Zu viel grüne Energie! ESMA-Vize fordert Mining-Verbot

Der Vizepräsident der Europäischen Wertpapieraufsichtsbehörde hat in einem Interview ein Bitcoin-Mining-Verbot gefordert, da dieses zu viel grüne Energie benötigt.

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Exakt auf diese Problematik des „Umweltarguments“, dass Bitcoin anderen Verbrauchern den grünen Strom wegnimmt oder Kraftwerke nur wegen Bitcoin die Natur verschandeln, hat vor beinahe einem Jahr schon Prof. Riek hingewiesen.
Als Argument muss man das ernst nehmen, das läßt sich ja scheinbar durch die Datenlage eindrucksvoll demonstrieren und den unbedarften Parlamentariern unterbreiten. Zum Glück hat sich die westliche Miningindustrie inzwischen so weit professionalisiert, das sie ebenfalls Lobbyarbeit betreibt. Zumindest in den Vereinigten Staaten. Hier können wir ja immer noch totregulieren, was wir selbst nicht auf die Reihe bekommen.

Diese Daten zeigst du mir mal bitte… Ich halte das für absoluten Unfug.

Du zweifelst an, dass Bitcoin grüne Energie verwendet?

Das gleiche Thema gab es in Schweden bereits vor ein paar Monaten.
Ich lese und höre immer wieder von der überschüssigen und gestrandeten Energie, aber gibt es hierzu auch Belege, das tatsächlich „nur“ oder wieviel überschüssige Strom verwendet wird? Den Beweis dafür habe ich bisher auch bei euch noch nicht gesehen, oder habe ich etwas mal verpasst?
Die Theorie finde ich sehr charmant. Aber solange Miner rentabel sind, bezweifle ich, dass Sie Ihre Mininggeräte abschalten und nur überschüssige Energie benutzen. Und so lange wird m.E. auch die Thematik bleiben.
Interessant wird es, wenn die Versorger selber ins Mining einstiegen würden. Denn die haben ein wirkliches Interesse nur die überschüssige Energie zu nutzen.
Aber erstmal bleibt es wohl eine „Glaubensfrage“, für die einen ist der Stromverbrauch gerechtfertigt und für die anderen nicht (egal ob „grün“ oder nicht) . Ich finde bisher von beiden Seiten die Argumente schwach und bin gespannt, was die Zukunft bringt.

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Es wird doch nur der grüne Strom verwendet den sonst niemand verbrauchen kann. :roll_eyes:

Na, wir werden sehen wie viele Menschen man damit überzeugt. Ich sehe in einem weltweiten Verbot von professionellem Mining auch nicht das Problem. Wenn die Hashrate sinkt, dann sinkt sie halt.
War nicht die Verteilung, also Dezentralität der Hashrate wichtig? Jeder User eine Stimme. Das wäre mal eine Vision die mich abholen würde.

Moin,

jetzt wird es richtig interessant, denn wenn man PoW verbieten könnte, wäre es logischerweise auch möglich, (die Mehrzahl aller) Knoten zu regulieren, bzw das WWW (also worldwide).
Wenn das funktioniert (natürlich kompletter Blödsinn), bin ich raus !

Nebenbemerkung: Daß die Politik-Kaste inflationär an Dummheit und damit an Inkompetenz leidet, ist inzwischen eine, für uns alle, katastrophale Tatsache.
Ich kenne noch Zeiten, da konnte man Politiker ernst nehmen, weil sie i.A. wußten, wovon sie sprachen.
Aber angesichts der Tatsache, daß Politiker ein Beruf für Ungelernte ist…

Das sehe ich ein bisschen anders; beides ist wichtig.

Wenn die Hashrate stark über die Länder verteilt, aber sehr niedrig wäre, hätten wir nicht mehr die Resistenz gegen starke Entitäten wie z.B. ganze Staaten.
Wenn eines dieser ganzen „umweltfreundlichen“ Länder morgen seine Meinung ändert und vorher kräftig Mining HW gebunkert hat, hätten wir bei zu geringer Hashrate ein Problem.

Mal ganz ehrlich, das Problem ist doch diese Heuchelei:

Artikel:
Er warnte davor, dass das Mining von Kryptowährungen ein Risiko für das Erreichen der Klimaziele darstellen könnte.

Diese ganzen Staaten, die sich sonst für CO2-Einsparungen einen Dreck interessieren, sorgen sich plötzlich um Bitcoin? Parallel werden die Subventionen für energieintensive Unternehmen weiter erhöht. Dass das wohl ein Witz ist, siehst du doch hoffentlich auch nicht anders, oder?

Offensichtlich wird Bitcoin hier nur für eine Art von Klima Aktionismus missbraucht.

Abends in den Nachrichten sieht man dann, wie sich die Politiker um die Zukunft unserer Kinder sorgen, und deshalb gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Das Geld der Kriminellen wird beseitigt und dabei gleich noch das Klima gerettet.

Klar ist das heute noch nicht überall so. Aber je mehr der Mining HW Markt, also das Angebot und der entsprechende Wettbewerb wachsen, desto mehr wird die HW für jeden in jedem Land zu vernünftigen Preisen verfügbar sein.

Dadurch dass dann jeder minen kann, wird die Hashrate steigen, der Reward pro Hash sinken und sich das Mining nur noch lohnen, wenn man sehr günstige bis kostenlose Energie verfügbar hat (evtl. durch Synergien).

Energie, die sonst niemand verbrauchen kann, eignet sich dafür am besten und wird deshalb anteilig immer stärker werden.

Aktuell ist der Mining Markt nach meiner Vermutung durch das begrenzte Angebot und den Monopolisten Bitmain verzerrt.
Außerdem gibt es bisher kaum fertige Lösungen für das Nutzen überschüssiger Energie. Sei es im Privat-Haushalt oder industriell. Ein gutes erstes Beispiel sind die fertigen Mining-Module, die man mit Energie aus Erdgas-Flares nutzen kann (Link).

Der Gedanke ist nicht neu; das ist eine Variante des Oracle Problems. Wenn du dieses Problem lösen kannst, ohne dass jeder seine Identität offenlegen muss (wie z.B. beim Proof of Authority), bist du der Held im Blockchain Bereich. :slightly_smiling_face:

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Ich finde das zeigt sehr deutlich, dass Politiker:innen nicht in der Lage sind, Weitsicht zu entwickeln.
Dass es zu Umwelt- und Klima"problemen" kommen wird, konnte man schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wissen

Jetzt, wo es kurz vor knapp ist, wird in blinder Unwissenheit und aufgrund einer gewissen „Stimmengeilheit“ irgendwas hervor gezerrt, was die Hälfte der Menschheit sowieso nicht versteht (und deswegen voraussichtlich zustimmend nickt).
Hauptsache man tut was…
Unüberlegter Aktionismus, genau wie @skyrmion schreibt.

Wer wirklich langfristig denken würde, also generationsübergreifend und grenzüberschreitend, weil dieser Planet so funktioniert, der würde erkennen, dass das sichere PoW in letzter Konsequenz der Erhaltung des Lebensraums dient.

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Solang es bei den Wählern verfängt, wird jeder Blödsinn auch behauptet.
So wie das Mining ungenutzte Ressourcen anzapft, weist auch jede ernst zu nehmende Statistik darauf hin, dass Zuwanderer keinesfalls mit einheimischen Arbeitskräften konkurrieren, sondern dass die Stellen sonst gar nicht besetzt werden könnten.
Trotzdem wird regelmäßig damit Stimmung gemacht, dass „Ausländer“ dem braven Franzosen, Amerikaner, Briten oder Deutschen „die Jobs wegnehmen“.
Jetzt steigen für alle die Energiepreise, das muss an den bösen Minern liegen, die mag auch keiner. Und unsere schöne Umwelt machen sie sowieso kaputt.

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Nein, ich zweifel an, dass Bitcoin (viel) grüne Energie verwendet, die anderswo besser genutzt werden könnte.

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Haltet mich für naiv, aber ich kann das Märchen vom überschüssigen Strom nicht glauben.
Gibt es irgendwo einen Beleg für diese Behauptung?
Schon rein wirtschaftlich macht es ja kaum Sinn, dass irgendwo eine regenerative Strom“erzeugung“ stattfindet, aber nicht genutzt wird. Wurde es dann nicht ans Netz angeschlossen oder wie? Warum macht man sowas? Das ist doch ein wirtschaftlicher Supergau, wenn man sowas baut, aber nicht für die Monetarisierung sorgt.
Das kann mir doch kein Mensch erzählen!

Und wenn diese Strom“erzeuger“ ans Stromnetz angeschlossen sind, dann ist „ungenutzter Strom“ eine sehr sehr sehr sehr schwer messbare Einheit :roll_eyes:

Nicht dass ihr mich falsch versteht, ich finde es gut, wenn die Miner viel Strom aus regenerativen Quellen benutzen! Aber diese Behauptungen, dass vielerorts nur überschüssiger Strom benutzt wird, ist für mich wirtschaftlich und organisatorisch (ständiges an und Abschalten der Anlagen, je nachdem wie groß der Überschuss gerade ist) nur schwer nachvollziehbar!

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Ich denke, wir reden da aneinander vorbei. Es geht lediglich um die Fakten, dass Bitcoin

  • unfassbar™ viel Strom verbraucht
  • dieser Strom zumindest teilweise aus erneuerbaren Quellen gedeckt wird
  • nur eine begrenzte Menge an „grünem Strom“ zur Verfügung steht

Will ich jetzt meinen Abgeordneten beeindrucken, heißt das:

  • Bitcoin Mining verbraucht derzeit 200 Terawatt an Strom
  • Das entspricht 200000 Gigawatt
  • Weltweit werden ca. 550 Giga-Watt Leistung von Windparks erbracht.

Na klar sieht das extrem schlecht aus, ich bitte dich! Das irgendwo auf der Welt 114 Terawatt ungenutzte grüne Energie rumliegen, wenn ich von Euren 57% Anteil am Strommix ausgehe, ist nicht gerade unmittelbar überzeugend. Wir reden hier immerhin von mehr als dem 200-fachen der global verfügbaren Windkraft.
Jetzt kann man schauen, wie das ganze zusätzlich mit Solar- und Wasserkraft aussieht (vielleicht besser nicht mit Atomkraft, wenn es ein deutscher Abgeordneter ist) aber das ist erstmal trotzdem ein uphill battle.

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Da haut was mit den Maßeinheiten nicht hin, Eine Leistungseinheit kann nicht verbrauch werden, , sondern wird benötigt, über einen Zeitraum ergibt sich die aufgewendete Arbeit z.B.(MWh)

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Ich glaube du schmeißt die Zahlen da ein bisschen durcheinander. :thinking:

Ein Miner mit ca. 1E14 Hashes/s braucht ca. 3 kW. Macht bei einer Hashrate von knappen 2E20 Hashes/s ca. 6 GW.

Lass es wegen alter Mining Hardware wegen mir 10…20 GW sein. Aber sicher keine 200.000 GW.

Kann es sein, dass du den Jahresverbrauch in GWh meinst? 200.000 GWh würden zumindest von der Größenordnung her ungefähr hinkommen.

Beim Wind ist allerdings hier von 743 GW weltweit die Rede. Also ungefähr die 50…100fache Leistung aller Bitcoin Miner!

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Ich beziehe mich halt einfach auf die Zahlen aus dem Artikel:

Im Oktober 2020 waren es bereits 67 Terawattstunden. Jetzt, ein paar Monate später, hat sich der Stromverbrauch fast verdoppelt auf 121 Terawattstunden, so die Cambridge-Forscher.

wird ja nicht weniger geworden sein seitdem. Darum geht es aber eigentlich auch nicht, es sei denn du willst mich überzeugen?

Du sagst das Mining benötigt 200 Mal mehr Leistung als die globale Windkraft bietet.

Ich sage die globale Windkraft bietet 50 Mal mehr Leistung als das Mining benötigt.

Ein in diesem Kontext nicht unerheblicher Unterschied, oder?

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Dann haben wir ja nix zu befürchten seitens Politik und Boulevardpresse.

Erneuerbare Energien sind mittlerweile so viel billiger wie fossile Energien, dass man einfach mehr zubauen sollte. Da wegen Wirtschaftlichkeit bei fossilen Energien zu bleiben und diese nicht nur als ein Ausgleich zu nutzen, wenn das Netz nicht genug aus erneuerbaren kommt, ist nicht optimal.

Energiespeicher. Evtl. macht Intel gerade deswegen ultra low voltage Miner. Diese können dann besser nach Effizienz aber auch Höchstleistung optimiert werden.

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Achja, wenn die neuen Miner immer effizienter werden, aber die Hashrate nicht weiter steigt wenn der Preis stagniert wird der gesamte Stromverbrauch geringer.

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