Ich glaube hier ist der Punkt, wo du mich falsch verstehen willst. Es ist ein Naturgesetz, dass es Besitz gibt, egal ob Nestle das Wasser als Besitz ansieht oder ob der Ozean sein Wasser als Besitz ansieht.
Du kannst Besitz also nicht generell verbieten.
Aber klar kann man Besitz speziell verbieten. Beispielsweise kann man die Antarktis als Staatenloses Land definieren. Das hindert aber niemanden daran dort hinzugehen und dort einen Staat zu gründen (Pinguine machen das z.B. einfach ohne zu fragen).
Die Frage des Verbotes hängt also wieder daran, ob dieses Verbot auch durchgesetzt werden kann.
Anderes Beispiel: Putin wurde in Südafrika juristisch verurteilt. Kann das Gericht das aber irgendwie durchsetzen? Nein, ihm fehlt die Macht dafür und solange das so ist interessiert es Putin wahrscheinlich einen **** ob er da verurteilt wird oder nicht.
Genauso kannst du jetzt sagen: ich verbiete Nestle einen Anspruch auf das Wasser zu erheben, aber wenn Nestle einen Vertrag mit dem Staat geschlossen hat, dann hast du ersteinmal nicht die Macht dagegen was zu machen.
Dass es irgendeine Vorstellung von Besitz gibt, also von mein und dein, rechtfertigt doch nicht, dass heute Privatpersonen über ihren Besitz über die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen verfügen.
Für Katja schon, geschenkt. Die findet das voll toll. (Spar dir den Kommentar)
Aber hier hast du recht. Ich gehe sogar weiter und sage: Um jede Ressource muss gekämpft werden. Das ist ja gerade das Knappheitsprinzip und gibt der Ressource überhaupt erst einen (Macht)Wert (durch Bewertung).
Bedeutet: Der Konzern hat diese Ressource angegriffen, wenn du sie aber auch benötigst, dann musst du sie für dich verteidigen. Das geht vielleicht alleine nicht? Dann muss man sich eine Gruppe suchen, die auch dafür kämpft. Das ist Kapitalismus, die Grundlage des Lebens oder der Evolution. Das ist das effizienteste, was die Evolution auf den Ressourcenkampf als Antwort zu bieten hat.
Zum Beispiel entziehen grade unsere Super-Politiker unseren Kindern die Lebensgrundlage mit einer untragbaren Renten-Entscheidung, die ein SPD Kanzler in 2003 schon besser wußte
Ich proklamiere damit nochmal deutlich: Merz ist weit links von Gerhard Schröder.
Kapitalismus ist erstmal nur die einfache Machtmaximierung.
Aber Machtmaximierung geht nicht nur durch Angriff sondern auch durch Kooperation.
Eine Gesellschaft, die nur auf Angriff aus ist wird weniger Macht einsammeln und somit nicht so mächtig werden, wie sie könnte. Eine Gesellschaft, die nur auf Kooperation aus ist wird aber genauso Probleme haben weil sie gegen Angriffe nicht geschützt ist oder Fett und Träge wird.
Eine gute Gesellschaft braucht also beides: Angriff und Kooperation in jeweils maßvollen Dosierungen um am effektivsten zu arbeiten. Angriff um sich zu herauszufordern und zu große und ineffiziente Gruppen zu lösen oder abzuspalten aber auch Kooperation für den Zusammenschluss.
Warum sollte denn eine Gesellschaft in der nur kooperiert wird sich nicht gegen außen angemessen verteidigen können?
Da gibt es keinen Zusammenhang. Das eine schließt das andere doch nicht aus.
Eine Familie oder eine Gemeinschaft aus ein paar Familien (um das plastisch zu machen) die können doch sehr wohl alle miteinander total friedlich und gleichberechtigt umgehen und sich trotzdem oder gerade deswegen zur Wehr setzen.
Im Gegenteil. Eine Gesellschaft mit zu viel Machtgefälle und Unterdrückung usw. die wird nicht mehr in der Lage sein sich nach außen zu wehren, weil sie von innen zu zerfallen ist.
Ich habe den Thread noch nicht gelesen, aber gut das es jetzt einen dafür gibt und nicht immer andere Threads mit immer denselben Debatten gespamt werden
Das haben wir doch schon probiert. Wir werden trotzdem in jedem Thread lesen “Der Sozialismus will den Kapitalismus überwinden”. Natürlich ohne jedes Fundament, wie immer.
Ich bin raus. Ich schaue mal in 1 2 Jahren nochmal.
Ganz einfach: Weil eine Gesellschaft, die nur auf Kooperation aus ist es nicht gewohnt ist angegriffen zu werden.
Wenn du zu 100% immer nur kooperierst, dann erwartest du auch, dass dein Gegenüber zu 100% kooperiert. Das Problem dabei ist aber, dass wenn dein Gegenüber aber mal nicht kooperiert, dann greift er dich an und hat einen Vorteil.
Es gibt da ein einfaches Spiel: Stell dir vor du macht in jeder Runde ein Handel mit einem Anderen: Du gibst eine Münze ab und musst dich entscheiden ob du kooperierst oder ob du angreifst. Dein gegenüber macht das genauso. Wenn beide kooperieren, dann bekommen beide 2 Münzen zurück, wenn beide Angreifen bekommt jeder seine Münze zurück, aber wenn einer Angreift und der andere kooperiert, dann bekommt der Angreifer 4 Münzen und der, der kooperiert 0 Münzen.
Wenn du das Spiel also lange spielst, dann können sich zwei Gleichgewichte einstellen: entweder deine Mitspieler haben sich friedlich mit dir eingelassen und jede Runde wird zu 100% kooperieren gewählt weil jeder ja einen Vorteil davon hat. Sobald jetzt aber einer den Angriff gewählt hat ist dieses Vertrauen verspielt. jetzt wirst du auch anfangen ab und zu mal anzugreifen, damit du nicht immer der Verlierer bei einem Angriff bist.
Wenn du dich aber schon festgelegt hast, dass deine Strategie immer zu 100% kooperieren ist, dann ist es für den Gegenspieler einfach seine Strategie zu 100% auf Angriff auszulegen und damit immer zu gewinnen. Eine 100%tige Kooperation ist also alles andere als eine gute Strategie. Es ist nur eine gute Strategie wenn man dem gegenüber vertrauen kann und das ist in einer Gesellschaft eben NICHT immer möglich, alleine schon weil es in so einer Gesellschaft Vorteile hat zu betrügen weil ja sonst alle kooperieren.
Deswegen geht eine 100%tige Kooperation nicht. Man kann sie postulieren und in kleinen Gruppen wo man sich vertraut auch ausleben, aber in größeren Gruppen ist das einfach nicht realistisch. In größeren Gruppen wo man eben nicht jeden kennt und somit nicht vertrauen kann (Dunbarzahl = ungefär 150 Personen).