Da ist die Basis drin. Regression der empirischen Daten. Die Kurve hat Barro z.B. hier veröffentlich:
Die absoluten Zahlen für die optimale government size variieren bei unterschiedliche Veröffentlichungen zwischen 15 und 25%,
Wachstum zum Selbstzweck meine ich übrigens auch nicht. Daher sind Populationswachstumsraten in diesem Zusammenhang bei mir nicht im Fokus.
Warum ich das Thema so wichtig finde geht eher in die Sozialwissenschaften, die nicht mein Fachgebiet sind.
Meine Arbeitshypothese ist:
Du brauchst in einer Gesellschaft eine kritischen Masse von „entspannten Menschen“, damit es zu einem insgesam (statistisch) guten Zusammenleben kommt.
Sind genügend Leute der Überzeugung selbstwirksam zu sein, und „gut“ leben zu können, sorgt diese „Entspannung“ dafür, dass das Gemeinwesen gesund ist, von Hobbies bis Vereinswesen bis Wohlfahrt alles gedeiht. Der größere Teil der Menschen hat in dieser Situation nicht die Notwendigkeit das letzte aus jedem Geschäft heraus zu pressen, was gegenseitiges Mißtrauen reduziert.
Beim Gegenteil sind wir gerade. Das Leben wird immer enger, kaum jemand kann sich erlauben großzügig zu sein, und Du musst überall schauen wer Dich gerade wieder über den Tisch ziehen will. Negativer Stress permanent, weil gesamtgesellschaftlich feindliches Klima. Leben-und-Leben-lassen gilt kaum mehr.
Wohlgemerkt: Auch im 1. Fall wird eine Einzelperson vielleicht betrogen, und es gibt gierige Leute, denen man besser im Einzelfall ausweicht… entscheidend ist die statistische Häufung, die ab einen kritischen Punkt alles zum Besseren / Schlechteren kippen lässt.
Menschen haben eine vermutlich aus Hungersnöten der Jahrtausende stammende, eigenartige Heuristik: Bessere oder schlechtere Zukunft wird klar unterschieden. Kommen „harte Zeiten“ muss man mißtrauisch sein, und alles zusammen halten.
Nicht mal meinem 83 jährigen Vater, der das Wirtschaftswunder voll miterlebt hat, kann ich aktuell klar machen, dass der Bäcker nicht SCHULD ist, wenn ein Teilchen 3 Euro kostet. Für ihn ist der Bäcker buchstäblich höchstpersönlich ein mieser Abzocker.
Der große Teil der Menschen sind keine guten Geschäftsleute, und WOLLEN das auch garnicht sein. Homo Ökonomicus ist ein Märchen. In einem entspannten, prosperierenden Klima kann man aber besser entscheiden, mit wem man handeln WILL (immer statistisch - auch Arbeitsverträge etc inkludiert - „handeln“ ist für mich jegliche Interaktion zwischen Menschen bei denen „gespeicherte Lebenszeit“ oder Lebenszeit getauscht wird).
Warum Wirtschaftswachstum? Hauptsächlich um die Inflation zu kompensieren PLUS einem sehr, sehr wichtigen Rest tatsächlicher Entwicklung der Menschheit. Dieser „Rest“ ist notwendig, damit Menschen das Empfinden haben „dass es besser wird“ => aktuell keine Hungersnot => weinger gegenseitiges Mißtrauen => Kippunkt zur Prosperität.