Was ist eigentlich Sozialismus, kann er funktionieren oder ist er sogar notwendig?

Willy meint damit mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit das Sozialisten dir willkürlich alles wegnehmen wollen was ihnen gerade so passt weil sie einfach den Begriff umdefinieren.

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Dieses Privateigentum das man “will” (hier wäre per Definition von ZPE ein Fehler) müsste dann in “braucht” umbenannt werden.

Weil es geht ja um Lebensgrundlagen soweit ich das weiß, aber da sind sich Sozialisten sicher auch nicht einig.

Die genaue Definition sollte ja auch in einem demokratischen Prozess ermittelt und nicht einfach einem Textbuch entnommen werden und kann sich natürlich im Laufe der Zeit ändern.

Das wird jetzt sicherlich von einigen wieder einen anti-demokratischen Rant auslösen, von wegen die Mehrheit nimmt die arme reiche Minderheit aus. Das eine reiche Minderheit heute die Mehrheit derer ausnimmt die alles produzieren und am laufen halten und der Staat dazu dient diese Ungleichheit mit Gewalt durchzusetzen wird als normal angesehen.

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Naja, es gibt evtl. mehr günstige Produkte wie Smartphones, das stimmt.

Jedoch ist die Frage, ob das bei Wohnungen z.B. auch der fall ist.

Hier kennen wir doch die Auswirkungen des Fiatsystems und selbst wenn manche das dann so auslegen ist es schwer, das Geldsystem als ein Mechanismus des Sozialismus darzustellen.

Wenn du Macht von Politik zu Konzernen verschiebst hast du im jetzigen System nicht viel verändert, da die Konzernchefs ja Hand in Hand mit der Politik arbeiten.

Das würde das Machtverhältnis etwas von Politikern zu Konzernchefs verschieben, wie das die Zentralmacht lockern soll ist mir nicht klar. Bei KMU wäre das anders, aber haben Konzernchefs ein Interesse ihre Machtdissipation zu verstärken?

Das Problem ist selbst im Moment zu erkennen wer wirklich schlecht oder gut für die Gesellschaft agiert.

Jemand mit wenig Macht ist es erstmal egal, da er keinen wirklichen Einfluss hat und wird sich nie so verhalten wie wenn er Macht hat.

Die die Macht haben werden immer so tun als ob sie altruistisch sind.

Wenn das zu unterscheiden wäre würden ja schon leichte Förderungen langfristig einen Lenkeffekt haben, da sind die Maßnahmen die du vorschlägst viel zu extrem angesichts der Qualität diese Unterscheidung zu treffen.

Ja du hast recht, dass man sich die gewünschten Menschen züchten könnte. Also klar kannst du wahrscheinlich in einem Experimentalsystem alle Menschen (bzw. generell Akteure/Objekte) so „züchten“ oder erziehen, dass sie sich deinem Willen nach verhalten. Vielleicht sogar bis ins extremste: 100% kooperativ oder 100% feindlich.

Aber mit dieser Verhaltensänderung wirst du nie die Anreitzstruktur brechen können, dass es in einer Gesellschaft, die 100% kooperiert, es hochgradig belohnend ist, eben nicht zu kooperieren und ihnen ihre Gewinne zu stehlen. Und da diese Gemeinschaft ja immer auf Kooperation aus ist wird das Stehlen sehr sehr einfach. Und andersherum ist es exakt genauso: In einer Gesellschaft, die 100% feindlich ist, ist es hochgradig belohnend, wenn man kooperiert weil man durch den Zusammenschluss an Macht und damit auch wahrscheinlicher die in dieser feindlichen Welt ankommenden Angriffe gewinnt.

Und damit erkennst du vielleicht, dass diese natürliche Anreizstruktur im Extremen eben immer dafür sorgt, dass die Verhaltensweisen sich von diesem Extremen wegbewegen. Eine 100% Kooperative Gesellschaft wird nach den ersten bösen Reinfällen auf einen Angriff sicherlich vorsichtiger und ist damit eben nicht mehr 100% Kooperativ.

Bedeutet für deinen Versuch: Klar kannst du in deinem Experiment eine Umgebung schaffen, wo du dir eine Gesellschaft „züchtest“, die 100% kooperativ ist, aber das geht nur, wenn du sie auch 100% von jeglichen Angriffen abschottest. In der freien realen Welt hätte diese Gesellschaft aber sehr schnell Probleme und wird entweder von der Ideologie des 100%tigen Kooperatismus abweichen oder sie wird durch die Angriffe sehr schnell entmachtet und damit ausgelöscht.

Diese Gedankenexperimente zeigen eigentlich deutlich, dass eine Gesellschaft nie mit 100%tiger Kooperation funktionieren kann. Es benötigt auch Angriff in und auf diese Gesellschaft um sie resilient zu machen.

Nein :slight_smile:

Also klar ist es wahrscheinlich möglich, das Vertrauenslevel in die Demokratie durch Kryptografie zu verbessern und damit vielleicht neue Größenordnungen zu erreichen, aber auch so ein System wird nicht unendlich weit skalieren.

Ein Beispiel ist ja z.B. eine Wahl durch eine Blockchain abzusichern. Das könnte z.B. so funktionieren, dass der Staat jedem Wahlberechtigten eine ID ausgibt und mit der ID kann der Bürger seine Stimme in eine Wahlblockchain schreiben. Die Stimmen kommen dann in einen MemPool und werden zu Blöcken zusammengefasst und an die Chain angehangen. (Wenn man einzelne Stimmen anhängt, dann könnte man statistische Rückverfolgungen anstellen). Die Stimmblöcke sind dann so gestaltet, dass die Stimme zwar durch die ID belegt ist, aber nicht mehr der ID zugeordnet werden kann. Damit kann jeder mit einer ID nur einmal abstimmen, aber seine Stimme ist kryptografisch geheim…

Da könnte man jetzt noch beliebig tief in die Kryptografie einsteigen, aber dieses System hat jetzt schon eine gravierende Schwachstelle: Die ID der Bürger. Also selbst wenn wir von einem wohlwollendem (nicht unterdrückerischen Staat) ausgehen, dann hat dieser doch die Hoheit über die IDs und kann, wenn er die Wahl beeinflussen will, auch beliebig neue IDs erfinden und deren Stimme an die Blockchain hängen. Solange dann z.B. unter Millionen von Menschen nicht auffällt, dass nicht existierende Menschen im Sinne der Regierung mit abgestimmt haben kann der Staat die Ergebnisse problemlos manipulieren.

So wie ich das sehe bleibt jede noch so gute Technik oder Wahl trotzdem am Ende immernoch ein Vertrauensproblem (Und das ist selbst bei Bitcoin am Ende auch so).

Wenn du dem Staat nicht mehr vertrauen kannst, dass er die Wahlen fair durchführt, dann bringt dir auch die beste Kryptografie nichts.


Und dass Demokratien nicht skalieren können ist eigentlich relativ anschaulich: Es gibt eine Insel in Afrika, da kommen einfach alle 2 Wochen alle Einwohner zusammen und beraten, wie es mit der Insel weiter gehen soll. Sie stellen dann Probleme, Streitigkeiten usw. vor, jeder gibt seine Meinung ab und dann fallen sie alle zusammen demokratisch eine Entscheidung.

Das System funktioniert wunderbar schon seid Generationen auf der Insel, aber warum hat es sich nicht über ganz Afrika ausgebreitet, wenn es doch so toll ist?

Die Antwort ist einfach: Weil das System eben nicht skaliert. Unter 100 oder vielleicht 1000 Menschen kannst du regelmäßig zusammen kommen und diskutieren, aber unter Millionen von Menschen geht das nicht. Selbst wenn jeder nur 1 Sekunde reden würde, dann hättest du schon eine Millionen Sekunden = 11 Tage um alle Menschen zuzuhöhren (und was kann man in einer Sekunde schon sagen?).

Die Demokratie skaliert also nicht auf dieser Ebene. Und eine Lösung für das Skalierungsproblem ist eben die Clusterbildung: es bilden sich Ineressensgemeinschaften, sodass nicht mehr einzelne Menschen sich darum kümmern müssen sondern eben die Interessengemeinschaften miteinander streiten. Und wenn auch diese zu groß werden, dann bilden sich darüber weitere Cluster…
Diese Hierarchien sind also das bestbewährteste Mittel gegen das Skalierungsproblem.

Was natürlich nicht heisst, dass es nicht auch andere Skalierungsmöglichkeiten gibt als Cluster. Cluster sind aber nunmal ein möglicher Lösungsvektor für jegliche Skalierung und das funktioniert nur, wenn diese Cluster unabhängig sind und ihre eigenen Wege gehen dürfen (sich also selber optimieren können und ja, dabei kann (und muss) ein Cluster auch mal kaputt gehen, aber besser dieser ineffiziente Cluster als das ganze System).

Ja, Angebot und Nachfrage sind ein extrem weites Feld :slight_smile: Es gibt das mikroskopische Angebot, z.B. wenn einem eine Bockwurst angeboten wird. So eine „Kostenlose“ Subvention, die ersteinmal nur Vorteile verspricht nimmt man doch gerne an. Eventuelle Nachteile wie eine Falle oder Vergiftungen können dann nur mit Skepsis herausgefunden werden. Das Problem ist eben, dass man im Vorfeld nicht weiß, ob jetzt Kooperation sinnvoller gewesen wäre (leckere kostenlose Bockwurst abgestaubt und sich das Geld für ein Mittag gespart) oder ob es ein Angriff war (der Hund wird in eine Falle gelockt, oder man steht dann in der Schuld des Anderen und muss zukünftig mit Konsequenzen rechnen…)

Man kann dann zwar im Nachhinein schauen, wie viel Macht dieses Ereignis wirklich gekostet oder eingebracht hat, aber nur ein Allwissender Beobachter kann diese Überlegungen schon im Vorraus anstellen und den Besten Weg durch die Ereignisketten des Lebens wählen. Alle anderen müssen sich da auf ihre Intuition und Bewertungsfähigkeit verlassen, und diese durch Lernen und Schmerz möglichst verbessern. (Das ist nunmal die zwingende Folge der Thermodynamik von Gesellschaften bzw. das Leben.)

Ein Angebot kann also kostenlos sein, aber genauso eine Gegenleistung fordern.

Und es gibt die makroskopischen Angebote als statistische Mittlung auf den Märkten (der Cluster).

Das Wort „Angebot“ ist also sehr vielseitig.

Aber Angebote wird es in diesem Sinne immer geben weil immer, wenn jemand Macht hat, dann kann er diese Macht auch einsetzen und anderen diese Macht als Angebot für eine andere Machtform bieten. Im Endeffekt ist dann der Nettomachtfluss aller Machtformen entscheidend, wer jetzt mächtiger wird und wer Macht verliert.

Genau: Die Freiheit des Einen endet mit der Freiheit des Anderen. Die Macht des Gruppenführers beruht auf der Macht der Gruppe, also der Einzelteile…

Es ist immer eine Abwägung und generell kann keiner sagen, was genau der beste Weg ist. Deswegen kommt die Statistik ins Spiel: Man muss nur versuchen, im Schnitt besser zu werden, aber nicht zwingend bei jeder Handlung.

Manchmal ist es eben sinnvoll für die Gruppe, einen guten Führer zu haben und ihn damit zu stärken. Manchmal erweist sich dieser Führer aber als schlecht. Manchmal ist es sinnvoll, seine eigene Macht für die Gruppe zu opfern, manchmal ist aber das Gegenteil richtig. :woman_shrugging:

Und wenn man diese Entscheidung auf Individueller Ebene lässt, dann kann auch das Individuum entscheiden, was für sich am Besten ist, also ob es ehr die Gruppe stärkt oder lieber sich selber. Und in der Statistik aller Individuen der Gruppe wird mit stärkeren Individuen auch die Gruppe stärker.

Ist die Entscheidung aber nicht mehr individuell, wird also von der Gruppe vorgegeben, dann kann das Individuum eben nicht mehr für sich entscheiden und nicht mehr sich selber optimieren. Damit wird langfristig auch die Gruppe geschwächt weil die einzelnen Individuen schwächer sind (geringerer Handlungsspielraum für Optimierung).

Für die Gruppe (und einem eventuellen Gruppenführer) ist es natürlich erstmal vorteilhaft, die Macht der Einzelteile abzusaugen und auf die Führer umzuverteilen. Langfristig schaden sie sich aber damit aber selber weil sie langfristig weniger absaugen werden können.

Und klar muss immer etwas Macht von unten in die Gruppe nach oben fließen um die Gruppe überhaupt zusammen zu halten und von dieser Abgabe hat ja auch jedes Gruppenmitglied ersteinmal was. Solange diese Abgabe durch Emergenz und Arbeitsteilung mehr einbringt als es kostet ist das gut für alle, selbst für das Individuum. Findet aber keine Emergenz mehr statt (z.B. durch zu große Gruppen), ist die Gruppenzugehörigkeit kein Vorteil mehr für das Individuum sondern ein Nachteil.

Genau, es bedarf guter Regeln, aber was machen Gute Regeln genau aus?

Gute Regeln helfen mehr Gruppenmitgliedern als es ihnen schadet. Wenn also 54% der Gruppe davon profitieren und 46% etwas verlieren, dann ist diese Regel ersteinmal Vorteilhaft für die Gruppe (das kann sich mit der Zeit aber auch ändern). Die Gruppe wird damit mit der Zeit stärker als ohne die Regel.
Wenn bei einer Regel aber mehr Verlieren, als gewinnen, dann schwächt die Regel der Gruppe auch wenn sie einzelnen einen Vorteil verschaffen können.

(Die Zeit ist hier nur ein Faktor. Umso länger eine schlechte Regel andauert, desto länger verliert die Gruppe mit der Regel ihre Macht im Vergleich zu der gleichen Gruppe, die die Regel nicht hat. Und das Gleiche für gute Regeln: Umso länger die Gute Regel gilt, desto länger summieren sich die Vorteile und Machteinkünfte der Gruppe auf und stärken die Gruppe entsprechend.)

(Theoretisch darf hier auch nicht nur die reine Anzahl der Gruppenmitgliedern betrachtet werden sondern der gewichtete Vorteil. Also selbst wenn 70% der Gruppe einen Nachteil durch die Regel haben wird, wenn dieser Nachteil verschwindend gering gegenüber dem Vorteil der 30% ist, dann ist die Regel Machtechnisch ja immernoch positiv, da immernoch mehr Macht in die Gruppe hineinfließt, die sich dann wieder in der Gruppe verteilen kann.)

Und weil sich die Auswirkungen von Regeln jederzeit ändern kann, müssen solche Regeln auch regelmäßig evaluiert werden, ob sie noch positiv für die Gesellschaft sind oder eben nicht. Und genau hier kommt die Anzahl ins Spiel: Zu viele Regeln sind einfach anstrengen und werden schlecht evaluiert. Die Chance dafür, dass diese Regel statistisch Negativ für die Gruppe ist ist damit deutlich höher als bei einem Land mit weniger regeln.

Eben eine Abwägung, ob es der Gesellschaft mehr schaden würde dieses Gift benutzen zu lassen oder ob es mehr schaden würde es zu verbieten. Denn keine Regel ist kostenlos. Jede Regel muss wenigstens Erstellt, Überwacht und Bestraft werden, ansonsten ist diese Regel wirkungslos.

Sagen wir mal, das Verbot eines Giftes würde (hier beispielhaft festgelegt) eine Milliarde Euro kosten, die sich auf Gesetzgebung, Einsatzkräfte für die Überwachung und Richter für die Bestrafung bei Missachtung aufteilen würde. Wären die Kosten für das Gesetz gerechtfertigt, wenn wir dafür nur zwei Menschenleben pro Jahr „retten“ würden? Was ist, wenn dadurch aber 100 Menschen pro Jahr ins Gefängnis kommen? Dann zahlen wir sehr viel für das Gesetzt mit Geld und packen einige „Unschuldige“ ins Gefängnis.

Es ist eben immer eine Abwägung, nur dass einige Folgen eben höher bewertet werden können (Menschenleben) und andere Folgen nicht berücksichtigt werden (Gefangenenrate, wir können die genauen Kosten des Gesetzes auch nicht wissen,…) und schon kommt es zu einem Gesetz, dass der Gesellschaft mehr schadet als es nützt obwohl es anders aussieht.

Wie ändert sich die Abschätzung, wenn 10000 Menschenleben gerettet werden können?

Naja, wie gesagt: Menschen werden immer sterben und theoretisch können wir heute schon alle Retten. Die Frage ist aber eine Abwägung, wie sinnvoll ist es.

Nehmen wir doch mal den Strassenverkehr: Vision Zero. Keine Tote mehr beim Auto/Fahrradfahren.

Und klar sind die ersten Todesopfer einfach einzusparen wenn man einfache Sicherheitsvorkehrungen trifft. Verbesserung der Straßenführung wie z.B. kein zweispuriger Zebrastreifen weil die zweite Spur dann die Fußgänger eventuell durch Autos auf der Ersten Spur nicht mehr sehen kann…

Aber mit den Maßnahmen wirst du eben nicht alle Toten verhindern können. Dann kommen die teureren Maßnahmen: Dickere Autos, Mehr Fahrassistenten usw. Und klar kannst du damit weitere Menschenleben retten. Aber wenn all die teuren Maßnahmen schon ausgereitzt sind wird es immernoch Tote geben. Deutlich weniger als vorher, aber es werden immernoch Menschen angefahren werden können.

Jetzt könnte man zu den extremsten Maßnahmen greifen und z.B. Autos an der Oberfläche verbieten, dafür aber ein komplettes Straßennetz unterirdisch bauen, sodass sich die sicheren Dicken Autos und Menschen nie kreuzen können… Oder eben eine Fahrrad/Fußgängerbrücke über alle Strassen bauen…

Klar geht das theoretisch, ist aber auch extrem teurer die Trennung der Verkehrsteilnehmer. Und Tödliche Unfälle wirst du trotzdem immernoch irgendwo haben.

Du siehst also, vielleicht, dass man auch hier beliebig viel Geld, Ökonomie und Arbeitskraft investieren kann, aber die Frage ist, wäre diese Arbeit nicht woanders eventuell sinnvoller angelegt als 50000 Tote auf 80 Millionen Menschen zu verhindern? Was ist mit anderen Sterberaten? Wenn dagegen Millionen an Herz-Kreislauferkrankungen sterben, ist die Macht der Gesellschaft dort nicht besser aufgehoben, also würde die ökonomische Power dort nicht mehr helfen?

Das ist eben alles eine Abwägung, was am sinnvollsten für eine Gesellschaft ist. Und ehrlicherweise wäre ich froh, wenn das nicht von einem einzelnem Menschen bzw. einer kleinen Parlamentsführung entscheiden wird sondern in einer demokratischen Diskussion.

:smiling_face_with_three_hearts:

Naja, die möglichst genaue Evaluation ist entscheidend. Klar kann man mit extremen Regeln und Strafen fast jeden Diebstahl verhindern. (Wenn wir bei einer gezüchteten Gesellschaft sind: Wenn jeder Diebstahl mit dem Tode betraft wird gibt es bald keine Diebe mehr…) Aber wie gesagt: Diese Regel hat auch kosten für die Gesellschaft, z.B. dass der Dieb aus der Gesellschaft entfernt. Wenn die Kosten höher sind als der Gewinn, dann ist es sinnvoller, den Dieb eben mal laufen zu lassen.

Supermärkte oder andere Warenhäuser rechnen ja schon mit einer gewissen Diebstahlrate. Klar können sie eine Totalüberwachung einführen und jedem Einkäufer einem Bodyguard/Aufsichtsperson an die Seite stellen. Aber das ist eben auch extrem teuer und da lohnt es sich, auf den einen oder anderen Lolly zu verzichten, der gestohlen wird aber dafür auch nicht die Abwehrkosten tragen zu müssen.

Alles eine Frage der Abwägung und der lokalen Situation. Also klar, wenn täglich der halbe Laden ausgeraubt wird, dann lohnen sich mehr Sicherheitskosten wieder…

Da haben wir 100% Konsens. Genau deswegen schlage ich ja hier immer wieder Alarm. Solange aber die wirklichen Wirkmechanismen nicht verstanden werden, die unsere Gesellschaft dahingehend abdriften lassen haben, solange werden wir auch nur weitere Regeln vorschlagen, die zwar die Symptome überdecken, aber nicht die Ursachen lösen. Mehr Umverteilung würde etwas bringen, wenn wir einen wirklichen Rauptierkapitalismus hätten. Da wir aber schon so gut wie überall nur Umverteilungsmechanismen und Honigtöpfe haben, ist es ziemlich sicher nicht sehr sinnvoll, da noch mehr Umverteilung zu fordern.

Auch die Firmen demokratisieren zu wollen halte ich nicht für zielführend. Eigentlich alle großen Firmen haben schon eine relativ gute demokratische Struktur auf ihren jeweiligen Hierarchieebenen. Und selbst wenn wir Gesetze schaffen, die den Firmen vorschreiben, wie sie sich intern strukturieren müssen (Beispielsweise Gewerkschaften), dann passen sich die Firmen daran an, sie optimieren sich was z.B. bedeutet ins Ausland zu gehen. Geben wir den Firmen Gehaltsstaffelungen vor wie z.B. jede Hierarchie darf nur 10% mehr verdienen als die darunter, dann werden sich eben einfach nur mehr Hierachielevel zwischen Arbeiter und Chef bilden und schon bekommt der Chef wieder das 20fache… (Und solange der Chef eine sehr gut funktionierende Firma leitet kann das Gehalt ja auch gerechtfertigt sein)

Wo wir aber keine wirkliche Demokratie mehr haben ist eben das politische System und genau hier fallen wegen der Politischen Macht (50% Staatsquote + Regeln) alle weiteren Gesellschaftskrankheiten an. Genau hier müssten wir ansetzen, wenn wir unsere Gesellschaft retten wollen. Genau hier müssen wir den aufkommenden Zentralismus zerschlagen und die Politiker wieder soweit entmachten, dass sie für das Volk da sind und es nicht als Melkkuh ansehen…

Gelingt das nicht, dann geht das System eben den schweren ökonomischen Weg den Bach runter.
Erst danach könnten wieder Firmen als große Machtentitäten ein Problem werden.

Ja, Antifragilität ist mit Emegenz ein schönes Wort dafür :slight_smile: (Und meine Autokorrektur will daraus immer Antifaagilität machen :melting_face:)

Sagen wir mal so: Wenn es immer nur exakt faire Handel gibt, dann bedeutet ja, dass das Gruppenmitglied Macht mit der Gruppe austauscht und dabei weder die Gruppe noch das Gruppenmitglied an Macht gewinnt oder verliert.

Durch Emergenz wird die Gruppe aber effektiver als alleine. Wo kommt die Macht her, wenn nicht durch die Gruppenmitglieder? Ganz einfach: von Extern.
Im Endeffekt bleibt wegen der Emergenz also, dass die Gruppe mächtiger wird obwohl jeder Handelsaustausch in der Gruppe bzw. zwischen den Gruppenmitgliedern exakt gleichwertig war und es damit keinen (Netto-)Machtübertag gegeben hat.

Die Gruppe muss aber nicht gleichwertig handeln. Die Gruppe kann ihre Macht dafür verwenden, einzelne Gruppenmitglieder zu stärken, dafür wird die Macht der Gruppe selber aber geschwächt. Damit gibt es einen Netto-Machtübertrag von der Gruppe zu dem einzelnen Menschen. Teilweise kann das aber von Vorteil für die Gruppe sein, wenn der einzelne Mensch diese Macht der Gruppe wieder zur Verfügung stellt.

Nehmen wir doch mal ein Beispiel: Ein Dorf hat einen Kornspeicher um die Nahrung kühl und trocken für alle zu lagern. Diese Zusammenarbeit ist vorteilhaft weil sonst jeder selber dafür einen Platz finden müsste, der schwieriger trocken zu halten ist. Jetzt bekommt ein Dorfbewohner mit, dass sie in der Nacht von Räubern überfallen werden sollen und klaut vorher die ganze Nahrung selber aus dem Kornspeicher. Bedeutet: Dieser Eine ist auf Kosten der Gruppe ersteinmal drastisch mächtiger geworden.

  1. Wenn er diese Nahrung auch nach der Nacht behält, z.B. mit einem Planwagen ins nächste Dorf zieht und dort ein neues Leben anfängt, dann ist die erste Gruppe wirklich real ärmer geworden und der Dorfbewohner real reicher. Die Gruppe selber hat durch das Ereignis „Überfall“ verloren.
  2. Wenn er die Nahrung morgens aber wieder in den Kornspeicher packt, dann ist er nur über Nacht extrem reich geworden, spendet diesen Reichtum aber danach wieder der Gruppe. Es gab dann zwar einen Machtübertrag zum Dorfbewohner, aber auch wieder einen Machtübertrag zurück, zeitlich versetzt. Man könnte die Aneignung dann auch als Kredit bezeichnen. Aber das ganze Dorf hat davon profitiert weil sie ihre Nahrung durch den Besitzwechsel nicht verloren haben. Auf das Ereignis „Überfall“ ist die Gruppe also relativ gut heraus gekommen.

Das Beispiel soll nur zeigen, dass es mit Sicherheit immer mal wieder Situationen gibt, wo es sinnvoller ist, dass einzelne auf Kosten aller Anderen profitieren, wenn die Anderen dafür später auch was ab bekommen (Kreditaufnahme und Kredittilgung und Machtdissipation). Solche Kredite müssen aber nicht zwangsweise gut ausgehen. gehen sie gut aus, ist das natürlich gut für alle. Gehen sie schlecht aus, dann verlieren auch alle Gruppenmitglieder.

Antifragilität beschreibt jetzt also maximal nachgelagert, ob das System sich für gute Kredite entscheiden kann oder nicht. Nimmt die Gruppe immer nur schlechte Kredite ein, dann verliert die Gruppe auch permanent an Macht dadurch und wird irgendwann mangels Macht zerbrechen. So eine Gruppe ist also definitiv fragil. Antifragilität hat also auch was mit der Entscheidungsfindung zu tun. Immer jeden Kredit annehmen ist eben genauso schlecht wie jeden Kredit ablehnen.

Wenn eine Gruppe also einen Reichen hat, dann profitiert diese Gruppe auch von dem Reichtum des Einzelnen (Machtdissipation). Wie sinnvoll ist es dann, diesen Reichen aus der Gruppe zu verstoßen? Nur, wenn der Reichtum selber in der Gruppe verbleibt. Die Chance, dass der Reiche seinen Reichtum bei so einem Angriff aber mitnimmt und die Gruppe eben nicht mehr davon profitieren kann ist auch relativ hoch.

Guter Punkt. Ich hab ja gesagt, dass immer auch Effekte wirken, die man nicht in seiner Machtbilanz berücksichtigt hat bzw. deren Effekte man nicht korrekt bewertet. Damit verfälscht man aber sein eigenes Modell über die Realität. Ist die Regel also doch negativ für die Gesellschaft, obwohl man sie als positiv bewertet hat?

Umso mehr Perspektiven man berücksichtigt, desto mehr wirklich wirkender Effekte kann man in seinen Gedanken berücksichtigen und das macht das eigene Modell hoffentlich realistischer (also mit geringeren Abweichungen zur Realität).

Eine Fehlerbetrachtung ist also bei solchen Analysen eigentlich immer zwingend erforderlich, aber das lassen viele Ökonomen einfach weg. :partying_face: (Solange ich hier Phänomenologisch unterwegs bin sollte jedem klar sein, dass ich hier nur Abschätzungen mache und keine 100% genauen Rechnungen oder Vorhersagen.)

Naja, die Moral ist ja auch in Firmen wichtig. da Firmen aber eine andere „Flughöhe“ haben, also deutlich mehr Macht, Verantwortung, Ausgaben usw. haben als einzelne Menschen, haben Firmen auch einen anderen Blickwinkel auf die Welt und damit eine andere Moral als Menschen. Also klar werden wir als Gruppenmitglieder immer auch unsere Moral auf Firmen übertragen, aber die Moral der Firma ist eben nurnoch die (irgendwie) statistische Mittlung aller individuellen Morale in der Firma zu einer verschwommenen großen Firmenmoral.

Auch Firmen können Mitleid haben und anderen Menschen individuell helfen, solange sie sich das leisten können. Aber genauso unterliegen Firmen einem Markt und können sich gewisse Dinge eben nicht leisten was dann gerne als unmoralisch bezeichnet wird, gerade weil Einzelmenschen auf die Macht der Firmen aufschauen und sich sagen: Das hätte sie sich doch locker leisten können. Die Sicht der Firma ist dabei jedoch eine völlig andere Perspektive als die Sicht des einzelnen Menschen.

Einen einzelnen Menschen eben zu helfen ist aus Sicht der Firma ein mikrodirigierender Eingriff und das ist selten wirklich effizient. Und wenn der Eingriff doch zur Regel wird, dann kann er extrem teuer werden denn die Firma kann nicht alle entsprechend retten. Also ist es durchaus eine rationale Entscheidung, nicht einzugreifen selbst wenn die einzelnen Menschen das aus ihrer Sicht anders sehen.

Wenn sich jede Ebene daran hält, nach unten nur Rahmenbedingungen zu setzen und auf ihre Bestandsteile zu vertrauen, dann ist schon viel geholfen. Aber klar hängt das auch von den Rahmenbedingungen ab, die eben von oben vorgegeben werden.

Die Frage, die sich mir aber stellt ist: Wie kann man Mikrodirigismus generell abstellen? Soweit ich das sehe gibt es leider keinen allgemeingültigen Mechanismus dafür. Einzig und allein die Evolutionsprinzipien wirken: Wer schlechte Rahmenbedingungen nach unten aufstellt und mikrodirigierend vorgibt, was die da unten machen müssen, der vernichtet sich langfristig selber und macht damit Platz für bessere Systeme/Cluster. :woman_shrugging:

Wir geben unserem Magen ja auch nicht vor, wie sauer er zu sein hat oder wie viel Sauerstoff die Muskeln „verbrennen dürfen“. Wir geben nur die Rahmenbedingungen unseres Körper vor: Bewege die Muskeln dahin → zB. dass ich die Tasten treffe und den Text hier schreibe… Mir ist dabei doch in erster Linie völlig egal, wie die Muskeln das machen solange die Muskeln das schon schaffen. Und in zweiter Instanz muss ich die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Muskeln auch gehorchen, also für ausreichend Sauerstoff sorgen und genug gegessen haben…

Mikrodirigismus ist dann, wenn ich jedem Muskel die Sauerstoffration zuteilen müsste, dann hätte ich aber so viel zu tun, dass ich mich nicht mehr um die wirklich wichtigen Rahmenbedingungen kümmern könnte…

Ja, da hast du recht. Ich meinte in dem Kontext: Vergleich Staat gegen großer Konzern. Unser Staat hat z.B. Kontrolle in Lebensbereiche aufgebaut, die ein Konzern sich so nicht (aktuell) wahrscheinlich nicht anmaßen würde.

Meine Gedanken gingen ehr in diese Richtung:
Würde ein Konzern denn zu dir nach hause kommen (also Mitarbeiter schicken) um zu überwachen, ob es deinen Kinder auch wirklich (nach Firmenrichtlinien) gut geht?
Darf der Konzern dich einsperren (Gefängnis), nur weil du firmeninterne Richtlinien gebrochen hast, die der Konzern ja willkürlich aufstellen darf?

Theoretisch hast du aber natürlich recht. Ein Konzern ist nunmal mächtiger als einzelne Menschen und er könnte problemlos solche Regeln aufstellen. Die Frage ist dann aber: Würden die Menschen im Konzern sich das Gefallen lassen? Gegenüber einen „vernünftigeren“ Konzern würde der erste böse Konzern doch sehr schnell an Macht verlieren weil er irgendwann keine Macht mehr aus seinen Mitarbeitern heraus bekommt. Einerseits (im Schlimmsten Fall) weil seine Mitarbeiter sterben/abhauen oder im besseren Fall, weil keiner mehr für diese Firma arbeiten will weil alle wissen, dass sie da nur ausgebeutet werden.

Die gleichen Probleme haben wir also auch auf Staatsebene. Wer will z.B. freiwillig nach Nord-Korea auswandern?

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Nur dass Fiat, wenn man es genau nimmt, nicht viel mit (marxistischem) Kapitalismus zu tun hat :wink:

Das Problem mit dem Fiat-System ist ja, dass jeder Mensch (auch und gerade die Reichen) durch die gesteuerte Entwertung des Geldes gesteuert enteignet werden. Und natürlich schützen die Reichen sich vor dieser Enteignung, indem sie ihren Besitz/Reichtum/Wohlstand/Machtform eben nicht in Form des entwertenden Geldes halten sondern indem sie eine Machtform besitzen, die nicht mit der Zeit so stark verfällt.

In einem Fiat-System ist es also sinnvoll, alles andere zu Besitzen anstatt diesen entwertende Geld: Firmen, Gold, Häuser, Uhren usw.
Denn während das Geld abwertet steigt gleichzeitig der Preis für diese Waren (und damit der kollektive (am Markt) in Zahlen bemessene Wert).

Wenn du also das Geld in einem System systematisch entwertest, dann hat das Folgen auf den Wohnungsmarkt oder Luxusuhrenmarkt: Du erhöhst die Nachfrage nach dieses Objekten und verknappst damit das Angebot.

Die Fiatentwertung ist also ein Markteingriff, ein Eingriff der staatlich gestützt durchgeführt wird (durch die fast demokratisch gewählte Zentralbank).

Der Ursprungssinn von Fiat war sicherlich die Keynes-Marktankurbelung: Mehr Nachfrage schaffen. Kurzfristig kann das die Wirtschaft natürlich beflügeln, langfristig hat das aber drastische Auswirkungen. Auswirkungen, die wir jetzt mit weiteren Markteingriffen wie Staatlicher Wohnungsbau usw. überdecken wollen.

Das Fiatsystem ist ja eine breitflächige Umverteilung. Ursprünglich wahrscheinlich dazu gedacht, den Reichtum der Reichen (durch ihr Geld) an die Armen umzuverteilen, weil das viele Geld der Reichen in Summe mehr entwertet wird als das wenige Geld der Armen. Nur dass die Reichen sich darauf einstellen können und ihr Vermögen eben umschichten können: Weniger Geld besitzen und mehr Sachwerte. Und damit trifft diese Umverteilung eben nicht mehr die Reichen. Im Gegenteil: Mit der Umschichtung sind die Reichen auf einmal die Profiteure des Umverteilungssystem.


Und auch hier sieht man wiedereinmal, dass überall dort, wo es was zu hohlen gibt, werden sich die Schmalzfliegen sammeln um etwas von der Umverteilung „kostenlos“ oder Mühelos abzugreifen. Diese Effekte wirst du bei jeder breitflächigen Umverteilung bekommen und der Abflusseffekt durch diese „Schmarotzer“ wird umso größer, desto länger diese Umverteilung angeboten wird. Denn umso mehr Zeit haben die Menschen, sich darauf einzustellen und lernen, wie sie am Besten davon profitieren. Und umso mehr Menschen erkennen/lernen, wie man das macht.

Auf der Achse zwischen Marxistisch-Kapitalistisch und Sozialistisch/Kommunistisch halte ich das Fiatsystem wegen dem flächendeckendem Umverteilungscharakters ehr auf der Seite des sozialistischem Handwerkzeug. Diese Umverteilung ist eben ein hochgradiger Eingriff in die freien Märkte, was sich makroskopisch durch den Umverteilunscharakter und mikroskopisch durch unfaire Handelsbedingungen mittels frischem neuem Geld für einzelne ausgewählte Halndelspartner auszeichnet: Wer das Geld einfach drucken kann, der kann sich am Markt auch alles kaufen nur dass die Anderen mühevoll für das Geld arbeiten müssen…

Was sagt denn die reine Physik in diesem Fall?

Wird es wärmer, dann verdunstet auch mehr Wasser in der Gleichgewichtsreaktion. Die Atmosphäre wird also feuchter wenn die Erde wärmer wird :grin:

Aber klar hast du recht, die Erde ist groß und es gibt deutliche lokale Unterschiede (alleine schon Meeresflächen gegen Kontinente). Und nur weil es global feuchter wird bedeutet es nicht, dass einige Regionen sogar gegen den globalen Trend trockener werden können (dafür der Rest umso feuchter).

Aber schau dir die Historie der Feuchtgebiete mal an. Glaubst du, dass Deutschland ein Wüstengebiet wird? Ich hab da meine Zweifel. Europa ist von sehr viel Wasser umgeben und über den Meeren wird es mit Sicherheit deutlich feuchter. Dank Wind sollte diese Feuchtigkeit dann auch über die Kontinente verteilt werden (außer wir bremsen den Wind zu sehr ab, mit ca. 20% des theoretisch durchschnittlichen Windaufkommens in Deutschland sind wir da schon gut dabei bei der Energieernte aber auch beim Bremsen des Windes.)
Wenn die Feuchtigkeit also nicht mehr vom Meer über die Kontinente verteilt werden kann, dann werden die Kontinente also natürlich trockener.

(Selbst die Sahara soll mal deutlich grüner gewesen sein, z.B. zur Hochzeit der Ägypter.)

Ich würde natürlich auch wenn wir das perfekte System und 99% gute Menschen haben, nicht Mechanismen wie die Polizei abschaffen, die dann weiterhin gegen jeden vorgehen der vorsätzlich anderen schadet.

Das wäre berechtigte Kritik, wenn ich einen 100%igem Kooperatismus fordern würde.
Ich möchte mehr Kooperation, aber nicht den absoluten Kommunismus.

Wie z.B der Angriff auf die Ukraine, die Europäer näher zusammenbringt und ihnen auch den Pazifismus der hier lange vorherrschte austreibt.

Man muss nicht alle Kriminellen erschießen.
Die Sterilisierung ist sozial akzeptierter, wird aber langfristig (über Generationen) den gleichem Effekt hinsichtlich der Entfernung von Schädlingen haben.
Bei besonders großem Schaden an der Gesellschaft, z. B durch schwere Verbrechen, bin ich aber auch Befürworter der Todesstrafe.

Das stimmt

Die wichtigstem Wirkmechanismen die wir beeinflussen können, sind Wirtschaft, Kultur und Biologie

Du freust dich ja schon richtig darauf deine Kinder an die Front zu schicken. Oder willst du sogar selbst vorne mit dabei sein?

Nun, wenn du die Ökonomie verstanden hast gibt es (wenigstens) eine logische Konsequenz:
Wohlstands-/Macht-Wachstum. Ökonomen sprechen auch vom Wirtschaftswachstum.

Denn nur wenn die Macht der Gruppe größer wird kann jeder was abbekommen ohne Anderen etwas wegnehmen zu müssen. In so einem Wachstumssystem kann 100% Kooperation funktionieren wenn jeder seinen Anteil der neuen Macht abbekommt. Sobald man aber Anderen was wegnehmen muss gibt es eben die Verteilungskämpfe! Und Ohne Wachstum muss die Macht eben Anderen abgenommen werden → die Kooperation in dem System muss sinken.


Was wir aber aktuell erleben ist eine wirtschaftsfeindliche Regierung, die sogar den Kampf gegen Arbeitgeber angesagt hat, eine Ökologielobby, die jegliche Firmen an jeder Stelle Steine in den Weg legen und Klimaaktivisten, die Energie verteuern will um ein Industrieschrumpfen zu propagieren.

Ich sage nicht, dass nicht jeder dieser Aktivisten einen validen Kern in ihren Bereich haben. Aber wenn die Gesamtsituation so wirtschaftsfeindlich geworden ist, dann braucht man sich nicht wundern, wenn die Machteinkommen eben nicht mehr wachsen und die Verteilungskämpfe damit zwangsweise anfangen!

Und genau das ist eigentlich die logische Folge von jeglichen Sozialistischen Systemen. Denn in Sozialistischen Systemen werden ideologische bzw. moralische Probleme über die Ökonomischen Probleme gestellt und das sorgt nunmal wie schon oft Geschrieben für ein Kooperationsverlust in der Gesellschaft.

Nichts, was nicht nachhaltig finanziert werden kann, ist wirklich nachhaltig! Und genau deswegen ist Sozialismus nur auf dem Ersten Blick sinnvoll für die Menschen, eben nur solange wie der Wohlstand der Gesellschaft aufgebraucht ist.

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Du beschreibst hier den Wachstumszwang im Kapitalismus wegen des Privateigentums.

Und weil das gerade nicht mehr möglich ist z.B., also Wachstum auf Kosten anderer, sollen wir länger und mehr arbeiten und es droht der Sozialstaatsabbau.

Früher hat man sowas mit Krieg gelöst und sich so Zugang zu neuen Märkten usw. verschafft. Im Atomzeitalter ist das nicht mehr unbedingt so schlau, obwohl man das gerade zu vergessen scheint.

Und genau deswegen treiben uns diese Obersozialisten in den Krieg?
Du schwätzt einen Haufen Scheiß daher, dass man nur noch Mitleid mit dir haben kann.

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99% aller Menschen, inklusive auch aller anerkannten Politikwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler usw. usf. definieren die Wirtschaftsordnung in der wir leben als Kapitalismus.

Nur eine Handvoll Youtuber und ihre Anhänger in solchen Blasen wie dieser hier nennen das anders.

Warum das so ist, da kann man freilich nur spekulieren. Mein Verdacht ist Propaganda gepaart mit Halb bzw. Unbildung.

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Das nimmt mich jetzt wunder, das der Merz ein Sozialist ist und die Sozialisten sich für die Aufrüstung aussprechen, wer hat dir das erzählt? Oder hast du das dank deinem hochkarätigen politischen und ökonomischen Verständnis selbst herausgefunden?

Sicher wegen seiner Vergangenheit mit Blackrock, quasi die kommunistische Hochburg des Westens :rofl: :joy:

Also bei uns werden die Linken bei so ziemlich jeder Gelegenheit zusammengeschissen das sie die Abschaffung der Armee im Parteiprogramm haben und entsprechende Initiativen schon unterstützt haben. Aber naja, euch kann man wohl einfach alles erzählen.

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Witzig ist ja auch, dass einem sonst in anderen Zusammenhängen dann erzählt wird, dass unser tolles System verantwortlich für breiten Wohlstand sei. Dann ist das aber plötzlich Kapitalismus.

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Ja ich verstehe es auch nicht. Hat uns jetzt der Kapitalismus oder der Sozialismus das Iphone beschert?

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Im Sozialismus gibt es ja angeblich keinen Fortschritt respektive Erfindungen. Das Thema hatten wir hier auch schon. Also in dem Fall muss es der Kapitalismus gewesen sein. ;)

Ist ja auch klar. Ohne Kapitalisten würden wir heute noch ohne Hose rumlaufen und uns die ganze Zeit am freihängenden Sack kratzen. ;)

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Ja als die Sowjetunion den Speedrun von der Agrarwirtschaft zum ersten Menschen im Orbit, erste Raumstation, ersten Satelliten, etc hingelegt hat und all die westlichen Mächte die schon komplett industrialisiert waren komplett im Staub hat liegen lassen, das war bestimmt weil die heimlich Marktwirtschaft gemacht haben.

Den geilsten cope finde ich aber immer wegen China, weil die halt planwirtschaftlich gewisse Branchen entwickeln. Ich muss das mal suchen ob das die Zenursula von der EU war, aber jemand von denen hat ernsthaft gesagt das China ja „schummelt“ und deswegen sind die Autos so günstig und stellen alles in den Schatten was Europa produziert.

Dabei sind Autos jetzt wirklich ein hoch kompetitiver Markt und die Chinesen könne das auch nur hier verkaufen wenn sie sich an die selben Regulierungen halten, diese übliche Ausrede geht also auch nicht..

Aber ja, wahrscheinlich ist nach gewissen Leuten hier China kapitalistisch und Deutschland sozialistisch.

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Ich habe da auch eine Theorie zu.

Also der Grund warum man bei sog. Alternativen eigentlich permanent auf inkonsistente Weltbilder und Argumentationen trifft ist der, weil das am Ende ein großes Sammelbecken für alle Unzufriedenen ist in den sozialen Medien und da mischt sich halt dann an Argumenten alles durcheinander, auch solche, die eben gar nicht zusammenpassen.

Und weil die Selberdenker eben selten wirklich selberdenken plappern die halt dem einen Youtuber dieses nach, dem anderen jenes usw.

Und am Ende kommt da eben sowas bei raus was man hier so lesen kann. ;)

Da werden wir übrigens noch jede Menge Spaß mit bekommen wenn mit der KI sowas erstmal im wirklich großen Stil und gezielt unter die Menschen gestreut wird.

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Du meinst AI macht die noch dümmer. Schwer sich das vorzustellen :rofl:

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Also das ist vll. für die Zeit vor der Digitalisierung wahr, aber ich finde schon das diese so ein Prinzip skaliert, wenn nicht gar aushebelt.

Das würde sicher in einer digitalen Demokratie wie sie in Singapur konzeptionell probiert wird z.B. auch emergieren durch die Entscheidungsfindung jedes Bürgers.

Aber es ist ja unabhängig davon wie viele abstimmen, wenn es digital ist, ist nicht die Anzahl der Teilnehmer beschränkt, sondern eher die Anzahl der Abstimmungen die jeder Teilnehmer in einem realistischen Zeitrahmen schafft der begrenzende Faktor.

Da kann ich mir viele Angebote vorstellen die heutzutage zurecht verboten sind.

Deswegen ist es wichtig sich darauf zu einigen, welche Angebote gut sind und welche evtl. verboten gehören. Im Kontext der Diskussion wäre ja die Frage, ob jemand ein Investment in die Lebensgrundlagen eines anderen angeboten werden soll.

Wenn ich dein Haus aufkaufe und saniere/renoviere, dann wärst du erstmal froh über eine angenehmere Wohnsituation.

Wenn dann jedoch das gute Recht in Anspruch genommen wird, Stück füt Stück die Miete zu erhöhen, da man ja ein Investment gemacht hat muss der ursprüngliche Mieter ausziehen und es kommt zur Gentrifizierung.

Dem Mieter wäre es dann vll. lieber gewesen er hätte seine Wohnung wie gewohnt behalten, statt dann in einer schöneren Wohnung zu sitzen, die er sich aber nach ein paar Jahren nicht mehr leisten kann.

Hier wäre im Kontext des Threads die Frage an dich:

Was würdest du tun, wenn du in einer Demokratie lebst, welche sich dafür entscheidet dieses Angebot nicht mehr zu stellen und z.B. dem Bewohner der Wohnung das Exklusivrecht zuschreibt darüber zu entscheiden, ob die Wohnung renoviert werden soll und er dafür mehr Miete zahlt oder nicht.

Natürlich würden einige Wohnungen verkommen, aber hier würde ich dazu tendieren das Recht zum selbstbestimmten Leben des Mieters über das Eigentumsrecht des Vermieters zu stellen-

Mir ist z.B. nicht klar, wie die ganze Gesellschaft den Bach runter gehen soll von so einer Regelung.

Das Problem am Führer wäre ja, dass er ein Inviduum nicht mehr selbst entscheiden lässt.

Aber dieses ironisch klingende Fall ist ja gar nicht so unrealistisch:

Ein Individuum entscheidet sich für den Führer, da er denkt seine individuellen Interessen dadurch zu stärken. Jedoch führt das dazu das seine individuellen Interessen ab dann immer irrelevanter werden mit der Zeit, da es nun einen Führer gibt.

Also die Zeit ist auch ganz wichtig, denn es kann kurzfristig wirklich dem Individuum helfen, aber langfristig wäre das fraglich. Kann mir vorstellen in einem System mit zentralem Führer sind es Jahrzehnte bis maximal wenige Generationen, bis das dann komplett nach hinten losgeht.

Hier finde ich eine kollektive Entscheidung gegen einen Führer besser als eine individuelle für einen Führer.

Wirklich “gute” Regeln sind für mich auch Regeln, welche eben mehr erzeugen, als eine Umverteilung. Tatsächlich sind langfristig Regeln die eine zentrale Diktatur verhindern sogar zum Wohl des Führers. Denn was sein Ego nicht ahnt während es sich immer mehr Macht einverleibt ist, dass auch sein Leben besser ist, wenn das Volk ihm nicht böse ist.

Denn unsere Glückshormone schütten nicht mehr aus, wenn wir mehr besitzen.

Die Gehirnchemie bleibt eigentlich ähnlich, da hat laut Studien mehr Einfluss mit welchen Genen wir auf die Welt kommen.

Daher ist der Führer selbst ab einer bestimmten Macht unglücklicher, da es eben dann an den zwischenmenschlichen Beziehung zehrt und auch wenn danach das Eigentum des Führers noch größer ist, ist er dennoch unglücklicher geworden.

Muss mir jetzt verkneifen an Zug und Tram zu erinnern, welche mit mehr Sicherheitsvorkehrungen auch diese seltenen Unfälle immer weiter verhindern können. :grin:

Es sind eben oft Faktoren, welche wir nicht bedenken die andere in einer demokratischen Diskussion einbringen können. :handshake:

Was ich sehr oft sehe ist, dass selbst wenn Leute eine Veränderung der Umverteilung im Forum vorschlagen, die Antwort zumeist ist “das ist Umverteilung und damit schlecht”, selbst wenn der Forenteilnehmer vorschlägt 6 Umverteilungen mit einer zu ersetzen.

Stimme bei der Antifragilität zu und finde das Thema äußerst interessant für die Resilienz von Systemen, aber ich muss hier einfach einwerfen, dass jeden Kredit annehmen durchaus schlechter ist mMn. im Kontext von Zeitpräferenz und meiner ggü. Krediten kritischen Ideologie.

Also jeder Ökonom der die Genauigkeit seiner Rechnung oder Vorhersage nicht einordnet und damit genau sagt: “Das ist unter 90% Wahrscheinlichkeit” ist schwierig, da es so wenig gibt die richtig liegen, werden sicher die Meisten nicht mal in der Nähe von 100% sein.

Dazu kommt, dass in bestimmten Positionen gegen die persönliche Moral gehandelt werden muss, z.B. bei Entscheidungen des CEO ist es oft eine Abwägung.

Es kann ja eine Moral sein, die im langfristigen der Firma zugute kommt, wenn diese Moral z.b. die Zusammenarbeit stärkt oder motiviert.

Aber eine Moral, die nur gesellschaftlich relevant ist und der Firma keine Vorteile am Markt gibt, sondern manchmal dann eher Nachteile da eine andere Firma in der selben Zeit produktiv aufsteigen könnte, ist eben kontraproduktiv für einen Machthaber der Firma umzusetzen und “muss” von außen kommen.

Oder dann ist eben “auf die Moral geschissen”.

Nur die externen Effekte welche für alle Unternehmen gleich sein sollten verhindern ein Prisoner Dilemma des Marktes. Also das eine Moral welche negativ für Konkurrenzfähigkeit ist mit der Zeit weniger von allein umgesetzt wird.

Nur wenn diesem Egoismus des prisoner dilemma mit guten Regeln begegnet wird, kann so eine Moral gleichmäßig innerhalb einer Nation aufrecht erhalten werden.

Jetzt ist wie du sagst nur sehr wichtig, dass diese Regel international keine großen Nachteile zwischen den Nationen erzeugt.

Meine Idee wäre mehr an den Grundlagen zu arbeiten, da wir mMn. durch den Additionsbias hierhin gelangt sind.

Also die natürliche Tendenz nicht Regeln wegzunehmen, um ein Problem zu lösen, sondern neue zuzufügen die dann immer kleinteiliger werden.

Am Ende eines großen Demokratieversuchs wird die Antifragilität mit einer besseren Demokratie gestärkt.

Die Frage wäre hier für mich, ob also die Subtraktion in den Regeln immer so schlagartig oder evtl. auch gleichmäßig passieren kann.

Im momentanen System sehe ich kaum Chancen die nötigen Substraktionen gleichmäßig ablaufen zu lassen. Aber umso spannender eben die Frage wie eine Demokratie solche Mechanismen zur Selbstverbesserung gestaltet werden kann, die nicht immer so lange anwächst bis es schlagartig zusammenfällt, um die zu viel gewordenen Regeln abzuschütteln.

Da gibt es doch diese neue Erkenntnis, dass Schlaf evolutionär entstand, um die Magensäure zu regulieren und deswegen sogar sehr primitive Tiere ohne schlaf sterben. :thinking:

Also es gibt interessanterweise schon genetische Veranlagung dazu, wie viel % der Energie welche Systeme verbrauchen dürfen: https://www.youtube.com/watch?v=8vhV8ccSh7A

Dabei interessant ist, dass das Immunsystem zu viel Energie bekommt bei Überschuss, was in unserer sauberen Welt mit zu viel Energie zu den Allergien führen, die von überreaktiven Immunsystemen ausgelöst werden.

Oder am Beispiel von Sport wird der Körper versuchen immer sparsamer zu laufen, wenn wir mehr Sport machen, weil auch die Muskeln ihre verbrannte Energie etwa wie die Blockzeit “einpendeln”, damit es langfristig um einen vorbestimmten Prozentsatz mittelt.

Beschäftigen sich nicht die ersten paar Graphen von https://wtfhappenedin1971.com/ genau damit, dass gerade die Reichen mehr zu profitieren scheinen bzw. es neue Profiteure gibt, welche im Vergleich zum rest immer mehr bekommen als früher?

Also wenn du sagst “gerade die Produktiven” würde ich dir zustimmen, aber Leute die ich als “Reich” bezeichne heutzutage sind oft nicht so produktiv, sondern gut darin Geld z.B. in politischen Einfluss zu stecken, der ihnen durch Regelungen in ihrem Interesse noch mehr Geld zukommen lässt. (Was ich nicht als produktiv sondern egoistische Umverteilung sehe)

Also die EU ist mMn. noch immer ein gutes Stück demokratischer als die EZB.

War es nicht die USA, welche einfach Gold ausgegeben haben, das ihnen nicht gehört und als Frankreich das gefordert hat musste auf Fiat gewechselt werden?

Und seitdem ist die ganze Welt wegen Import/Export Gleichgewicht gezwungen mitzumachen?

Dachte um von der Welthandelswährung in die Armee der USA während des kalten Kriegs umzuverteilen.

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