Also ersteinmal: Du lenkst hier vom eigentlichen Thema ab: Es ging nicht um Sozialismus im Allgemeinen sondern um die Umverteilungsmechanik des bedingungslosen Einkommens. Und da kann man monetär und einfach in Zahlen ausdrücken, wie diese Machtverschiebung funktioniert. Aber in gewissem Maße hast du recht, dass der Sozialismus überall bzw. generell solche Umverteilungsmechanismen in gang setzt.
Ich persönlich habe nichts gegen Hierarchieabflachung, solange es zu große Hierarchien gibt. Und ich stimme dir zu, dass ein Mensch alleine nie zu große Macht haben können darf: Weder der Amerikanische Präsident, noch Elon Musk noch andere Diktatoren wie Hitler, Stalin, Mao oder sonstwelche Beispiele. Egal wie er seine Macht bekommen hat (Besitz z.B. durch Firma oder soziales Ansehen durch Regierungsaufgaben).
Aber ich bin strikt gegen eine Hierarchieangleichung, was das andere Extrem der Machtverteilung wäre! Wenn du jegliche Hierarchien abschaffst, dann bekommst du die von mir schon oft beschriebene Abwärtsspirale nach unten. Da ist es mir lieber, anderen Menschen ihren Profit zu gönnen und davon mit zu profitieren anstatt dass meine freiwillig gewählte Gesellschaft in die Bedeutungslosigkeit nach unten fällt!
Ja, das sind schöne Worte, aber dahinter kommt von dir leider nicht viel mehr.
Wo wir uns einig sind ist, dass auch ich mir eine Welt wünsche, in der Kompetenz mehr soziale Anerkennung erfährt als sonstwelche Beweggründe (Geld, Besitz, …)
Ich habe dir in diesem Thread aber immer wieder aufgezeigt, warum die Welt nicht der wunderschöne Ponnyhof ist, den du dir hier erträumst: Es widerspricht den Grundregeln der Macht. Und solange du diese Regeln nicht erkennst, solange wirst du auch nicht mit ihnen Arbeiten können: Die Realität zu erfassen und das System zu analysieren ist der erste Schritt für eine möglichst gute Problemlösung!
Wie glaubst du also, dass in deinem (sozialistischem) System wirklich die Kompetentesten an die Macht kommen? Kommen sie durch eine Quote (Frauenquote, Minderheitenquote,…) ins Amt? Werden sozialistische Planungsbüros immer die Kompetentesten anheuern? Wie verhinderst du Ideologie, wenn du nur eine einheitliche Meinung zulässt? …
Ganz ehrlich, der Sozialismus ist nichtmal historisch dafür bekannt, dass da die kompetentesten Menschen an die Macht kommen.
Das ist halt absoluter Schwachsinn, auch wenn der Satz schön klingt. Es zeigt aber, dass du im ganzen Thread hier nicht einmal das Wesentliche gelernt hast: wie Macht funktioniert. Und ich wünschte, du würdest wirklich mal darüber nachdenken, was du hier schreibst, aber es kommen doch nur immer wieder Heiße Luft und toll klingende Phrasen, wie man hier eindrucksvoll erkennen kann.
Solange jemand die Macht (= den Einfluss oder die Reichweite) hat, in einem System was zu bewirken, dann ist es ersteinmal egal, warum er diese Macht hat. Es ist egal, wo die Macht hergekommen ist. Diese Macht ist da und kann eingesetzt werden, ob das Anderen passt oder nicht.
Klar kann es interessant sein, woher diese Macht individuell stammt, gerade wenn man denjenigen Angreifen will (ihm die Macht klauen oder was davon abhaben will). Für die Gesellschaft ist aber die viel wichtigere Frage: Wie verhindert man, dass einzelne Menschen überhaupt so große Macht bekommen können (Stichwort Demokratie und Machtteilung)! Und in diesem Punkt wird dir wahrscheinlich keiner von uns widersprechen.
Deine Vorschläge stammen aber allesamt aus Konzepten, die nachweislich historisch als auch theoretisch nicht funktionieren und damit die Gesellschaft zu genau solchen Machtzentren umbaut, die du hier anprangerst. Wie gesagt, wenn du das System nicht verstanden hast, dann ist jede Problemlösung ein Spiel mit dem Zufall. Es ist damit wahrscheinlicher, dass du das System zerstörst als dass es besser wird.
Diese Frage haben wir dir schon tausendmal beantwortet, und du stellst sie wieder und wieder, alleine das zeigt doch, dass du uns nicht verstehen willst.
Also nocheinmal: Weil der Konzernbesitzer gezeigt hat, dass er mit seinem Konzern ein Produkt herstellen kann, für das andere Menschen freiwillig ihre Macht abgeben (um die Macht des Produktes zu bekommen). Damit hat der Konzernbesitzer einen volkswirtschaftlichen Mehrwert geschaffen, von dem alle profitieren.
Solange das Produkt also gut ist, wird es weiter gekauft und der Konzernbesitzer wird wohlhabender, und damit auch die Umgebung bzw. die Menschen in der Nähe des Konzerns. Und wenn das Produkt schlechter wird, dann kaufen es die Menschen nicht mehr sondern sie weichen auf Produkte aus, die ihnen besser gefallen: der nächste Konzern kann jetzt profitieren und besser werden.
Das ist die Produktivitätsspirale nach oben und jede Gesellschaft, die auf diesen freiwilligen Markt gesetzt hat ist mit der Zeit immer wohlhabender geworden obwohl das auch bedeutet, dass es Superreiche in dieser Gesellschaft gibt.
Solange man den Menschen also ihre Freiwilligkeit lässt, wird es tendenziell nach oben gehen. Und klar, diese Freiheit braucht ihren Rahmen, denn die Freiheit des Einen endet immer bei der Freiheit des Anderen und es wird deswegen immer Unstimmigkeiten geben. Die Aufgabe einer Gesellschaft ist also nicht, überall mikrodirigierend einzugreifen sondern die Rahmenbedingungen zu setzen, in denen sich die Menschen frei entfalten können. Also so, dass sie die Freiheit der Anderen immer möglichst wenig beeinträchtigen.
Wer ist also zusammenfassend besser geeignet, um die Macht auszuüben als jemand, der in einem Konzern schon bewiesen hat, dass er gut für die Menschen ist? (Mal als Denkanstoß-Einwurf: Es gibt genügend Firmen oder Konzerne, die keine guten Entscheidungen getroffen haben und damit auch zurecht untergegangen sind.)
Jeder, der nicht gut für die Menschen ist wird in so einem freien System also sehr schnell seine Macht verlieren. Und genau das ist es doch, was wir alle wollen: Das verhindert die drastische Machtzentralisierung.
Das Problem an „unserer“ Demokratie ist aber, dass wir diese Freiheit nicht mehr ausüben können. Wir haben ein politisches Machtmonopol und das stützt die Konzerne. Jetzt haben wir eben nicht mehr die Freiheit, einen Konzern, den wir nicht mehr wollen, auch nicht mehr mit unserem Kaufkraftentzug „abzuwählen“ (also ihnen unsere Macht nicht mehr Freiwillig zur Verfügung stellen). Denn selbst wenn wir diese Produkte nicht mehr haben wollen, so finanzieren wir sie durch unsere Steuern und Staatssubventionen mit. Und damit werden wir über dem Umweg Staat dazu gezwungen unsere Macht doch den Konzernen zu geben.
Und auch dem Gegenüber haben wir hier alle wahrscheinlich die gleiche Meinung: Das sollte in einem guten System nicht geschehen.
Genau diese Situation ist aber nur möglich, weil wir ein politisches Monopol haben. Und genau hier müssen wir ansetzen, wenn wir eine „bessere Gesellschaft“ haben wollen: Wir brauchen wieder echte Demokratie, wirkliche Gewaltenteilung und Mitspracherecht des Volkes. Andernfalls gehen wir weiter in einen planwirtschaftlich gelenkte Gesellschaft, wo eben nicht mehr die kompetentesten Menschen an die Machtspitze gelangen sondern diejenigen, die das Spiel der Politik am besten spielen. Korruption, Umverteilung und Machtzentralisierung sind die Folge davon.
Die Ursache davon liegt aber nicht im „Besitz“, das ist wie gesagt auch nur eine von vielen Machtformen.
Aber man kann viele möglichen Ursachen benennen, wenn man das System gut genug analysiert hat. Beispielsweise sehe ich folgende generellen Probleme:
- Eine Freiheitseinschränkungen, auf die man sehr viele gesellschaftliche Probleme zurückführen kann, einfach weil nicht jeder Mensch auf ein Problem mit der für ihm sinnvollsten Methode reagieren kann, nur weil er das nicht darf. Die Gesellschaft schränkt sich damit selber künstlich ein und findet gute Wege nicht, die freiheitlichere Gesellschaften gefunden hätten.
- Eine fehlende Machtteilung, auf die man sehr viele Monopole im Staat zurückführen kann. Kein Monopol ist gut, das gilt insbesondere und explizit auch für ein Staatsmonopol. (Gewaltenteilung!)
- Eine Gleichmacherei (was streng genommen auch nur ein Monopol auf das entsprechen „Gleiche“ ist) verhindert die nötige Vielfalt und Ausgewogenheit.
Ein gutes System muss auf all diese Fragen eine Antwort haben, wie sie das System wieder Richtung Ausgeglichenheit bringt.
Ich habe dich vor einem Monat nach der Ausbildung deines Idealvorstellungsstaates gefragt. Wie verhinderst du das Abdriften deines Idealstaates zu einen dieser extremen Monopole? Dazu hast du leider nicht mehr geantwortet.
Und wieder ein Satz, der Zeigt, dass du Macht nicht verstanden hast: Macht kann in vielen verschiedenen Formen vorliegen. Genauso wie Energie: Es gibt nicht die eine Energie: Es gibt Strahlungsenergie, Wärmeenergie, Elektromagnetische Energie,…
Man kann also all diese Machtformen versuchen zu benennen und eine Gesamtmachthierarchie konstruieren. Aber dabei muss man immer im Hinterkopf haben, dass die Gesamtmacht eben mehr als nur eine Komponente haben. Kein Mensch hat nur Besitzmacht, kein Mensch hat nur soziale Macht. Kein Mensch übt seine Macht nur durch Angst, Liebe oder sonstwelchen Gefühlen alleine aus.
Und damit gibt es auch keine Machthierarchie, die nur auf Besitz aufbaut. Es gibt keine Machthierarchie, die nur auf Kompetenz aufbaut,… Vorallem wenn man bedenkt, dass man über einen Markt immer auch alle möglichen Machtformen gegen andere Machtformen austauschen kann.
Es ist daher völlig sinnlos sich auf eine einzige Machtform zu fokussieren und alle Probleme auf diese Machtform (Besitz) zu schieben, während die Macht des Besitzes jederzeit in andere Machtformen wie soziales Ansehen oder Nahrung umgewandelt werden kann.
Wenn man also die Märkte im Hinterkopf hat, wie kann man eine Hierarchie aufbauen, die nur eine einzige Machtkomponente beinhaltet? Das macht die „Messung“ oder Beobachtung der Machtkomponente extrem schwierig weil jedes Objekt in dieser Hierarchie über den Markt einen beliebigen Machtstand aneignen kann: Hat das Objekt „zu viel der Machtform als gewollt“, dann verkauft es den Überschuss und bekommt eine andere Machtart, die in der Messung nicht drin ist. Und hat es zu wenig dieser Machtform, dann kann es eben andere Machtformen ausgeben um die gewünschte Machtform zu bekommen.
Eine Trennung der Betrachtung der Machtformen ist also nicht 100% möglich. (Analog in der Physik jeder Schwingung: Potentielle Energie kann in kinetische Energie umgewandelt werden und umgekehrt, ein elektrisches Feld kann in ein Magnetfeld umgewandelt werden und umgekehrt… Wenn du aber nur die potentielle Energie betrachtest, dann kann diese vom System (über die Umwandlung der kinetischen Energie) einen mehr oder weniger beliebigen Wert annehmen).
Die alleinige Fokussierung auf Besitz (genauso wie die Fokussierung auf Geld) als Machtform ist eine absolut oberflächliche Betrachtung des Systems. Du vernachlässigst damit (wenigstens) 50% der Machtformen des Systems (weil es für Geld oder Besitz immer eine im Tausch entsprechende Gegenmachtform geben muss).
Ja, das nennt sich freier Markt und du wählst mit deiner Kaufkraft, welche Produkte/Firmen du haben willst und welche nicht. ![]()
Genau das wollen wir doch alle hier. Aber Markteingriffe wie Subventionen oder Bürokratie bringen die Wirtschaft von genau diesem Wahlprinzip weg zur Zwangsfinanzierung…
Also natürlich hast du die freie Wahl, ob du ein Produkt vom Musk haben willst oder nicht. Ob du ein Starlink brauchst oder ob du ein Tesla fahren willst (oder andere ungenannte Produkte). Und damit gibst du deine Stimme ab, ob Musk für dich gut ist oder nicht.
Wenn die Bundesregierung aber das Teslawerk mit Milliardenhöhe subventioniert hätte, dann hätte die Bundesregierung deine Kaufkraftstimme einfach mit deinen Steuerabgaben überschrieben (so wie sie es mit der Intel-Fabrik versucht hat).
Und ja, ob du Musk magst oder nicht, das ist eine Art gelebte Demokratie, wo du deine Kaufkraftstimme (Macht) abgeben kannst. Und dabei können auch Entscheidungen entstehen, die du selber nicht magst. Aber wenn die Abstimmung mit der Kaufkraft wirklich fair (und ohne Staatsintervention) abgelaufen ist, dann haben mehr Menschen damit einen Vorteil gehabt (Batterien/Akkus im Fall von Grünheide) als Menschen einen Nachteil. Nur der Staat kann dank seiner Macht dann gegen die Entscheidung seiner eigenen Bürger vorgehen.