Erwartungen enttäuscht - It's so over

Wir sind uns fast 100% einig. Es ist die Zeitachse die mal kürzer oder länger ausfällt, je nach Stimmung die im Markt und bei den Evangelisten herrscht. Manchmal fühlt es sich nach wenigen Jahren an und manchmal nach Unendlichkeit. Als bei mir der Satoshi runtergefallen ist und ich „es verstanden habe“ (vereinfacht ausgedrückt). Dachte ich alle anderen werden bald folgen. Das dauert nun aber schon recht lange und als vor ca. einem Jahr die 100k USD geknackt wurden, hätte ich gedacht jetzt gibt es bald kein Halten mehr weil es einfach jeder checken wird. Ich lag falsch.

Doch, genau so war es – nur verklären wir es rückblickend gern. Der Nutzen des Autos war nicht sofort sichtbar, sondern nur für einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung. Für die meisten Menschen war das Auto am Anfang laut, teuer, unzuverlässig, hatte keine Infrastruktur, keine Tankstellen, keine Straßen, keine Regeln – und Pferde funktionierten hervorragend. Es gab sogar ernsthafte Debatten darüber, ob Autos gefährlich, unnötig oder gesellschaftlich schädlich seien. Klingt vertraut, oder?

Der Nutzen neuer Technologien ist selten sofort offensichtlich, vor allem dann nicht, wenn sie bestehende Systeme infrage stellen. Das Auto war anfassbar, ja – aber der systemische Nutzen (Mobilität, Skalierung, Wirtschaft, Globalisierung) wurde erst Jahrzehnte später sichtbar. Genauso wie beim Internet: Anfangs „Spielzeug für Nerds“, heute kritische Infrastruktur.

PS: Study Bitcoin und arbeite an deiner Zeitpräferenz :clown_face:

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Während ihr euch zankt, gibt sich der Bitcoin größte Mühe die Erwartungen von @schnorchelpeter doch nicht zu enttäuschen.

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Ja, zu Beginn.

Und dann hatte Lieschen Müller eben doch irgendwann das Auto irgendwann da stehen und der Nutzen war direkt und sofort und unmittelbar sichtbar, erfahrbar, greifbar und nutzbar.

Und egal wie du das drehst und wendest, das ist bei Bitcoin eben nicht der Fall. Bei Bitcoin ist das eine “wenn das passiert, dann habe ich den und den Nutzen (in der Zukunft) Geschichte”. Jedenfalls bei uns.

Es spielt ja keine Rolle ob Lieschen Müller jetzt beim Prototypen des PCs, des Telephons, des Autos…schon dabei war oder später.

Der Nutzen dieser Dinge ist sofort erfahrbar für denjenigen der sich damit beschäftigt. Du kaufst dir ein Auto und kannst losfahren und brauchst nicht mehr die Pferdekutsche. Du kaufst dir ein Telephon und kannst direkt jemanden anrufen…

Du kaufst dir Bitcoin und was? Ach ja, da muss ich erst Study für machen damit sich mir der Nutzen erschließt und ich dann vielleicht irgendwann auch real was davon habe.

Wieso ist Bitcoin so schwer zu verstehen und wo liegt der Nutzen?

Ein paar Gedanken:
Vielleicht ist Bitcoin tatsächlich mit der Relativitätstheorie vergleichbar. Kaum jemand versteht sie wirklich, und doch ist sie aus der modernen Welt nicht mehr wegzudenken. Nicht, weil alle sie begreifen, sondern weil sie etwas offenlegt, das schon immer da war. Sie beschreibt Naturgesetze, die unabhängig von Meinungen wirken. Wer sie ignoriert, bekommt es früher oder später zu spüren.

Bitcoin könnte für Geld eine ähnliche Rolle spielen. Er erfindet Geld nicht neu, sondern legt die Bedingungen frei, unter denen es ohne Macht, Willkür und zentrale Kontrolle funktionieren kann. Während klassische Währungen auf Vertrauen in Institutionen beruhen, folgt Bitcoin festen Regeln. Knappheit ist kein politischer Entscheid, sondern ein Gesetz. Eigentum ist keine Behauptung, sondern eine überprüfbare Tatsache. Konsens entsteht nicht durch Autorität, sondern durch Mathematik.

So wie die Relativitätstheorie unsere Intuition von Zeit und Raum herausgefordert hat, fordert Bitcoin unser Verständnis von Geld heraus. Beides wirkt zunächst abstrakt, fremd und unnötig kompliziert. Doch mit der Zeit entstehen Anwendungen, die unverzichtbar werden. Nicht, weil man an sie glaubt, sondern weil sie funktionieren.

Vielleicht beschreibt die Relativitätstheorie Naturgesetze der Physik, und Bitcoin nähert sich etwas an, das man rückblickend Naturgeld nennen wird. Nicht, weil es in der Natur liegt, sondern weil es sich unter klaren, unveränderlichen Regeln selbst ordnet. Die Wahrheit setzt sich nicht durch, weil sie verstanden wird, sondern weil man irgendwann nicht mehr ohne sie auskommt.

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Okay, und ich sage, dass Umlauf primär aus den Handlungen der Menschen resultiert und nur sekundär aus den Eigenschaften des Geldes. Und das dies gesund ist, so wie es ist. Und Umlauf ist in dem Sinne nicht nötig.. er ist einfach Folge davon, dass Menschen wirtschaften. Es ergibt sich ganz automatisch.

Was soll ich denn aus dieser Aussage herauslesen:
„Das Schwundgeld wirkte wie ein Katalysator. Die lokale Wirtschaft gewann rasant an Dynamik und Produktivität.“

Wieso braucht es einen Katalysator? Das ist doch ein Beschleuniger? Beschleuniger meint doch sicher Produktivitätssteigerung bzw. erst einmal Umlaufgeschwindigkeitsbeschleuniger?

Ich denke, dass es soetwas nicht benötigt bzw. dies das Verhalten von Menschen (zu) stark beeinflusst und unfreier macht.

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Alle in deinem Dorf ausser du nutzen seit 10 Jahren Bitcoin. Sie sind finanziell abgesichert, unabhängiger von der lokalen Jurisdiktion, verfügen über mehr freie Zeit. Der Nutzen ist doch so auch für Lieschen Müller ersichtlich.

Oder ganz kurz:
Der Lambo ist der Nutzen. :rofl:

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Das wird aber eben so nicht passieren bzw. nur sehr schwer, weil der Nutzen eben grundsätzlich ja nicht direkt erfahrbar ist. Das heißt auch diese ganzen Leute im Dorf müssen ja erstmal den Nutzen erfahren.

Man kann Bitcoin diesbezüglich nicht mit der Adoption anderer Technologien vergleichen.

Die allermeisten Leute kommen wegen des Preises und nicht wegen irgendeines Nutzens in abstrakter Form. Also wegen Dezentralität oder Zensurresistenz. Und der Preis ist auch für die Massenadoption die Achillesverse.

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Lies doch bitte erst den Wiki Artikel zum Schwundgeld in Wörgl.

Das ist für mich der springende Punkt. Es ist egal ob LM Bitcoin studieren will. SIe sollte es nicht müssen. Eben wie beim Auto, Smartphone etc. Aber wenn es sich nach und nach durchsetzt bei den MEsnchen, die sich damit beschäftigen -erst die Nerds, dann die To-the-Moon-Baoys, die dann hängen bleiben usw. - dann wird irgendwann auch LM von ihrem Enkel die Wallet eingerichtet bekommen und nutzen. So wie meine Eltern mehr am Smartphone hängen als ich,obwohl sie “so einen Quatsch doch nicht brauchen”.

PS: 1000 Beiträge :partying_face:

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“Spieltheoretisch wird…” Das ist keine Antwort auf das Problem. Die restliche Kosequenz stimmt aber. Das sehen manche hier aber nicht so…

Sind Menschen bereit hohe Gebühren zu bezahlen? Eher nicht. Die Frage ist, benutzen dann auch große Institutionen und Banken regelmäßig die Baselayer, oder macht man das dann nicht lieber wieder über Coinbase OTC, so wie es halt jetzt schon ist.

Ich bezweifel das Institution regulär und regelmäßig die Baselayer verwenden, sondern die werden das auch über Otc Desks zentral verwalten lassen.

Institutionen sind außerdem keine Altruisten, warum sollten die die Fees entrichten und alle anderen Fee riden dann per Lightning, oder sind angepisst weil man die Baselayer nicht benutzen kann.

Die Frage ist halt auch, wie soll dass mit der Selbstverwahrung laufen, wenn es so wäre, dass die Baselayer nur noch für wenige ist?

(Meine base case ist ja aber eh ein anderer. Ich geh ja mit steigendem Preis von immer weniger Transaktionen aus.)

Aha, also zahl ich irrsinnig viel und dann wartest du trotzdem evt noch Wochen (Run..) während der Preis abrauscht. Kleine wallets sind dann komplett im Nachteil. Ist auch keine Antwort. Wäre dann interessant zu wissen wie cool kleine wallets diesen “Wettbewerb” finden.

Ach ja? Zeig mir nur einen einzigen funktionierenden Fork der das heute schon deutlich ersichtliche Problem von Bitcoin löst? Du bleibst halt komplett unkonkret. Genau das sind halt keine Anworten.

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Du setzt voraus, dass Nutzen immer unmittelbar, physisch und kurzfristig erfahrbar sein muss, sonst sei er keiner. Genau das ist der Denkfehler.

Ja, beim Auto ist der individuelle Gebrauchsnutzen sofort sichtbar: einsteigen, losfahren. Aber das Auto war keine Systeminnovation, sondern eine Effizienzsteigerung eines bestehenden Konzepts (Transport). Bitcoin ist kein neues Fortbewegungsmittel, sondern ein neues monetäres Protokoll. Das ist eine völlig andere Kategorie.

Auch bei vielen heute selbstverständlichen Dingen war der Nutzen nicht sofort erfahrbar:

  • Beim Internet konntest du 1995 nach dem Kauf eines Modems nicht sagen: „Ah, jetzt habe ich einen klaren Vorteil im Alltag.

  • Niemand kauft sich „Inflationsschutz“ oder „Zensurresistenz“ für den Samstagseinkauf – man merkt ihren Wert in Krisen, über Zeit, im Vergleich.

Und genau da liegt der Punkt bei Bitcoin:

Der Nutzen ist nicht konsumtiv, sondern monetär. Er liegt in Eigenschaften wie Knappheit, Nicht-Zensierbarkeit, globaler Übertragbarkeit und Regelgebundenheit. Das ist kein „wenn das passiert, dann…“-Märchen, sondern ein bereits heute wirksames Set an Eigenschaften, das nur nicht jeder braucht – so wie nicht jeder ein Auto braucht.

Du verwechselst sofort sichtbaren Komfortnutzen mit langfristigem Systemnutzen. Bitcoin ist kein Produkt, das man ausprobiert, sondern ein System, dem man vertraut – genau wie Strom, Internet oder Rechtsstaatlichkeit. Und wie bei all diesen Dingen erkennen viele den Nutzen erst dann wirklich, wenn sie ihn dringend brauchen.

Finde ich übrigens eine grandiose Kombination: Jemand, der angeblich in Bitcoin spart, meldet sich in einem Bitcoin-Forum an, um Bitcoin dort als im Grunde nutzlos darzustellen, fabuliert in anderen Beiträgen darüber, dass man Bitcoin doch am besten stärker besteuern sollte, damit „die Allgemeinheit etwas davon hat“, und erklärt nebenbei noch den Sozialismus zur einzig richtigen Regierungsform. Kann man sich auch nicht ausdenken :clown_face:

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Nein, ich sage der Nutzen muss mehr oder minder direkt erfahrbar sein, damit sich eine Sache durchsetzt und adoptiert wird.

Alle kommen wegen des Preises. Aber die meisten bleiben wegen seines Nutzens.

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Ist halt Bullshit. Lies meinen Beitrag noch mal, vielleicht verstehst du ihn dann. Bitte etwas aufmerksamer sein, danke.

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Du hast hier bei uns keinen konkreten Nutzen in der Gegenwart.

Du bist weder von Zensur bedroht, dass sie deine Konten sperren, noch sonst irgendwas.

Wenn du doch davon betroffen bist, dann bist du eine Minderheit.

Nochmal?

Du kaufst dir ein Auto und fährst los…

Du kaufst dir Bitcoin und machst was genau?

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Du meinst Industrienationen oder?

Nutze doch bitte mal die Suchfunktion. Ist nicht so, als hätten wir nicht schon darüber diskutiert:

Ja. Hier bei uns halt. So “im Westen”.

Finde ich meist schwierig weil jeder anders interpretiert.

Aber ok dann grenzt du den Nutzen für Entwicklungsländer ab? Mein persönliches stärkstes Argument pro Bitcoin.

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