Nur mal zur Erinnerung: Klar wäre es jetzt im Nachhinein für die Russen schlauer gewesen nicht anzugreifen, zum damaligen Zeitpunkt ohne das westliche Eingreifen war es offensichtlich die richtige Entscheidung für Putin, sonst hätte er es nicht gemacht.
Und wenn der Westen nicht eingegriffen hätte, dann hätte es auch deutlich weniger Tote gegeben und der Krieg deutlich schneller vorbei sein können mit dem gleichen Ergebnis: Russland gewinnt. Aber das sind alles müßige Diskussionen, was wäre wenn, weil wir aus der Geschichte wissen, dass es nicht so gekommen ist.
Wir als ausßenstehende Beobachter können weder für Russland sprechen noch für die Ukraine. Aber wir können uns entscheiden wie wir auf den Krieg reagieren, ob wir irgendjemanden mit unserer Macht unterstützen oder ob wir uns raushalten. Offensichtlich hat sich unsere Regierung dazu entschieden den unterlegenen Ukrainern unsere Macht bedingungslos abzugeben mit dem Ergebnis, dass auch wir ärmer geworden sind und Russland trotzdem höchst wahrscheinlich gewonnen hat.
Und klar könnt ihr jetzt alle Schuld Putin zuschieben, dass wir ärmer werden, trotzdem hat unsere Regierung freiwillig so reagiert, sie hätte auch anders handeln können und trotz des Krieges die Interessen von Deutschland mehr wahren können, z.B. durch diplomatische Lösungen anstatt durch Waffenlieferungen.
Mal zum Nachdenken: Putin können wir keine Vorschriften machen, dafür ist er gegenüber unserem Land zu mächtig. Unsere Regierung sollte aber für uns da sein und unsere Interessen schützen, dafür haben wir sie gewählt und dafür können und sollten wir sie auch kritisieren.
Also klar kann Putin der größte Arsch von allen sein, und dann? Das sind externe Parameter, auf die wir dank unserer Unterlegenheit keinen großen Einfluss haben. Mit anderen Worten: Wir müssen das hinnehmen, was er macht aber wir können immer darauf reagieren wie z.B. Bündnisse bilden um doch wieder gleichmächtig zu ihm zu werden und eben kein Spielball zu werden wie die Ukraine.
Wenn unsere Regierung aber die dämlichen Entscheidungen machen und uns somit die Macht des Landes klaut, dann können wir auch wir so zum Spielball werden. Und deswegen macht es meiner Meinung auch Sinn unsere Regierung für die Entscheidungen, die sie in Bezug des Ukrainekrieges getroffen hat zu kritisieren und zur Verantwortung ziehen. Alles andere ist ein klares Signal: Hey, mit uns Bürgern kann man ja machen was man will.
Auch die Ukraine handelt so, wie sie es für richtig hält und natürlich hat sie ein Interesse zu gewinnen und Verbündete zu suchen. Trotzdem hätte auch sie die Alternative gehabt um klein beizugeben und den Krieg friedlich zu beenden, zumal Selenski dazu ja zu Kriegsbeginn sogar bereit war. Nichts ist alternativlos, nur diese Kriegstreiberei hat größtenteils Tod und Armut gebracht und nur wenigen Staatslenkern oder Waffenlobbyisten mächtiger werden lassen. Sind das die Werte, für die du stehst?
Mal ganz abgesehen davon, dass du hier die Sachebene verlässt und persönlich und somit moralisierend wirst anstatt auf das Thema einzugehen.
Woher kommt der glaube, dass Russland weiter machen muss? Weil Hitler damals weitergemacht hat? Wie oben schon ausführlich diskutiert ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Putin in naher Zukunft die EU überfallen wird.
Alles was ich von der Russischen Wirtschaft so mitbekomme ist, dass sie den Krieg zwar besser wegsteckt als erwartet aber trotzdem kann so eine Kriegswirtschaft nicht ewig halten. Ich denke nicht, dass Putin nach dem Krieg so schnell einen neuen anfangen wird, dafür hat er sich in der Ukraine zu sehr blamiert.