Sind Zinsen die Wurzel allen Übels?

Naja, ich glaube als Erstes, dass es niemanden zusteht über die Zeitpräferenz eines Anderen zu urteilen und es Zweitens deshalb immer unterschiedliche Zeitpräferenzen geben wird und das Drittens, auch so gut ist. Schon allein im Sinne von Wettbewerb und Individualität. Der Eine lebt halt nach dem Motto „only the good die young“ - der nächste denkt mit 16 an den Rentensparplan - jeder wie er mag.

Das mit den Familien siehst Du glaube ich zu eng - natürlich gibt es Dynastien - aber das sind die wenigsten und nach ein paar Generationen verteilt sich das auch wieder. Ansonsten denke ich, das das Bismarck zugeschriebene Zitat „Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt vollends“" auch eine gewisse empirische Evidenz hat.

Das wiederum halte ich für ein Ammenmärchen - „dumm halten“ - letztlich ist unheimlich viel Bildung frei verfügbar, wir leben ja nicht in der Zeit vor dem Buchdruck, vielmehr investieren vernünftige Eltern in ihren Nachwuchs, würde das nicht auf „Top-Familien“ beschränken.

s.o. - wer bin ich, dass ich mir anmaßen würde, was dir richtige Zeitpräferenz ist und was nicht - das muss jeder für sich entscheiden und auch mit den entsprechenden Konsequenzen leben. Die Frage nach der Genetik und dem Umfeld, macht dann sicher noch mal ein ganz anderes Faß auf …

Ist zwar ausgewichen und die Frage von mir steht so weiter unbeantwortet im Raum, aber mir solls recht sein.

Geht wohl mit der steigenden Anspruchshaltung einher, welche nie erfüllt werden kann.
Dann kann man Kunstgeschichte studieren und stellt gar keine Ansprüche mehr an die Kinder?

Wie wärs mit „Schwachsinn widerholen lassen“?

Trotzdem werden Kinder z.B. zu Coin Master und TikTok getrieben, da die dort ausgebeutet und verdummt werden können.

Burger Reviews haben mehr Klicks als Infotainment, wenn du die Anspielung verstehst. :grin:

Kinder von unvernünftigen Eltern haben auch eine Chance verdient.

Das würde ich nicht vermuten. Zudem würde ich denken, dass unter anderen Spielregeln keine derart extreme Kapitalakkumulation möglich wäre.

Beispiel: Porsche könnte keine Zwangsarbeiter mehr (wie in der Vergangenheit) für sich arbeiten lassen. Würde folglich weniger Kapital akkumulieren. Und das gilt für alles andere (historisch) gewaltsam angeeignete Kapital ebenfalls.

Insofern würde ich behaupten, dass wir uns in einer fortschrittlicheren Gesellschaft befinden in der die Akkumulation womöglich langsamer stattfindet. Aber klar ist auch, dass mit der (Giral-)Geldschöpfung (durch Privatbanken) Vermögen sich natürlich wieder relativ zeitnah bei wenigen einfinden wird. Und natürlich verteilen auch Abwrackpräminien, Bauförderungen und was es nicht alles gibt praktisch nach oben um. Es ist also immer auch eine Frage der geltenden Gesetze.

Aber in einer Welt mit fester Geldmenge in der sich das Zins am Markt bildet, hier wird es vermutlich schwerer den Leuten ihre Immobilie wegzukaufen. Insofern würde ich mir hier schon eine Verbesserung der Verteilung vorstellen können. Es könnte ggfs. eben nur etwas schwieriger werden Kapitalgeber zu finden. Der Planet wiederum würde es uns danken, weil Ressourcen wahrscheinlich nur in (mit großer Wahrscheinlichkeit) erfolgreiche Entwicklungen gesteckt werden würden.

Aber who knows. Time will tell.

Gerechtigkeit ist denke ich dennoch nichts was sich im freien Markt einfach so herausbildet. Genauso wie Fußball nicht einfach so mit dem Fuß gespielt wird. Man kann sich den Vorteil des Handspiels nicht erlauben, da man sich auf die Regel geeignet hat, dass dies verboten ist.

Naja, es ist wohl wie bei allen Dingen.

Etwas Genetik und etwas Umwelt.

Keine Ahnung, ob es Zwillingsforschung zur Zeitpräferenz gibt.

In jedem Fa ist klar, dass die Zeitpräferenz kein generelles Merkmal einer Person ist. Es mag zwar verschiedene Typen, aber je nach Intensität des Wunsches nach einer Bedürfnisbefriedigung weicht man ja auch mal ab von der persönlich generellen Linie.

Und wie geschrieben, ist das aus meiner Sicht auch gut so. Jede:r handelt eben so wie er oder sie mag.

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