Ich hoffe es wird dann auch alles mit einkalkuliert. Hab letztens gelesen, dass der Rückbau alter Anlagen bisher nicht ohne ist.
Ich hoffe es kommt auch weiter zu keinem Blackout. Sonst kämen noch Kosten von geschrotteten Glasfabriken / Gießereien hinzu…
Also mich wundert ja am meisten, dass es nicht schon lange Großinvestoren gibt, die alles mit Solar und Windrädern zupflastert. Mein Hausdach mietet usw. Warum werden Windräder nach Wegfall von Subvention stillgelegt oder verschrottet? Ohne Subventionen (Planwirtschaft) scheint es nicht profitabel.
Es ist eben nicht profitabel, deswegen wird es auch nicht über die Subventionen hinaus getan.
Das Problem ist wie oben schon geschrieben die Anzahl an Erneuerbaren, die sich selber Konkurrenz machen. Wenn es keine Erneuerbaren geben würde, dann würde es total Sinn machen diese auf die Dächer zu setzen weil man damit ein Angebot schafft. Da wir aber schon überall Solarzellen und Windkrafträder haben bedeutet ein neues Dazubauen nicht den Profit, der versprochen wird ohne diese Konkurrenz drum herrum.
Wie gesagt, wenn die neue Solarzelle Strom liefert, dann machen das aktuell 100.000 Solarzellen in der Umgebung auch. Wenn eine neue Windkraftanlage Strom liefert, dann machen das zeitgleich 5000 andere Windkrafträder auch. Und das Macht lokal und zeitlich begrenzt ein gigantisches Überangebot was bedeutet die Preise für Strom sinken. Dabei können sie sogar bis ins negative sinken was bedeutet dieser Strom muss als Müll entsorgt werden.
Wenn aber keine Sonne scheint oder kein Wind weht, dann liefern diese Anlagen auch kein Strom, und zwar alle Anlagen in der Umgebung auch. Das Angebot an Strom wird also deutlich knapper und der Strompreis steigt entsprechend.
Und da im Stromnetz gilt: Jeder Strom der produziert wird muss immer sofort verbraucht werden bedeutet ein Überangebot von Strom genauso ein Problem für das Stromnetzes wie ein Unterangebot. Das Stromnetz kann im Vergleich zum Angebot und dem Verbrauch so gut wie kein Strom selber speichern und die Differenz zwischen Angebot und Nachfrage abpuffern. Deswegen spiegelt sich diese Angebots/Nachfrage Schwankungen sofort im Preis wieder.
Diese Schwankungen kannst du dir aktuell täglich an den Strombörsen anschauen und so eine Schwankung im Strompreis bedeutet, dass es gehörige Unterschiede zwischen Angebot und Nachfrage an Strom über den Tag gibt (unabhängig davon, wie viel wirklich gehandelt wird).
Solange diese Schwankungen der Erneuerbaren also nicht durch Speicher ausgeglichen werden, solange wird ein weiterer Ausbau von erneuerbaren Energien einfach nicht profitabel sein, selbst wenn die Gesellschaft immernoch nicht den kompletten Bedarf aus Erneuerbaren beziehen kann und zusätzlich Atomstrom/Gas oder Kohle verheizen muss.
Das ist also eine ganz einfache ökonomische Rechnung, das sich erneuerbare aktuell nicht mehr rentieren, was nicht bedeutet, dass es falsch war erneuerbare aufzubauen oder dass es in Zukunft z.B. durch mehr Speicher wieder einen neuen Bedarf an erneuerbaren gibt. Aktuell ist es aber nicht sinnvoll, diese Energieart weiter auszubauen. Ehr im Gegenteil, ein weiterer Ausbau ohne die genannten Rahmenbedingungen zu ändern bedeutet, dass wir die Strompreise nur noch weiter verteuern, die Gesellschaft also noch mehr bezahlen muss für die Energiewende. Aktuell würden wir das Stromnetz profitabler gestalten, wenn wir die erneuerbaren abbauen (wenn die Speicherfähigkeit gleich bleibt). Wenn die Rahmenbedingung aber durch Speicher geändert werden, dann machen auch mehr Solarzellen/Windräder wieder Sinn.
Für Grossanlagen nicht, aber für die PV Anlage auf dem Dach rechnest du eh nur aus ob es du Geld sparst über irgend einen Zeitraum weil du dann kein Strom vom Netz zahlst.
Und da der Strom vom Netz nicht günstiger wird und die Solaranlagen ständig effizienter, macht das heute mehr Sinn als gestern und Morgen noch mehr.
Der Ausbau wird also weiter gehen.
Das wird deshalb noch zunehmen und irgendwann ist halt der Punkt erreicht wo es rentabler ist eine grosse Speicheranlage zu bauen die diesen überflüssigen Strom nutzt als ein Kraftwerk zu bauen.
Finde ich komplett offensichtlich dass das passieren wird, rein über die Markt Mechanismen die automatisch in diese Richtung drücken, komplett unabhängig davon was die Politik macht. Die Politik kann das höchstens versuchen auszubremsen weil die Öl und Gas Lobby noch ein wenig Geld rüber schiebt.
Klar hast du recht, dass es hier ein Individuelles Bedürfnis gibt, das nicht gleichbedeutend mit dem Bedürfnis der Gemeinschaft ist. Dazu kommt, dass ein Bewohner aus einer Mietskaserne deutlich andere Präferenzen haben wird als jemand mit einem Einfamilienhaus
Der Stadtbewohner ist also mehr auf das Stromnetz angewiesen als die Landbewohner weil der Stadtbewohner einfach nicht die Dachfläche hat, die er für sich benötigen würde.
Deiner Vision nach bedeutet der Solarausbau, dass der Strom teurer wird. Wer sich aber von diesen Kosten zu befreien versucht (also autarker vom Stromnetz wird), der benötigt Sonnenplatz oder Windfläche, die nicht jeder hat. Zusätzlich bedeutet es Investitionen in Erneuerbare und Stromspeicher, was auch nicht jeder einfach bezahlen kann.
Und obendrein bedeutet der höhere Grad an Autarkie einzelner Leute, dass die anderen Menschen wieder mehr für das Stromnetz bezahlen müssen, denn die gleichen Ausbaukosten werden dann von weniger Menschen bezahlt (hier auch mal mit gebrochenen Menschen gerechnet, weil man ja auch z.B. nur 80% Autarkie haben kann und somit auch deutlich weniger für die Netze über die Stromrechnung bezahlt).
Sagen wir mal so, wenn wir die Individualverhalten im Einzelnen betrachten, dann sind sehr viele Variablen in die Betrachtung zu ziehen sodass eine Prognose für die Zukunft absolutes Glaskugellesen ist. Wenn man aber den Blick erstmal “thermodynamisch” bzw. makroskopisch nur auf die Gesellschaft richtet, dann kann man mit den aktuellen Zahlen erkennen, dass die Energiewende einfach sehr teuer ist und ohne Speicher nunmal nicht funktionieren kann. Diese Speicher in der benötigten Größenordnung hat Deutschland nunmal nicht. Die Schweiz vielleicht schon, da kenne ich mich nicht gut genug aus. Mit Wasserkraft hat sie zumindest deutlich mehr Potential als Deutschland.
Du sprichst damit aber einen interessanten Punkt an: Wenn die Menschen individuell einen Anreiz haben, Solar weiter auszubauen weil sie davon individuell profitieren, die Gesellschaft dadurch aber ehr einen Schaden hat, wer wird dann insgesamt reicher und wer wird ärmer?
Ich denke, es wird wie immer ehr die treffen, die sowiso schon arm sind. Also die, die sich keine Stromautarkie kaufen können (ob kein Geld oder keine Dachfläche ist ja erstmal dafür egal) und die somit weiter vom gemeinschaftlichem Stromnetz abhängig sind, das ja somit immer teurer gemacht wird.
Werden Solarzellen denn wirklich immer effizienter?
Im Labor werden die Solarzellen immer effektiver, aber Handelsübliche Solarzellen haben immernoch nur einen Wirkungsgrad von maximal 25%. Mein Vater hat sich ca. 2004 oder 2005 schon eine Solarzelle mit einen Wirkungsgrad von 21% aufs Dach gestellt. Ich hab mir letzte Woche eine Solarzelle mit einem angegebenen Wirkungsgrad von 22,5% gekauft. Der theoretisch maximale Wirkungsgrad von herkömmlichen Solarzellen liegt bei 33% (Shockley-Queisser-Grenze) und kann mit Multibandlückensystemen auf maximal 66% erhöht werden, was aber heutzutage deutlich zu teurer ist und somit nur im Labor gemacht wird.
Wirklich viel Spielraum ist in der Effizienz also nicht mehr viel drin, wirkliche Fortschritte gab es in den letzten 20 Jahren auch nicht. Silizium als Basis ist da schon sehr doll ausgereizt.
Aber wie immer: die historischen Daten bedeuten nicht, dass es nicht doch morgen eine geniale Erfindung gibt, die das alles ändert, der Trend ist aber ehr bei gleichbleibender Effizienz. Was aber noch verbessert werden kann sind die Herstellungskosten von Solarzellen um die effizienteren Modelle marktreif(er) gegenüber den Silizium-Zellen zu machen.
Ähnlich sieht es bei der Windkraft aus. Der Maximal zu erreichende Wirkungsgrad wird nach dem Betzschem Gesetz bestimmt weil man nie den Wind bis zum absoluten Stillstand abbremsen kann. Für vertikale Rotoren liegt der maximalwert bei ca 45% weil sich dann immer ein Rotorblatt gegen die Windrichtung bewegen muss. Für die in der Landschaft bekannten Windkraftanlagen mit horizontaler Rotationsachse liegt der maximale Wirkungsgrad bei ca 60%.
Heutige Windkraftanlagen schaffen dem Leifi-Wiki nach 46%, benötigen dafür aber gigantische Anlagen mit einem Rotorduchmesser von mehr als 100 Metern. Kleinere Anlagen scheinen wegen dem Overhead wie Getriebe effektiv zu viel Energie zu verlieren. Aber auch hier sehe ich zum aktuellem Stand keine großen Fortschritte mehr als die Anlagen immer größer zu bauen. Einen wirklichen Fortschritt würde es hier vielleicht noch mit Supraleiter im Zimmertemperaturbereich geben, weil man sich damit dann vielleicht die mechanischen Getriebe sparen könnte. Aber auch das ist nur Hypothese und es ist auch noch nicht klar, ob es Supraleiter im Zimmertemperaturbereich überhaupt gibt.
Also zusammenfassend: eine wirkliche Effizienzsteigerung wird es mit aktueller Technologie nicht geben, da müsste es schon völlig neue Ideen geben. Ob die aber kommen ist nicht abzusehen. Ich würde zumindest nicht darauf bauen, solange nicht eine solche Idee kommt.
Ist aus meiner Sicht rein eine Funktion vom verfügbaren überflüssigen Strom. Wenn der zunimmt dann werden plötzlich auch ineffiziente Speicher profitabler als ein Kraftwerk, zum Beispiel für Nachtstrom. Sesonal ist ein wenig schwieriger.
Man muss aber auch immer bedenken das Jahreszeiten und Wetter relativ gut voraussagbar und planbar ist und sich deshalb da theoretisch ein Markt aufbauen kann der auch mit erneuerbaren stabile Energie liefert.
Das stimmt jetzt nun wirklich nicht. Die kosten pro W bei Solarzellen sind ständig am sinken. Da mischt nicht nur die Effizienz der Zellen selbst rein, sondern Standardisierung, vereinfachte Montage und Installation, effizientere Fertigung der Zellen und auch der Elektronik. Inzwischen können bis 1 TW Zellen pro Jahr produziert werden. Das ist neu Zubau von Leistung was etwa 2x der Weltweiten existierenden Atomkraftwerk Flotte entspricht, pro Jahr!!
Das ist seit 50 Jahren exponentiell und die Prognosen das sich das abbremsen sind seit 40 Jahren konstant falsch, obwohl die von den Experten kommen.
Weil das exponentiell ist schätzen wir das auch komplett falsch ein. Wenn du die Zahlen einfach für sich sprechen lässt dann haben wir in 6-8 Jahren den kompletten Energiebedarf der Erde mit Solar gedeckt. Ich weiss das glaubt keiner, aber das sagen halt die Zahlen.
Und dann zu denken das produziere keinen Anreiz im Markt für Speicherlösungen wenn soviel Überkapazität existiert ist aus meiner Sicht absurd.
Deshalb finde ich die ganzen Leute die mit Atomkraftwerken kommen ein wenig wie Leute die eine Produktion Strasse für FAX Geräte bauen möchten als das Internet grad los ging… ist halt ein wenig Kurzsichtig…
He, bezeichnest du Bitcoin-Mining als Müll? ![]()
Wir zahlen dann den Stromproduzenten Ihren Subventionierten Strom (EEG Umlage) und zahlen etwas dafür, wenn Ihn jemand Speichert. Finde das Gesellschaftlich schwierig. Die Masse verliert und die mit dem Einfamilienhaus und der möglichkeit zu Speichern gewinnen.
Und trotzdem möchte nur die USA 100 Atomkraftwerke bauen und sich von Russland abhängig machen? Wieso sind die dann so doof. Die ganze Welt müsste falsch liegen, nur wir richtig. Verstehe mich nicht falsch, so etwas passiert. Wie sehen es ja bei Bitcoin aber unwahrscheinlich.
Ist nicht was ich meine. Was ich sagen will ist das wegen erwähnter Marktdynamik (Strompreis geht nicht runter, Solarzellen werden effizienter) der Ausbau auf Hausdächern weitergehen wird und es zu einer riesen Überproduktion kommt, komplett unabhängig was die Politik macht.
Du hast aber immer noch das Problem mit Nachtstrom oder Sesonalem Strom den du abdecken musst und dazu brauchst du immer noch konventionelle Kraftwerke. Aber ab einem gewissen Punkt wird es zum Beispiel für Nachtstrom lukrativer werden das eine Firma hingeht und einfach eine riesen Speicheranlage mit Salzwassertanks oder was auch immer baut die günstiger Nachtstrom anbieten kann als das Gaskraftwerk.
Das ist nur eine Funktion davon wie viel Überkapazität vorhanden ist und was automatisch ohne Planung bereits passiert. Wenn diese Speicher lokal sind dann hast du auch nicht das Problem mit dem Netz.
Ich halte das für eine Ablenkungsstrategie der Öl und Gas Lobby um Unsicherheit bei den Investitionen in Erneuerbare Grossprojekte zu sähen.
Erstens mal dauert der Bau und die Inbetriebnahme eines neuen AKW extrem lange, kein privates Unternehmen will das machen und keiner will das bei sich im Hinterhof stehen haben. Diese Projekte lassen sich nur mit Staatsfinanzierung und Staatsgewalt durchsetzen.
Und zweitens hat es überhaupt nicht genug Uran um die AKW Flotte der heutigen Technologie beliebig auszubauen. Es gibt Schätzungen das wenn die aktuellen AKW alle am Netz bleiben dann gibt es mit dem Abbau aller Vorkommen, inkl Anreicherung und Abbau von Atomwaffen etwa für 120 Jahre Treibstoff für AKW. Wenn du jetzt die Flotte verdoppelst dann sind es halt noch 60 Jahre, Vervierfacht noch 30. (Quelle, Kapitel 4: https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0301421521002330#sec4)
Im Gegensatz dazu wird heute pro Jahr neue Solarleistung verbaut die dem zweifachen der aktuellen AKW Flotte entspricht. Und das steigt weiter, seit 50 Jahren exponentiell, und genau so lange wird behauptet der Trend flacht jetzt gleich ab.
Deshalb ist das so lächerlich und entweder haben die alle Lack gesoffen oder es ist halt einfach ein politisches Ablenkungsmanöver. Ich tippe auf das zweite.
Und was machst du mit dem Überproduzierten Strom?
Wir haben heute schon viel Strom im Netz an Sonnenragen und was macht Deutschland damit. Wir verkaufen Ihn zu Negativpreisen an Österreich und Ihre Pumpspeicherkraftwerke tun den Rest. In der Nacht kaufen wir den teuren Strom dann zurück.
Neuere Anlagen haben Abschalteteinrichtungen, wenn zu viel Strom im Netz ist. Diese Anlage werden einfach Abgeschaltet um das Netz stabil zu halten.
Ich glaube, Ich kann mir dir die größe von einem Speicher garnicht vorstellen, der ganz Deutschland über Nacht und bis dann vielleicht wieder die Sonne scheint versorgen kann.
Das ist Ideologie.
Würde nicht in den 60er Jahren erklärt, dass es im Jahre 1990 kein Öl mehr geben wird. hier ist unser Senior @will0901 mit seiner Überlieferung gefragt.
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Na dann glaub halt was du willst. Ich habe meine Sichtweise ausführlich begründet.
Dann investiere mal in AKW, ich investiere dafür in Speicher.
Finde ich halt Sozial ungerecht.
In einer Marktwirtschaft handelst du aber komplett richtig. Gut, dass wir noch in einer Art Marktwirtschaft leben.
Das wurde uns in den 80ern/90ern auch noch in der Schule erzählt… ab dem Jahr 2000 sind die fossilen Energiequellen aufgebraucht und es gibt weltweit kein Öl/Gas mehr.
Wie durch ein Wunder habe ich glücklicherweise parallel auch noch Ozonloch/FCKW, sauren Regen, Waldsterben, Krieg, Wasserknappheit, Nahrungsknappheit, Eiszeit und die Erderwärmung so halbwegs überlebt… ![]()
Mir ist auch schon aufgefallen das ihr wohl nicht so viel gescheites gelernt habt in der Schule.
Wer ist “ihr”? Und Du weisst ja gar nicht in welchem Land ich in die Schule gegangen bin.. ![]()
Heute ist das bestimmt besser
@ZPE
Ja wir reden hier scheinbar von verschiedenen Effizienzen. Der rein physikalische Wirkungsgrad hat sich wie ich geschrieben habe nicht groß geändert, aber natürlich hat sich in der Herstellungsweise oder den Herstellungsprozessen erheblich was getan und diese Solarzellen mit dem gleichen Wirkungsgrad billiger gemacht. Das ist natürlich auch ein Effizienzgewinn.
Hier muss ich aber einwerfen, dass sich eine Solarzelle mit Speicher eben gegen ein herkömmliches Kraftwerk ökonomisch durchsetzen muss und das sehe ich aktuell noch nicht 100% gegeben.
Wie gesagt, die herkömmlichen Kraftwerke haben ihren eigenen Speicher in Form von Treibstoff. Bedeutet wenn der Strom benötigt wird, dann wird eben der Treibstoff verbraucht, und wenn der Strom nicht benötigt wird, dann kann man den Treibstoff einfach lagern bzw. liegen lassen.
Diese Speicher werden aber von Solarzellen eben nicht angelegt und müssen erst extern dazugebaut werden, was die kosten eben deutlich erhöht. Solarstom selber ist damit vielleicht billiger als der herkömmliche Strom, diesen Solarstrom aber genauso hochverfügbar zu machen wie den Strom der herkömmlichen Kraftwerke ist aktuell noch deutlich teurer als die Kraftwerke weil die Stromspeicher entweder physikalisch ineffizient sind oder ökonomisch teurer. Wasserstoff als Treibstoffzwischenlager hat z.B. nur einen Wirkungsgrad von 60% was bedeutet, dass nur etwa die Hälfte der eingespeicherten Energie wieder hochverfügbar als Treibstoff vorliegt und somit die Stromgenerierung wieder verdoppelt werden muss. Batterien gibt es nicht in der Menge, die wir bräuchten. (Wie gesagt, die einzig wirklichen Batterien, die die Menschen in entsprechender Größenordnung haben sind Pumpspeicherkraftwerke, aber dazu benötigt man auch die entsprechenden Täler, die ökologisch überflutet werden können/dürfen.)
Klar geht das alles, aber was ich damit auf ökonomischer Ebene sagen will ist, dass du da ansetzt, dass wenn der Strom nur teuer genug gemacht wird, dann stellen alle automatisch auf Erneuerbare und Speicher um. Dem widerspreche ich auch nicht. Was dabei aber vergessen wird ist, dass man um diesen Punkt zu erreichen das herkömmliche und billige Stromnetz quasi zerstört um es künstlich teurer zu machen weil erst wenn das herkömmliche Stromnetz teuer genug geworden ist sich die Investition in erneuerbare erst wirklich explizit und individuell lohnt.
Es ist eben eine Sache, wenn Großinvestoren als Stromlieferant große Solarparks oder Windparks aufbauen um den generellen landesweiten Treibstoffverbrauch zu verringern oder wenn man den Strom aus der Steckdose so weit verteuert hat, dass jeder einzelne Haushalt sich überlegen muss, ob sie den teuren externen Strom kaufen wollen oder doch lieber Eigenversorger werden wollen.
Wenn der externe Strom billig genug wäre, dann müsste man sich auch nicht individuell darum kümmern, kann aber freiwillig dazu mit z.B. Solarzellen auf dem Dach beitragen. Wenn der Staat die Energiewende also vernünftig geplant hätte (also z.B. nicht die Speicherthematik verschlafen hätte) und somit die generellen Strompreise nicht drastisch erhöhen müsste, dann würde so eine Energiewende natürlich ein deutlicher Standortsvorteil für die Wirtschaft sein.
Was der Staat (zumindest in Deutschland) aber macht ist die Strominfrastruktur explizit zu zerstören indem er z.B. Kraftwerke lange vor der erwartbaren Haltbarkeit still legt, Kühltürme sprengt, dass sie auch wirklich nicht mehr arbeiten können, Lange neue Stromleitungen durch das Land legen muss weil die Kraftwerkslandschaft sich verändert hat usw. und gleichzeitig mangels Speicher die Volatilität auf dem Strommarkt erhöht und somit die Preise für diejenigen erhöht, die diese Volatilität zeitlich nicht aussitzen können,… all das macht in Summe den Strom eben so teuer, dass man als einzelner quasi gezwungen ist wieder Selbstversorger zu werden anstatt sich auf die Arbeitsteilung und Effizienzsteigerung verlassen zu können, die es bringt, wenn sich Menschen um die Versorgung kümmern, die wirklich Ahnung von ihrem Fach haben und die man für dieses Wissen und ihrer Dienstleistung auch gerne bezahlt.
Diese Zerstörung der gemeinsamen Infrastruktur, die für alle den Strom teurer macht, die ist das eigentliche Übel in der Energiewende weil es auch den Zerfall bzw. die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt in diejenigen, die genug Mittel/Macht und Zeit haben um Ausweichprodukte zu kaufen bzw. Selbstversorger zu werden und diejenigen, deren Energieversorgung willentlich teurer gemacht wird als es ökonomisch nötig wäre.
Wie gesagt, die Energiewende an sich ist nicht das Problem, aber die Energiewende über allen anderen Zielen eines Landes zu stellen und durchzusetzen und dabei andere Staatsbelange wie soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz oder Nahrungsmittelversorgung zu vernachlässigen, das ist ein gewaltiges Problem, zumindest in Deutschalnd.
Nein
Ich bezeichne nur den Strom als Müll, wenn man ihn nicht nur verschenkt sondern sogar noch dafür bezahlt, dass andere den Strom abnehmen.
Bitcoinmining ist eine Möglichkeit dagegen vorzugehen weil man mit dem Mininng den Strombedarf kurzfristig und dynamisch erhöhen kann. Idealerweise soweit erhöhen, dass es keine negativen Strompreise mehr gibt.
Bitcoinmining ist ja profitabel bis zu einem Strompreis von ca. 8 Cent pro Kilowattstunde. Wenn der Strompreis also bei 10 Cent liegt, dann ist Bitcoinmining ersteinmal nicht mehr rentabel (zumindest wenn man davon ausgeht, dass man den Gewinn sofort wieder verkaufen muss, also keine Bitcoins davon lagert.) Liegt der Strompreis nur bei 5 Cent, dann kann man alle Mininggeräte anschmeißen und macht dann ca. 3 Cent pro Kilowattstunde gewinn. Noch schöner ist es ja, wenn man sogar für seine Mininganlagen 3 Cent dazu bekommt weil man dann den Strommüll abnimmt und vernichtet.
Aber man hat ja nur eine gewisse Miningkapazität. Es kommt halt darauf an, wie häufig der Strompreis unter die 8 Cent pro Kilowattstunde fällt, also wie lange man die Miner laufen lassen kann. Umso häufiger das vorkommt, desto mehr Mininggeräte kann man sich auch hinstellen. Aber wenn es nur zwei drei mal im Jahr passiert, dann macht es wenig Sinn mehrere Megawattstunden an Minern einfach nur so rumstehen zu haben ohne dass sie laufen.
Ich meine sieh es mal so:
Stell dir vor, du stellst dir eine Solarzelle auf das Dach, aber die würde explodieren, wenn sie den produzierten Strom nicht abgeben darf.
Würdest du dir so eine Solarzelle aufs Dach stellen? Du hättest einerseits Kosten das alles zu installieren und du müsstest jederzeit den Strom abnehmen. Selbst wenn du mal im Urlaub bist musst du dafür sorgen, dass entweder deine Speicher alles aufnehmen oder du musst andere dafür bezahlen, dass sie deinen Strom abnehmen.
Wenn du sowiso sehr viel Strom verbrauchst, z.B. durch Mining oder weil du eine Fabrik betreibst, dann ist das relativ ok weil du nur selten zu viel Strom haben wirst. Dann kann sich so eine Anlage lohnen. Wenn du aber jeden zweiten Tag den Strom verschenken muss, ja sogar deinen Nachbarn noch Geld hinterherwerfen musst, damit er deinen Strom abnimmt (weil er z.B. Miner kaufen muss um den Strom loszuwerden), dann ist der Strom zu reinem Müll geworden. Eigentlich noch schlimmer: Du bezahlst dafür, dass du dir so eine Anlage kaufst, die dir dann nur ärger macht weil du dich immerwieder um die Entsorgung kümmern musst.
Genauso läuft es mit der Energiewende in Deutschland. Wir bezahlen sehr viel Geld für all die Anlagen und dann bezahlen wir im Sommer wieder sehr viel Geld dafür, dass alle möglichen Nachbarländer den Strom abnehmen. Als Haustier oder Hobbyprojekt kann man das ja noch verstehen, aber es macht das Stromnetz eben für alle teurer, auch für die, die sich diesen Unsinn eigentlich nicht leisten wollen oder können.
Kannst du einschätzen, ob es sich für die Netzbetreiber lohnen würde im grossen Stil alte billige Miner zu installieren um bei Bedarf gezielt Strom zu vernichten und dabei noch Bitcoins zu erhalten? Das man Stromerzeuger absstellt oder negative Strompreise existieren ist schon eigenartig. Ich habe kürzlich einen längeren Podcast mit Daniel Batten gehört, er ist in dieser Thematik tief drin und meint das genau diese Eigenschaft der Miner (sehr ein und ausschaltbar, hoher Verbrauch und wenn der Strompreis tief genug ist auch noch profitabel) wie die Faust aufs Auge der Netzbetreiber passt. Die Netzstabilität ist ja deren Hauptanliegen - genau niemand will einen Blackout riskieren.
Schau dir mal den Graph an von W/$ Solar (photovoltaic) panel prices - Our World in Data
Und das wird auch nicht aufhören, da sind viele Weitere Entwicklungen in verschiedenen Entwicklungsstadien zur Marktreife so das wir zuversichtlich sagen können die Effizienzgewinne werden genau so weiter gehen.
Klar. Aber wir sprechen hier von einer exponentiellen Entwicklung in der Effizienz wie auch im Ausbau Installed solar energy capacity - Our World in Data
Das bedeutet egal wie ineffizient die Solarzellen + Speicher Lösungen heute noch sind. Die kosten halbieren sich etwa alle zwei Jahre und stoppen nicht wenn sie die Gaskraftwerke dann überholen.
Ich beschreibe ja hier nicht was die Politik machen soll oder wo Steuergelder hinfliessen sollen. Ich beschreibe rein aus Beobachtungen wie die Techologie sich entwickelt was meiner Meinung nach passieren wird EGAL was die Politik macht.
Nur mal so eingeworfen: Warum sollten sich die Kosten für Gaskraftwerke oder vorallem Atomkraftwerke nicht genauso exponentiell weiter entwickeln und somit weiterhin konkurrenzhaft zu Solarzellen bleiben?
Technischen Fortschritt gibt es eben nicht nur auf einem Gebiet.
Und deine gezeigte Grafik besagt: “Adjusted for Inflation”. Dabei bin ich immer ganz vorsichtig weil man damit so gut wie alle Daten hineinschrieben kann wie man will, je nachdem was man eben als Inflation bezeichnet oder welche Daten man als Inflationsbemessung her nimmt. Dabei kann man auch den exponentiellen Charakter der Inflation einfach in die Daten geben und somit Exponentialität in die Daten eingeben, die eventuell nicht vorhanden ist. Sicher ist aber, dass die Solarzellen billiger werden. Ob man diese Grafik aber einfach in die Zukunft weiterführen kann ist auch nicht gesagt.
Silizium als Basis hat nunmal mit heutiger Fertigungstechnik gewisse physikalische Grenzen erreicht, was auch die Microshipherstellung zu spüren hat.
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Ich will ja nicht abstreiten, dass Erneuerbare ein hohes Potential haben, ich will damit nur aufzeigen, dass es keine ausgemachte Sache ist, dass nur Solarzellen+Speicher sich als einzigste Energiequelle ökonomisch durchsetzen werden und man sich immer die Pro- und Contra-Argumente anschauen sollte um ein Urteil zu fällen.