Demut ist immer das Gebot der Stunde.
Für mich aber umso mehr im Bereich des ATH.
Das was Du als Paradigmenwechsel siehst ist nach meiner Erfahrung (verschiedene Bärenmärkte in verschiedenen Anlageklassen) ein Sentimentwechsel, da sich an den fundamentalen Eigenschaften nichts geändert hat.
Das ist ein großer Unterschied und entscheidend für die weitere Entwicklung.
Ist halt eben aber die Frage ob Bitcoin diesbezüglich mit anderen Assets vergleichbar ist bzw. ob Bitcoin wegen seiner Eigenschaften gekauft wird/wurde oder eben wegen der Erzählungen und am Ende wegen des Preises, die nicht zwingend die Eigenschaften und auch nicht den realen Nutzen spiegeln müssen.
Genau das ist ja die Frage. Wenn es nur die Erzählungen sind/waren und der Preis, dann kann das Kartenhaus ganz schnell zusammenbrechen und die „Fundamentals“ spielen überhaupt gar keine Rolle.
Bis nur noch diejenigen welchen übrig bleiben, die das technische Fundament verstanden haben (und die menschliche psychologie und Netzwerkeffekte). Nennt sich Bärenmarkt und ist bis jetzt alle 4 Jahre vorgekommen.
Der Markt bereinigt sich aufgrund der überprüfbarkeit von Bitcoin immer der Spekulanten. Leverage wird abgebaut, und auf dem Fundament wird wieder eine Spekulationsblase aufgebaut, in jedem Zyklus werden aber einige Spekulanten versuchen tiefer zu ergründen warum Bitcoin einen Wert haben sollte und so vergrösssert sich die Nutzerbasis.
In der Theorie. Die Frage wäre, was denn ein Bärenmarkt überhaupt ist. Das ist mir auch im Video von Jilch wieder aufgefallen, dass das relativ willkürlich benutzt wird. Halt irgendwie immer wenn es gerade runtergeht…dann ist Bärenmarkt, irgendwie so…
Also wenn man das aber vernünftig definieren will braucht man ja klare Regeln dafür wann ein Trend ein Trend ist und wann nicht. Also nicht wenn es einfach so runtergeht und auch nicht, wenn es einfach so um x Prozent fällt oder so, sondern wenn z.B. etwas eine gewisse Struktur hat.
Also ein Aufwärtstrend hat höhere Hochs, höhere Tiefs, Abwärtstrend, also Bärenmarkt hat tiefere Hochs, tiefere Tiefs. Und man braucht mindestens zwei Punkte (Hochs, Tiefs) um von einem Trend zu sprechen.
Und dann wäre die Frage auf welcher Zeitebene man den Trend hat.
Also von diesem Zauberzyklus usw. halte ich so gar nichts und dass wir alle 4 Jahre wie auf magische Weise einen Abwärtstrend, Bärenmarkt, bekommen haben, kann ich auch nicht sehen.
Das ist ziemlich willkürlich überall da, wo es deutlich runtergeht einfach. Da sprechen Bitcoiner dann rückblickend von Bärenmarkt.
Dass dann am Ende immer Leute über bleiben die dann wegen der Eigenschaften kaufen ist auch nur eine Annahme.
Natürlich muss es nicht automatisch im Zeitrahmen von 4 Jahren stattfinden, aber das Halving spricht dann doch schon für einen annähernd ähnlichen Zeitraum.
Die Definition wäre hier wohl: Ein Bärenmarkt ist hier wohl, wenn Spekulanten in grosser Zahl das Vertrauen verlieren. Das Ende des Bärenmarkt ist wenn nachhaltig das meiste (nicht tragbare) Leverage abgebaut wurde. (potenziell sogar komplettes Leverage, aber in der Praxis eher unwahrscheinlich, theoretisch aber Denkbar)
Ok, aber das weiß man ja dann eben erst am Ende ob das dann Bärenmarkt gewesen ist oder nicht.
Wenn ich die markttechnische Trendstruktur nehme kann ich schon relativ zu Beginn sehen, ob wir uns relativ am Anfang eines Bärenmarktes befinden. Das gibt die Struktur ja her. Trendbruch, neuer Trendanfang…
Natürlich. Es gibt gewisse Wahrscheinlichkeiten, aber am Ende ist die Zukunft per Definition immer ungewiss.
Wer bei 80k verkauft hat, war nicht „schlauer“. Wer bei 100k gekauft hat, war nicht „dümmer“. Wer DCA macht, ist kein Apostel. Wer „Gewinne“ realisiert, ist kein Verräter. Das Problem entsteht erst, wenn man Preisbewegungen moralisiert. „Falsch gelegen“, „richtig gelegen“, „verdient“, „nicht verstanden“ sind narrative Kategorien. Sie entstehen nur, wenn man Bitcoin als Investment-Story betrachtet.
Viele sehen Bitcoin nicht als Versprechen, kein Trade, kein Projekt.
Wenn jemand bei 100k gekauft hat und heute tiefer steht, dann hat er nicht „versagt“. Er steht nur relativ zum aktuellen Maßstab anders da. Wer bei 80k verkauft hat, hat auch nicht „gewonnen“. Er hat nur seine Position verändert, relativ zu etwas, das unverändert weiterläuft. Niemand hier weiß, wie viel Fiat real existiert. Niemand kann globale Geldmenge selbst prüfen. Niemand kann politische Emission validieren. Bitcoin kann man prüfen.
Deshalb messe ich relativ dazu, nicht relativ zu kurzfristigen Kursen. Ich habe nichts verloren, weil ich nicht bei 126k verkauft habe. Ich halte denselben Anteil am Protokoll wie vorher. Der Rest ist Bewertung in einem Vergleichssystem, das selbst verhandelbar ist.
Wörter wie „dumm“, „blind“, „Apostel“ oder „Glücksritter“ sagen mehr über den emotionalen Zustand des Schreibenden aus als über Bitcoin. Jeder positioniert sich selbst. Jeder trägt seine Entscheidungen. Jeder lebt mit seiner Zeitpräferenz. Aber Moral ersetzt keinen Maßstab. Vielleicht täte Dir etwas Abstand von permanentem Informationsrauschen gut… weniger Narrative, mehr Klarheit.
Aber das gilt dann auch für:
Richtig?
Dem schließe ich mich an. ;)
Ja, richtig. Das gilt in beide Richtungen. Mir geht es aber nicht darum, alle Narrative des Internets aufzuarbeiten. Die erreiche ich nicht, noch interessieren sie mich besonders. Ich antworte hier auf das, was @BlackMirrus schreibt. Ich lese da viel emotionales raus, deswegen weniger Narrative, mehr Klarheit.
Sehe ich anders. Wer bei 100k$ gekauft hat und davon ausgegangen ist, dass Bitcoin nie wieder auf 60k$ oder 40k$ geht, der hat Bitcoin eben (noch) nicht verstanden, sorry. Was aber nicht schlimm ist, jeder kommt über den Preis zu Bitcoin. Viele werden aktuell gezwungen, einen Bärenmarkt mit massiven Kursverlusten zu durchlaufen – oder haben eben im Minus verkauft. Aber sie werden auch noch da sein – am Spielfeldrand oder als BTC-Besitzer – wenn der Kurs wieder steigt. Und dann werden sie die Situation neu bewerten und ihre Rückschlüsse ziehen.
Ich verstehe dieses Rumgejammere ehrlich gesagt überhaupt nicht. Ich stehe aktuell jeden Tag mit einem breiten Grinsen auf, weil mein täglicher Sparplan wieder mehr BTC akkumuliert hat, als vor 3 Monaten. – Stand jetzt ist nichts Außergewöhnliches passiert, die fundamentalen Eigenschaften von Bitcoin sind wie eh und je in Stein gemeißelt.
Die aktuelle Situation „kein Retail-Interesse, Bitcoin-ist-tot“-Narrativ? ist etwas GUTES! Genau diese Phasen sorgen dafür, dass Bitcoin als widerstandsfähig wahrgenommen wird. „Das hat er auch überlebt.“ Ohne Bärenmärkte entsteht kein Vertrauen! Ein Asset, das nur steigt, wirkt fragil. Ein Asset, das mehrere 50–80%-Rückgänge übersteht und weiterläuft, gewinnt Glaubwürdigkeit. Bitcoin ist antifragil, jede Phase des Abschwungs ist ein Geschenk, da es ihn am Ende noch robuster macht.
Ob man das mitgehen will, ist eine individuelle Entscheidung. Aber die aktuelle Phase als Paradigmenwechsel zu verkaufen, nur weil der Preis gefallen ist, halte ich für verfrüht. Bitcoin war nie eine Gerade nach oben – sondern eine Treppe mit sehr tiefen Stufen dazwischen.
Jilch hat Bitcoin gut verstanden, bei dir bin ich mir unsicher
– Niemand muss All-In Bitcoin gehen, gerade wenn man eine Familie und Verantwortung hat. Es gibt keine 100%-Garantie.
PS: Study Bitcoin.
Ich mag deine Hartnäckigkeit und deine Beständigkeit in der Sache.
Ich beziehe meinen zugegeben provokanten und vielleicht extremen Standpunkt bewusst. Meine polarisierende Darstellungsweise soll ein Kontrapunkt zu der süßlichen Hype sein, die Bitcoin-Maximalisten erzeugen.
Leute wie du, die sich davon nicht beirren lassen und eben auch nicht zu persönlichen Angriffen provozieren lassen sind m.E. genauso wichtig für die Meinungsbildung Mitlesender.
Die Zeit wird zeigen, wer mit seiner Sichtweise näher an der realen Entwicklung liegt.
Das gebe ich gerne zurück!
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Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung der Welt. Es gibt keinen Wert da draußen. Für nichts.
Man könnte sagen die Welt ist eine dezentrale Simulation. In jedem unserer Gehirne läuft eine Simulation aus ganz vielen Bewertungen. Manche Menschen und die Medien versuchen ein bestimmtes Narrativ oder eine Meinung zu erzeugen, die dann auf uns, den verteilten Knotenpunkten geglaubt wird.
Viele werden in einem Mangeldenken gehalten, denn wenn man die Fülle in sich erkennt, bist du ein schlechter Konsument.
Und jeder entscheidet in seiner eigenen Simulation der Welt was Bitcoin ist. Das gilt auch für alles andere.
ES gibt große Überschneidungen damit was hier als “Schön” empfunden wird. Dabei ist Schönheit auch oft mit Wert verknüpft und das wiederum mit Sicherheit.
Wenn meine Wohnung nicht schön aussieht, kommt vielleicht ein Gefühl in mir, welches sich blöd anfühlt. Denn der unbewusste Glaubenssatz darunter ist (Ich bin nur wertvoll, wenn meine Wohnung schön aussieht und Wert vermittelt). Indem man sich solcher Glaubenssätze bewusst wird, diese wirklich hinterfragt und spürt, dass die Gefühle nichts anderes sind als das spüren der unbewussten Glaubenssätze, dann kann man sich selbst tatsächlich umprogrammieren.
ich fasse also mal zusammen. Ein Bärenmarkt für 2026 war erwartet und auch das aktuelle Preisniveau dazu wurde getroffen. Wir hatten im Q4 2025 ein neues ATH, ebenfalls wie erwartet. Aber weil dieses ATH nicht bei 150k oder höher sondern bei ca. 125k lag sprechen wir jetzt von einem Paradigmenwechsel und von einem Scheitern als Wertspeicher. Dann frage ich mich allerdings wieso man erst jetzt zu dieser Einschätzung kommt. Schließlich gabs genau diese Zyklen schon früher.
Vielleicht, weil man zum ersten Mal einen Bärenmarkt tatsächlich selbst durchleben muss? Dann sind es wohl eher die eigenen Gefühle als dass es irgendwas mit bitcoin zu tun hätte.
Mich wundert immer wieder, dass manche davon ausgehen dass es eine Art feste Anzahl an Mitspielern gäbe. So, als würde man eine Runde Monopoly spielen und man selbst ist als letzter in das Spiel spontan nachgerückt, weil man zu spät war.
Jedes Jahr absolvieren junge Menschen ihre Ausbildung oder ihr Studium, und somit kommen konstant neue Spieler hinzu.
Die können doch nicht sagen, ohh Mist, vor mir die Leute haben schon alle Aktien, Gold, Bitcoin, Immobilien gekauft - da steige ich nicht mehr ein - sondern machen einfach ab dem Zeitpunkt an dem sie selber Geld verdienen mit.
Und genau deswegen mag ich den Ausdruck nicht so gerne, obwohl ich ihn verstehe, dass jeder den Preis erhält, den man verdient.
Da stimme ich dir tatsächlich zu. Ich mag den Ausdruck „jeder bekommt den Preis, den er verdient“ auch nicht. Schon das Wort „verdient“ ist problematisch. Wer legt fest, was jemand verdient? Nach welchen Kriterien? Moralisch? Ökonomisch? Zeitlich? Relativ zu welchem Maßstab?
„Verdienen“ ist ein moralischer Begriff. Er impliziert Gerechtigkeit, Schuld, Belohnung oder Strafe, aber der Markt und erst recht Bitcoin, kennt diese Kategorien nicht. Der Preis ist kein Urteil. Er ist kein Lob. Er ist keine Strafe. Er ist lediglich ein Zustand, der aus Angebot, Nachfrage, Liquidität, Zeitpräferenz und Information entsteht.
Wenn jemand teuer kauft und der Kurs fällt, hat er nicht „falsch verdient“ und wenn jemand früh eingestiegen ist und große Gewinne hat, hat er nicht moralisch „recht gehabt“. Beide stehen einfach relativ zu einem bestimmten Zeitpunkt und zu einem bestimmten Maßstab.
Das Wort „verdient“ verschiebt die Diskussion sofort auf eine moralische Ebene, die dort nichts verloren hat. Es suggeriert, der Markt würde Gerechtigkeit herstellen. Das tut er nicht. Er bildet lediglich Relationen ab.
Jeder positioniert sich relativ zum Zustand und trägt die Konsequenzen dieser Position. Ohne Moral. Ohne Urteil. Ohne „verdient“.
Ja mein Gott - der Spruch kam meines Wissens von Saylor und ist eben halbwitzig gemeint.
Ich habe den Spruch immer so interpretiert, dass die Menschen, die sich trotz ihrer Intelligenz hier und heute wehren, sich mit Bitcoin zu beschäftigen, sich „ihre Bitcoin“ irgendwann später eben zu einem höheren Preis kaufen werden. Da steckt natürlich ein ‚Selbst schuld‘ mit drin. Kann man ja als überzeugter Bitcoiner so sehen - gegenüber gewissen Personengruppen! Vor allem wenn man selbst die Erfahrung gemacht hat, dass sich viele Leute gegen dieses Thema sperren. Warum auch immer.. Primacy-Effekt, Illusorischer-Wahrheitseffekt.. die Propaganda gegen Bitcoin gibts schon seit ich im Space bin..
Ich finds vergleichbar mit dem Spruch:
“If you don’t believe it or don’t get it, I don’t have the time to try to convince you, sorry.” - Satoshi Nakamoto
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Menschen kaufen früher oder später, weil sich ihre Informationen, ihr Umfeld oder ihre Prioritäten ändern. Nicht weil sie „schuldig“ waren oder etwas „verdient“ haben.
Das Satoshi-Zitat passt für mich eher in eine andere Richtung: Nicht im Sinne von „Pech gehabt“, sondern im Sinne von Energieökonomie. Man kann nicht jeden überzeugen. Irgendwann hört man einfach auf zu erklären.
Ich finde da gar nichts dran pRoBlEmAtiScH.
Jeder bekommt den Preis den er verdient!
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