Die Gegenwart ist der beste Beweis: An der Stelle, wo Bitcoin seiner Idee nach in seiner Akzeptanz explodieren müsste, macht er das Gegenteil.
Derzeit, am Vorabend der Krisen-Exazerbationen, wo das Internet noch (fast) überall funktioniert, die Menschen im Westen noch nicht völlig verarmt sind, die großen Finanzplayer am Start sind, die Miner noch über 3 BTC pro Block bekommen und noch überwiegend Frieden ist, da müsste Bitcoin grenzenlos nachgefragt werden, wenn die Menschen ihn verstanden hätten und die Idee von Nakamoto akzeptiert würde. Wird sie aber nicht.
Ich kann keine Aussage treffen, wie es in zwanzig, fünfzig oder hundert Jahren aussehen wird, vielleicht wird man sich an die grandiose Technologie erinnern, so, wie an das Rad, den Computer, das Internet.
Aber für den aktuellen Krisenzyklus sind die Würfel gefallen. Die Menschen wollen Bitcoin nicht als Wertspeicher und selbst die Bitcoiner wollen Bitcoin nicht als Zahlungsmittel. Bitcoin ist vorerst gescheitert.
Ich habe meine Verkaufsorders gesetzt (und ja bereits meine steuerfreien Coins im Plus verkauft, wie geschildert). Und ja: Ich habe auch noch einen kleinen Sparplan laufen, in der Höhe einer Packung Zigarretten am Tag. Vielleicht ist das Spielerei (so, wie „Lotto-Mining“, mein Spaß an der Technik. Vielleicht wird auch einer meiner Enkel mal etwas damit anfangen können. Wie auch immer: Gesteht euch ein: Bitcoin ist toll, hart, grandios, unfehlbar, überlegen, unbesiegbar… aber trotzdem (vorerst) gescheitert.
Ich beziehe das auf die Akzeptanz durch Menschen: Nie waren weniger Menschen Angehörige der christlichen Kirchen. Das Christentum als Religion ist m.E. ebenfalls gescheitert, zum Teil auch zu Recht. Was nichts an der Existenz Gottes oder meinen Glauben an Gott ändert.