Wie XBT schon teilweise geschrieben hat sind wir ja erst bei der Wertspeicherfunktion von Bitcoin.
Da liegt es ja erstmal in der Natur der Sache das die Transaktionsmenge wesentlich geringer ist als bei einem Zahlungsmittel.
Sieht man ja weil die Leute sehr lange hodeln.
Wenn Bitcoin in Jahrzehnten sich eventuell durchgesetzt hat als Zahlungsmittel, dann steigt die Umlaufgeschwindigkeit ja enorm (auch mit 2-Layer) und somit müßte eigentlich auch die Gebührenhöhe extrem ansteigen.
Hier mal die Gebühren von 2022-2024 anhand von Marktkapitalisierung und entsprechenden Anteil in %
Man sieht das der Anteil an der MK erstmal relativ gleich bleibt.
Ich kann jetzt nicht in die Zukunft schauen, vermute aber mal das die Transaktionsgebühren bei höherer Umlaufgeschwindigkeit steigen werden, so das es für Miner weiterhin lukrativ bleiben wird.
Wenn der Mempool das neue Fedwire sein sollte wäre das aus meiner Sicht ein starkes Argument für Bitcoins langfristige Sicherheit: Weil institutionelle Akteure wie Banken, Hedgefonds und Family Offices extrem hochwertige Transaktionen abwickeln, können Gebühren weit über heutigen Niveaus liegen. Für sie handelt es sich um operationale Kosten - vergleichbar mit FedWire-Nutzungsgebühren - die bei Milliardenbeträgen im Verhältnis marginal sind.
Entscheidend ist ihr Eigeninteresse am Netzwerk: Sobald verwaltete Assets eine kritische Masse erreichen, würden Institutionen freiwillig den Sicherheitsaufwand tragen. Das muss nicht durch Protokolländerungen erzwungen werden - Management Fees oder eigene Mining-Investitionen sind denkbare Wege. Steht eigenes Kapital auf dem Spiel, werden selbst egoistische Akteure plötzlich großzügig bei Schutzmaßnahmen die der breiten Masse dienen.
Natürlich hat Bitcoin andere Herausforderungen (poisoned UX, staatliche Regulierung). Aber die Annahme ‚Mempool als Fedwire‘ entkräftet aus meiner Sicht die Sorge, Mining-Rentabilität könne langfristig kollabieren. Solange Wert im Netzwerk steckt, wird Sicherung vergütet werden - egal ob durch Blockbelohnungen oder institutionelle Akteure, die ihre goldenen Gänse schützen.
Letztlich ist es Elite-Ökonomie: Wer $500M transferiert, nimmt gern $50k Gebühren in Kauf. Und wer $50M pro Tag sichert, investiert ohne Zögern in Hashpower. Das ist schlicht kapitalistische Rationalität.
Generell würde ich dir hier recht geben. Allerdings vernachlässigst du hier, dass diese Verdopplungen nur solange nötig sind, bis die Transaktionsgebühren generell größer sind als die neu erschaffenen Coins.
Viele Bitcoiner gehen von dem Modell aus, dass quasi alle 21 Millionen Bitcoins schon existieren und es somit eigentlich keine Inflation gibt. Ein äquivalentes Modell ist jedoch zu sagen, dass mit jedem neuem Block neue Bitcoins erstellt werden. In diesem Modell gibt es also eine Inflation.
Bleiben wir also im zweiten Modell. Da die neu erstellten Bitcoins ein wesentlicher Teil der Mininggewinne sind, wird das Mining aktuell durch Inflation bezahlt. Also aus Coins, „die aus dem Nichts“ erschaffen werden. Diese Coins haben wegen ihrer Gleichheit aller anderen Coins einen Wert oder anders gesagt: Auch in Bitcoin gibt es aktuell einen Cantilioneffekt bzw. einen Wertübertag ohne Transaktionsgebühr, der dabei hilft das Netzwerk zu finanzieren und somit wie bei Fiat von allen anderen Netzwerkteilnehmern indirekt bezahlt wird.
Aber gerade weil dieser indirekte Bezahleffekt mit der Zeit immer geringer wird gibt es so ein Vorschussvertrauen in das Netzwerk. Deswegen rechnen ja viele mit dem ersten Modell: Es gibt schon alle 21 Millionen Bitcoins und damit kann man jegliche Inflation ignorieren.
Beide Modelle sind äquivalent und liefern exakt die gleichen Vorhersagen in der Realität, aber man muss eben aufpassen, dass man nicht beide Modelle in einem Gedankengang vermischt, denn dann baut man auf einer fehlerhaften (widersprüchlichen) Basis auf.
Worauf ich aber eigentlich hinaus will ist: Das Netzwerk wird nicht einfach nur durch neue Coins gesichert sondern auch durch Transaktionsgebühren. Ja aktuell sind die Transaktionsgebühren klein gegenüber dem Wert der neu erstellten Coins. Aber wann ändert sich das?
Aktuell gibt es dem Mempool nach Transaktionsgebühren von 0,01 Bitcoins pro Block (ehr etwas mehr), was trotzdem klein ist gegen die 3,125 Bitcoins, die neu erstellt werden.
Wie realistisch hältst du diese Szenarien?
Die Transaktionsgebühren sinken immer weiter ab?
Die Transaktionsgebühren bleiben immer ungefär gleich?
Die Transaktionsgebühren steigen sogar an?
Klar gibt es immer noch viele verschiedene und wechselhaftere Szenarien, aber schauen wir uns doch ersteinmal an, was passiert, wenn die Transaktionsgebühren immer ungefär in dem Bereich von 0,01 bleiben. Dann bringt ein neuer Block in 8 Halbierungszyklen, also in 32 Jahren, genauso viel Wert durch neue Coins wie die Transaktionsgebühren. Der Gewinn der Miner ist dann also 50% durch neue Coins und 50% durch Gebühren.
Ab diesem Zeitpunkt wird die Erstellung neuer Coins immer unwichtiger und die Gewinne durch Transaktionsgebühren immer wichtiger. Ich meine stell dir mal die Erstellrate der Coins nach 12 weiteren Jahren vor (insgesamt in 44 Jahren). Dann gibt es Pro Block nurnoch 1/10 neue Coins und 9/10 Transaktionsgebühren.
Sollten das Szenario der gleichbleibenden Transaktionsgebühren also zutreffen, dann benötigt das Bitcoinnetzwerk lediglich 44 Jahre um praktisch unabhängig von neu erstellten Coins zu werden.
Die Frage ist also: Für wie wahrscheinlich hältst du es, dass die Transaktionsgebühren so bleiben? Ich persönlich könnte mir sogar ehr vorstellen, dass die Transaktionsgebühren sogar ansteigen werden und das Netzwerk sich somit noch früher selber finanzieren kann, ohne auf die Erstellung neuer Coins angewiesen zu sein. Aber klar hast du recht: Sollte das Interesse an Bitcoin schwinden und somit auch die Gebühreneinnahme herunter gehen, dann zeigt dass, dass das Netzwerk sich eben nicht selber von innen heraus halten kann und somit langfristig kaputt gehen wird.
Ein weiterer Punkt ist, dass der Wert der Bitcoins sich nicht unbedingt verdoppeln muss um trotzdem das Bitcoinnetzwerk ausreichend sichern zu können.
Wenn wir davon ausgehen, dass Bitcoin für die Sicherung des Netzwerkes eine gewisse Menge an physikalischer Energie benötigt, dann muss der Gewinn der Miner sicherstellen, dass die Miner ausreichend ökonomische Energie (ich benenne das gerne als Macht) einnehmen müssen um diese Energie finanzieren zu können. Wie die Miner diese Macht einsammeln ist dabei ersteinmal zweitrangig. Also ob sie durch neu erstellte Coins die Macht der Menschen indirekt bekommen oder ob sie durch Transaktionsgebühren die Macht direkt überwiesen bekommen ist für diese Betrachtung völlig egal. Hauptsache die Miner erhalten die Macht um das Netzwerk sichern zu können.
Aktuell können die Miner das Netzwerk ziemlich sicher sichern und die Menge an physikalischer Energie, die in das Netzwerk fließt steigt sogar aktuell immer noch weiter an. Aktuell gilt das Netzwerk somit als absolut sicher. Aber das Netzwerk wäre auch trotzdem noch sicher, wenn nur 1/2 der physikalischen Energie in das Netzwerk fließen würde. Das Problem ist nur, dass keiner sagen kann, wie viel Enerige wirklich benötigt werden würde, also wie viel Energie wir zu viel für die Sicherheit ausgeben. Trotzdem denke ich, dass es dem Netzwerk nicht unbedingt schaden würde, wenn es um den Faktor 1/2 schrumpfen würde (bzw. eben nicht weiter wachsen würde).
Wenn der Bitcoinwert sich also ein Halving-Zyklus mal nicht verdoppelt, dann werden eben einige Miner aus dem System gespült, die sich nicht mehr finanziell über Wasser halten können. Solange aber immernoch mehr als ausreichend Energie in die Sicherung fließt ist das absolut nicht gefährlich für Bitcoin.
Auch hier die Gegenfrage: Wie viel denkst du kann man an Minern(Energie) wegnehmen, bevor Bitcoin als unsicher und Angreifbar gilt?
Ich persönlich glaube, dass hier mehr als zwei Halvingzyklen durchaus drin sind, die gemacht werden könnten ohne dass der Preis signifikant steigt und trotzdem noch ausreichend Miner die Sicherheit des Bitcoin schützen würden.
Ich persönlich denke, dass Bitcoin aktuell ein Wertspeicher ist, gerade weil sich sein Wert immer weiter nach oben korrigiert und es daher absolut nicht sinnvoll ist von Bitcoins zu trennen. Du hast recht, dass das nicht unendlich lange weiter gehen wird und ich sehe auch, dass diese Steigerungen immer langsamer werden. Aber sobald die Steigerungen nicht mehr so gut wie jedes andere Asset ausperformt, dann werden auch immer mehr Menschen ihre Bitcoins verwenden wollen.
Wenn Bitcoin also nicht mehr einfach nur durch das Herumliegenlassen im Wert steigt (zumindest nicht mehr als eine normale Inflation/Deflation), dann werden immer mehr Menschen anfangen es wieder in andere Assets zu investieren: Das was die Menschen haben wollen: Urlaub, eine Firma gründen,… Was sie eben so haben wollen. Ab diesem Zeitpunkt wird Bitcoin erst richtig zu Geld. Denn dann wird es nicht nur gekauft um es herumliegen zu lassen sondern dann wird es als Wert verwendet und wie Euros oder Dollar wirklich zum Handeln benutzt. Dann kann man sich in der echten Welt eben auch beliebige Dinge leisten, die nicht immer gegen Bitcoin abgestuft werden.
Denn in dieser Zeit wird es wieder Firmen geben, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, sodass der Firmenwert oder der Handelswert wieder mehr steigt als Bitcoin versprechen kann. Zu dieser Zeit ist Bitcoin einfach nur herumliegen lassen zwar immernoch besser als heutiges Fiatgeld herumliegen zu lassen, aber reich wird man damit nicht. Reich bzw. wohlhabender wird man dann nur wieder mit einer Idee, die den Menschen gefällt und wo die Menschen gerne ihre Bitcoins ausgeben werden. Das sind die Zeiten, wo Bitcoin wirklich zu Geld wird und nicht mehr nur ein Wertspeicher ist.
Was meinst du: Erreicht Bitcoin diese Umstellung auf Geld oder wird es vorher wertlos? Denn von dieser Einschätzung hängt eben ab, ob die Transaktionsgebühren ausreichen werden um das Netzwerk am Leben zu halten, oder eben nicht…
Ich halte das für sehr realistisch, dass sich der Kurs von Bitcoin lang genug verdoppelt, und irgendwann die Gebühren ausreichen/übernehmen werden. Aus drei Gründen:
Nicht nur steigt die Nachfrage mit jedem Zyklus extrem an. Wir sehen gleichzeitig ein immer weiter schwindendes Angebot auf den Börsen. Was bedeutet dass immer mehr Käufer langfristig Hodln. Alleine dieses Muster könnte in Zukunft schon ausreichen, um den Kurs ausreichend zu befeuern. Dass jetzt auch noch Michael Saylor, BlackRock und Co. anfangen damit zu werben, dass endloses Hodln die beste Strategie ist, wird diesen Trend wohl noch weiter schreiben.
Viele Zahlen sprechen dafür dass wir noch sehr früh dran sind. Die Anzahl der Transaktionen auf dem Main Layer werden eine weitere Kennzahl dafür sein. Man kann sich leicht ausrechnen, wieviele Personen nötig sind, die monatlich nur eine Bitcoin Transaktion machen müssten, um ihr Gehalt zu sparen und damit die Blockchain komplett zu füllen. Demnach scheinen das immer noch verblüffend wenig zu nutzen.
Die großen Player kommen erst jetzt. Wie bereits geschrieben, reichen nur wenige Player aus, um die Blockchain randvoll zu befüllen. Und die ganz Großen (Länder und andere international agierende Entitäten) werden den Vorteil von Bitcoin, dass kein Vertrauen nötig ist, voll ausschöpfen. Und dafür sind nunmal Onchain Transaktionen nötig.
Es fühlt sich (für mich) komisch an, davon zu reden dass wir noch sehr früh dran sind. Aber das wird nur daran liegen dass Bitcoin „schon“ 16 Jahre existiert und wir eben im Hier und Jetzt leben. In 10 Jahren werden wir uns wohl alle einig sein, dass wir heute wirklich früh dran gewesen sind.
Dieser Satz wird Mantramässig von etlichen Bitcoin Vertretern im digitalen Space wiederholt. Es ist ein Aufruf an neue Investoren die unsicher sind, weil der Preis von über 100‘000 k sehr hoch ist. Wie soll man diesen Preis begreifen? Wir reden hier von simplen Zahlen die man selbst verwaltet.
Als langjähriger Bitcoin Investor kann man sich freuen, denn seit Januar 2023 steigt der Preis ohne eine Decke zu sehen. Ein Neuling - berate grad den Freund meiner Tochter - der sich fürs Thema interessiert & sein Studentenjob gibt nicht viel her. Wenn der Kurs korrigiert - und das tut Bitcoin immer wieder - sind diese Klein Investitionen schnell gefährdet.
Mein Rat war, er solle nicht in Fiatwährungen denken, sondern sich das akkumulieren von SAT,s vor Auge halten. Denn es sind genau diese SAT Zahlen die die Zukunft schreiben werden. Das Gefühl er sei spät dran kann und will ich nicht verleugnen. Im digitalen Raum sind 15 Jahre eine Ewigkeit. Technologien darin wandeln sich. Auch Bitcoin erfindet sich im Narrativ ständig neu. Stichworte wie Bitcoin Reserve Companys hört man heute wie damals vor der Burg auf dem Marktplatz: „Bitcoin Bitcoin zu verkaufen frische BITCOIN zu verkaufen Kosten nicht viel geschätzte Kundschaft.“
Zuletzt noch zur Sicherheit - sicher ist unser Tod, davor leben wir denn Bitcoin ist eines der spannendsten technologische Erfindung die man erfahren kann.
Denke hier hast du eine guten Punkt. Die akkumulierten Bitcoin werden sich bewegen. Das sieht man heute gut an den Strategien der traditionellen Banken die erkannt haben es ihren Kunden anzubieten und deren Bitcoin zu verwalten. Ob die künftigen Verschiebungen der Bitcoinbestände die Sicherheit des Netzwerkes garantieren dass kann ich nicht abschätzen. Da es um viel geht wird sicher etwas dazu kommen. Man sieht es doch laufend, Ständig kommt etwas Neues im Zusammenhang mit Bitcoin, eine neue Firma, ein Produkt, eine Dienstleistung.
Das scheitern von Bitcoin wird immer wieder hervorgezaubert. Scheitern können wir mit unseren Entscheidungen. Bitcoin hingegen ist eine solide Grundlage die weiterhin gut gesichert werden will.
Habe mir jetzt nicht den kompletten Beitrag angeschaut aber hier mal ein paar andere Denkanstöße:
Jeder geht momentan davon aus, dass Mining ein Business ist und bleibt, welches Profite abwerfen muss als Anreiz, damit das Netzwerk gesichert wird.
Was wenn es in Zukunft kein Businessmodell mehr ist sondern einfach ein Teil des „Staatsapparates“ welches durch Steuern etc finanziert wird.
Wir gehen doch davon aus, dass Bitcoin Geld aus den anderen Vermögenswerten aufsaugen wird und somit Bitcoin die größte respresentative Vermögensmenge eines Landes werden könnte. Länder kaufen Bitcoin, Firmen kaufen Bitcoin und Individuen kaufen Bitcoin, glaubt ihr nicht, es liegt im interesse des Staates dieses Vermögen zu schützen auch wenn der Schutz mehr kostet als das mining einbringt? Auch hier könnte es theoretisch zu einem mining Wettrüsten der Staaten kommen.
Im Endeffekt ist das Militär auch nix anderes. Schutz des Landes/Vermögens des Landes finanziert durch Steuern.
Sollte es dazu kommen, dann wird Bitcoin zu 100% scheitern, früher oder später. Denn das würde bedeuten, dass Bitcoin nicht eigenständig lebensfähig ist, also nicht aus sich heraus ausreichend Macht einsammeln kann sondern immer darauf angewiesen ist, dass es extern subventioniert werden muss.
Solche externen Subventionen würden aber bedeuten, dass Bitcoin auf diese Subventionen angewiesen ist, aber erstmal selber keinen Einfluss darauf hat, ob, wie und wann diese Subventionen fließen.
Das bedeutet, dass irgendwann zwangsweise der Punkt kommen wird, wo der Staat oder andere externe Quellen einfach keine Lust haben oder es sich ökonomisch einfach nicht mehr leisten können dieses System zu subventionieren.
Nein, Bitcoin muss sich selber finanzieren können was aktuell nur durch Transaktionsgebühren geht (und die angesprochene Inflation bzw. Erstellung der neuen Coins). Kann es das nicht, dann wird Bitcoin ziemlich sicher scheitern. Vielleicht nicht sofort, aber spätestens mit dem Scheitern des Systems, das Bitcoin so fördert.
Edit:
Das Militär als Vergleich ist eigentlich ein gutes Beispiel, denn auch das Militär bietet den Menschen Schutz. Aber auch beim Militär kann man ersteinmal nicht sagen, wie viel Schutz wir wirklich benötigen und ob wir nicht zu viel ins Militär investieren. Wir können bei einem Angriff nur sagen, ob wir ausreichend investiert haben um uns verteidigen zu können oder ob es nicht ausgereicht hat und wir mehr hätten investieren sollen.
Aber auch diese Sicherheit ist nicht zwangsweise vom Staat abhängig, auch wenn der Staat es aktuell finanziert. Denn dieser Schutz ist fast wie ein Grundbedürfnis der Menschen anzusehen: Die meisten Menschen wollen diesen Schutz haben und sind somit freiwillig bereit für diesen Schutz zu bezahlen.
Wenn das so ist, dann ist es auch egal, ob die Armee durch einen Staat oder mehrere Sicherheitsfirmen realisiert wird. Diese Firmen können sich aus dem Bedürfnis nach Schutz selber finanzieren.
Das Problem kommt aber eigentlich erst auf, wenn ein Staat anfängt diesen Schutz planen zu müssen. Denn dann investiert er entweder zu viel (und nimmt den Menschen zu viel ihrer Werte bzw. Macht dafür ab) oder er investiert zu wenig und die Menschen würden gerne mehr investieren, aber das Geld kommt durch den Staat nicht dort an, wo es hin soll (z.B. Korruption) bzw. der Staat bietet mehr Schutz einfach nicht an.
Das Gleiche kannst du dann auch für das Mining sagen: Entweder der Staat investiert mehr Geld in das Mining als die Menschen eigentlich wollen (oder es sich leisten können) oder der Staat finanziert das Mining zu wenig. Beide fälle sind ökonomisch nicht wirklich gut.
Im Endeffekt ist Bitcoin aktuell so gut in der Ökonomie, gerade weil jeder Mensch selber und eigenständig entscheiden kann, wie viel er für Transaktionsgebühren oder das Mining ausgeben will. Bitcoin ist aktuell in jeder Hinsicht ein weltweit freier Markt und das ist das eigentliche Alleinstellungsmerkmal unter allen irgendwie regulierten Assets der Welt. Genau deswegen entwickelt sich Bitcoin so gut, weil es ein freier Markt ist.
Und um genauer zu sein: Bitcoin ist nicht nur ein Markt sondern alle Aspekte in Bitcoin bilden viele Märkte, die ineinander greifen. Alle diese Märkte: Das Mining, die Blockchain (Speicherplatzangebot), der Bitcoinhandel selber usw. sind frei und finden in ihrem Marktbereich ihr eigenes Optimum. Und all diese freien Märkte sind eng miteinander verzahnt und Optimierungen in einem Markt haben Auswirkungen auf all die anderen Märkte, die sich so auf die Veränderung einstellen und sich selber wieder optimieren. Das ist der Grund, was Bitcoin in jeder Hinsicht Resilient macht, das ist der Grund, warum Bitcoin dezentral ist und warum die Menschen Bitcoin einen Wert giben.
Wenn auch nur einer dieser Märkte doch in Zukunft darauf angewiesen ist, dass er subventioniert werden muss, dann scheitern alle anderen Märkte früher oder später auch an dieser zentralen Problematik.
Klar werden immer größere Entitäten (Firmen, Staaten) an diesem freien Markt zerren und es kann auch problemlos Subventionen geben. Aber dann verdienen die Miner eben mehr als sie ohne diese Subventionen verdienen würden. Klar kann der Staat Miner verbieten oder Steuern verlangen, dann verdienen die Miner in diesem Land eben weniger und geben ihre Gewinne an die Miner im Ausland ab (Genau das ist die Funktionsweise der Optimierung des freien Marktes, sich an jede Situation anzupassen und immer ein neues Optimum für sich zu finden, egal was die Störung von außen auch immer ist).
Sollten diese Märkte es aber ohne Subventionen nicht schaffen, das Netzwerk zu sichern, dann ist das Netzwerk nicht mehr dezentral und abhängig von den Subventionen. Dann haben wir einen Teilaspekt von Bitcoin gefunden, der kein freier Markt ist sondern nur durch Zwang oder die Freundlichkeit anderer externer Spender angewiesen ist. Dann wird es auch an diesem Punkt früher oder später scheitern weil es irgendwann einmal diese benötigte Macht/Energie nicht bekommt.
Exakt. Allerdings ist genau das der Punkt, an dem ich schwere Zweifel habe. Es gibt L2-Lösungen wie Lightning, die die wenigen Transaktionsgebühren auf dem Mainlayer schon reduzieren.
Und betrachten wir uns doch selbst: Die wenigen Onchain-Transaktionen kommen von monatlichen Sparplänen und nicht davon, dass wir 3x am Tag was mit Sats bezahlen. Daran wird sich auch nichts ändern, solange mir das Finanzamt im Nacken sitzt, wenn ich mit Kryptos meinen Kaffee bezahlen will.
Recht viel weiter können sie nicht fallen. Ok, die Blöcke können noch leerer werden. Konkrete Antwort: Von dem Ordinals-Hype abgesehen sind die Gebühren schon sehr lange auf diesem niedrigen Niveau - obwohl der Bitcoin auf Alltime-High ist. Also Interesse an Bitcoin ist da, aber die Transaktionen werden sogar weniger. 98,5 % der Einnahmen des Netzwerks stammen aus den neuen Bitcoin (Mittelwert der letzten Monate, hatte ich mal ausgerechnet). Maximal 1,5 % aus Transaktionsgebühren, Tendenz aktuell eher sinkend.
Sollten die Transaktionseinnahmen in 44 Jahren noch so sein wie heute, dann hat sich das Bitcoin Security Budget pulverisiert und ein Großteil der Miner hat aufgegeben.
Das Interesse an Bitcoin muss überhaupt nicht schwinden. Bitcoin muss nur exakt weiter so verwendet werden wie bisher. D.h. man hat im Monat 1-2 Transaktionen um seinen auserwählten Wertspeicher zu HODLn. Mehr macht man nicht mit Bitcoin. Das reicht schon für ein Scheitern. Das ist ja mein Problem.
Sehe ich auch so, 1, 2, vielleicht noch 3 Zyklen ist das so durchhaltbar. Länger aber nicht. Der Halving-Zyklus ist brutal und führt langfristig einfach dazu, dass die Menge der neu erschaffenen Bitcoin pro Block auf 0 geht.
Das denke ich zu 100 % auch. Aber Du musst den Gedanken zu Ende führen: Das nutzt dem Netzwerk gar nichts. Du wirst auch in 10 Jahren vermutlich dein Auto, deinen Urlaub etc. in der Form mit Bitcoin bezahlen, dass Du Bitcoin erst an einer CEX oder DEX wieder in Fiatgeld tauschen wirst. Ok, Du hast dann eine größere Transaktion, die Du dorthin sendest, davon haben die Miner ein paar Sats Gebühren. Ab dann tauscht Du wieder zurück in Fiat, um deine Investitionen zu bezahlen. Ich denke überhaupt nicht, dass Bitcoin sich für direkte Zahlung eignet. Ich möchte nicht wissen, wie schlecht der Umrechnungskurs - zu meinen Lasten - aussieht, wenn ich nur einen Kaffee bezahlen möchte. Der renditestärkere Weg wird immer sein: Bitcoin an Börse verkaufen, dann mit Fiatgeld bezahlen, was man möchte.
Hier sehe ich also leider keinen Weg das Netzwerk langfristig zu sichern.
Ich habe in einem anderen Beitrag schon mal berechnet, dass das Netzwerk bei gleichbleiben Transaktionsgebühren und wegfallenden neu geschürften Bitcoin in etwa einen Bitcoinpreis von 6,5 Mio. Dollar benötigt, um das Netzwerk einigermaßen stabil zu halten.
Allerdings zweifle ich heute daran, denn das die Blöcke so leer sein würden wie aktuell, das hatte ich damals nicht auf dem Schirm, schau Dir einfach die aktuelle Situation an:
Woher kommen deine schweren Zweifel denn genau?
Du zweifelst also an, dass Bitcoin noch so lange überlebt, bis es sich von Transaktionsgebühren selber finanzieren kann…
Dass es Lightning gibt und dieses die Transaktionsgebühren durch Bündelung der Transaktionen reduzieren ist klar. Aber warum sollte das Netzwerk dadurch unsicherer werden? Klar reduziert es im ersten Augenschein die Transaktionsgebühren, aber doch nur, wenn diese zu hoch sind.
Wie ich oben schon geschrieben habe ist der Speicherplatz ein eigener freier Markt im Bitcoin-Ökosystem. Das bedeutet er balanciert sich mit all den anderen Märkten in Bitcoin selber aus und findet immer eine optimale mittlere Position.
Einfache Marktprinzipien sind z.B: Wenn der Speicherplatz in der Blockchain zu knapp ist, dann steigt der Preis für diesen Speicherplatz. Umso teurer aber die Gebühren sind, desto mehr Menschen werden andere Wege suchen um Transaktionen durchführen zu können (Bargeld, Lightning,…) Umso teurer die Gebühren also sind, desto weniger Menschen sind bereit diese noch zu bezahlen.
Wenigstens diese beiden Effekte kämpfen auf dem Markt immer gegeneinander, aber das Grundprinzip des freien Marktes ist, dass die Effekte, die den Preis hochziehen mit steigendem Preis immer schwächer werden und die Effekte, die die Preise am Markt absenken mit sinkenden Preisen auch schwächer werden. Daraus resultiert, dass der freie Markt immer wieder zurück zur Mitte gezogen wird. Wie wenn zwei Federn eine Kugel an den entgegengesetzten Seiten festhalten, dann kann die Kugel zwar um ihre Gleichgewichtslage herum schwingen, aber umso weiter sie von der Position weggezerrt wird, desto mehr Kräfte ziehen sie wieder zurück zur Mitte und halten das Gesamtsystem stabil, auch wenn es durch Anschlagen (externe Eingriffe) gestört wird.
Und das ist auch beim Speicherplatz so. Wenn der Speicherplatz wieder billiger wird weil zu viele Leute andere Transaktionswege benutzen, dann sinkt der Preis und gibt somit wieder Anreize, Onchaintransaktionen durchzuführen.
Und solange die Blöcke nicht komplett voll sind gibt es wohl auch keinen wirklichen Anreiz dafür, Lightning zu verwenden.
Dass die Blöcke aktuell an einem Wochenende, wo in Amerika Nacht ist und in Europa frühe Morgenstunden kaum Menschen Transaktionen machen finde ich jetzt erstmal in den frühen Stadium noch nicht wirklich besorgniserregend. Noch haben wir ja die Subvention durch neue Coins.
Ja, aber es ist doch auch völlig egal wofür die Menschen Bitcoin verwenden und wofür nicht. Du zeigst hier subjektive Beispiele, aber vernachlässigst damit die Beweggründe, die andere Menschen, Firmen, Vereine oder Staaten haben können.
Also ja, da es sinnvoll ist Bitcoin ehr zu halten als auszugeben gibt es aktuell noch relativ wenig Transaktionen. Wie oben geschrieben wird sich das in Zukunft aber ändern. Einerseits weil es in Zukunft eben auch einen deutlich größeren ökonomischen Vorteil geben wird, die Bitcoins auszugeben und andererseits, selbst wenn deine pessimistische Sicht eintreten sollte, dann werden viele Bitcoins verkauft werden, was die Transaktionsgebühren auch wieder ansteigen lässt…
Wie gesagt, Bitcoin ist in jeder Hinsicht ein sich selbst regulierendes System. Du verkennst hier also zeitliche Aspekte, die auch in Zukunft für viele Menschen/Firmen/Staaten eine Rolle spielen können.
Und zusätzlich zur zeitlichen Komponente kommt noch die räumliche Komponente. Ja vielleicht ist Bitcoin hier in Deutschland noch nicht so notwendig weil unser Bankensystem noch relativ effizient (kostengünstig) funktioniert. Vielleicht wird das Benutzen von Bitcoin hier sogar erschweert, sodass hier lokal weniger Menschen bitcoin verwenden werden. In anderen Ländern sieht die Situation aber komplett anders aus. Und für internationale Firmen sieht die Lage auch wieder völlig anders aus.
Jeder kann es verwenden, aber keiner muss es verwenden. Nur weil du vielleicht keinen Nutzen an Bitcoin siehst außer es zu sparen bedeutet es eben nicht, dass es nicht noch andere Menschen gibt, die mehr Ideen oder Fantasie haben wie sie Bitcoin für ihren Vorteil nutzen können und deswegen auch bereit sind z.B. Transaktionsgebühren dafür auszugeben. Die Ordinals sind da wohl ein gutes Beispiel, auch wenn diese Blase relativ schnell wieder abgeflacht ist. Berichte aus Afrika, Butan oder andere Bitcoininseln zeigen aber, dass solche Ökosysteme prinzipiell funktionieren und diese auch bereit sind Transaktionsgebühren dafür auszugeben (z.B. weil Bitcoin günstiger ist als ihr eigenes Bankensystem). Auch beliebige Flüchtlinge können heutzutage schon gut Bitcoin verwenden…
Wie gesagt: Nur weil du vielleicht keine Ideen hast, wie Bitcoin weiter dein Leben bereichert und du deswegen pessimistisch auf die Zukunft schaust bedeutet es nicht, dass alle Menschen so auf Bitcoin schauen. Es müssen ja nicht alle Menschen der Welt Bitcoin gut finden und benutzen, es reicht, wenn ausreichend viele Menschen Bitcoin gut finden.
Gegen jedes deiner Einzelbeispiele kann man also andere Menschen aufzählen, die dafür einen Anreiz haben um Bitcoin zu verwenden. Und du kannst dann wieder andere Gegenbeispiele finden, wo Bitcoin eben nicht weiter kommt. Ich denke also nicht, dass ich deine Zweifel jemals mit Argumenten ausräumen kann.
Wirklich wissen können wir die Zukunft nie, wir können sie nur anhand unseres Wissens und aufgestellten Modellen abschätzen. Diese Diskussion geht also nur darum, ob wir glauben, dass es in Zukunft ausreichend Menschen gibt, die Bitcoin benutzen um das Netzwerk zu sichern oder nicht. Fakt ist, dass dies aktuell nicht der Fall ist (also dass die Sicherheit eindeutig durch die Subvention der neuen Coins entsteht).
Warum sollte das so sein? Wie oben geschrieben, selbst wenn die Bitcon/Satoschi-Einkommen so bleiben, dann ist in 44 Jahren das Einkommen der neuen Bitcoins irrelevant. Die Frage ist also, wo der Dollarpreis dann stehen wird.
Glaubst du dass es unrealistisch ist, diesen Bitcoinpreis in 44 Jahren zu haben? Also ich denke, das ist mehr als ausreichend Zeit um Bitcoin zu diesem Kurs zu verhelfen. Dazu müsste Bitcoin nur 10% pro Jahr weiter steigen um von 100000 auf 6,6 Mio zu steigen. Und wie gesagt, selbst wenn es nicht so stark wächst, dann kann es sich auch ein klein wenig Verlust des Sicherheitsbudgeds auch leisten.
Da bin ich mir absolut nicht sicher. Wenn man sich die Stabilität des Fiatsystems der letzten Jahre anschaut, dann glaube ich nicht, dass das Fiatsystem in 10 Jahren noch so stabil ist, wie du hoffst. 10 Jahre vielleicht noch, aber keine 44 Jahre.
Hast du dir einmal die gleichen Sicherheitsüberlegungen für das Fiatsystem gestellt?
Denkst du deren Exponentialkurven werden noch 44 Jahre so weiterlaufen können?
Solange es keine wirklichen wirtschaftlichen Reformen in den USA und in Europa gibt, solange werden diese Exponentialkurven auch weiter exponential steigen und damit zunehmend aufzeigen, warum es Bitcoin überhaupt gibt.
Außerdem ist das Benutzen von Bitcoin ein Benutzen, egal ab es nur als Zwischenwert für eine Sekunde benutzt wurde oder lange von den Menschen gehalten wird. Ja es wird sich vielleicht nicht als Zahlung zwischen Menschen, die auch in Euro bezahlt werden, benutzt werden, aber wenn du Zahlungen in andere Währungen machst, dann kann Bitcoin ein guter Austauschwert sein… Aber diese Diskussion (Andere Menschen sehen eine Usecase in Bitcoin) haben wir ja oben schon geführt.
Wie gesagt, die Zukunft ist ungewiss und solange du glauben willst, dass Bitcoin scheitern wird, solange wirst du auch Modelle finden, die zeigen dass es scheitern wird. Genauso wie ich dagegenhalten kann und entsprechend andere Modelle aufzeigen kann. Das Allzeithoch bei Bitcoin zeigt jedoch mit Sicherheit ist Bitcoin noch nicht gescheitert. Und das kann noch eine ganze Weile lang so weiter gehen, gerade weil es in so gut wie jeder Hinsicht resilient ist, gerade weil es in so gut wie jeder Hinsicht ein freier Markt ist, der sich von alleine ohne externe Steuerung austarriert.
Es gibt gefühlt wöchentlich mehr als 100 Stunden Podcasts/Videos im deutschsprachigen Raum zum Thema Bitcoin. Dabei wird nahezu jeder finanzielle, kulturelle, philosophische und politische Aspekt immer wieder von allen Seiten betrachtet, beleuchtet und durchdiskutiert. Es wird kokettiert, „wir finden den Fehler bei Bitcoin nicht“, das oben angesprochene Problem, mit dem ich die Leute auch schon konfrontiert habe, wird immer gleich beantwortet:
„Der Kurs ist bis dahin in ganz anderen Höhen. Die Welt wird Bitcoin bis dahin als Zahlungsnetzwerk angenommen haben usw.“
Eine befriedigende Antwort, die sich so detailliert wie hier mit dem Problem auseinandersetzt, also faktisch und nicht nur HOPIUM, habe ich bis jetzt nicht erhalten.
Wir haben den Kern sowieso schon herausgearbeitet in der Diskussion:
Die Transaktionsgebühren müssen im Zeitverlauf einfach stark steigen, das ist alternativlos. Ebenso sollten sich natürlich die Blöcke füllen.
Ich gehe „beim besten Asset der Welt“ nur ungern in die Hopium-Schiene, ich hätte gerne schon heute, dass das so funktioniert, wie es auch später angeblich funktionieren soll, nein MUSS, damit das ganze System nicht implodiert!
Tut mir leid, da haben wir jetzt was durcheinandergebracht, vielleicht meine Schuld. Es sind natürlich nicht 6,5 Mio Dollar in 44 Jahren.
Hier eine korrekte Zeitreihe, mit angenommenen 5 % jährlicher Inflation (zur Vereinfachung nur mit 20 % pro Halving gerechnet, also einfach 5 %x4 Jahre), ausgehend von einem Kurs von heute 100.000 Euro und gleichbleibenden Transaktionsgebühren, nur um die Einnahmen des Netzwerks stabil zu halten!
Notwendiger Kurs pro Bitcoin um die Einnahmen des Netzwerks stabil zu halten (Transaktionsgebühren konstant wie heute).
Das würde also bedeuten, dass der Bitcoinkurs irgendwann wenigstens bei 365 Millionen Euro stehen muss um das Sicherheitsbudget vom heutigen Niveau zu halten.
Zu beachten ist dabei, dass dies eine absolute Grenze ist. Die Zahl geht nicht mehr weiter höher weil weitere Halvings dann keinen nennenswerten Einfluss mehr auf das Sicherheitsbudget hat (weil die Transaktionsgebühren dann ziemlich sicher deutlich größer sind als die neuen Coins).
Sollte Bitcoin also diesen Preis erreichen, gerne auch schon früher, dann ist es in deinem Modell sicher.
Dieser Zahlenwert ist eine extrem negative Abschätzung weil
Wir die Transaktionsgebühren auf einem extrem Niedrigen Niveau fortführen (0,01 BTC pro Block) Umso höher die Transaktionsgebühren sind, desto früher ist diese Grenze erreicht (kann also nicht weiter exponentiell wachsen).
Wir von der heutigen Bitcoin Akzeptanz ausgehen, es aber noch deutlich mehr Menschen in das Bitcoin-Netzwerk hinzu kommen können. Umso mehr Menschen Bitcoin wirklich benutzen (auch nur zum Hodln), desto mehr Transaktionsgebühren wird es geben bzw. umso weniger muss ein Mensch für die Sicherheit bezahlen
es noch weitere Subventionen zum Sicherheitsbudget gibt wie Wärmenutzung usw.
Bitcoin auch mit geringerem Sicherheitsbudgent auskommen würde
Also ich sehe das nicht wirklich als besorgniserregend an sondern halte es für realistisch, dass Bitcoin diese Wertsteigerungen ausreichend hinnimmt, dass es sich auch weiterhin absichern kann.
Aber wie gesagt: Das sind alles Zukunftsszenarien und Prognosen über 40 Jahre. Kein Mensch kann es wissen, wie es in 40 Jahren aussehen wird, auch ich nicht.
Und gegen dein Hopium und ich sehe nichts, höre nichts und sage nichts kann ich nur sagen:
Wer die Welt am realistischen wahrnimmt kann auch für sich die besten Vorteile daraus ziehen. Das bedeutet gleichzeitig: Wer die Welt nicht realistisch wahrnimmt zieht damit auch falsche Schlüsse und Prognosen.
Du solltest dich also nicht mit Szenarien deprimieren lassen, die noch 40 Jahre hin sind. Ja vielleicht wird Bitcoin in 40 Jahren nicht mehr so großen Einfluss auf uns haben wie heute. Heute hingegen ist Bitcoin ein absolut geeignetes Werkzeug der Finanzindustrie und sogar den Staaten zu entkommen. Dafür sind heute ausreichend Menschen bereit zu bezahlen, was der Allzeithochkurs zeigt.
Glaubst du, dass sich das in den nächsten Jahren ändern wird?
Die wirst du auch nie erhalten können weil keiner eine Glaßkugel hat und du hier eine Prognose haben willst, die so komplex ist wie das Handeln aller Menschen der Erde zusammengenommen.
Aber vergleicht man einmal das Bitcoinsystem mit dem heutigen Fiatsystem: Das eine zeigt nach oben und das andere nach unten. Eine Erklärung dafür ist, dass das Fiatsystem mit Planwirtschaft und gesteuerten Geldströmen die Werte der Menschen beeinflusst und vorgibt und auf der anderen Seite ein freiheitliches Geld, das aktuell keiner kontrolliert. Ja vielleicht wird es irgendwann von einer Supermacht kontrolliert werden, aber bis dahin ist Bitcoin nunnmal eine sehr gute Alternative zum herkömmlichem System.
Ich schaue seit langem mal wieder ins Forum rein und ganz oben steht (mal wieder) Xander mit dem Budgetproblem. Interessant, dass dich das trotz vieler unberechenbarer Variablen so permanent zu beschäftigen scheint. Aber du hast schon recht, man sollte es ab und zu ansprechen und nicht unter den Teppich kehren.
Ich verstehe allerdings bis heute nicht, warum du den heutigen Stand als Sicherheitsbudget-Minimum siehst. Beim Halving 2020 war der BTC Preis bei unter 10k. Wieso rechnet man nicht mit dem Preis, oder mit dem Kurs vom Halving davor? Bei welchem Budget ist Bitcoin wirklich sicher und warum? Wie wirkt sich eine tendenziell zunehmende Basis-Sicherheit durch Akteure, die das Mining als Mittel zum Zweck (Wärmegewinnung, Kompensation für überproduzierte Energie usw) nutzen, oder es ideologisch betreiben und nicht unbedingt gewinnmaximiert am Prozess teilnehmen, aus?
Ich sehe die Gefahr für die ferne Zukunft. Allerdings sind wir aktuell preislich ein vielfaches höher als zB 2020. Wenn man diese Zahl in Verbindung mit dem heutigen Kurs nimmt, wären wir aktuell ja schon bis mindestens 2032 abgesichert (Milchmädchenrechnung, aber so machst du es ja auch).
Zudem habe ich in den letzten Monaten immer öfter mal gelesen, dass wohlhabende Bitcoiner Coins in Timelocks für die Zukunft einfrieren um den Minern einen Anreiz für ein zukünftiges Minen zu geben. Muss man sich vielleicht mal tiefer mit auseinandersetzen und die Sinnhaftigkeit durchrechnen, aber das sah teilweise schon vielversprechend aus. Hatte ich glaube ich an anderer Stelle im Forum schon erwähnt.
Ich sehe das Ganze zumindest mittelfristig sehr entspannt. Und was in 20 Jahren oder danach passiert, kann man sowieso noch gar nicht abschätzen. Klar sollte man es im Hinterkopf behalten und ab und zu mal ansprechen und diskutieren. Aber Panik, wie sie teilweise durch dich fast rüberkommt, braucht man da glaube ich keine haben. Am Ende ist es auch „nur“ Bitcoin. Wenn das Projekt dadurch scheitert, dass die Leute es nicht verstehen und nutzen, dann ist das schade, aber dann kann man es auch kaum erzwingen…
Ich habe es ganz einfach gerechnet: Notwendige Verdopplung des Kurses bis zum nächsten Halving + 20 % Inflation in diesen Jahren. Das ist nicht ganz korrekt, es ist nur eine Hausnummerrechnung, da wir ja schon 1 Jahr hinter uns haben beim Halving.
Das ist alles korrekt. Es ist ein status quo bei den Transaktionsgebühren, den ich fortgeschrieben habe. Alle positiveren Szenarien sind für mich schon wieder Bedingungen, die erst erfüllt werden müssen, damit Bitcoin wirklich schon heute als das „härteste Asset“ bezeichnet werden kann.
Es ist so, als würde man sagen: Ich kaufe heute einen Goldbarren, um Werte in die Zukunft transferieren zu können. Die nächsten 8-12 Jahre wird er chemisch stabil bleiben und sich nicht verflüssigen bzw. in Luft auflösen. Danach wird es von Jahr zu Jahr unwahrscheinlicher, dass er seine feste Form behält. Außer man fügt in Zukunft eine Komponente hinzu, von der man aber absolut nicht sicher sein kann, dass man sie bis dahin hat. Ich denke Du verstehst, worauf ich hinaus will, auch wenn der Vergleich natürlich ein wenig hinkt.
Natürlich denke ich in langen Zeiträumen. Wenn Roman schon über „Weltraummining“ nachdenkt oder Dyson-Sphären, dann darf ich doch die Nachhaltigkeit/Beständigkeit des hier besprochenen Assets für wenigstens 16 Jahre + auf Zuverlässigkeit nachrechnen.
Fern ist relativ. Ich denke halt, dass ein Asset, das uns heute als härtestes Asset der Welt verkauft wird, nicht in 30 Jahren implodieren darf, nur weil sich heutige Parameter (Transaktionsgebühren) nicht drastisch positiv entwickelt haben. Aber das ist halt nur mein Blick auf die Welt.
Ich halte dieses Thema ebenfalls für wichtig. Deshalb ist es gut, dass es Leute wie dich gibt, die es genau beobachten. Mag sein dass es einige mit zu viel Hopium betrachten. Genauso könnte man aber auch den Eindruck bekommen dass du es mit zu viel Pessimismus betrachtest.
Das wird vermutlich niemals möglich sein. Dafür ist dieses Thema einfach zu abstrakt. Es wird auch gar nicht anders gehen, bei einem neuen, freien, dezentralen Geld. Das muss sich nunmal erstmal als funktionsfähig erweisen. Und solche Punkte, wie diesen hier, sind wohl die kritischen Momente, an denen ein solches Geld sich entweder bewährt oder scheitert. Ohne eine gewisse Überzeugung (Bauchgefühl) wird man das wohl nicht durchstehen können.
Das vermittelt mir den Eindruck dass du gar nicht auf dem Schirm hast, wie absurd wenig monatliche Sparpläne notwendig sind, um die Blockchain komplett zu füllen. Korrigiere mich, wenn meine Berechnung nicht stimmt:
7 (TPS) x 60 (Sekunden) x 60 (Minuten) x 24 (Stunden) x 30 (Tage) = 18.144.000 (Sparpläne)
Diese Zahl entspricht gerade mal ~0,2 Prozent der Weltbevölkerung. Meinst du nicht, dass wir diese Zahl in naher Zukunft locker überschreiten werden?
Und mit den 7 Transaktionen pro Sekunde hast du ja sogar schon den best case berechnet.
Worst case wären 3-4 TPS? Der Einfachheit halber sagen wir also einfach mal die Hälfte von dem was du ausgerechnet hast.
Das zeigt eigentlich sehr schön, dass nicht nur das Steigen der Transaktionsgebühren alternativlos sein wird um das Bitcoin Netzwerk zukunftsfähig zu halten, sondern auch, dass Second-Layer Lösungen mindestens, wenn nicht sogar noch wichtiger sind, damit die Adoption überhaupt voranschreiten kann. Auch, wenn derzeitige L2-Lösungen vielleicht dafür sorgen, dass zeitweise die Transaktionsgebühren auf dem Main-Layer verschwindend gering sind.
Die meisten Menschen treffen ihre Entscheidungen wie folgt: Sie finden jemanden, der eine Sache positiv propagiert. Gestehen Sie ihm die Kompetenz zu, das zu verstehen und ehrlich zu meinen, folgen sie ihm meist bedingungslos, nicht selten werden Anlageentscheidungen dann zur persönlichen Religion incl. Guru.
Ray Dalio, einer der erfolgreichsten Investoren der letzten Jahrzehnte, geht die Sache völlig anders an. Er hat mal erzählt, dass er, bevor er in eine Sache investiert, sich die 10 klügsten Köpfe holt, die eine Investition in dieses Asset ablehnen. Er hört sich ausschließlich die Gegenseite an, denn positiv ist er ja schon selbst auf die Geschichte aufmerksam geworden. Wenn ihn diese nicht überzeugen kann, erst dann wird investiert.
Guter Punkt. Aber hier ist mir mein eigener Denkfehler bzgl. der Sparpläne erst selbst bewusst geworden. Ein Sparplan löst nur eine On-Chain-Transaktion aus, wenn es so gemacht wird wie bei Coinfinity oder Pocket. D.h. Du schickst bspw. 50 Euro, der Kauf wird ausgeführt und sofort auf deine eigene Cold-Wallet weitergeleitet.
In allen anderen Fällen wird das nicht geschehen! Kraken, Bitvavo, Bitpanda oder andere CEX/anderer Broker, ich vermute, die schreiben Dir die Bitcoin erst mal gut. Ob sie in dem Moment dann aus einem großen Bitcoin-Topf des Anbieters selbst kommen - oder ob er die so pro Tag gesammelten Käufe-/Verkäufe dann 1x mit einem großen Kauf/Verkauf ausgleicht, das kann ich nicht sagen. Aber mit Sicherheit lösen diese kleinen Sparplan-Käufe nicht jeweils eine eigene Transaktion auf der Blockchain aus, da bin ich mir zu 100 % sicher. Vermutlich fassen sie viele 100 Aufträge in einem einzigen zusammen, den wir dann auf der Blockchain sehen.
Anderes Beispiel 21Bitcoin. Die bieten sogar an, dass man, zwecks UTXO-Management, erst mal viele Sparplanausführungen bei ihnen sammeln kann. Und erst ab Erreichen des Schwellwerts, bspw. 0,05 Bitcoin, wird dann eine Transaktion auf das Cold-Wallet ausgeführt.
OK die ganze Debatte hier geht von einem Scheitern der Sicherheit aus. Die Rechenleistung, die Rewards, Quantencomputer und ganz wichtig die böse Welt da draussen. Mit ihren Vertretern in Pinguin Anzügen. Gut alles denkbar, alles möglich - ABER - wir erleben in Echtzeit wie Dutzende Bitcoin Reserve Treasury Firmen aufploppen. Gelder in unvorstellbaren Summen die in das Bitcoin Univerum gesteckt werden. Könnte es nicht auch sein das diese Geld Summen, diese Firmen immer mehr ein Interesse haben müssten, dass ihre und unsere Reserven nicht zerfliessen? Niemand schaufelt sich sein eigenes Grab! (freiwillig zumindest) Was in Dekaden sein wird kann niemand ahnen. Was wir wissen: Bitcoin hat eines der stärksten Netzwerke. (oder besser gesagt, das Stärkste)