Die üblichen Preisprognosen hatten auch nicht auf dem Schirm, dass die FED die Zinsen nicht so schnell senkt, wie es in den vergangenen Zyklen häufig der Fall war. Wer das also nicht berücksichtigt hat oder nicht hat kommen sehen, der ist natürlich in ziemlich unpräzise Annahmen reingelaufen.
Das sind immer so grobe Aussagen, die man in den Raum wirft. „Es ist doch alles perfekt, beste Rahmenbedingungen, wieso fällt Bitcoin?“ Nein, eben nicht, es sind gute, aber nicht perfekte Rahmenbedingungen. Beispiele für Adoption sind sehr positiv, aber die Geldpolitik hat eben ziemlich viel Einfluss, dann die Inflation, dann ideologische, politische Machtkämpfe. Ich sehe nicht, dass das alles kurzfristig so perfekt für Bitcoin sein soll.
Und da fängt es dann schon an. Man hat so einen Satz im Kopf, dass angeblich alles doch bestens sei, und dann wundert man sich, wieso es aktuell so schlecht läuft. Es sind einfach falsche Analysen. Es ist aber auch menschlich. Wir sind keine Maschinen, die alles rational und logisch zerlegen und messen. Wir laufen schnell in irgendwelche geistigen Narrativen rein die man nicht immer ausreichend und rechtzeitig hinterfragt.
Wenn man an eine Sache rangeht, egal an was, hat man Erwartungen.
Werden diese Erwartungen nicht erfüllt, dann muss man seine Strategie überdenken.
Jeder der sich auf das
“Bitcoin wird alle Assets outperformen”,
“Bitcoin wird das letzte Geld der Menschheit sein.”
“Reichen 0.1 Bitcoin im Jahr 2035 für eine Villa?”
“Wer diversifiziert, der hat Bitcoin nicht verstanden” - Gerede eingelassen hat und in diesem Jahr richtig viel investiert hat, der steht jetzt ziemlich enttäuscht da.
Vor allem wenn man die Performance von Gold, Silber etc. dazu in Relation stellt.
Wer natürlich seinen Stack bei 8.000 Euro vor einem halben Jahrzehnt erworben hat, den juckt das vermutlich nicht so sehr.
Beide Anleger haben vollkommen andere Sichtweisen auf das Asset und den persönlichen Erfolg/Misserfolg damit.
Es ist also alles eine Frage der erfüllten oder enttäuschten Erwartungen.
Und eines ist klar: Bitcoin lebt von Adaption. Von Nachfrage. 99 % der Leute sind nicht hier wg. der “Eigenschaften”, sie sind hier, weil die Zeiten da draußen schon beschissen genug sind und sie sich einen finanziellen Ausweg von Bitcoin erhoffen.
Wenn sie dann am Ende eines Jahres mit noch weniger Geld als am Jahresanfang dastehen, MÜSSEN sie enttäuscht sein und werden vermutlich ihre zukünftige Strategie hinterfragen, insofern sie viel in Bitcoin investiert haben.
Wer diversifiziert muss nicht gleich gehen, wenn es mal nicht so läuft. Trotzdem nervt es mich das es wesentlich schlechter läuft als vorhergesagt wurde. Und ja ich sehe den Fehler auch bei mir, dass ich zu gutgläubig war.
Man darf sich aber schon mal fragen was einem die Bitcoin Eigenschaften bringen, wenn diese nur von ganz wenigen geschätzt werden. Gerade heute, Bitcoin -5%, Silber +2,5%, Gold +0,5%. Dabei ist doch Bitcoin allem überlegen. Ja toll, Bitcoin ist überlegen und knapper… Vielleicht performt es auch demnächst wieder alles andere aus. Vielleicht aber auch nicht. Vielleicht ist eine Marktkapitalisierung erreicht, die kein stärkeres Wachstum mehr zulässt. Kann doch sein. Am Ende weiß es niemand. Aber bei einem bin ich mir sicher. Toxisches Bitcoin ist alles und alles andere ist nichts Wert gelaber, schreckt eher ab. Das ist auf jeden Fall meine Erfahrung.
Und vor allem gibt es ganz selten überzeugende Gründe die diese Annahmen begründen würden. Meistens kommt dann sowas wie “aber in den letzten Jahren hat es gut performt” oder “es ist doch knapp”
Genauso wichtig wie die Begrenztheit ist mittlerweise für mich die Selbstverwahrung und Mobilität.Relativ guter Schutz vor staatlichem Zugriff und die Möglichkeit es ohne Probleme mit über die Grenze zu nehmen, wo habe ich das sonst.
Deswegen wundert es mich, dass das nicht mehr sehen und der Kurs nicht steigt.
Hätte ich 5 Mio würde ich mindestens 4 in Bitcoin stecken, wo sonst kann ich es so sicher aufbewahren. Wo sind die ganzen Millionäre und Milliardäre?
Genau das ist der Punkt. Es gibt keine Garantie, dass ausreichend viele Menschen diese Eigenschaften als investierbar erachten. Auch nicht wenn du, ich oder andere diese Eigenschaften positiv bewerten.
Was soll das eigentlich genau bedeuten? Dass die Nachfrage temporär heftig schwankt, wissen wir ja alle. Aber du meinst vermutlich etwas anderes?
Wie hoch schätzt du die Wahrscheinlichkeit ein, dass die Nachfrage an Internet oder Computertechnik nachlässt? Das sind zwar offenkundig nützliche Dinge, aber kann ich da auch einfach dogmatisch behaupten, dass das nicht zwingend Nachfrage generieren muss? Ich meine, immerhin gab es auch stagnierende Phasen, wo die Nachfrage nachzulassen schien.
Vielleicht ist das eine Religion, dass Leute glauben, dass die Nachfrage nach Internet und Computer zwingend Nachfrage generieren muss. Weil es gibt keine Garantie das Menschen dauerhaft so intelligent sind und das nutzen?
Also, wenn du es so genau wissen willst. Ich kann dir auch nicht garantieren, dass wir morgen noch alle auf der Erde leben und dass uns nicht eine unbekannte astronomische Katastrophe pulverisiert. Vielleicht ein Gammablitz. Aber ich hoffe, du gehst trotzdem davon aus dass du und andere sehr wahrscheinlich morgen noch immer da sind.
Deawegen sollte man auch nicht sein komplettes Geld in Nvidia und Co stecken. Man weiß es eben nicht. Und so macht das Thema diversifikation auf einmal doch Sinn…
Ich habe Bitcoin mit Internet und Computertechnik vergleichen. Nicht mit einzelnen Unternehmen die eine solche Kategorie bedienen. Bitcoin ist die Kategorie
Man kann diversifizieren, wie man will. Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf moderne Technologie mit großen Vorteilen verzichten, als verschwindend gering ein. Da müsste die Welt schon irgendwie in eine ideologische Sackgasse laufen und quasi aus einer fanatischen Haltung heraus offensichtlich Nützliches aufgeben. Eine Art religiöser Wahn. Und dass so was auf globalem Maßstab passiert, ist schon brutal unwahrscheinlich, und wenn, dann solche Dinge wirklich passieren, ist es auch fragwürdig, ob die Investitionen in anderen Bereichen wirklich was retten.
Es ist oft so, dass das Szenario, was Bitcoin dauerhaft killt, so gravierend ist, dass es einer Katastrophe gleichkommt, die auch alle anderen Investitionen in Frage stellt. Ein technologischer Kollaps würde Bitcoin treffen, aber auch alles andere. Auch die Lebensmittelindustrie, also grundsätzliche Bedürfnisse, die vermeintlich nach einer sicheren Investition ausschauen. Weil das alles auf einer Abhängigkeitspyramide erbaut ist, die nicht mehr weg zu denken ist.
Du sagst es ja selber, diese Dinge sind eben offenkundig nützliche Dinge.
Ich kenne diese Beispiel ja im Zusammenhang mit der Adoption. Aber die Beispiele hinken eben, denn als man z.B. die Pferdekutsche durch das Auto abgelöst hatte oder plötzlich das Telefon da war, da hatte man durch diese Dinge einen für jeden sichtbaren Nutzen. Vielleicht auch noch nicht sofort, aber dass die Dinge praktisch waren im Gebrauch, das sprach sich halt rum und sie waren im Alltag praktisch integrierbar.
Das passt bei Bitcoin halt nicht. Die Beispiele hinken total, werden aber immer und immer wieder heruntergebetet.
Deswegen kommen da immer neue Narrative. Erst war es das Geld, dann der Wertspeicher..
Was ist denn das für ein Wertspeicher der mal eben in wenigen Wochen so runterrauscht?
Also es wird ständig so getan, als seien diese Dinge ausgemachte Sache, wegen der unzweifelhaft tollen Eigenschaften. Aber das ist eben nur eine Hoffnung, ein Glaube, sonst nichts.
Kann mich dem was Doktor sagt nur anschließen. Du setzt meiner Meinung nach zu viel voraus. Du tust so als wäre Bitcoin etwas ohne das nichts mehr laufen würde. Aber sei mal ehrlich, so ist es doch nicht. Wenn es morgen kein Bitcoin mehr gäbe, würde sich für die meisten Menschen überhaupt nichts ändern.
Das liegt daran das du das Steigen mit deinem defekten Maßband misst .
Wenn du den Wert (das Steigen) der Assets in Dollar bemisst, dann bekommst du unbrauchbare Werte angezeigt.
Fiat-Geld ist ein „Maßband“ aus Gummi welches sich unendlich lang ausweiten lasst.
Die Werte die du mit einem defekten Maßband ermittelst sind „willkürlich“ und ändern sich permanent.
Bitcoin ist das einzige „Maßband“ dessen länge immer gleich bleibt (21 Mio.)
Wenn du den Wert von Aktien, Gold oder anderen Assets messen möchtest, und brauchbare , vergleichbare Zahlen Werte erhalten möchtest dann musst du ein Eichmaß benutzen . Das Eichmaß für monetären Wert kann nur Bitcoin sein.
Wir leben alle im Fiat-System und bemessen Wert in dem kaputten Fiat-Geld.
Wer sich vom Fiat-Geld unabhängig machen möchte, der kann damit anfangen indem er Bitcoin als „Eichmaß“ für monetären Wert erkennt.
Hohe Fiat Zahlen machen zwar gute Gefühle, aber die Fiat Zahlen sind mit kaputtem Geld gemessen. Wer weiß wann die nächste Währungsreform oder Hyperinflation stattfindet ? Was kann man dann mit 1 Milliarde Fiat-Geld noch kaufen ?
Für mich ist Bitcoin mehr als nur ein Mittel zu „mehr Fiat“.