist wohl eine Regel die sich sehr viele Menschen auch ohne einem Staat geben weil so eine Regel dann eben sinnvoll ist.

Klaro, das festigt die Macht der SEC auf kosten der vielen Bitcoiner. Aus deren Sicht würde ich auch so handeln um meine Macht zu festigen und zu steigern, das ist das natürlichste Verhalten eines Monopolisten alle Konkurrenten auszuschalten. Aber große Macht korrumpiert eben auch. Ich persönlich sehe solche Macht nicht gerne in zentrale Hände und da unterscheiden wir uns fundamental in unseren Meinungen: Der Staat ist nicht immer dein Freund und wenn er es nicht ist sollte er auch nicht zu große Macht über dich haben. Ich dachte das hätten wir aus der NS-Zeit gelernt, scheinbar muss sich sowas aber wiederhohlen.

Es ist meiner Meinung nach immer besser Konflikte generell im Kleinen zu lösen als dass Staaten es zu den Problemen aller Bürger machen und Zentralisierung ist genau der gegenteilige Weg.

  1. Bitcoin muss nicht gleich zur Weltwährung werden, es bewirkt schon jetzt ein Umdenken in den Köpfen von vielen Menschen dass es mit Fiat nicht so weiter gehen kann wie bisher.

  2. Nein, der Stromverbrauch von Bitcoin wird wohl noch weiter steigen wie überhaupt der gesamte Stromverbrauch der Menschen insgesamt. Und auch hier erstens ist das persee nichts schlimmes, vorallem wenn man schaut wo der Strom herkommt und zweitens: Wenn du das stoppen willst stellst du dich gegen den technischen Fortschritt. Natürlich könnten wir immernoch wie vor 2000 Jahren leben und somit deutlich mehr der Natur ausgeliefert sein. Aber nur weil du dir das vielleicht übertrieben gesehen wünschst werden nicht alle Menschen damit zufrieden sein. Und weil die Menschen, die sich nicht für deinen Weg entscheiden mehr Macht bekommen sehe ich nicht was es bringen sollte sich selber für die Welt zu opfern. Die Welt wird es dir nicht danken.

Aber von der Fixierung des Strombedarfes können wir dich ja trotz zahlreicher Argumente nicht abbringen. Also ja, Bitcoin verbraucht Strom und wird es auch weiterhin tun, egal was du dagegen unternimmst. Umso mehr Menschen das nicht gefällt, desto weniger Strom wird Bitcoin auch verbrauchen und die Menschen werden daran nicht zugrunde gehen.

Egal wo man ansetzt, du siehst fast immer nur das absolut Negativste was den Stromverbrauch angeht. Kann das realistisch sein?

1 „Gefällt mir“

Wir schauen nach China und dürfen verwundert fragen - wo kommen denn die 20% PoW-Anteil trotz Mining-Ban her? In einem Staat der in punkto Überwachung und Durchsetzungskraft (siehe Covid-Quarantänen) sicher ganz oben in der Champions League der Überwachung mitspielt. Es scheint nicht so einfach und unaufwändig zu sein…

Das ist ein sehr willkürliches Szenario - und die „klaren Sachverhalte und Millionenstrafen“ sind doch lediglich in deinem selbst erdachten Szenario klar. Stand heute haben sie mit der Realität nix zu tun. Wie sieht das Szenario denn aus, wenn die Bitcoin-ETFs erlaubt werden? Es sieht doch viel mehr danach aus, dass Bitcoin gerade ins Finanzsystem integriert wird. Da ist auch für die Wallstreet viel mehr Geld zu verdienen, als mit ein paar Abmahnungen und Strafen… (ob man das gut oder schlecht findet, ist eine andere Diskussion)

Einfach nein :slight_smile: Wie du nach den bisherigen Argumenten dieses Threads auf diese Schlussfolgerung kommst ist mir wirklich schleierhaft.

Ist ja von Beginn dieses Threads der Punkt, den ich auch nicht nachvollziehen kann. Als Stromabnehmer wird man - außer bei Bitcoin - nie in die Verantwortung genommen. Das ist auch logisch, da man den Strom als Abnehmer eben nicht produziert und auch häufig kein wirklich freier Markt herrscht, bei welchem sich durch die Nachfrage auch Einfluss auf das Angebot nehmen lässt. Warum ist das bei Bitcoin - in Form von Mining als Abnehmern - anders?

Bitcoin-Miner sind in Bezug auf den Standort eine Ausnahme, da sie flexibler sind und dahin gehen (können) wo der Strom am günstigsten ist (natürlich spielen auch andere Faktoren eine Rolle - aber dieser ist sicherlich von großer Bedeutung), wenn sie dauerhaft wettbewerbsfähig sein sollen.

Folge: Sind fossile Energieträger subventioniert (siehe Kohle in Kasachstan), dann nehmen sie diesen Strom (wie jeder andere Abnehmer auch!). Das überschüssiger Strom global der günstigste ist und durch den globalen Ausbau immer mehr wird, führt dazu das Bitcoin diesen auch am meisten verwendet (mit steigender Tendenz) und dadurch diesen Ausbau auch beschleunigt, weil es auch für die Produzenten rentabler wird.
Die Anreizstrukturen von Bitcoin sind aus meiner Sicht absolut intakt, um Nachhaltigkeit und geringere Emissionen zu fördern. Greift hier die Politik verzerrend ein (was ja häufig der Fall ist), sodass sich fossile Energieträger mehr lohnen, dann sollte man auch da ansetzen.

5 „Gefällt mir“

Der folgt einfach seiner Agenda „POW is Mist weil wegen CO2 und so…und deshalb muss auf POS umgestellt werden“! Er versteht nicht, dass Bitcoin ohne POW einfach nur ein beliebiger Shitcoin ist.

Da stimme ich vollkommen zu.

Tja, exponentielles Wachstum² und Klimaschutz sind schwer zu vereinen. Schau dir mal die Steigung des SPX auf log Skala an. Das ist selbst auf dieser ein exponentieller Anstieg…

Also wie denkst du soll das vereinbar sein?
Bitcoin ist mMn. der essentielle Baustein, damit die Weltwirtschaft nicht mehr wachsen muss, um Schuldenberge unserer Urgroßeltern zu bezahlen.

Es braucht auch eher eine Verhundertfachung der erneuerbaren Energien, um weiteres Wirtschaftswachstum weltweit zu gewährleisten.

Komisch. Irgendwie muss ich mich sehr konfus ausdrücken ohne es zu merken. Ich will euch nur von dem hohen Ross runterholen, dass ihr glaubt niemand könne Bitcoin etwas tun, und dass ihr euch deshalb nicht um die Meinung des Rests der Welt kümmern müsst!

Und: ja, ich reite immer auf dem Stromverbrauch herum, weil das der Elefant im Raum ist, der Bitcoin das Genick brechen kann. Da hilft kein schönreden.

Ein Mining-Ban ist natürlich völliger fehlgeleiteter Blödsinn. Wir sind uns völlig einig: ein privates Verwendungsverbot ist nicht durchsetzbar - da habe ich auch nie etwas anderes behauptet. Das sind beides einfach nur völlig ineffiziente Ansatzpunkte, also sind das nur Scheinargumente.

Mein Punkt ist: um Bitcoin zu zwingen von PoW abzugehen reicht es Firmen und Organisationen zu verbieten Bitcoin zu verwenden, so lange er PoW verwendet. Ein Coin, mit dem man sich legal nix kaufen kann, wird belanglos. Und dieses Verbot ist wie gesagt mit sehr wenig Aufwand gut genug durchsetzbar, dass es Bitcoin-Mining auf unproblematisch herunterfährt. Das ist aber leider auch die einzige reale Chance den Stromverbrauch irgendwie zu begrenzen, falls sich Bitcoin nicht ändert.

Huh? Das musst Du mir mal erklären. Ja, das wird enden - Du kennst mein Szenario dazu - aber was ist Deins? Ein Stichpunkt reicht.

Interessanter Punkt. Du sagtest aber auch schon: ein Mining-Verbot ist nicht durchsetzbar, wahrscheinlich nicht einmal eine Mining-Steuer. Das Mining kann man nicht begrenzen, da das nur die Marge der Miner ins unermessliche wachsen lässt, so dass sich immer jemand findet. Also ist die einzige Chance das strukturelle Problem, was den gigantischen Stromverbrauch systematisch anfordert, anzugehen.

Ich wundere mich nur: Du meinst wirklich, dass es die Bitcoin-Community nicht kümmern würde, wenn ein Verbot kommerzieller Verwendung von PoW-Bitcoin den Kurs auf geringfügig abstürzen lässt?

Huh? Der hat sich gegenüber dem historischen Minimum 1932 verfünffacht. Bitcoin wächst in 2-3 Jahren um Faktor 10… Ich hoffe Du siehst den Unterschied. :wink: