Erwartungen enttäuscht - It's so over

Jeder, der wegen ein paar euphorischer Posts „nie wieder seine Finger an Bitcoin verbrennen will“, hätte vermutlich sowieso ein Problem mit Volatilität gehabt. Das ist kein moralisches Versagen von Moonboys. Das ist ein Reifeprozess jedes Marktteilnehmers.

Die Hype-Leute sorgen für Energie. Die Kritiker sorgen für Erdung. Die Zeit sorgt für Wahrheit. :blush:

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Sehe ich auch so. Ob man andere für Idioten halten muss bzw. ob man das dann auch noch so direkt schreiben muss, darüber lässt sich streiten.

Aber die Kernaussage stimmt schon. Das Bitcoin so schnell (2026) wieder ein Allzeithoch hat ist eher unwahrscheinlich, wenn auch möglich.

Die Aussagen, dass Bitcion grundstätzlich immer weiter steigt, alles andere Outperformt, nur weil man die Eigenschaften soo lange studiert hat und selbst gut findet, sind einfach nicht nicht vorhersehbar oder sicher.

Es kann halt alles passieren. Bitcion kann sich schnell wieder verdoppeln. Dafür braucht es nur genügend Kapital. Er kann sich auch noch einmal halbieren.

Er kann langfristig besser wie Aktien performen oder ähnlich oder schlechter.

Wie es letztendlich kommt ist völlig offen, und dessen sollte sich der ein oder andere (vorallem die mit >50% in Bitcoin) so langsam mal bewusst werden.

PS: Wenn ich dann als Pro-Argument von Influencern höre: “Warum nicht alles auf Bitcoin setzen, schaut euch doch die letzten 15 Jahre an, kein anderes Asset lief besser” Da stellt es mir die Nackenhaare auf. Wer vergangene Renditen als eine Garantie für künftige Renditen hält, sollte wirklich mal was anderes als nur den Bitcoin Code studieren.

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Eine recht lange Zeit hat jeder Influencer immer die M2 Grafik in die Kamera gehalten und verkündet, dass der Bitcoinkurs immer der M2 Geldmenge folgt.

Die M2 Grafik hab ich schon seit ein paar Monaten nicht mehr gesehen. ;)

Und die Leute die so argumentieren, die diskreditieren Trader und Trading als Glaskugelkuckerei. Kann man sich nicht ausdenken.

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Wer glaubt, eine einzige Grafik erkläre ein globales monetäres Netzwerk, unterschätzt schlicht die Komplexität des Systems. Wenn jemand eine M2-Grafik sieht, sie 1:1 als Zukunftsorakel interpretiert und darauf seine komplette Erwartungshaltung aufbaut, dann ist das nicht das Problem der Grafik. Und auch nicht primär das Problem des Influencers. Das ist ein Problem der eigenen Projektion. Influencer zeigen Thesen. Charts zeigen Korrelationen. Narrative liefern Modelle, aber niemand zwingt irgendwen, daraus ein Heilsversprechen zu machen.

Wenn man sich im Nachhinein über „die Influencer“ beschwert, sollte man sich vielleicht ehrlich fragen warum war es mir so wichtig, was sie erzählen? Warum habe ich es als Orakel genommen? Warum hat mich das emotional so mitgenommen?

Denn wer wirklich verstanden hat, dass Märkte komplex sind, der erwartet keine lineare Bestätigung und wer emotional stabil ist, braucht keinen Schuldigen, wenn ein Narrativ nicht aufgeht. Wenn ständig von „die Moonboys“, „die Hype-Leute“, „die anderen“ gesprochen wird, zeigt das oft mehr über die eigene emotionale Beteiligung als über den Markt selbst.

Niemand wird gezwungen, euphorische Tweets zu lesen. Niemand wird gezwungen, pessimistische Threads ernst zu nehmen. Jeder entscheidet selbst, welchen Stimmen er Gewicht gibt. Am Ende ist es wie immer: Information kommt von außen. Verarbeitung passiert innen.

Das ist erstmal nur eine Beobachtung. Nicht mehr. Wer daraus eine Garantie ableitet, hat das Prinzip von Unsicherheit nicht verstanden. Vergangenheit ist Datenmaterial und Zukunft ist Wahrscheinlichkeit. Bitcoin ist ein offenes, soziales, technisches und monetäres Netzwerk.
Netzwerke leben von Adoption, Vertrauen, Zeit und nicht von rückwärts extrapolierten Prozentzahlen. Zu sagen „alles auf Bitcoin“ nur wegen der Historie, ist genauso eindimensional wie zu sagen „Bitcoin ist tot“, nur weil es mal 80 % fällt. Beides ist Projektion.

Für mich ist Bitcoin kein Renditeversprechen. Er ist ein Maßstab.

Ein Renditeversprechen setzt voraus, dass ich weiß, worin ich rechne. Dass die Bezugsgröße stabil, klar definiert und transparent ist. Aber in einer Währung, deren Gesamtmenge faktisch niemand vollständig überblickt, weil sie durch Kreditmultiplikation, Schattenbanken, Derivate, außerbilanzielle Konstrukte und politische Entscheidungen ständig erweitert werden kann, ist „Rendite“ immer relativ.

Das ist keine moralische Kritik an Fiat. Es ist ein struktureller Hinweis: Wir kennen die exakte Menge nicht. Wir kennen nicht die zukünftige Ausweitung. Wir kennen nicht die impliziten Haftungen, die irgendwann monetarisiert werden. Und auch bei anderen Assets kennen wir die „echte“ Gesamtmenge nicht im absoluten Sinn. Wir wissen nicht, wie viele Immobilien durch Kredithebel im System stecken. Wie viele synthetische Aktien existieren. Wie stark Derivatemärkte die Preisbildung verzerren. Wir leben in einem Geflecht aus Ansprüchen auf Ansprüche.

Bitcoin hingegen ist transparent bis auf die letzte Einheit. Die Emissionskurve ist offen. Die Obergrenze ist definiert. Jeder kann sie prüfen. Nicht interpretieren, sondern prüfen. Deshalb ist Bitcoin für mich kein Instrument, um „reich zu werden“. Er ist ein Referenzpunkt.

Ich messe lieber in etwas, dessen Menge ich kenne, als in etwas, dessen Menge ich hoffen muss.

Macht mit den Informationen, was ihr wollt. Das ist kein Heilsversprechen. Ich verkaufe hier kein Ticket ins Paradies und auch keinen moralischen Überlegenheitsbonus. Ich beschreibe lediglich ein Regelwerk, das für mich logisch ist. Ihr könnt weiterhin nach außen schauen.
Auf Narrative.
Auf Schlagzeilen.
Auf Influencer.
Auf Angst.
Auf Euphorie.

Aber am Ende bleibt eine simple Frage: Was nützen euch Worte, wenn ihr die Struktur dahinter nicht prüft? Worte sind beweglich. Regeln nicht.

Informationen sind Werkzeuge. Sie können richtig sein. Sie können falsch sein. Sie können manipulativ sein. Sie können hilfreich sein. Aber sie sind niemals das Leben selbst.

Am Ende trägt jeder die Verantwortung für seinen Maßstab.Für sein Risiko.Für seine Zeit. Ihr könnt euch treiben lassen. Oder ihr könnt prüfen.

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Falls du mich meinst? Mir ist das nicht wichtig. Ich analysiere nur. Mir ist völlig klar, dass die einen Haufen Mist erzählen.

Wenn ich mir allerdings so die Kommentare unter den Videos durchlese, dann drängt sich mir der Eindruck auf, dass das jede Menge Menschen ernst nehmen und sich davon auch beeinflußen lassen.

Menschen orientieren sich. Menschen suchen Sicherheit. Menschen folgen Stimmen, die Klarheit ausstrahlen.

Aber die eigentliche Frage ist für mich nicht „Warum lassen sich so viele beeinflussen?“
Frag Dich mal lieber: Warum beschäftigt es dich so stark, dass sie es tun?

Jeder Mensch trägt Verantwortung für seine Entscheidungen. Information war noch nie neutral. Schon lange vor YouTube gab es Hochglanzbroschüren, Börsenbriefe, TV-Experten, Bankberater. Wer glaubt, eine einzige Grafik erkläre ein globales monetäres Netzwerk, unterschätzt schlicht die Komplexität des Systems. Aber wer Influencer für Orakel hält, unterschätzt auch die eigene Verantwortung.

Man kann aufklären. Man kann widersprechen. Man kann differenzieren. Aber man kann niemandem das Denken abnehmen.

Menschen müssen Erfahrungen machen. Manche lernen durch Analyse. Manche durch Fehler. Manche durch Schmerz. Das ist kein Bitcoin-Phänomen. Das ist menschlich. Deshalb analysiere ich auch, aber ohne den Anspruch, andere vor sich selbst zu retten.

Aus Interesse. Mich interessieren Menschen. Eine Zeit lang habe ich politische Influencer analysiert, bis ich die Argumentationen und Muster erkannt habe, dann wurde es langweilig. Am Ende ist es immer dasselbe.

Wenn du dich damit beschäftigst, dann fällt es leichter öffentliche Debatten einzuordnen. Dann weißt du, woher die Argumente stammen, was sie beabsichtigen, welche Zielgruppe sie haben usw.

Und du kannst Entwicklungen besser „vorhersehen“.

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Das kannst du für dich schon machen.

Wie sinnhaft es ist einen Maßstab zu nehmen, den 95% der restlichen Menschheit nicht verwenden ist ein anderes Thema.

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Das kann ich nachvollziehen. Man versteht dann vielleicht besser, warum etwas gesagt wird, aber nicht automatisch, was wahr ist, denn Worte sind nicht Wahrheit.

Für mich ist wichtiger geworden, weniger vorherzusagen und mehr zu beobachten. Auch meine eigenen Reaktionen. Warum interessiert mich dieses Narrativ? Warum triggert mich diese Argumentation? Warum will ich recht behalten? Am Ende analysieren wir nicht nur Influencer…
Wir analysieren uns selbst, ob bewusst oder unbewusst. Das finde ich spannender als mich mit anderen Menschen zu beschäftigen, denn andere Menschen kann ich nicht lenken und auch deren Gedanken nicht lesen.

Dass 95 % einen Maßstab nicht verwenden, sagt erstmal nichts über seine Sinnhaftigkeit aus. Es sagt nur etwas über seine Verbreitung. Die Mehrheit war historisch selten der verlässlichste Wahrheitsindikator. Ob es um technologische Umbrüche, politische Systeme oder Geldformen ging. Am Anfang standen immer Minderheiten.

Ein Maßstab ist für mich kein Mehrheitsentscheid, sondern eine persönliche Referenz. Ich messe mein Leben ja auch nicht daran, was 95 % denken, sondern daran, was für mich funktioniert.

Mehrheit ist kein Wahrheitskriterium. Sie ist nur ein Stimmungsbild und Stimmungen ändern sich schneller als Regeln. :slightly_smiling_face:

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Ja mei, für jemanden der in EUR misst, ist Bitcoin um 50% gefallen. Für jemanden der in Bitcoin misst, ist der EUR um 50% gestiegen.

Am Ende ist es wurscht…

Nee, so lange du in Euro entlohnt wirst, so lange du die Dinge du brauchst in Euro bezahlst usw, ist Euro auch der Massstab und nicht Bitcoin.

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„Wurscht“ ist es nur für jemanden, der keine kurzfristigen Liquiditätszwänge hat, langfristig denkt und seine Lebensstruktur nicht vom aktuellen Kurs abhängig macht.

Für alle anderen ist es eben nicht egal.

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Macht in meinen Augen keinen Sinn

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Weil sie - das lässt sich nun mal nicht weg diskutieren und steckt schon im Wort - mehr oder weniger Einfluss haben. Auf Neulinge (…so war es auch bei mir…) und auch auf Erfahrene Menschen. Damit prägen sie Erwartungen. Bevor man das so distanziert und distinguiert betrachten kann, wie du, müssen viele erst mal an den Influencern vorbei.

Zum einen verstehen das - da sind wir uns hier vermutlich weitgehend einig - die wenigsten tatsächlich, nicht umsonst bewahren die meisten Besitzenden ihre Guthaben auf Spar- und Tagesgeldkonten auf und diejenigen, die in Fonds sparen oder an der Börse oder in Rohstoffen investieren, gehören schon zur finanziellen „Elite“. Zum anderen muss das Verständnis für die Komplexität der Märkte erst einmal entstehen - und dort sind Influencer ein prägender Teil.

Wir brauchen aber die Akzentanz des Bitcoin auch in der Masse der Menschen, die sich nicht mit der Komplexität befassen wollen. Ich sage: Gerade Bitcoin ist nicht komplex und eignet sich hervorragend für selbstbestimmtes Investment.

Damit er kritische, pessimistische Beiträge lesen kann, müssen sie aber erstmal existieren. Wenn du Orientierung suchst - und um dich herum wird nur gejubelt, dann gerätst du leicht in eine fatale Stimmung.

Das klingt in meinen Ohren, wie tiefste Zustimmung zu meiner pessimistischen Motivation: Damit Adoption stattfinden kann, bedarf es Vertrauens. Damit Menschen Vertrauen entwickeln, dürfen sie nicht enttäuscht werden! Und sogar das Vertrauen in vertrauensloses Geld wie Bitcoin erfordert ein Vertrauen in die Vertrauenslosigkeit… ;-)

Genau! Und deshalb ist begründete „Bitcoin-wird-sterben“-Kritik genauso wichtig, wie „Ich-kauf-jetzt-nach,-toll-dass-Bitcoin-nochmal-so-billig-ist-Hype“. Dieses Forum ist nur so gut, weil es hier kritische Nutzer gibt, die dem selektiven Zeitgeist der Community widersprechen.

Darüber besteht hier, so denke ich, auch absolute Übereinstimmung. Nur bedeutet die Tatsache, dass „Fiat“ hinterlistiger Betrug, Diebstahl von Lebenszeit oder unsozial ist nicht, dass sich Bitcoin als Alternative durchsetzt. „Fiat“-Währungen, die Mächtige als Mittel beliebiger Aneignungen, kriegstreiberischer Kreditfinanzierung, ausgrenzende Leitwährung (usw) einsetzen, gibt es seit tausenden Jahren. Wenn sie nur noch 100 Jahre fortbesteht, dann nutzt es keinem der hier Mitlesenden. Und es ist nicht unwahrscheinlich , denn „Fiat“ kennt jede Menge restriktiver Mittel - von Enteignungen, Währungsreformen, Lastenausgleichen bis hin zu Verboten!

…und das kann auch noch sehr, sehr lange so weiter gehen…

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In welcher Hinsicht “gut”? Weil du persönlich es so ausgewogener findest?

Ich persönlich brauche keine Leute, die hier den Tod von Bitcoin erklären und zeitgleich stolz erklären, beim Preissturz mehrere Coins zu erwerben. Du widersprichst dir damit doch selbst vollkommen. Und überhaupt, wo ist jetzt der Mehrwert dieses Threads hier?

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Bitcoin ist einfach die beste Möglichkeit um einem zu zeigen, wo man noch außen nach Verantwortung sucht. Wenn der Bitcoin Kurs fällt, kann man niemanden verantwortlich machen, aber der Verstand tut es trotzdem. Wenn das nicht bemerkt wird, geht dieses Spiel für diesen Menschen so weiter. Bis er selbst Verantwortung übernimmt. Bitcoin ist so volatil wie das Leben selbst. Du selbst hast die Kontrolle darüber und Bitcoin gibt dir die Möglichkeit deine eigenen Gefühle zu beobachten, statt einfach wild zu handeln, wie es der Verstand möchte um das Gefühl von Kontrolle zu haben und um die Unsicherheit nicht fühlen zu müssen.

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Wo ist das ein Widerspruch?

Man darf doch zweifeln, von einem geringeren Preis in naher Zukunft ausgehen und trotzdem kaufen? Und sei es nur als Hedge?!

Ich sehe hier kein Widerspruch.

Leben und Leben lassen.

Das ist höchst subjektiv.

Offensichtlich gab es das Bedürfnis seinem Frust/Enttäuschung/you name it etwas Raum zu verschaffen. Auch dafür ist hier im Forum Platz.

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Ich hatte einen Zusammenbruch des Bitcoin erwartet, wenn die Lage rund um den Iran eskaliert. Vor allem weil Bitcoin so schwach war die ganzen Monate zuvor.

Die jetzt gezeigte Stärke weckt Hoffnung auf ein Ende des Bärenmarkts bzw. der Korrektur. Langsam werde ich wieder optimistisch.

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Komisch, ich habe die gleichen Gedanken. Irgendjemand hat hier neulich, als es stark bergab ging, noch geschrieben, dass er denkt, dass Bitcoin nur voran gegangen ist in der Kursentwicklung. Sieht so aus, als könne das stimmen.

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Ach Quatsch, “it’s so over”. Das wird nie wieder, Bitcoin ist tot ^^

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