Was wird denn widerlegt?
Dass sich der Besitzer “gut” um seinen Besitz kümmert.
Ich verstehe das so, dass die Allgemeinheit keinen Schaden nimmt und es ihr nutzt.
Das wird widerlegt wohin man schaut.
Also die Besitzer nutzen es im Sinne ihrer Profitmaximierung gut, aber die Menschen die dort leben haben eben die Folgen zu tragen.
Ah, ja natürlich macht das nicht jeder Besitzer, aber genauso kann ich Beispiele nennen, wo der Staat oder die Gemeinschaft das genauso wenig machen ![]()
Ich meine nicht umsonst verfallen die Gebäude sozialistischer Staaten. Beispiel das Meme mit: Kuba feiert 50 Jahre Mietpreisbremse…
Ich sage ja lediglich: Der Anreiz ist bei Privatbesitz größer als wenn die Verantwortung im Staat verteilt wird. Und Anreiz bedeutet: Im durchschnitt kümmern sich die Besitzer besser als es Staatliche tun würden. Besser als nichts, oder?
Aber das ist ja keine neutrale Def. offensichtlich.
Neutral ist doch, Kapitalismus ist ein hierarchisches System, Sozialismus will diese Hierarchien abschaffen.
Gut dass du das sagst, denn so meine ich es nicht. Ich denke, dass Fortschritt nur durch Wettbewerb möglich ist. Wettbewerb = Kapitalismus.
Allerdings gehört zu Wettbewerb auch, diesen zu maximieren. Das geht nur, wenn bestimmte Ressourcen Allgemeingut sind:
Dazu gehören für mich zu allererst Wasser, Luft, das Internet, das Schienennetz, das Telekommunikationsnetz sowie die Straßeninfrastruktur.
Unternehmen dürfen sie nutzen und zahlen dafür. Dich sie dürfen sie nicht besitzen, um Wettbewerbsverzerrung wie bei der Post, fest deutschen Bahn oder der Telekom zu vermeiden.
Mir ist klar, dass die Grenze schwer zu ziehen ist (z.b. Wasserwerke) und eine öffentlichen Debatte braucht
Ja, im Staat. Aber ich will die Verantwortung ja in die Hände der Menschen die lokal dort leben. Die sollen selbst entscheiden ob aus ihrem See ein Touristenmagnet wird ob da eine Firma das Wasser abzapfen kann oder ob er einfach so bleibt wie er ist.
Du verzerrst die Verhältnisse. In einem mehr oder weniger freien Markt gibt es viiiiiel mehr Bäcker, Klemptner, Dachdecker, Pizza-Restaurants, Notare, Anwälte…. und tausend andere kleine Betriebe…. und dann mal EINEN der örtlich nur wenig gebunden ist. Und nichtmal das trifft auf unsere lokalen Multimillionäre hier zu, die haben so viele Werkshallen, Tankstellen und Baumärkte hier, dass selbst die sehr wohl örtlich gebunden sind (und auch für viele Spenden in der Stadt sorgen).
Ich glaube dabei würde dir hier sogut wie keiner widersprechen.
Aber es bedeutet für mich auch, dass es keinen allmächtigen Staat geben darf, der über die Köpfe der Menschen entscheiden kann, dass das Wasser an Nestle oder so verkauft wird.
Da sich aber immer eine größere Gruppe finden wird und die größte bzw. mächtigste den Staat bilden wird, sollten wir eben gesellschaftlich aufpassen, dass diese „Staatsgruppe“ nicht so mächtig wird, dass sie und das Wasser wegnehmen kann.
Deswegen der Minimalstaat mit demokratisch gelenkten Streitangriffen zwischen den Machtsäulen.
Und wer lokal hier arbeitet, der hat auch einen Anreiz seine eigene Umgebung nicht zu vergiften…
Wir könnten hier auch Militärparadem veranstalten.
Dafür braucht man keine Hungersnöte und Konzentrationslager
Also tragen wir nur Hosen weil es mindestens zwei gegeben hat, die welche erfunden haben?
Nein, wir tragen Hosen weil der Staat uns nicht vorschreibt Röcke zu tragen…
Oder weil es wenigstens zwei Hosenhersteller gibt, zwischen denen wir aussuchen können…
Meinst du sowas?
Aber die Aussage war, Fortschritt braucht Konkurrenz.
Das habe ich mit dem Hosenbeispiel widerlegt.
Da brauchte es ganz sicher keine zwei Konkurrenten um die Hose zu erfinden.
Sondern mit ziemlicher Sicherheit eher Kooperation um das zu verwirklichen.
Nein, hast Du nicht.
Das wäre nur so, wenn es bei der einen ersten Hose geblieben wäre.
Zum Fortschritt gehört aber auch eine ökonomisch sinnvolle Herstellung.
Wie viele Hosenhersteller haben wir nun? Einen?
Es geht doch nicht darum, dass zwei Leute eine Erfindung machen müssen sondern dass es Konkurrenzdruck geben muss wer die bessere Hose entwickelt…
Wenn du einen Hosenhersteller weltweit hast, dann ist das ein Monopool und somit erstens schlecht für die Kunden, die keine Auswahl haben und zweitens Schlecht weil es keine Innovation gibt: Der Monopolist wird seine Machtmittel dazu nutzen um Konkurenten fern zu halten anstatt z.B. in neue Stoffe zu Erfinden, die entweder länger halten und somit weniger Müll machen, bessere Termischen Eigenschaften haben oder oder oder…
Es ging um die Aussage, Fortschritt braucht Konkurrenz.
Vom Zustand “keine Hose” zum Zustand “Hose” braucht es keine Konkurrenz und es ist sehr wohl Fortschritt.
Also wenn du die Grundlagen der Wirtschaft schon nicht kannst, dann erübrigt sich wohl jede weitere Diskussion…
Du kannst ja mit Marx anfangen, die Grundlagen hat er schon relativ gut beschrieben, nur hat er nach der kapitalistischen Akkumulation die Kapitalabflüsse vernachlässigt und damit seine falschen Schlüsse gezogen.
Haare spalten bringts nicht. Die eine erste Hose ist wertlos, wenn keine Produktion in Stückzahlen folgt. Und die gibt es unter Wettbewerb.
Das Problem ist eher, dass hier geglaubt wird, Fortschritt gäbe es erst, seit dem es den Kapitalismus mit seinem Konkurrenzdenken gibt.
Die Erfindung der Hose war also kein Fortschritt?
Das Rad? Auch kein Fortschritt?