Interessant, dass Satoshi von „glauben“ schreibt…
Komisch so denken wohl viele hier. ![]()
Es wird niemand gross angeworben. Kurz gefragt vielleicht, und bei einem: „Nein ich sicher nicht! Crypto das ist alles nur Mist, das Geld aus dem Fenster geworfen.“
Man beginnt darauf ein Gespräch über das Wetter. Das ergibt Sinn und der innere Frieden ist garantiert.
Ich verstehe die Argumentation, aber vielleicht sollte man sich einfach von dem Konzept lösen, dass der Begriff “verdient” moralisch aufgeladen ist, und ihn als dass sehen was er ist, nämlich der Lohn investierter (effizienter) Arbeit.
Vermutlich zu Recht: Wer weiß denn schon genau, ob das nicht Weisheit oder Intuition ist, was die Menschen zu dieser Ablehnung bringt?
Ich verstehe den festen Glauben an Bitcoin in einer Welt, wie unserer dieser Tage, wo Hoffnung und Zuversicht sehr schwer zu finden sind. Aber - ist es nicht so, dass Bitcoin da mit Sehnsüchten aufgeladen wird, denen er gar nicht gerecht werden kann?
Bitcoin ist nur ein Stück Software, die in einem Netzwerk läuft. Man kann es abschalten oder einfach mißachten. Einfach vergessen und ignorieren. Die Sonne geht trotzdem morgen wieder auf. Bitcoin ist kein Naturgesetz. Der übersteigerte Glauben daran ist schlichtweg Religion, wie schon an so vielen Stellen hier diskutiert. Gerade Menschen, die an nichts mehr glauben, haben eine große Leere in sich, die Bitcoin füllen kann.
Die goldene Bitcoin-Welt ist genauso real und wahrscheinlich, wie das jüngste Gericht oder die 72 Jungfrauen, die den gläubigen Moslemmann im Paradies erwarten. Der Blocktrainer-Livestream ist substanziell nicht viel mehr, als Radio Horeb.
Für mich ist der einzig rationale Umgang mit Bitcoin der des Investments. Als Christ brauche ich kein Seelenheil und keinen Nakamoto als neuen Jesus.
Er hat doch nicht umsonst den Spitznamen “Bitcoin-Papst”.
Ich habe mir bei so manchem Clip auch gedacht, dass die Leute besser in einer Kirche aufgehoben wären ^^
Bitcoin sollte auch kein Ersatz für den Glauben an Gott darstellen, sondern eher für diejenigen die an Gott glauben als komplementär eingestuft sein.
Es reduziert die Hybris der Menschen, die ganz klar durch das Erschaffen des Geldes aus dem nichts representiert wird. Gott sprach: es werde Licht. Banker sprechen: Es werde Geld!
Beides eine echte KREATION. Aber wenn man gläubig ist, dann spricht man Gott das Recht dazu zu. Den Menschen aber nicht. Geld aus dem nichts zu erzeugen, ist gleichzusetzen mit Lucifer der sich die Privilegien Gottes anzueignen versucht.
Deshalb muss es ja nicht richtig sein. Das ist halt einfach Quatsch in meinen Augen.
Dann wäre jede Erfindung bzw. deren Nutzung schlichtweg Religion, und die Nutzer scharen sich wie Gläubige drumherum. Behauptet man das von anderen Erfindungen/Technologien? Nein.
Bitcoin ist eine Technologie und Erfindung auf Basis auf einer Software.
Jetzt kann man halt bewerten, wie wahrscheinlich es ist, dass sie sich durchsetzt.
Andere nennen das „dran glauben“. Das ist es aber nicht in meinen Augen.
Somit hat das auch nichts mit Religion zu tun.
Vielleicht sträube ich mich auch so vehement gegen den Religions-Vergleich, weil ich Religionen und Glauben selbst für Quatsch halte.
Ich weiß ganz genau was BlackMirrus anspricht.
Warst du Mal in einer Kirche? Hast du dir die Predigen angehört?
Roman und andere bedienen sich teilweise dieser Art und Weise zu sprechen. Sie sprechen ja nicht nur nüchtern über die “Technik”.
Setze dich aus Spaß paar Mal in eine Kirche und schaue dir danach einen Stream an. Dann wirst du wissen, worauf BlackMirrus aufmerksam macht ![]()
Ich kenne das, empfinde da aber schon einen deutlichen Unterschied.
Rein vom Empfinden her. Ohne dass ich es jetzt näher erörtern wollte.
Weil du für das eine Sympathie hast, für das andere nicht.
Das nennt man Befangenheit.
Es ist nahezu dasselbe. Bitcoin wird von vielen zur Religion aufgeblasen und auch politisch aufgeladen. Das ist nicht nur Wahrnehmung sondern überprüfbarer Fakt.
Bitcoin hat alles was eine Religion typischerweise ausmacht.
Er hat mit Nakamato einen Religionsstifter wenn man so will.
Er hat eine Heils- und Erlösungsgeschichte. Bitcoin soll die Welt ja besser machen, Probleme lösen usw. Mit Bitcoin gibt es keine Kriege mehr, keine schlechte Politik usw. usf. Alles Elend aus der Welt verschwindet, wenn die Menschen nur Bitcoin annehmen.
Er hat die Apostel in Form der Influencer die diese frohe Botschaft verbreiten.
Es gibt sogar Abspaltungen. Also gewissermaßen Sektierer, die vom Dogma abweichen und beginnen andere Geschichten zu erzählen.
Und es gibt die Gläubigen die diese dann verfolgen und am liebsten mundtot machen würden.
Und das kann man alles auch hier in diesem Forum beobachten. ;)
Bitcoin ist das was wir draus machen und leider machen da viel zu viele ein religiöses Politikum draus.
Und es gibt die Gläubigen die diese dann verfolgen und am liebsten mundtot machen würden.
Und das kann man alles auch hier in diesem Forum beobachten. ;)
Wenn du in einem BMW Forum schlecht über BMW schreibst, was passiert dann wohl…
Das ist halt, was viele nicht verstehen, eben weil sie die Geschichten mit denen Bitcoin von den Aposteln aufgeladen wird, mittlerweile komplett mit ihm verknüpfen.
Ich kritisiere die Geschichten, aber nicht Bitcoin. Bitcoin als solchen finde ich super.
Die Geschichten die erzählt werden sind aber zum größten Teil halbgarer Schwachsinn.
Wenn man schon von Religion spricht so sollte man zurück in der Geschichte dem ersten bekannten Aktivisten und Kritiker huldigen. Wyclif 1330 - 1384 war der erste große „Open-Source“-Aktivist der Geistesgeschichte. Er wollte den „Quellcode“ Gottes (die Bibel) für jeden zugänglich machen, ohne dass eine zentrale Instanz (die Kirche) die Interpretation kontrolliert.
Alles lange vor Hus oder Luther, Zwingli & Co. Wyclif wurde hingerichtet, vergraben wieder ausgegraben und alles von ihm verbrannt.
Das hast du - aus meiner Sicht - hervorragend und detailliert beschrieben! Natürlich ist Bitcoin keine Religion. So, wie manche ihn hier im Forum leben, erfüllt er aber durchaus religiöse Funktionen. Vor allem in der übersteigerten, persönlichen Identifikation zeigt sich das, wie du es auch beschrieben hast. In Religionen oder religiösen Sekten werden Kritiker und Ungläubige oft mit unverhältnismäßigen Konsequenzen überzogen, die der Kritik nur wenig angemessen scheinen. Von „Exkommunizierung“ bis „Exekutierung“.
Auch bei Kritik am Bitcoin hört man hier oft (…zum Glück aber bei den meisten hier, die durchaus sachlich bleiben, nicht…) unverhältnismäßige Kritik an der Person („Du hast nicht verstanden“) bis hin zu schlechten Wünschen („HFSP“). Dabei sind es - wie bei Religionen auch - oftmals die Kritiker, die eine Sache weiter bringen und verbessern.
Das ist für mich ein ehrliches „Geständnis“, denn ich glaube, dass es durchaus ein Grund sein kann. Dabei kommt der Mensch, der nun mal auf viele existenzielle Fragen keine Antworten hat, gar nicht ohne Glauben aus - wie auch die vielen Ersatzreligionen dieser Tage zeigen.
Ich bin häufig in der Kirche, weil ich die als Raum der Einkehr und Besinnung für mich passend finde. Aber in Messen fühle ich mich oft an Bitcoin-Podcasts erinnert: Satan („Fiat“) vs. Heiland („Bitcoin“), Rituale („Erstmal die heutige Blockzeit…“) und vor allem das Heilsversprechen: Du musst nur brav und fleißig stacken, um ein Leben nach dem (Fiat-) Tod zu erlangen.
Die krasseste Ersatzreligion, die ich kenne, ist übrigens das Fussball-Fanwesen: Als Schalker muss ich mich immer beömmeln, wenn ich die „heiligen“ Messen in der Nordkurve mit gemeinsamen Gebeten und Gesängen sehe… Sogar „Kreuzzüge“ unter gemeinsamer, blau-weißer Flagge (gegen „Ungläubige“ oder „Andersgläubige“) gibt es bei diesen verblendeten Idioten.
Weil auch bei Autos einige hoch emotionale „Jünger“ unterwegs sind. Aber auch dort gibt es eine ganze Reihe Menschen, die zu sachlichem Austausch in der Lage sind.
Inwieweit haben jetzt erst Geborene es verdient, Bitcoin mal viel teurer (mit am Ende 0% Jahresinflation) zu erwerben, als ihre Eltern und Großeltern, die ihn noch mit weit höherer Jahresinflation sich verschaffen konnte? Ich verstehe durchaus, daß die anfängliche Adaption nicht anders geschehen konnte, aber “verdient”?
Einer gewissen dauernden Generationengerechtigkeit wegen, wäre es daher meiner Ansicht nach besser gewesen, daß das Whitepaper vorgesehen hätte, bei Bitcoin am Ende eine konstante Jahresinflation (die ja von keinem Staat kontrolliert werden könnte, also kein Cantillon-Effekt) von vielleicht 1% beizubehalten. Mit am Ende 0% wird es für spätere Generationen und Gründer unter einem Bitcoin-Standard sehr hart werden, nur aufgrund ihrer Geburtsdatums.
Das ist jetzt relativ lustig, dass jemand, der scheinbar Religion für so wichtig hält, dass er sich garnicht vorstellen kann, dass WEDER Religion noch Ersatzreligion, für andere überhaupt eine Bedeutung haben könnten.
Du bist so arg gepolt auf Religion, dass das Deine Realität verschiebt, und Du überall Religion oder Ersatzreligionen sehen MUSST.
Es gibt aber Leute, die das einfach für Unsinn halten, und religiöse Verhaltensweisen einfach als etwas in Art einer „optischen Täuschung“ sehen.
Weder Bitcoin, noch Fußball, noch Autos oder sonst was sind Ersatzreligionen. Leute wollen vielleicht oft „Recht haben“ und anderen davon erzählen, aber da Religion eben diese spezielle „optische Täuschung“ ist, ein Ersatz für die „allmächtigen Eltern“ aus der Kindheit, ist irgend eine Leidenschaft, oder Hobby da eben meilenweit entfernt…
Das ist jedenfalls Meine Meinung dazu: Religion ist eine „Täuschung durch das Gehirn“, die maßlos überbewertet wird.
“Alles was eine Religion typischerweise ausmacht” hat Bitcoin natürlich nicht. Er hat keinerlei Jenseitserzählung (als Trost und Erklärungsversuch für den Tod und die diesseitige Vergänglichkeit von allem), also keinerlei religiöse Metaphysik, ein unabdingbares Grundmerkmal jeder Religion.
Wenn manche Bitcoiner dennoch wie religiöse Jünger rüberkommen, dann ist dies eher mit Anhängern diesseitiger Erlösungstheorien (aber nicht Religionen!) zu vergleichen, wie zum Beispiel den vielen Anhängern (weniger den Arbeitern, vielmehr gewissen bürgerlichen Anhängern) des Kommunismus der 1920er-1930er Jahre, teils auch mit Anhängern des Nationalsozialismus. Heute sieht man diese Art der (nichtreligiösen) Verzückung manchmal auch bei Anhängern gewisser radikallibertärer Strömungen.
Ja, ich weiß. Das war natürlich etwas überspitzt. Aber wer weiß, was da noch kommt an Narrativen, der Phantasie der Influencer sind ja keine Grenzen gesetzt und die wollen ja auch Geld verdienen. ;)
Bitcoin ist keine Religion, sondern in erster Linie ein Werkzeug. Ein Werkzeug, mit dem man versucht, einer bestimmten Utopie – etwa einem stabileren, faireren, weniger manipulierbaren Geldsystem – näherzukommen. Wenn jemand überzeugt ist, dass Bitcoin gesellschaftliche oder ökonomische Zustände verbessern kann, ist das erstmal eine Form von Hoffnung. Und Hoffnung ist nicht gleich religiöser Glaube. Eine Religion basiert auf nicht überprüfbaren Glaubenssätzen und metaphysischen Annahmen. Bitcoin aber ist ein offenes, transparentes, überprüfbares Protokoll.
Dass Menschen Dinge emotional aufladen oder überhöhen, macht das Objekt Bitcoin somit nicht zur Religion. Jeder kann Bitcoin so nutzen und bewerten, wie er möchte. Wenn jemand Bitcoin als seine Religion empfindet – bitte. Genau diese Freiheit schenkt uns Bitcoin ja. Aber das trifft dann eben noch lange nicht auf alle Nutzer zu.
Dem stimme ich zu. Allerdings kann man dennoch feststellen, daß eine gewisse abgehobene Verzückung, die, zumindest vom äußerlichen Gepräge her, ähnlich auf Außenstehende wirkt wie diejenige von Religionsanhängern, durchaus bei einer nicht ganz so kleinen Anzahl von Bitcoinern zu beobachten ist. Sicher eine Minderheit und letztlich vielleicht auch ohne großen Schaden für Andere. Aber so ist es nun mal.
Diese meine Beobachtung kann ich allerdings nur für den deutschen und angelsächsischen Raum bestätigen. Wobei es damit naheliegenderweise dann wohl auch ähnlich auf die gesamte westliche Welt zutrifft. Aber außerhalb davon vermag ich es nicht zu beurteilen.