Du kannst einen Markt, der durch neue Bitcoins subventioniert wird nicht mit einem Markt vergleichen, wo es diese Subvention nicht gibt.
Du kannst also einen Markt, wo aktuell 250.000$ + 450 BTC * 100.000$/BTC = 45250000$ gehandelt werden nicht direkt mit einem Markt vergleichen, auf denen nur die 250.000$ Handelswert ohne die Subventionen existieren. Denn damit blendest du das in Zukunft fehlende Angebot der Subvention aus, was definitiv zu einem Preisanstieg führen wird (solange die Nachfrage nicht absinkt). Egal wie, es wird definitiv dann andere Marktbedingungen geben, die du eben nicht so einfach mit der aktuellen Situation vergleichen kannst.
Also ja, die 250.000$ Transaktionsgebühr sind aktuell gegen die 45000000$ der neuen Bitcoins (Subvention) ein Witz. Die Transaktionen sind aktuell nur 0,5% der Subvention. Ich sehe aber nicht, warum das heutzutage und in den nächsten 10 Jahren zu einem Problem wird. Und in 10 Jahren sieht die Welt sowiso wieder komplett anders aus mit vielleicht besseren Technologien, besseren Regierungen (hust…)
Heutzutage haben wir wie gesagt die Subvention, die die Miner absichert. Aber diese Subventionen werden nicht von heute auf Morgen abgeschafft sondern über die Zeit mehr oder weniger graduell verringert, eben alle 4 Jahre halbiert. Die Miner haben also noch viel Zeit um sich auf den Übergang vorzubereiten.
Die Transaktionsgebühren sind also mit den 0,5% Anteil aktuell absolut irrelevant für die Miner und damit für die Sicherheit. Dass sie heute aber nahezu keine Rolle spielen kannst/solltest du das nicht 1zu1 in die Zukunft fortführen.
In vielleicht 8 bis 16 Jahren wird die Subvention in den Bereich der Transaktionsgebühren kommen (also 50% zu 50%), vielleicht schon früher wenn die Transaktionsgebühren ansteigen. Dann wird sich entscheiden, ob der Markt es schafft für die Sicherheit von Bitcoin aus eigener Kraft aufzukommen oder ob Bitcoin ein zu kleines Netzwerk „bleibt“ und wieder den Weg in die Irrelevanz antritt.
Prognosen für diesen Markt heute schon und rein aus diesen Zahlen abzuleiten halte ich zum Aktuellen Zeitpunkt für höchst fragwürdig, gerade weil der Markt wie gesagt absolut nicht auf den Transaktionsgebühren basiert. Also klar ist das ein Punkt, auf den man in ferner Zukunft schauen muss (> 10 Jahre), aktuell und in naher Zukunft ist es aber absolut nicht relevant für die Sicherheit von Bitcoin.
Was du also hier abstrakt gesehen machst ist einen kleinen Wert (0,5%) zu nehmen und ihn gegen die große Schwankung (99,5%) in die Zukunft zu projizieren. Da dein Wert aber quasi im Rauschen der Subvention untergeht, solltest du auch mit entsprechenden Fehlerbalken arbeiten die aufzeigen, dass die Zukunft absolut ungewiss ist.
Bitcoin ist Dezentral in jeder Ausrichtung was bedeutet, dass alle Komponenten im ständigen Wechselspiel zueinander stehen und sich somit jederzeit wieder neu austarieren und ein neues Gleichgewicht finden. Genau deswegen kann Bitcoin gegen die vielen Einflüsse/Störfaktoren der Welt so gut bestehen und genau das bietet die große Sicherheit von Bitcoin.
Wie gesagt, klar kann Bitcoin noch scheitern und deine Metrik ist vielleicht ein Indiz unter vielen Anderen wie z.B. die Anzahl der Nodes, die Anzahl von benutzten/belegten Bitcoinaddressen, die Google-Trends, der Verkaufspreis/Marktpreis usw.
All diese Metriken können zeigen, wie gut Bitcoin verwendet wird und falls Bitcoin auf dem absteigenden Ast ist werden mehr als nur deine Metrik ausschlagen und Alarm schreien. Zumal die Dollarausschüttung ja nur ein messbarer Indiz der Sicherheit->Hashrate ist aber selber keine wirklich relevante Bitcoingröße ist. Die Hashrate ist da deutlich ausschlaggebender. Beispielsweise könnten Miner auch mit Verlust Minen weil sie entweder Hobbymäßig das Minen betreiben oder andere Vorteile dadurch bekommen wie z.B. eine Heizung. Das relativiert eben die Rechnung Minergewinn->Hahsrate->Sicherheit weiter.
Für den aktuellen Zeitpunkt ist vielleicht eine mittlere Flaute vorhanden, was sich genau so auch in den Google-Trends widerspiegelt, aber solche Flauten sind wie die Historie zeigt kein garant, dass es danach bergab gehen muss, was schon Historisch die 3-4 Erholungen nach den geplatzten Blasen zeigt. Schon garnicht, dass Bitcoin deswegen irgendwann scheitern muss sondern maximal, dass die nächste Blase platzt… oder eben nicht aufgeblasen wird.
Im Endeffekt bleibt einfach die Aussage stehen: Wenn Bitcoin von den Menschen benutzt wird, dann wird es sich auch durchsetzen und die Transaktionsgebühren werden kein Problem sein. Wenn Bitcoin aber nicht mehr benutzt wird, dann werden auch (oder gerade) die Transaktionsgebühren ein Problem werden, da Projekte immer am ökonomischen Gleichgewicht scheitern.
Soll heißen: Egal was du für Zahlen zeigst, die Frage, die du stellst reduziert sich auf die Frage, ob Bitcoin in Zukunft ausreichend benutzt wird oder nicht. Und das kann dir heute keiner beantworten.