Und wie geht es jetzt weiter mit der Rente?

Es wäre doch auch mal schön wenn man in einem Thread beim Thema bleiben könnte, und nicht dieselbe Diskussion in sämtlichen Threads des Forums führen würde.

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Ich gebe hier auch mal meinen Senf dazu.

Das Deutsche Rentensystem wurde um Jahr 1889 verabschiedet. Das geschah in einer Zeit wo Menschen bei Geburt eine Lebenserwartung von 40 bis 42 Jahre (Männer) und 43-45 Jahre (Frauen) hatten. Es wurde nur eine Rente ausgezahlt die für Leute 70+ waren. Damals eine Seltenheit dieses Alter zu erreichen, da man nicht wollte das sich diese Menschen weiter Totarbeiten. 1891-1900 wurden gerade mal 144.000 Altersrenten bewilligt, das waren komplette 0,3% der damaligen Bevölkerung. 1910 (20 Jahre nach Einführung des System) lebten nur etwa 145.000 Altersrentner. Bei einer Bevölkerung von 65 Millionen.

Bedeutet das 1890 nicht weiter als an eine Invalidensicherung gedacht war. Die allermeisten Arbeiter starben lange bevor sie auch nur einen Pfennig Rente in Sicht hatten. Die Auszahlungen waren auch so gering, dass sie kaum mehr als das Existenzminimum deckten.

Dazu kommt noch:

Macht ich das Privat, ist es illegal. Weil? Naja:

a) Versprechen ohne Deckung

Das Produkt würde lauten: “Zahlen Sie 50 Jahre lang ein, und wenn Sie 70 werden (was nur jeder 20. schafft) bekommen Sie eine kleine Rente, die aus den Beiträgen der dann Jungen finanziert wird.”

Ein Privater, Anbieter der ein solches Versprechen ohne ausreichende Rücklagen gibt, würde wegen Irreführung und drohender Zahlungsunfähigkeit sofort von der BaFin verboten.

b) Ponzi-ähnliche Struktur

Charles Ponzi wurde 1920 verurteilt, weil er neue Einzahlungen nutzte, um alten Kunden Renditen vorzutäuschen. Das Umlageverfahren macht exakt das selbe, nur ausgehen vom Staat mit Zwang. Ein privater Anbieter dürfte kein System betreiben, bei dem die Leistung ausschließlich aus künftigen Neukunden finanziert werden, ohne dass ein Kapitalstock existiert.

Verstoß gegen § 1 KWG, § 32 KWG, Solvency-ähnliche Vorgaben, Irreführung, EU-Versicherungsaufsicht verlangt für Rentenversicherung hohe Eigenmittel und technische Rückstellungen, reine Umlageprodukte wären nicht genehmigungsfähig

Allerdings ist der Ponzi Vergleich juristich nicht 100% wasserdicht weil:

  • Der Staat hat Zwangsmonopol + uneingeschränkte Steuerhoheit. Es ist also kein Betrug nach dem BGH Urteil von 1950
  • Es gibt kleine private Umlageelemente wie z.B. die berufsständigen Versorgungswerke die aber immer mit Garantiefonds und Nachschusspflicht abgesichert sind.

Hier meine Idee für ein neues System:

Statt Umlageverfahren sollten wir ein System haben welches den Namen “Rente” Auch verdient. Echter Vermögensaufbau und echter Wahlfreiheit.

Das Drei-Wege-Rentensystem
Der große Ausstieg aus dem Zwangsumlageverfahren

  1. Grundidee: Drei Klare Wahlen
    Ab 1.1.2027 erhält jeder steuerpflichtige einmalig einen amtlichen Brief der deutschen Rentenversicherung mit 3 Wahlen

OPT-STAY → ich bleibe im altem umlage system
OPT-IN → ich gehe ins neue staatlich organisierte kapitaldeckungssystem
OPT-OUT → ich verlasse das gesetzliche system und übernehme 100% eigenverantwortung

Wer nicht antwortet wird automatisch in OPT-STAY eingestuft

  1. OPT-Stay - Das alte system aber ehrlich gestaltet:
    2.1. Alles bleibt wie heute (Beitrag 18,6%, Rentenformel, Rentenalter usw.)
    2.2. Neu : Der Staat gibt keine Garantie mehr auf lebenslange Zahlung.
    2.2.1. Neu : Die Rente wird solange gezahlt, wie das Umlage-System liquide ist.
    2.2.2. Neu : Bei Zahlungsunfähigkeit (z.B. weil zu viele in OPT-IN oder OPT-OUT gewechselt sind) wird die Rente gestrichen, das letzte Einkommen wird an alle Ausgezahlt und es ist damit zu Ende.

Zweck: Wer bewusst um alten System bleiben will, kann das tun aber er trägt das volle demographische Risiko selbst.

  1. OPT-IN - Das neue staatliche Kapitaldeckungssystem
    Ganz nach: ”Dein Geld - Dein Eigentum”

3.1 Bei Wahl von OPT-In wird sofort ein persönliches Rentenkonto bei der Deutschen Rentenversicherung (oder einer neuen Bundeskaptialanstalt) eröffnet.
3.2. Beitragssatz: Frei wählbar zwischen 0,1% und 50% des Bruttoeinkommens (Alter Zwangsbeitrag entfällt)
3.3. 100% des eingezahlten Geldes fließen auf dieses Konto und werden kapitalgedeckt angelegt, Insider Trading darf von Seiten der Rentenversicherung genutzt werden.
3.4. Standardanlage: Das Geld wird In ETFs / Aktien / Anleihen / …(was auch immer neues kommt) angelegt
3.5. Der Bürger kann jederzeit per App oder Portal staatlich zugelasssene Fonds (ETFs, Aktien, Anleihen …) wechseln
3.6 Das Kapital ist 100% Privateigentum, kann also vererbt und beliehen werden, ist nicht pfändbar außer für Straftaten
3.7. Das geld steht ab dem gesetzlichen Rentenalter uneingeschränkt zur verfügung, Monatliche Auszahlung, Einmalauszahlung (oder Kombinationen, ganz wie man will)
3.8. Frührente ist möglich wenn ein Mindestkapital verfügbar ist z.B. 250.000
3.9. Wer weniger als 1.200 im Monat (inflationsbereinigt) entnehmen kann, bekommt eine steuerfinanzierte Mindestrente aufgestockt (Auffangnetz) (Durch Kapitalanlagen m.m.n. realistisch)

  1. OPT-OUT - Vollständiger Ausstieg
    4.1. Man verzichtet für immer auf jede Form von gesetzlicher Altersrente (auch Grundsicherung im Alter), Dafür erhält man:
    4.1.1: Doppelten Jährlichen Grundfreibetrag auf alle Arten der Steuerfreibeträge
    4.1.2: Keine Steuern auf Kapitalerträge mehr
    4.1.3: Arbeitgeber sind verpflichtet den Rentenbeitrag als zusätzlichen steuerfreien Lohn auszuweisen

— — —
Die gesetzliche Rente von 1889 war ein geniales Sozialwerk, naja für eine welt in der kaum jemand 70 wurde. Heute finanziert eine schrumpfende Zahl junger Menschen die Renten einer immer älter werdenden Gesellschaft. Dieses System ist einfach nicht mehr tragfähig. Statt weiter an einem auslaufenden Modell herumzudocktern, brauchen wir einen Schritt, der allen 3 Lagern (Sozialisten, Liberalen, und Pragmatikern) was geben kann.

Quellen:
Human Mortality Database https://www.mortality.org
Historische Sterbetafeln Preußens https://www.statistischebibliothek.de/mir/servlets/MCRFileNodeServlet/DEHeft_derivate_00012548/5126101069004.pdf
DRV-Jahresberichte Statistiken und Berichte | Statistiken und Berichte | Deutsche Rentenversicherung

HINWEIS: Ich bin kein Anwalt oder Steuerberater, das ist keine Rechts oder Anlageberatung. Es handelt sich rein um eine Hypothetische Idee

EDIT: Typo

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Man müsste halt schauen was man mit den aktuellen Renetempfängern macht, und denjenigen die nah dran sind. Das ist ja auch das schwierige. Deshalb muss man das System irgendwie langsam runterfahren, oder was wahrscheinlich noch besser wäre, die Eingezahlten Beiträge in Bitcoin umwandeln. Erst 1%, dann 2%, dann 3% usw. Bis man nach vielen Jahren nur noch die Beiträge in Bitcoin einnimmt.

Deswegen meine Idee mit der Wahlfreiheit, du kannst sagen “hey ich geh jetzt in Frührente und steck das was noch rein kommt ins opt in”, am Ende ist es die Entscheidung jedes einzelnen, und das es unsicher ist, wird den Leuten dann auch bewusst. Wir können keine Entscheidungen für andere treffen aber zumindest könnte man ehrlich sein und das Risiko auch benennen. Jetzt noch was dran ändern wie Bitcoin Zahlungen wird nie was, das kriegt kein Mensch in der Politik durch. Einfach auslaufen lassen ist m.m.n. das beste.

Ne is klar. Ist absolut unrealistisch.

Aber leider ist alles was funktionieren könnte unrealistisch, weil kein Politkier den Mumm hat es umzusetzen. Dann ist man halt spätestens bei der nächsten Wahl raus. Vielleicht sogar schon früher.

Unabhängig von der Art der Finanzierung verstehe ich nicht, warum man eine Rente nicht ANSPART.

Dann hat man evtl. selbst Einfluss auf Umfang und für Härtefälle könnte man eine Art “Verwaltungsgebühr” erheben, die einen Wohlfahrt Anteil absichert.

Aber was mir absolut ein Rätsel ist, ist warum junge Leute die Alten bezahlen sollen, obwohl man seit 40 Jahren definitiv weiß, dass das in die Hose gehen muss, das Ponzi-Scheme…. ich war noch keine 18, da gab es schon Geheule mit Demographie und Käse und alles Mist etc…

PS: Norbert, Du hast Dich hinter die Fichte führen lassen, oder warst scheinheiliger als ich dir zugetraut hätte!

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Ich habe aufgehört mich über das Rentensystem aufzuregen, da ich es nicht ändern kann.

Ich kann nur versuchen privat so gut es geht vorzusorgen. Ich investiere meine Energie lieber so, als mich über nicht zu ändernde Rentensysteme aufzuregen.

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Das Problem ist ja, dass seit mindestens 40 Jahren nix gemacht wird und wir nur wegen Untätigkeit in so einer schlimmen Lage sind.

Da kann man nur den Kopf schütteln. Jemand MUSS was machen….. wir können doch nicht einfach auf den Abgrund zu fahren, nur weil jeder zu faul oder zu dumm ist auf die Bremse zu treten….

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Sehe ich 1 zu 1 gleich so.

Ich verhalte mich so, als gäbe es in Deutschland keine Rente. 100% selbst vorsorgen.
Sollte es dann durch ein Wunder, was ich nicht sehen kann, doch für mich eine Rente geben, habe ich monatlich bissel Geld um es zu verkonsumieren :slight_smile:

Schlecht wird mir nur immer, wenn ich die Rückseite vom Rentenbescheid mir anschaue, wie viel Geld in das System schon geflossen ist ….

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Interessantes, aktuelles Video von Prof. Rieck dazu:

Genau aufgrund der ganzen elenden Rentenproblematik habe ich mir überlegt, wie ein Ruhestand mit Bitcoin nach der Stacking- und Hodlphase aussehen kann und hab dazu eine umfassende Infoseite mit mehreren Strategien und einem Rechner gebastelt. Kostet nix - keine Werbung.

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Na letztere! Wurde doch schon mehrfach bewiesen - es geschieht immer Schreckliches, wenn die Masse in eine Richtung tendiert und dem Führer (oder “der Wissenschaft”) folgt.

Ergo: Ein hoch auf alle Egos (souveräne Individuen)!

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Der Denkfehler von @Doktor ist, anzunehmen, dass souveräne Individuen unfähig wären zu kooperieren. => Spieltheorie => Gefangenendilemma

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Hab ich mir angeschaut.

Irgendwie scheint er in seiner Argumentation nicht zu berücksichtigen, dass es Inflation gibt.

Er sagt zum Beispiel, dass eine Möglichkeit das Problem zu lösen, eine Produktivitätssteigerung sein könnte. Aber die haben wir im Technologiesektor doch, das Problem ist, dass die Deflationären Effekte davon durch die Geldmengenausweitung wieder zunichte gemacht werden.

Des weiteren sagt er, dass Menschen die Kinder haben, monetäre Vorteile haben sollten, weil es für sie teueren ist. Ich gehe da ja mit, dass sie höhere Kosten haben, und durch den Fakt, dass sie Kinder haben, dafäür sorgen, dass das System länger funktioniert, aber nicht, dass sie dafür vom Staat Vorteile bekommen sollten, weil es wieder eine Zentrale Umverteilung ist, die andere Negative Konsequenzen haben kann. Zum Beispiel, dass es Menschen gibt, die sich dann wegen Fehlgeleiteter Anreize überlegen Kinder zu bekommen, nur weil es sich Finanziell für sie lohnt, und die Kinder werden dann verwahrlosen gelassen! Hier wird das Pferd wieder von hinten aufgezäumt. Kinder soll man sich leisten können, weil die Arbeit, die man leistet gewürdigt wird, indem man es in einem Geld spart, welches Werthaltig ist. Und man soll selbst entscheiden können ob es einem Wert ist Kinder zu bekommen, und ein bisschen davon in seine Familie zu investieren. Opportuntätskosten sind hier wichtig, denn nur dadurch Beweist man ob die Kinder einem mehr Wert sind, als das Geld, das man anderfalls haben könnte um für andere Dinge auszugeben.

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Wie finanziert sich das OPT-STAY Modell, wenn alle Gutverdienenden, die sich - im wahrsten Sinne des Wortes - die 100% Eigenverantwortung leisten können, nicht in das System einzahlen.

Überspitzt formuliert: Wie alle sollen nicht-erwerbsfähigen Personen ihre Rente finanzieren?

Ein solidarisches Modell funktioniert nicht, wenn alle, die nicht darauf angewiesen sind, aussteigen.

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Man muss das Opt-In Modell so gut machen, dass Opt-out sich nicht lohnt.

Wie wär’s mit OPT_PERCENTAGE?

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Das tut sie heute auch, nur daß die so “bezahlten” Gewinne nun ganz überwiegend an die Superreichen gehen und sich dort in unglaublicher Höhe konzentrieren.

Allgemeines Finanzwissen hingegen hätte (immerhin!) zu einer etwas ausgeglicheren Vermögensverteilung geführt, also zu etwas weniger reichen Superreichen und dafür zu mehr “kleinen” und mittelständischen Bürgern mit einem gewissen ansehnlichen Wohlstand. Daß auch dann immer noch eine ganze Anzahl an Menschen übrigbleiben würden, die daran nicht partizipieren, ist klar. Aber es wären immerhin signifikant weniger als heute.

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Endlich sagt’s mal jemand!

:folded_hands:

end
ezb

end
fed

10% plus Goldinflation von 1.4%

Vertuscht durch Warenkorbspielchen, einzelne stark deflationäre Produkte und anderen Zirkus.

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Die feiern ja auch wenn Einzelne wie Saylor große Mengen an Bitcoin kaufen, weil sie glauben, das hätte einen positiven Einfluß auf die Adoption. ;)