Wenn Bitcoin Zahlungsmittel wird

Wenn Bitcoin in der realen Wirtschaft anerkanntes Zahlungsmittel werden würde, aber beispielsweise 95% aller 21Mio BTCs in Händen von Konzernen wären, und beispielsweise 50% aller Menschen noch kein BTC hätten, wie würde es ab hier weiter gehen?

Theoretisch können alle 21Mio BTC (bzw. aktuell 18,5 BTC) immer auch zur Zahlung genutzt werden.
Wenn die Besitzer (Konzerne, Staaten, Hodler,) die nicht ausgeben und sparen wollen, dann hat es mit der Zahlungsabwicklung nichts zu tun.

Die interessante Frage ist, was passiert in der Zukunft, wenn zusätzlich Bitcoin als stärker für die Zahlungsabwicklung genutzt wird.

Dann steigt die Nachfrage. Das Angebot ist knapp und der Wert steigt.

Durch Lightning wird Bitcoin immer mehr auch zu einer Zahlmethode und das dürfte sich positiv auf dem Kurs auswirken.

Also fange an und lasse Dich für Deine Produkte und Dienstleistungen in Bitcoin & Lightning bezahlen. So erhältst Du Bitcoin und sorgst dafür, dass der Kurs steigt.

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Ich glaube auch die Unternehmen werden nach und nach die Bitcoin ausgeben. Ich denke Bitcoin wird über viele Jahrzehnte an Wert gewinnen aber immer wieder auch deutliche Korrekturphasen erleben. Die meisten werden Bitcoin früher oder später in irgendeiner Form verwerten und so den Umlauf fördern.

Wenn einige Lieferanten anfangen auf Bezahlung mit Bitcoin zu bestehen dann müssen produzierende Unternehmen die Bitcoin auch ausgeben.

Auch wird es immer wieder passieren das Bitcoin starke Preise erreichen wird wo viele denken dass es der Zenit sei. Wenn Bitcoin irgendwann 100k kostet denken viele es sei der Zenit und verkaufen verstärkt. Und nach Korrekturen erreicht Bitcoin irgendwann 500k und wieder denken viele der Zenit sei erreicht usw.
Durch solche Effekte wird Bitcoin denke ich immer wieder in Umlauf kommen und sich verteilen.

Ich glaube auch es ist nicht im Interesse der Bitcoin Besitzer ihre Bitcoins für die Ewigkeiten zu horten. Sollte die absurde Situation wirklich entstehen das keiner mehr Bitcoins verkauft, egal wie hoch der Preis steigt, dann wird sich der Trend irgendwann umkehren und der Preis würde fallen. Weil etwas was die meisten nicht mehr kaufen können verliert nach und nach an Bedeutung und Relevanz für die breite Gesellschaft. Dadurch macht es dann keinen Sinn mehr Bitcoin so fanatisch zu horten.

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Ich bezweifle sehr das BTC je als richtiges Zahlungsmittel benutzt wird, es wird ein Wertespeicher bleiben, da bin ich mir fast sicher, eben das digitale Gold. Bezahlen werden wir viel eher mit inflationären Geld, was dann durchaus auch Crypto sein kann. Die Wirtschaft braucht Inflation.

Nach diesen interessanten Kommentaren hier habe ich mich wieder zu der österreichischen Schulen für Ökonomie besonnen. Wie das Leben so spielt, die einfachsten Antworten sind meist die besten. Also, ich denke der BTC ist in diesem Sinne tatsächlich immer präsent und wird durch den Wirschaftskreislauf jedem zugänglich. Durch die technische Inflation wird der BTC immer wertvoller und man bekommt immer mehr für einen BTC. Und irgendwann wird man dann auch in Satoschi rechnen müssen. Hoffentlich ist dies schon die Rechnung mit den Politikern, denen bekanntlich nie genug Steuern genug sind.

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Keynesianischer Glaubenssatz. Braucht man nicht wirklich. Wie über mir erwähnt, wird das bei Literatur, die der Österreichen Schule (Menger, Mises, Hayek…) zugeordnet wird, besprochen.

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Wenn man Inflation nicht braucht, warum hodln dann die Leute ihre BTCs und gehen damit nicht einkaufen?

Das kannst Du hier nachlesen

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Das sehe ich immer noch drei Probleme.
A) Damit Leute BTC als Geld benutzen dürfte es keine Fiatwährung mehr geben. Das sehe ich in naher und mittlerer Zukunft nicht kommen.
B) Selbst wenn es nur noch BTC als Zahlungsmittel geben würde, bliebe er deflationär was dazu führen würde das Jene die reich sind, reicher und reicher werden, weil das was sie nicht angreifen müssen immer mehr wird. Während arme Menschen ja alles zwingend ausgeben müssen weil sie ja irgendwie leben müssten. Es gäbe keinen Unterschied zum jetzigen System, es würde nicht fairer werden.
C) Sollte BTC jemals zu Geld werden und kein Wertespeicher sein würde ein neuer Wertespeicher kommen und Wert würde von BTC zum neuem Wertespeicher fließen.

Ich sehe überhaupt nicht wie BTC am Ende die Welt gerechter machen sollte. Die Reichen werden reih bleiben und die Armen arm, bis auf ein paar wenige die rechtzeitig BTC gekauft haben.

Und an die Bitcoin-Maximalisten. Gerade WENN BTC zu einem Zahlungsmittel wird, ist es zwingend notwendig noch andere Zahlungsmittel neben BTC zu haben (vermutlich auch Crypto, vielleicht LTC zum Beispiel).

Weil es ist für wirtschaftsschwache Regionen einfach nicht machbar sein wird mit einem starken BTC ihre Wirtschaft zu handln. Die brauchen dann was schwächeres.
Ich bin ja prinzipiell ein Befürworter des Euro (prinzipiell bin ich ein Befürworter einer Weltwährung, was BTC werden könnte) aber am Euro sieht man ja was passieren kann wenn wirtschaftlich schwache Länder mit einer harten unglaublich starken (im Vergleich mit anderer Fiat) Währung hantieren müssen. In Griechenland gibts inzwischen schon eine ganze Menge inoffizielle regionale Währungen nur damit man die kleine Wirtschaft im kleinen raum aufrechterhalten kann.

Es wird neben BTC ganz viele andere Währungen geben, da bin ich mir sicher und einige davon werden heutige Cryptos sein.

Zur Erinnerung: Bitcoin ist extrem volatil.
Wer ist denn so irre und will das als Zahlungsmittel ?

BTC ist noch extrem volatil. Das wird sich ändern sobald sein marketcap entsprechend groß ist. Vermutlich wenn ein BTC eine halbe Million und mehr Wert sein wird.

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Hast du schonmal mit dem Gedanken gespielt was wäre, wenn alle Menschen auf der Welt mit einer Einheitswährung handeln würden? Dies hatten wir in der Renaissance und in der Mitte des 19. Jhrd.

„Die verschiedenen Währungen waren einfach unterschiedliche Gewichte von physischem Gold, und der Wechselkurs zwischen der Währung einer Nation und der anderen war die einfache Umrechnung zwischen verschiedenen Gewichtseinheiten, so einfach wie die Umrechnung von Zoll in Zentimenter.“

Quelle: Aus dem Buch „Der Bitcoin Standard“.

Lies dich auch gerne in diesem Topic durch, da werden noch paar weitere Aspekte angesprochen:

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Äh, nein, das ist schlichtweg nicht wahr. Edelmetalle als Währung machten schon damals enorme Probleme. Zum einen war es die Falschmünzerei. Zum anderen das Problem das auch damals jeder der es konnte Münzen aus Edelmetallen gerne hortete. Das Problem begegnete man indem die Herrschenden ständig die Münzen austauschen liesen. Alte Münzen musste man gegen neue tauschen und zwar bekam man für alte Münzen eine spur weniger an neuen Münzen. Das führte dazu das, dass horten von Münzen immer zu einer Inflation führte und es daher nicht so viel Sinn machte. Nicht das die Menschen nicht auch damals schon gespart hätten trotz dieser Art von Inflation. Aber es war eben genau diese Inflation die, die Wirtschaft wachsen lies.

Und es stimmt eben auch nicht, das einfach das Gewicht der Münzen umgerechnet wurde. Wer das behauptet hat keine Ahnung wie das Münzwesen in der Renaissance wirklich war. Man muss sich nur das Münzwesen des Heiligen römischen Reichs deutscher Nation ansehen. An jeden Markttag mussten komplizierte Umrechnungstabellen ausgegeben werden und die beruhten nicht alleine auf dem Gewicht der Münze sondern auch für wie vertrauenswürdig man die entsprechende Münzprägerei hielt (waren ihre Münzen tatsächlich zu 100% aus Gold oder Silber?) oder wie vertrauenswürdig man den dortigen Herrscher hielt oder auch wie viel Abneigungen man pflegte. Einfache Umrechnungen gab es absolut gar nicht.

Saubere und überschaubare Umrechnungen sind eher etwas neues und wohl erst durch staatliche fixierte Einheitswährungen möglich geworden.

Wir können davon ausgehen das wir in Zukunft nicht direkt mit BTC zahlen werden (schon alleine wegen den Transaktionsgebühren). Sondern über Second Layer die mit Smartcontracts arbeiten werden die dann vielleicht als Währung benutzt werden können. Wie es wirklich sein wird kann ich nicht sagen, wohl absolut niemand, aber vorstellbar wäre das. Es wäre eben auch vorstellbar das es nach und nach verschiedene Second Layer gibt die als Währungen dienen wollen und zack schon müssten wir wieder Kurse haben die über Börsen gehandelt werden.

Es ist irgendwie eine seltsame Vorstellung das es in Zukunft nur noch eine Währung gibt und noch absurder ist das BTC irgendwie alles gerechter machen soll.

Das ist die übliche Antwort die seit Jahren immer und immer wieder wiederholt wird. Einfach von der BTC-Maxi-FAQ abgelesen. Ich denke es hängt mehr von den Bitcoin-Usern ab. Wenn die Großen spekulieren wollen, dann bleibt der Stable-BTC ein frommer Wunsch.

Ich bin kein BTC-Maxi. ; )
Aber es ist einfach logisch das wenn das marketcap sehr viel höher wird die Volatilität abnehmen wird. Ich weiß natürlich nicht wie hoch das marketcap sein muss dafür, es ist von mir bloß eine Schätzung das es zwischen einer halben und einer ganzen Million sich wohl anfängt zu stabilisieren.

Hier mal meine Gedanken zu dem ganzen, ergänzend zu den bisherigen Kommentaren:

Zuersteinmal ist es irrelevant wie viele Bitcoins im Umlauf sind. Egal ob 1 BTC oder 21 Millionen oder 0.1 BTC. Bitcoin ist in weiteren Layern unendlich oft teilbar, das bedeutet die Umlaufmenge im Mainlayer beeinflusst nicht die Fähigkeit als Zahlungssystem genutzt zu werden.

Die Ansicht von @Bauernstube , dass eine Wirtschaft Inflation braucht teile ich nicht. Soweit ich weiß gibt es auch keinerlei historische Belege dafür, dass dem so ist. Belege dafür, dass Inflation eher schädlich ist hingegen gibt es genügend (Südamerika). Wie sehr mit der Entkopplung des Goldstandards die Ungleichheit gewachsen ist kann man auch z.B. hier super sehen: https://wtfhappenedin1971.com/

Das Argument Bitcoin sei zu volatil wie es von @anon70584293 genannt wird funktioniert aus folgendem Grund nicht: Das Gleiche könnte ich über den Euro anführen, wenn ich alles mit einem Bitcoinpreis bepreisen würde. Das Brot kostet immer 50 satoshis, mal wären das mehr und mal weniger Euros. Zudem ist es so, dass mit steigendem Marketcap sich der Preis stabilisieren wird. Bis alles in Bitcoin gerechnet wird (Stichwort „unit of account“) muss aber noch einiges passieren. Üblicherweise denke ich, dass das wie folgt abläuft:
Collectible -> Store of Value -> medium of exchange -> unit of account.

Es wird natürlich auf 2nd Layer Lösungen passieren, da Skalierung auf dem Mainlayer nicht möglich ist. Ich glaube auch, dass es immer noch andere Währungen als Bitcoin geben wird, ich persönlich wüsste aber nicht wieso ich die nutzen sollte. Bitcoin ist das beste Geld was die Menschheit bisher je gesehen hat, daher ist es für mich keine Frage OB Bitcoin Zahlungsmittel wird, sondern die Frage ist WANN ist es soweit

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A) Die Dosis macht das Gift. ; ) Eine Hyperinflation ist nun mal superschlecht.
Vielleicht nicht der beste Vergleich aber nehmen wir Salz, ohne Salz sterben wir, mit zu viel Salz ebenfalls. ; ) Ich könnte jetzt also jemanden mit Salz vergiften und dann behaupten Salz wäre schlecht. Ist ungefähr die selbe dumme Argumentation wie zu behaupten Inflation wäre schlecht weil ja Hyperinflation katastrophal ist.

B) Schöne Graphiken nur sind Korrelationen noch keine Kausalität.
Die Graphik lässt außerdem außer acht wie es in den Jahrhunderten davor war.

C) Gabs Inflation auch schon mit Edelmatellmünzen wie ich oben beschrieben habe.

Hey, das ist kein Schimpfwort :wink:

Ja, ist das wirklich so ? - wahrscheinlich: Ja. Aber wie stark wirkt sich das denn aus ?
Es spielen sicher noch andere Faktoren eine Rolle um die Volatilität zu beeinflussen.
Ziel wäre ja eine Volatilität die zumindest dem von Euro oder Dollar entspricht.

Ist halt aber doof, wenn man bei der Inflation jemandem Vertrauen muss? Es gibt halt keine Garantie, dass sowas bei uns in der Eurozone nicht passiert, es ist nur unwahrscheinlicher. Aber niemand von uns kann garantieren, dass sich die EZB nicht früher oder später verkalkuliert.

Zudem ist noch problematisch wie das neu geschaffene Geld vergeben wird. Wer das neue Geld zuerst bekommt profitiert am meisten davon, da sich Preise noch nicht an die erhöhte Geldmenge angepasst haben. Wer sie also zuerst ausgeben darf, ist im Vorteil.
Durch das Teilreservesystem (fractional reserve banking) entsteht das Giralgeld durch Banken, die Kredite vergeben. Wohlhabendere Menschen bekommen eher einen Kredit und profitieren daher von der Inflation (weil sie das Geld als erste ausgeben können), während weniger wohlhabendere Personen hier benachteiligt sind.
Da sind die Preise durch die Einkäufe der „reicheren“ schon angepasst, deren Lohn aber noch nicht.

Also auch unabhängig davon, ob Inflation nun gut oder schlecht ist, führt der aktuelle Weg über längere Zeit zu massiven Ungleichheiten. Zumindest sehe ich das so.

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