Erwartungen enttäuscht - It's so over

Irgendjemand hat das bestimmt schon mal gefragt aber seit wann bist du in Bitcoin investiert?

Und es kommt erschwerend hinzu, dass Bitcoin laut seinem Power Law immer länger für dieselben Preissteigerungen braucht.

Ich glaube so 4 oder 5 Jahre. Anfangs mit weniger, später mit mehr Einsatz

Bitcoin verspricht dir keine festen x % Rendite. Er gibt dir überprüfbare Knappheit. Was du daraus machst, ist deine Entscheidung. Wenn du sagst, du willst damit 7–8 % oder mehr erreichen,
dann ist das dein Anspruch an Bitcoin, aber das ist nichts, was Bitcoin dir garantiert.

Für mich ist Bitcoin auch noch nicht mal primär ein Renditethema. Ich „brauche“ Ihn eher aus meiner Situation heraus. Ohne Bitcoin wäre ich gar nicht ausgewandert. Es hängen da ganz viele praktische Dinge dran wie ich kann unabhängig von Banken Werte bewegen, bin nicht auf ein einzelnes Land oder System angewiesen, habe Zugriff auf mein Geld, egal wo ich bin und kann schneller und einfacher international agieren. Das sind Dinge, die ich ohne Bitcoin so nicht gehabt hätte oder nur mit deutlich mehr Reibung funktionieren. Für mich löst Bitcoin in meiner Welt jetzt schon Probleme. Es funktioniert. Für den einen mehr, für den anderen weniger.

Bei dem Internet ist es ähnlich um noch mal auf den Punkt zu kommen. Ich wäre wahrscheinlich nie ausgewandert, wenn ich keinen einfachen Kontakt zu meiner Familie halten könnte. Stell dir vor, ich müsste heute noch Briefe schreiben und die kommen nach Wochen erst an. Der Alltag, die Nähe, die Möglichkeiten alles wäre komplett anders. Bestimmte Wege schlägt man nur ein, weil sich Systeme verändern.

Man sieht das auch bei vielen jungen Deutschen Menschen die Work & Travel betreiben. Sie wandern aus, probieren Dinge aus, gehen Risiken ein (legitim), aber Sie machen es auch weil sie wissen, dass im Hintergrund noch ein soziales Netz existiert das Sie auffängt. Belibt das aber für immer so? Wahrscheinlich nicht! Sehen es junge Menschen heute oder beschäftigen Sie sich damit? Wahrscheinlich nicht! Wer ist dann Schuld wenn man kein Bürgergeld mehr bekommt? Die anderen… Das System entscheidet welchen Weg man einschlägt. Niemand weiß, wie Systeme in 10 oder 20 Jahren aussehen, aber genau darum geht es mir mit Positionieren. Nicht darum, was man absolut braucht, sondern was man heute nutzt, um Entscheidungen für morgen zu treffen.

Brutto kommt das hin. Aber rechne noch mal nach… :wink:

PS: Inflation (~ 3%) und Kapitalertagssteuer von (~25 %) nicht vergessen.

Genau, mein Anspruch an Bitcoin ist ganz klar mehr als 7% pa. Wenn das nicht erfüllt wird, war Bitcoin für mich eine Fehlinvestition.

Ich habe auch nur von Brutto gesprochen.

Von Bitcoin erwarte ich persönlich mehr als die 7-8%.

Was dir @Einundzwanzig (vermutlich) sagen möchte, ist, dass du Apfel mit Birnen vergleichst.

8% abzüglich Steuern ist etwas anderes als 8% steuerfrei.

8% abzüglich Inflation ist etwas anderes als 8% ohne Inflation

Es ist, wie du selbst sagst:

Dass du Bitcoin jedoch nicht verkauft hast, zeigt, dass du weiterhin dran glaubst. Oder hast du ihn gar verkauft und ärgerst dich darüber?

Beim Thema Steuern gehe ich zum Teil mit. Allerdings erwarte ich von Bitcoin mehr als “nur” die Outperformance der Steuer. Abgesehen davon. Wenn ich davon ausgehe noch 20 Jahre zu investieren, wer weiß wie die Steuerregeln bis dahin aussehen. Also eher eine teilweise Zustimmung.

Das Thema Inflation kann man weg lassen, weil das ja für alle Assetklassen gilt.

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Übrigens: Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Auswanderung.

Hier würde mich Deine Begründung interessieren. Denn ich sehe es anders.

Inflation gegen ein uninflationierbares Asset bedeutet, dass das uninflationierbare Asset in dem Ausmaß an Preis zulegt, wie die Inflation zuschlägt. Zumindest Pi mal Daumen und nicht 1:1 gedacht.

Also: Fiat vermehrt sich → Bitcoin steigt ; Fiat bleibt gleich → Bitcoin bleibt gleich (wenn man von Verknappung durch Adoption und von Wertsteigerung durch Produktivitätssteigerung absieht).

Warum siehst Du das anders?

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Ich will darauf hinaus, dass wenn dein ETF 7 bis 8 % Brutto-Rendite p.a. macht, du erst einmal die Steuer abziehen musst. Dann sind wir noch bei rund 5,5 % Netto-Rendite. Davon kannst du noch mal die Inflation abziehen, dann sind wir unterm Strich bei rund 3 % Netto-Rendite.

Dein Vermögen „verdoppelt“ sich (netto) also nicht alle 10 Jahre, sondern eher alle 2 bis 3 Dekaden.

Es ist aber zu kurz gedacht, die sehr schnell zum Tode führende Abstinenz von Wasser völlig von Dingen abzukoppeln, deren Notwendigkeit weniger direkt offensichtlich ist, und welche durchaus von einem ausreichend vorhandenem „Austauschmittel“ abhängen können.

Ein paar Beispiele: Menschen, die nicht mehr angesprochen werden (können) z.B. weil sie nicht hören (können), z.B. weil es an einem Hilfsmittel mangelt sterben deutlich früher als Menschen die diesbezüglich nicht im Mangel sind. Nebenschauplatz: Hörakustik soll bei der GKV rausgeworfen werden, wie seinerzeit Brillen.

Menschen die aufgrund ihrer Möglichkeiten aktiv bleiben können, weil die Oper, eine Reise, ein Kurs bei der Volkshochschule kein finanzielles Problem darstellt, leben deutlich länger und auch deutlich länger gut. Ich hatte einst eine 94 jährige Nachbarin, die mit 93 einen Computerkurs belegte. Sie war bis dahin hoch aktiv und erzählte mir viel aus ihrem Leben als Diplomatentochter.

In jungen Jahren ist „gespeicherte Lebenszeit“ vielleicht „wenig überlebenswichtig“. Ab einem gewissen Alter kann sie aber sogar entscheidend sein.

Und das alles ist eben ein fließender Übergang von Sauerstoff, der im Falle von Mangel binnen weniger Minuten zum Tode führt, über Wasser, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente und andere teils auch weniger stoffliche „Dinge“ die das Ableben beschleunigen.

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Da gibt es eigentlich keinen Interpretationspielraum.

Es ging ja darum die Performance von Bitcoin mit der von Aktien zu vergleichen.

Natürlich muss man für so einen Vergleich die gleiche Grundlage nehmen. Zum Beispiel eine FIAT Währung wie EUR oder USD.

Wenn mein Aktien ETF in USD eine Performance von 7% p.a. macht und ich von Bitcoin mehr Performance (zb. 20%) erwarte,

dann braucht man für diesen Vergleich die Infaltion der zugrundeliegenden USD Währung nicht berücksichtigen, weil die ja für beide gilt.

Aber ich glaube, dass dir das klar war. Wahrschienlich wolltest du nur den Bogen zum Thema FIAT ist keien Maßstab, nur Bitcoin inst selten…..

Das ist aber ein völlig anderes Thema und spielt beim Vergleich der Performance 2er Assets keine Rolle.

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Hab ich ja bereits erklärt, dass es mir einfach nur um den Vergleich der Performance in % geht. Und wie schon gesagt, erwarte ich vom Bitcion einfach mehr als die 7% bei Aktien.

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Ich wollte auf gar nichts hinaus. :smiley: Mich hat wirklich nur interessiert, woher Dein Missmut hinsichtlich BTC rührt.

Denn obgleich Bitcoin Wachstumsraten von ca. 40% pro Jahr erwarten lässt, heißt das nicht, dass das kurzfristig geschehen muss:

Der Punkt ist, wer hoch einsteigt, muss häufig erst einmal durch das Bärental der Tränen. Wer jetzt einsteigt, kann sogar auf mehr als 40% hoffen. Denn Bitcoins Floor/Schankungsbreite ist in Takt:

Ok,

drücken wir mal die Daumen für die 40% pro Jahr.

Hätte nichts dagegen.

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Und ich hab dir ja bereits gesagt, dass deine Formulierung:

irreführend ist. Formuliere in Zukunft einfach präziser.

Um das noch mal klarzustellen: Ein breit gestreuter Welt-ETF macht netto rund 2,5 bis 3,0 % Rendite p.a. – Eine „Verdoppelung” alle 10 Jahre hat brutto keine Aussagekraft.

An der Aussage ist nichts irreführend und muss auch nicht präziser formuliert werden.

Dass sich Kapital bei 7% p.a. in ca. 10 Jahren verdoppelt ist ganz einfache Mathematik und daher nicht falsch.

Dass das Kapital 10 Jahren aufgrund der Inflation weniger wert ist als heute setze ich als Grundwissen in so einer Diskussion voraus und hat immer noch nichts mit der Korrektheit der Aussage zu tun. Und noch einmal: Der Kaufkraftverlust ist für alle Assets in einem Vergleich gleich groß.

Bitte mal nicht immer Dinge verdrehen, Sachen aus dem Kontext reißen und Aussagen absichtlich fehlinterpretieren.

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Die ganzen Bitcoinprognosen kranken letztlich daran, dass Bitcoin als solcher eben nichts erwirtschaftet. Deswegen ist das nicht mit Aktien usw. vergleichbar. Selbst Gold hat noch einen wirtschaftlichen Nutzen, auch wenn er nur begrenzt ist. Sei es in der Industrie oder in der Schmuckfertigung usw.

Alle Erwartungen an Bitcoin sind letztlich reine Hoffnungen die aus einer sehr begrenzten Vergangenheit abgeleitet werden (Zauberzyklus) und einer unbestimmten Zukunft nach dem Motto wenn x passiert dann passiert y und dann steigt der Kurs.

Ist halt einfach deutlicher weniger Substanz als eine realistische Gewinnerwartung eines Unternehmens x.