Erfahrungen mit dem finanzamt

Bitcoin steuergerecht verkaufen
Ich halte seit 2017 Anteile an BTC und wenige andere. Ich habe in verschiedenen Jahren Anteile gekauft und möchte nun einen Anteil an BTC verkaufen. Wie kann ich sicherstellen, dass ich es Steuergerecht ausführe und so in den Genuss der Steuerfreiheit nach einem Jahr komme.

Du kannst mit Cointracking ein Steuerreport erstellen und den legst du deiner steuerklärung bei das wars.

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Ja, danke schon mal. Es ist demnach egal, ich meine der zugeordnete Schlüssel beim Kauf ist dabei nicht entscheidend sondern nur die gehaltenen Anteile.
Schnelle Hilfe ! Super und danke

Du trägst bei cointracking die gesamte transaktionshistorie ein von der Börse auf die wallet auf ne andere wallet wieder zur Börse zum Verkauf…
So ist nachvollziehbar das sie die ganze Zeit bei dir im Besitz waren kauf und verkaufsdatum etc.

Guck dir das mal an. Dann ist dir alles klar

Scroll’ Dich mal hier ein bisschen durch…Tipps, Tools, Beispiele… :slight_smile:

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Hallo GermanCryptoGuy!

Danke für den extrem umfangreichen Artikel „Die Steuer-FAQ“! Sehr schön und umfassend geschrieben!

Du schreibst:

Blockquote Beispiel:

Am 01.01.2018 kaufst Du bei Bitwala 0.1 BTC → in Wallet 1
Am 01.01.2019 kaufst Du bei Kraken 0.1 BTC → in Wallet 2
Am 01.01.2020 kaufst Du bei Bitpanda 0.1 BTC → in Wallet 3

Blockquote Wenn Du nun BTC verkaufst, wird bei FIFO der älteste Kauf zuerst für die Bewertung der Steuerpflicht herangezogen, also in dem Fall der Kauf bei Bitwala.

Mal angenommen, in ein paar Jahren kommt die Politik auf die Idee der Versteuerung auch auf Erträge, die länger als 1 Jahr gehalten werden und will die z. B. ab dem 01.01.2029 einführen.

Dann würde jeder vor diesem Stichtag, 01.01.2029 bei einer größeren Summe seine Bitcoins vom Ledger einmal zur Börse übertragen, dort verkaufen, anschließend wieder verkaufen und dann zurück auf den Ledger transferieren, damit bei einem späteren Verkauf die Steuern nicht zu hoch sind. - Das würde aber hohe Gebühren kosten.

(Ich gehe hier mal von FIFO aus)

→ Wie könnte man das kostengünstiger machen? Evtl. ein Privatverkauf an einen andere Hardwarewallet und dann eine Vertrag schreiben, plus Rückverkauf 1 Tag später?

→ Wenn man dann aber noch ein paar Coins auf einer Börse hat, könnte man diese auch mehrfach verkaufen und wieder verkaufen, so lange bis man die Anzahl der Satoshis aller 3 Hardwarewallets in Deinem Beispiel erreicht hat und dann gegenüber dem Finanzamt erklären, für welche Beträge von welchem Wallet das gilt. (In Deinem Beispiel habe ich es so verstanden, dass es egal sei, von welchem Wallet die Satoshis verwendet werden.)?

Alles sehr komplex. Ich denke, der Staat wird einen so großen Aufwand scheuen und bei einer späteren Steueränderung villeicht eine Transaktionssteuer direkt an der Börse einführen, statt eine Differenz zu besteuern. Alles andere ist für den Staat dann nicht mehr handlebar.

Vielen Dank

Äh, kleiner Einwand: Nein, das würden sie nicht unbedingt machen, denn die Versteuerung zu ändern funktioniert nur bei Anschaffungen nach dem 01.01.2029

Nennt sich „Vertrauensschutz“. (Bitte googeln!)

Wenn man sagt „Heute machen wir’s so.“, kann man später nicht sagen „Nee, das ist hinfällig. Wir ändern das Gesetz rückwirkend, so dass auch ältere Aktionen davon betroffen sind.“

(Ganz offiziell kann man das schon machen, aber es ist sehr, sehr schwierig. Gerichte…bla…Du weißt schon.)

Auch hier kann/will ich Dir keine direkte Antwort geben. :slight_smile:

Noch ein Einwand: 2029? Hast Du verfolgt, was in den letzten ~12 Monaten um Bitcoin herum passiert ist? Was schätzt Du, was mit Bitcoin in 1 Jahr sein wird? Oder in 4, wenn das nächste Halving durch ist?

Hier meine Schätzung: Innerhalb der nächsten 1-4 Jahre könnte(!) es einen Punkt geben, an dem man gar nicht mehr zurücktauschen will. Denk’ mal darüber nach. :slight_smile:

Hab’s schon in anderen Beiträgen geschrieben: Ihr tut immer so, als wenn „der Staat“ jemand ist, der da an seinen Schalthebeln sitzt und uns ärgern will.

Der Staat sind wir.

Könnte sein, aber bis dahin wird nach §22 bzw. §23 versteuert und insbesondere die Geschichte mit der Spekulationsfrist sollte man nutzen, solange es geht, denn mehr Geld kann man nicht verdienen, meiner Meinung nach.

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Hallo GermanCryptoGuy!

Danke für die vielen Antworten!

Das mit dem Bestandsschutz wäre normalerweise notwendig und richtig. Aber 2008 bei Einführung der Abgeltungssteuer wurde das leider teils auch anders gehandhabt:

Blockquote Zertifikate-Anlegern droht in Kürze die Abgeltungssteuer. Anders als Investmentfonds genießen Zertifikate nämlich keinen Bestandsschutz. Ab dem 30.06.2009 werden alle Zertifikate, die nach dem 14.03.2007 erworben wurden, mit Abgeltungssteuer belegt. Bis zu 28 % der Erträge inklusive Kursgewinne fließen dann an den Fiskus.

Quelle: https://iac.de/aktienclub/main/index.php?id=neu&artikel=63&stop=1&y=2008&archiv

Auch bei Solaranlagen usw. gibt es einige strittige Themen. Ich finde die nachträgliche geänderte Besteuerung oder Vergütung eine Frechheit!

Blockquote Hier meine Schätzung: Innerhalb der nächsten 1-4 Jahre könnte(!) es einen Punkt geben, an dem man gar nicht mehr zurücktauschen will. Denk’ mal darüber nach. :slight_smile:

Das wäre sehr wünschenswert, wenn es noch mehr Akzeptanzstellen als nur Tesla gibt. Denn einen solchen Elektroflitzer können sich die allerwenigsten leisten.

Blockquote Hab’s schon in anderen Beiträgen geschrieben: Ihr tut immer so, als wenn „der Staat“ jemand ist, der da an seinen Schalthebeln sitzt und uns ärgern will.

Leider ist da z. B. Herr Scholz, der sich für sehr hohe Steuern ausspricht. Statt an den passenden Stellen zu sparen ist es scheinbar günstiger, die Besteuerung zu erhöhen. Zudem will uns die Politik mit dem sehr hohen Renteneintrittsalter gegenüber den anderen europäischen Ländern „ärgern“, obwohl wir diese finanziell unterstützen. Ja, der Staat sind wir; aber das Sagen haben die anderen. - Ich sehe das schon leider so. :frowning:

Blockquote Könnte sein, aber bis dahin wird nach §22 bzw. §23 versteuert und insbesondere die Geschichte mit der Spekulationsfrist sollte man nutzen, solange es geht, denn mehr Geld kann man nicht verdienen, meiner Meinung nach

Das ist sehr optimistisch. Ich kann monatlich ohnehin nur sehr wenig für die Rente weglegen und das sollte ich zur Sicherheit in verschiedene Sachen aufsplitten und warte zudem noch bis die Indien-Entscheidung durch ist, die dort evtl. noch zu einigen Verkäufen und damit zu einem evtl geringeren Kurs führen könnte. Langfristig sieht es ja mit Bitcoin wirklich gut aus.

Nee nee, das musst Du ganz genau lesen:

Vor dem 14.03.2007 gekauft: Steuerfrei.
Warum? Weil die Haltefrist (bis zu dem Zeitpunkt des Artikels) eingehalten wurde.

Alles zwischen dem 15.03.2007 und 31.12.2008 gekauft und min. 1 Jahr gehalten, ist ebenfalls steuerfrei. (Allerdings können die Verluste nicht geltend gemacht werden.)

Alles bis 31.12.2008 gekauft und Haltefrist nicht eingehalten: Versteuerung nach persönlichem Steuersatz

Alles nach dem 1.1.2009 gekauft: Abgeltungssteuerpflichtig

So gesehen hat sich (abgesehen von dem Wegfall der Verlust-Abschreibung) für „alte“ Zertifikate Käufer absolut gar nichts geändert. Wenn sie die Haltefrist eingehalten haben (was sie ja nach dem „alten“ Gesetz sowieso hätten machen müssen), war der Verkauf weiterhin steuerfrei.

Erst mit dem Inkrafttreten des Gesetzes am 01.01.2009 galten auch die neuen Steuer-Gesetze.

Also auch hier galt der Vertrauensschutz.

(Bitte beachten: Vertrauensschutz != Bestandsschutz)

Es sind mMn nicht die Akzeptanzstellen, die wir brauchen, sondern die Verkaufstellen. Bitcoin muss überall einfach erhältlich sein. Idealerweise bei Banken und anderen Finanzdienstleistern, so dass ein zusätzliches KYC wegfällt.

Das ist schon seit 30 Jahren so. Das hat nix mit dem Scholz zu tun. :frowning:

Dann google mal „Demokratie“, „Wahlen“ und „Stimmrecht“.

Just saying.

Nope. Fakt.

Indien, Schwindien, sag’ ich immer.

Es spielt überhaupt keine Rolle, was die machen.

Erlaubt Indien Bitcoin, werden die Leute Bitcoin kaufen.
Verbietet Indien Bitcoin, werden die Leute Bitcoin kaufen.

Wir haben schon in anderen Ländern gesehen, was Verbote bewirkt haben.

Es gibt wirklich genug Anzeichen für einen positiven Ausgang, was Bitcoin betrifft. Staaten, Firmen, Investoren, Hedge Fonds, Investmentfonds, BANKEN(!!!)…alle kaufen Bitcoin! ALLE!

Ich bin mir jetzt nicht zu 100% sicher, aber 2018 wurde im Investmentbereich der Bestandsschutz kassiert. Jedoch mit einem Freibetrag von 100TEUR. Ich bin mir nicht sicher, ob das hier relevant ist.

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Hallo GermanCryptoGuy!

Danke für die Info! Verstanden, dann müsste man die Kryptos zum Start der Gesetzesänderung also bereits 1 Jahr gehalten haben.

Hoffentlich setzen sie das erst (falls überhaupt sehr viel später um). Aber da es ohnehin schlecht nachzuvollziehen wäre und der Aufwand der Kontrolle ins unermessliche steigen würde, wäre eine prozentuale Kaufgebühr an der Börse, die gleich von der Börse ans Finanzamt abgeführt wird, die einfachere Variante.

Und da bis dahin hoffentlich einige Politiker schon investiert sind und die Lobbyarbeit zunimmt wird es evtl. überhaupt keine Besteuerung geben.

Ja? Schnittstellen definieren, Software programmieren und mit 1 Knopfdruck hat das FA die Daten.

Nicht heute. Nicht morgen. Aber in 3 Jahren? Oder in 5 oder 8?

Hm, dass sie ganz gestrichen wird glaube ich nicht. Es ist halt eine Spekulationsgeschäft.