Dachte mir fast, dass hier das Missverständnis kommt.
Der Gedanke ist natürlich mehr Geldmenge auf mehr Gläubiger.
Je mehr Geldmenge auf mehr Gläubiger verteilt werden kann, desto kleiner das Ausfallrisiko.
Wieso? Du beschreibst hier doch selbst, wie das Geld aufzuteilen wäre, um den Verlust bei Einzelausfall zu senken.
Also mit anderen Worten, wenn wir eine Risikorechnung durchführen und das Kapital*Ausfallwahrscheinlichkeit nehmen, ist dieses Ergebnis tatsächlich nur für viel Geldmenge auf viele Schuldner aufgeteilt korrekt.
Für jeden mit wenig Geldmenge / Schuldner (z.B. mit nur einer Immobilie) ist es „Glücksspiel“.
Viele dieser Risiken übernehmen dann ja Versicherungen, das wäre evtl. so eine Methode, wie eine Masse von Kleinanlegern das Risiko ähnlich senken können wie ein Hedgefond z.B.
Hier ist nur das Problem, wenn die Versicherung weiß, sie kann keinen Profit schlagen, bekommt der Kleinanleger einfach kein (gutes) Angebot.
Das wird sicher nicht das Volk machen, sondern wenn dann ein Politiker
Versuch mal zu flüchten mit vergrabenem Zeugs, bringt nicht so viel oder?
Warum erinnert mich das jetzt an die Szene aus „The Big Short“ wo Mann der „Deutschen“ diese wunderbaren Finanzvehikel erklärt, wo einfach ganz viel „Scheisse“ reingepackt wird und das dann alles am Ende als „Sahnetorte“ (o.s.ä.) gerated wird …
Würde ich jetzt nicht als so fundamentalen Unterschied sehen, wenn ich so einen Betrug abziehen würde, würde ich es dann schon eher ins Fluchtgebiet bringen, bevor ich mich absetze.
BTW: Wenn Du jetzt ein Darlehen z.B. für eine Immobilie aufnimmst wird Dir auch keine Bank irgendwo Cash geben, sondern das direkt an den Bauträger etc. überweisen bzw. auf Zahlungsnachweisen bestehen. Ich weiß nicht, warum das in einem Bankwesen auf BTC Standard (oder einem anderem 100% gedecktem Geld) anders sein sollte.
Viele Versicherungen werden ja vom Staat gestützt, da diese andernfalls eben Profit machen müssten oder pleite gehen können. (Sonst wäre es ein klassisches Schneeballsystem, hängt aber sicher zum Teil wie von dir angedeutet in der Zentralbankblase mit drinnen.)
Wäre das nicht eine gute Idee, wie wir noch mehr Schutzmechanismen für den unbedarften Bürger abschaffen können. Weg mit Versicherungen und jeder kann zum Schlangenölheiler gehen, damit fühlen sich viele ja sicherer als mit Impfungen.
Wenn dein Haus abbrennt oder überschwemmt wird, fragt man dich kopfschüttelnd, warum du denn in einem Gebiet lebst, welches nicht mehr durch Hochwasserschutzmaßnahmen geschützt wird und deswegen nicht versichert ist.
Wird sportlich das alles unbemerkt zu schmuggeln. Könntest auch einfach zustimmen, wie sehr Bitcoin da hilft. Sollten wir beide wissen oder?
Find ich auch ne super Eigenschaft, welche genutzt wird, um vor autoritären Staaten zu fliehen und diese damit schwächt in ihrer zentralen Macht.
Das sind natürlich in dem speziellen Fall valide Optionen. Jedoch würde ein Betrüger sich wohl nicht gerade etwas suchen, bei dem solche Optionen bestehen.
Könnte natürlich auch sein, dass es eher spezielle Gebiete betrifft, bei denen es unmöglich wird Kredite zu bekommen und nicht ein gleichmäßig ansteigender Zins in allen Bereichen, guter Punkt.
Mir ist schon klar, dass sich die Bitcoins in einem geschlossenen Kreislauf befinden. Das beantwortet aber nicht, wieso es angeblich keine Zinsen mehr geben sollte.
Was schließt denn aus, dass Person A bereit ist, dafür, dass ihm Person B 1Jahr lang 1,00Btc leiht, ihm am Ende der Leihe 1,03Btc also den Betrag + 3% Zinsen zurückzuzahlen ?
Verstehe ich nicht. In dem Beispiel, das ich gerade beschrieb, kann A die Zinsen doch auch mit konstanter Produktivität zahlen. Seine Produktivität muss im Jahresmittel nur so hoch sein, dass er in dem Jahr 1,03 Btc mehr einnimmt, als ausgibt.
Mein Beispiel in deinem Zitat war auf die Gesamtwirtschaft bezogen und nicht einen Einzeltausch.
Die Produktivität selbst steigt nicht, da die Zinsen zum Kunden weitergereicht werden. Dieser muss nun in Summe 1,03 BTC bezahlen und damit ist die Gestehung des Produkts in der Produktivität gesunken.
Aber am Ende bin ich ja dabei geblieben, dass es nur bestimmte Bereiche betrifft. Im Kryptosektor kann ich mir am besten vorstellen, dass der Zins auf die in Shitcoins „angelegten“ Gelder immer weiter steigt, da der Aufwand für Marketing höher wird, um weitere Nocoiner zu erreichen.
Auch auf die Gesamtwirtschaft bezogen verstehe ich es nicht.
In einer Gesamtwirtschaft mit konstanter Produktivität ( also Steigerung=0) können doch auch Kredite vergeben und Zinsen gezahlt werden.
Genau, aber dann werden die Zinsen auf die Gestehungskosten aufgeschlagen und damit findet keine Produktivitätserhöhung statt.
Es braucht mehr Güter um das selbe Produkt zu erwerben, da der Gläubiger mitverdient.
Damit sinkt die Produktivität aufgrund der Zinsen, auch wenn der Prozess innerhalb des Tauschhandels scheinbar die gleiche Produktivität hat.
Blöd gesagt: Statt in der Spieltheorie z.B. 10 Holz einzusetzen um das Haus zu bauen, müssen nun 11 Holz eingesetzt werden, wobei das 11. Stück nicht im Haus endet.
Das heißt eben auch, dass es Phasen geben wird, in denen Menschen eher bereit sind ihre Sats zu verleihen.
Am Ende ist der Zins eben genau das: Der Preis des Geldes. Und es wird immer eine Nachfrage danach geben. Der Markt regelt den Preis, um sich Bitcoin zu leihen.
Wenn es keine Spanne zwischen Kostensenkungen durch Produktivitätssteigerungen + Zinsen und dem erwartetem Gewinn geben würde, dann gäbe es keinerlei Grund die Investition vorzunehmen. Warum sollte ein Produzent das Risiko auf sich nehmen?
Kannst Du mit Deiner Theorie eigentlich auch schlüssig begründen, warum es in der industriellen Revolution bis zum immer mehr ausufernden Teilreservesystem / Fiat überhaupt Produktivitätssteigerungen und eine immer wohlhabendere Bevölkerung - ja auch in der Masse - gab? Nach Deinen Überlegungen und denen die die marxsche Theorie noch immer für den Stein der Weisen halten, kann das doch gar nicht sein - die Massen müssten doch in der Zeit immer mehr verelenden - das ist aber genau nicht der Fall. Bitte zum Wohlstand auch so Dinge wie Lebenserwartung, Kindersterblichkeit, Zugang zu Medizin und damit eine steigende Bevölkerungszahl rechnen.
War schon überholt nach den anderen Nachrichten, aber danke für die Ergänzung der zeitlichen Schwankung.
Was sagst du denn zu den unterschiedlichen Zinsen je nach Sektor?
Wollt ihr jetzt lauter Kleinigkeiten aus dem Kontext ziehen?
Der erwartete Gewinn wurde nicht betrachtet, diese Komplexitätseben hast du mit diesem Beitrag reingebracht.
Sorry, es ist nicht meine Zuständigkeit deine Verwirrung über die Theorien irgendeines uralten Philosophen aufzuklären.
Aber ums kurz zu machen: Es gab keine fixxe Geldmenge. Auch unter Gold nicht.
Abgesehen davon gibt es eine Produktivitätssteigerung, welche unter hohen „Leitzinsen“ aber weder dem Schuldner noch dem Kunden zugute kommt. Dann profitiert nur der Gläubiger von der Produktivitätssteigerung.
Genau - der zu erwartende Gewinn ist für eine Investitionsentscheidung und die Höhe des Zinses einfach gar nicht zu betrachten. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass hier ein Blinder von den Farben schreibt, hast Du jemals in der Praxis mit unternehmerischen Entscheidungen zu tun gehabt?
Auf der betriebswirtschaftlichen Ebene ist der erwartete Gewinn tatsächlich das A und O. Für ein Unternehmen ist er der Motor für jede Investitionsentscheidung. Kein Unternehmen investiert, wenn es nicht eine attraktive Rendite erwartet, die die Kosten deckt und einen Mehrwert schafft. Hier geht es um die Rentabilität des einzelnen Projekts oder Unternehmens.
Doch wenn wir über den Leitzins eines Währungsraums sprechen, bewegen wir uns auf einer völlig anderen, der makroökonomischen Ebene. Hier ist die Zentralbank (wie die EZB) der Akteur, und ihr übergeordnetes Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Preisstabilität (also die Kontrolle der Inflation).
Die Zentralbank nutzt den Leitzins als Steuerungsinstrument, um die gesamtwirtschaftliche Liquidität und damit die Zinsen für Kredite zu beeinflussen. Sie schaut dabei auf Indikatoren wie die Inflationsrate, das Wirtschaftswachstum und den Arbeitsmarkt – aber nicht direkt auf die Gewinne einzelner Unternehmen. Zwar können hohe Unternehmensgewinne ein Zeichen für eine starke Wirtschaft sein, die potenziell Inflationsdruck erzeugt, aber sie sind kein primäres Ziel oder Steuerungselement der Geldpolitik.
Der Leitzins wird also gesetzt, um die Wirtschaft als Ganzes zu stabilisieren, und erst in der Folge beeinflusst er die Rahmenbedingungen, unter denen Unternehmen agieren und Gewinne erzielen können.
Nein, es ist einfach nur eine „Anmassung von Wissen“ nötig. Der Markt kann sich nicht selbst regulieren und braucht deshalb die Weisen aus dem Turm der EZB.
Warum nochmal interessierst Du Dich für BTC? Ist doch reines Teufelszeug so ohne Zentralbank usw.
Wir hatten doch längst besprochen, dass der „Leitzins“ ohne EZB evtl. in verschiedenen Sektoren unterschiedlich wäre.
Da verstehe ich deine Unterstellung jetzt nicht, außer du willst mir Wissenslücken andichten, weil du es dir nicht eingestehen kannst, wo deine liegen könnte.
Selbst wenn der Zins sich dezentralisiert, könnte man einfach den Durchschnitt aller laufenden Zinsen nehmen und einen neuen „Leitzins“ synthetisieren.
Aber du kannst gerne zitieren, wo genau ich für gut und richtig heiße, dass die EZB einen Leitzins bestimmt. Nur weil ich „Leitzins“ und „makroökonomie“ ausspreche?
Keine Angst, ich gehe nicht davon aus, dass ich Allwissend bin und mit jedem Schritt in den Kaninchenbau wird mir bewusster, was ich alles nicht weiss. Aber ich gehe auch nicht davon aus, dass es Andere allwissend sind und deshalb halte ich jede Art von Zentralisierung einer dezentralen Organisation für unterlegen. Deshalb finde ich die Ideen hinter BTC so faszinierend.
Ich kann einfach nur nicht nachvollziehen, worin im Zins „die Wurzel allen Übels“ liegen soll - und genau darum geht es doch eigentlich hier in diesem Thread.
Mit Absolutismen werden wir leider der Komplexität der Realität nicht gerecht.
Daher werde ich meine makroökonomische Betrachtung weiter schulen, selbst wenn es für dich wie Blasphemie am Bitcoin erscheint.
Gerade hast du noch gewirkt, als wäre es ein zentral bestimmter Leitzins oder?
Der Zins ist erstmal ein Anzeichen für eine Asymmetrie in den Verhältnissen.
Die Frage kommt auf, warum eigentlich eine Person zu einer anderen gehen muss und sich etwas leiht. Wären Zinsen in einer besser werdenden Welt nicht immer weniger relevant?
Weil es einfach unterschiedliche Eigentumsverhältnisse gibt, die letztlich auch die Unterschiedlichkeit der Menschen widerspiegeln. Wer das nivellieren möchte muss jede Freiheit abschaffen.
Letztlich bildet der Zins neben dem Ausfallrisiko auch die unterschiedlichen Zeitpräferenzen der Menschen ab und da nicht alle Menschen gleich sind …
Ohne das Beweisen zu können bzw. in der Hoffnung das es keinen weiteren empirischen Versuch gibt, dass zu beweisen: Ich würde denken, dass bei einer vollkommenen Umverteilung alles Eigentums nach relativ kurzer Zeit wieder eine Ähnliche Verteilung wie heute ergeben würde.
Das muss jeder für sich selbst entscheiden, ob es so eine Klassengesellschaft braucht.
Mein Wunsch wäre natürlich, dass in der Utopie jeder selbst genug gespartes hat für seine Projekte. Dann muss es nicht so eine natürliche Hierarchie geben, von der eine Seite mehr profitiert.
MMn. ist die Zeitpräferenz vor allem sozial erlerntes Verhalten und nicht angeboren.
Ob da die Menschen nach Familie zu „sortieren“ zielführend ist?
Meine Hoffnung ist, dass es in einem Bitcoinstandard nicht zu so einer starken Hierarchie kommen muss.
Wenn natürlich die Top-Familien genug investieren, um die Masse dumm zu halten, könnten sie wieder über Generationen eine extreme Asymmetrie schaffen.
Aber glaubst du nicht, dass Menschen mit der richtigen Bildung und im richtigen Umfeld ihre Zeitpräferenz unabhängig von den Genen ändern könnten?