Was ist eigentlich Sozialismus, kann er funktionieren oder ist er sogar notwendig?

Genau, und bei dieser positiven Selektion tut man sich sehr schwer. Da kommen wir wieder sehr schnell zum Thema: Welche Kulturen nutzen uns, und welche Kulturen schaden uns. Dieses heiße Eisen packt keiner an dem seine Karriere wichtig und lieb ist.

Ja und das Parteiensystem mangels externer Kontrolle tut sein übriges: In Deutschland gibt es keinerlei positiv-Selektion in der Politik, die Parteien und der gesamte Politikapparat ist aktuell auf Negativ-Auslese ausgelegt: Wie kann ich das System am besten für mich selber nutzen.

Vielleicht kann Deutschland einfach keine „reine“ Demokratie. So wie es auch keine reine Marktwirtschaft kann, sondern nur die verwässerte Form der „sozialen“ Marktwirtschaft, die im eigentlichen Sinne gar keine Marktwirtschaft ist.

Man tut nur so.

Vielleicht sollte Deutschland wieder zum Kaiserreich zurückkehren. Das wirtschaftlich extrem erfolgreich war.

Mal davon abgesehen, dass Private den Indern z.B. ihre Rohstoffe wegnehmen, muss ich mich hier wieder wiederholen, dass die Kapitalisten die Regeln bestimmen.

Sie bestimmen die Regeln, weil sie Besitz haben, zu welchen Bedingungen Besitzlose bei ihnen arbeiten.

Wenn der Inder nur 2 Dollar pro Tag hat und im Müll leben muss, GLEICHZEITIG aber Indien zu einer der größten Volkswirtschaften der Welt gehört, dann tragen die dafür die Verantwortung, die die Regeln machen.

Es ist ja eben nicht so, dass ALLE Inder arm wären. Wie gesagt wird da offenbar so viel Geld umgesetzt und verdient, dass Indien bald vielleicht sogar Deutschland von Platz 3 ablöst.

Ich hab dir das alles schon verlinkt und zitiert. Die Nahrungsversorgung wird als ernst beschrieben. Viele Kinder sind unterversorgt.

Wie kann das also sein, dass offenbar ein wirtschaftlich so potentes Land gleichzeitig so viel Armut hat?

Nochmal:

Weil da der Kapitalismus keinen Beschränkungen unterliegt und auf einen massiven Bevölkerungsüberschuss bzw. Arbeitnehmerüberschuss trifft.

Weil die Not da so groß ist, kann man mit denen alles machen. Und man tut es auch. Und damit habe ich gesagt, dass man sie nicht fair behandelt, weil man es nicht muss. Würde man sie fair entlohnen usw. dann würde sich ihre Situation auch verbessern.

Diese Beispiele zeigen, dass freier Markt nicht funktioniert und man im Gegenteil staatliche Reglementierung usw. braucht.

Ich glaube das war der klügste Gedanke den ich hier von dir bisher gelesen habe.

Du hast scheinbar immernoch nicht verstanden, was ich dir sagen wollte, oder du willst es nicht verstehen :woman_shrugging:

  • Kapitalisten sind nicht zwangsweise immer die Machthaber und damit die Regelbestimmer. Man kann also nicht einfach schließen, dass Kapitalisten an allem Schuld sind.
  • Besitzlose sind nicht immer die Leidtragenden der Kapitalisten: Sie können auch selber für sich kämpfen und alternativen finden um den kapitalistischen Angeboten zu umgehen.
  • 2 Dollar pro Tag sind in Indien mehr als in Amerika oder Deutschland und bedeutet nicht, dass sie im Müll leben müssen.
  • Sozialhilfen dort verschlimmern nur dein angeprangerten Arbeiterüberschuss und damit die Lohnproblematik. Einfache Sozialhilfen oder Nahrungslieferungen verbessern also nicht die Gesamtlage der Slums sondern verschiebt die Not nur auf Morgen.
  • Sind diese Beispiele denn wirklich freier Markt (kann ich von hier aus wirklich schwer beurteilen)? Wie viel Sozialhilfe bekommen die Slums schon? Wie viel fließt wieder in korrupte Taschen raus?

Da du wieder nur mit der Moralkeule ankommst und sagst: aus moralischen gründen funktioniert der freie Markt nicht, aber dein starker indischer Staat offensichtlich genauso wenig, werde ich mich aus der Diskussion jetzt wirklich zurück ziehen.

Wir drehen uns sonst nur noch im Kreis.

Doch, sind sie, denn sie haben den Besitz und damit die Macht.

Wie es in Indien aussieht, habe ich dir verlinkt und zitiert. Wenn ich das tue schwinge ich nicht die Moralkeule, sondern gebe die Realität wider.

Was du daraus schließt KANN eine moralische Schlussfolgerung sein, die ich für mich persönlich ziehe. Nämlich, dass ich in einer solchen Gesellschaft nicht leben möchte.

Was du daraus machst bleibt dir ja überlassen. Wenn du dich hinstellst und sagst, find ich gut so oder kann man eben nichts machen, ist halt so usw. das ist ja deine Sache.

Und ja, wenn du die Armut da relativierst von wegen so schlimm wird es schon nicht sein, mit 2 Dollar pro Tag kann man sich 2-3 Kg Obst kaufen usw. finde ich das menschenverachtend und zynisch.

Für alle, die mal lesen wollen, wo der Sozialismus hinführen kann, hier eine Buchempfehlung:

Der freie Mensch von Ayn Rand

Das dickste Buch, das ich je gelesen habe. Das bringt den Kopf zum Arbeiten und ist richtig gut!

Danke für den Tipp. Ich empfehle immer den Klassiker „Der Weg zur Knechtschaft“ von Friedrich August von Hayek. Für mich ist das die schlüssigste Erklärung, warum der Sozialismus in die Unfreiheit führen muss und dass er zwangsläufig zum Scheitern verurteilt ist.

Ich empfehle immer “Menschen am Abgrund”

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1048841942

Das Buch schildert eindrucksvoll das Elend welches der Kapitalismus herbeiführt. Mit Originalphotographien aus dem frühen 20. Jahrhundert.