Das wurde uns in den 80ern/90ern auch noch in der Schule erzählt… ab dem Jahr 2000 sind die fossilen Energiequellen aufgebraucht und es gibt weltweit kein Öl/Gas mehr.
Wie durch ein Wunder habe ich glücklicherweise parallel auch noch Ozonloch/FCKW, sauren Regen, Waldsterben, Krieg, Wasserknappheit, Nahrungsknappheit, Eiszeit und die Erderwärmung so halbwegs überlebt…
@ZPE
Ja wir reden hier scheinbar von verschiedenen Effizienzen. Der rein physikalische Wirkungsgrad hat sich wie ich geschrieben habe nicht groß geändert, aber natürlich hat sich in der Herstellungsweise oder den Herstellungsprozessen erheblich was getan und diese Solarzellen mit dem gleichen Wirkungsgrad billiger gemacht. Das ist natürlich auch ein Effizienzgewinn.
Hier muss ich aber einwerfen, dass sich eine Solarzelle mit Speicher eben gegen ein herkömmliches Kraftwerk ökonomisch durchsetzen muss und das sehe ich aktuell noch nicht 100% gegeben.
Wie gesagt, die herkömmlichen Kraftwerke haben ihren eigenen Speicher in Form von Treibstoff. Bedeutet wenn der Strom benötigt wird, dann wird eben der Treibstoff verbraucht, und wenn der Strom nicht benötigt wird, dann kann man den Treibstoff einfach lagern bzw. liegen lassen.
Diese Speicher werden aber von Solarzellen eben nicht angelegt und müssen erst extern dazugebaut werden, was die kosten eben deutlich erhöht. Solarstom selber ist damit vielleicht billiger als der herkömmliche Strom, diesen Solarstrom aber genauso hochverfügbar zu machen wie den Strom der herkömmlichen Kraftwerke ist aktuell noch deutlich teurer als die Kraftwerke weil die Stromspeicher entweder physikalisch ineffizient sind oder ökonomisch teurer. Wasserstoff als Treibstoffzwischenlager hat z.B. nur einen Wirkungsgrad von 60% was bedeutet, dass nur etwa die Hälfte der eingespeicherten Energie wieder hochverfügbar als Treibstoff vorliegt und somit die Stromgenerierung wieder verdoppelt werden muss. Batterien gibt es nicht in der Menge, die wir bräuchten. (Wie gesagt, die einzig wirklichen Batterien, die die Menschen in entsprechender Größenordnung haben sind Pumpspeicherkraftwerke, aber dazu benötigt man auch die entsprechenden Täler, die ökologisch überflutet werden können/dürfen.)
Klar geht das alles, aber was ich damit auf ökonomischer Ebene sagen will ist, dass du da ansetzt, dass wenn der Strom nur teuer genug gemacht wird, dann stellen alle automatisch auf Erneuerbare und Speicher um. Dem widerspreche ich auch nicht. Was dabei aber vergessen wird ist, dass man um diesen Punkt zu erreichen das herkömmliche und billige Stromnetz quasi zerstört um es künstlich teurer zu machen weil erst wenn das herkömmliche Stromnetz teuer genug geworden ist sich die Investition in erneuerbare erst wirklich explizit und individuell lohnt.
Es ist eben eine Sache, wenn Großinvestoren als Stromlieferant große Solarparks oder Windparks aufbauen um den generellen landesweiten Treibstoffverbrauch zu verringern oder wenn man den Strom aus der Steckdose so weit verteuert hat, dass jeder einzelne Haushalt sich überlegen muss, ob sie den teuren externen Strom kaufen wollen oder doch lieber Eigenversorger werden wollen.
Wenn der externe Strom billig genug wäre, dann müsste man sich auch nicht individuell darum kümmern, kann aber freiwillig dazu mit z.B. Solarzellen auf dem Dach beitragen. Wenn der Staat die Energiewende also vernünftig geplant hätte (also z.B. nicht die Speicherthematik verschlafen hätte) und somit die generellen Strompreise nicht drastisch erhöhen müsste, dann würde so eine Energiewende natürlich ein deutlicher Standortsvorteil für die Wirtschaft sein.
Was der Staat (zumindest in Deutschland) aber macht ist die Strominfrastruktur explizit zu zerstören indem er z.B. Kraftwerke lange vor der erwartbaren Haltbarkeit still legt, Kühltürme sprengt, dass sie auch wirklich nicht mehr arbeiten können, Lange neue Stromleitungen durch das Land legen muss weil die Kraftwerkslandschaft sich verändert hat usw. und gleichzeitig mangels Speicher die Volatilität auf dem Strommarkt erhöht und somit die Preise für diejenigen erhöht, die diese Volatilität zeitlich nicht aussitzen können,… all das macht in Summe den Strom eben so teuer, dass man als einzelner quasi gezwungen ist wieder Selbstversorger zu werden anstatt sich auf die Arbeitsteilung und Effizienzsteigerung verlassen zu können, die es bringt, wenn sich Menschen um die Versorgung kümmern, die wirklich Ahnung von ihrem Fach haben und die man für dieses Wissen und ihrer Dienstleistung auch gerne bezahlt.
Diese Zerstörung der gemeinsamen Infrastruktur, die für alle den Strom teurer macht, die ist das eigentliche Übel in der Energiewende weil es auch den Zerfall bzw. die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt in diejenigen, die genug Mittel/Macht und Zeit haben um Ausweichprodukte zu kaufen bzw. Selbstversorger zu werden und diejenigen, deren Energieversorgung willentlich teurer gemacht wird als es ökonomisch nötig wäre.
Wie gesagt, die Energiewende an sich ist nicht das Problem, aber die Energiewende über allen anderen Zielen eines Landes zu stellen und durchzusetzen und dabei andere Staatsbelange wie soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz oder Nahrungsmittelversorgung zu vernachlässigen, das ist ein gewaltiges Problem, zumindest in Deutschalnd.
Nein Ich bezeichne nur den Strom als Müll, wenn man ihn nicht nur verschenkt sondern sogar noch dafür bezahlt, dass andere den Strom abnehmen.
Bitcoinmining ist eine Möglichkeit dagegen vorzugehen weil man mit dem Mininng den Strombedarf kurzfristig und dynamisch erhöhen kann. Idealerweise soweit erhöhen, dass es keine negativen Strompreise mehr gibt.
Bitcoinmining ist ja profitabel bis zu einem Strompreis von ca. 8 Cent pro Kilowattstunde. Wenn der Strompreis also bei 10 Cent liegt, dann ist Bitcoinmining ersteinmal nicht mehr rentabel (zumindest wenn man davon ausgeht, dass man den Gewinn sofort wieder verkaufen muss, also keine Bitcoins davon lagert.) Liegt der Strompreis nur bei 5 Cent, dann kann man alle Mininggeräte anschmeißen und macht dann ca. 3 Cent pro Kilowattstunde gewinn. Noch schöner ist es ja, wenn man sogar für seine Mininganlagen 3 Cent dazu bekommt weil man dann den Strommüll abnimmt und vernichtet.
Aber man hat ja nur eine gewisse Miningkapazität. Es kommt halt darauf an, wie häufig der Strompreis unter die 8 Cent pro Kilowattstunde fällt, also wie lange man die Miner laufen lassen kann. Umso häufiger das vorkommt, desto mehr Mininggeräte kann man sich auch hinstellen. Aber wenn es nur zwei drei mal im Jahr passiert, dann macht es wenig Sinn mehrere Megawattstunden an Minern einfach nur so rumstehen zu haben ohne dass sie laufen.
Ich meine sieh es mal so:
Stell dir vor, du stellst dir eine Solarzelle auf das Dach, aber die würde explodieren, wenn sie den produzierten Strom nicht abgeben darf.
Würdest du dir so eine Solarzelle aufs Dach stellen? Du hättest einerseits Kosten das alles zu installieren und du müsstest jederzeit den Strom abnehmen. Selbst wenn du mal im Urlaub bist musst du dafür sorgen, dass entweder deine Speicher alles aufnehmen oder du musst andere dafür bezahlen, dass sie deinen Strom abnehmen.
Wenn du sowiso sehr viel Strom verbrauchst, z.B. durch Mining oder weil du eine Fabrik betreibst, dann ist das relativ ok weil du nur selten zu viel Strom haben wirst. Dann kann sich so eine Anlage lohnen. Wenn du aber jeden zweiten Tag den Strom verschenken muss, ja sogar deinen Nachbarn noch Geld hinterherwerfen musst, damit er deinen Strom abnimmt (weil er z.B. Miner kaufen muss um den Strom loszuwerden), dann ist der Strom zu reinem Müll geworden. Eigentlich noch schlimmer: Du bezahlst dafür, dass du dir so eine Anlage kaufst, die dir dann nur ärger macht weil du dich immerwieder um die Entsorgung kümmern musst.
Genauso läuft es mit der Energiewende in Deutschland. Wir bezahlen sehr viel Geld für all die Anlagen und dann bezahlen wir im Sommer wieder sehr viel Geld dafür, dass alle möglichen Nachbarländer den Strom abnehmen. Als Haustier oder Hobbyprojekt kann man das ja noch verstehen, aber es macht das Stromnetz eben für alle teurer, auch für die, die sich diesen Unsinn eigentlich nicht leisten wollen oder können.
Kannst du einschätzen, ob es sich für die Netzbetreiber lohnen würde im grossen Stil alte billige Miner zu installieren um bei Bedarf gezielt Strom zu vernichten und dabei noch Bitcoins zu erhalten? Das man Stromerzeuger absstellt oder negative Strompreise existieren ist schon eigenartig. Ich habe kürzlich einen längeren Podcast mit Daniel Batten gehört, er ist in dieser Thematik tief drin und meint das genau diese Eigenschaft der Miner (sehr ein und ausschaltbar, hoher Verbrauch und wenn der Strompreis tief genug ist auch noch profitabel) wie die Faust aufs Auge der Netzbetreiber passt. Die Netzstabilität ist ja deren Hauptanliegen - genau niemand will einen Blackout riskieren.
Und das wird auch nicht aufhören, da sind viele Weitere Entwicklungen in verschiedenen Entwicklungsstadien zur Marktreife so das wir zuversichtlich sagen können die Effizienzgewinne werden genau so weiter gehen.
Das bedeutet egal wie ineffizient die Solarzellen + Speicher Lösungen heute noch sind. Die kosten halbieren sich etwa alle zwei Jahre und stoppen nicht wenn sie die Gaskraftwerke dann überholen.
Ich beschreibe ja hier nicht was die Politik machen soll oder wo Steuergelder hinfliessen sollen. Ich beschreibe rein aus Beobachtungen wie die Techologie sich entwickelt was meiner Meinung nach passieren wird EGAL was die Politik macht.
Nur mal so eingeworfen: Warum sollten sich die Kosten für Gaskraftwerke oder vorallem Atomkraftwerke nicht genauso exponentiell weiter entwickeln und somit weiterhin konkurrenzhaft zu Solarzellen bleiben?
Technischen Fortschritt gibt es eben nicht nur auf einem Gebiet.
Und deine gezeigte Grafik besagt: “Adjusted for Inflation”. Dabei bin ich immer ganz vorsichtig weil man damit so gut wie alle Daten hineinschrieben kann wie man will, je nachdem was man eben als Inflation bezeichnet oder welche Daten man als Inflationsbemessung her nimmt. Dabei kann man auch den exponentiellen Charakter der Inflation einfach in die Daten geben und somit Exponentialität in die Daten eingeben, die eventuell nicht vorhanden ist. Sicher ist aber, dass die Solarzellen billiger werden. Ob man diese Grafik aber einfach in die Zukunft weiterführen kann ist auch nicht gesagt.
Silizium als Basis hat nunmal mit heutiger Fertigungstechnik gewisse physikalische Grenzen erreicht, was auch die Microshipherstellung zu spüren hat.
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Ich will ja nicht abstreiten, dass Erneuerbare ein hohes Potential haben, ich will damit nur aufzeigen, dass es keine ausgemachte Sache ist, dass nur Solarzellen+Speicher sich als einzigste Energiequelle ökonomisch durchsetzen werden und man sich immer die Pro- und Contra-Argumente anschauen sollte um ein Urteil zu fällen.
Ich habe aktuell keine wirklichen Daten parat, die aufzeigen, ob es sich lohnen würde oder nicht.
Was ich aber beobachten kann ist, dass zumindest in Berlin die Strassenbeleuchtung am helllichten Tag eingeschaltet wird. Ich vermute dass hier der überschüssige Strom einfach “verbrannt“ wird, was natürlich auch mit Bitcoinminern funktionieren würde.
Über den Daumen gepeilt würde es sich mit Sicherheit lohnen die Miner der letzten Generation für billiges Geld (ca. 100€ pro 3kwh) aufzukaufen und mit ihnen in Überstromphasen die Energie abzunehmen. Was man aber dabei alles Gegenrechnen muss ist:
Hardwarekosten für die Miner
Stellplatzmiete oder Kaufkosten für den Standort der Miner
Wartungsarbeiten für die Miner
Stromanschluss für die Miner (also die Leitungen/Trafos usw.)
Verwaltung der Arbeiter für die Miner (HR)
Abzug der Zeiten, in denen sich das Mining nicht lohnt
All das (und bestimmt noch einiges mehr) sind Overheadkosten für die Strombetreiber, die für so einen Betrieb überhaupt ersteinmal aufgebracht werden muss. Dazu kommt das Ideologische Problem: Die Betreiber müssen sich überhaupt ersteinmal moralisch mit dem Gedanken anfreunden mit Bitcoin bzw. Kryptowährungen zu Handeln. Ohne das wird es nie zu so einem Schritt kommen und der Strom lieber über Dräte in Wärme gewandelt oder verschenkt als solche sakrilegien zu begehen und diese “Höllenmaschienen“ zu betreiben.
Wie gesagt, Minen ist mit ca. 8 Cent pro Kilowattstunde rentabel. Für einen wirklichen Betrieb müsste das aber ein BWLer mal genauer durchrechnen, das mache ich heute abend nicht mehr. Ich schaue mir meißtens ehr die physikalischen Aspekte und generellen Wirkungsweisen an, die finde ich deutlich spanneder.
Ob sich sowas wirklich lohnt oder nicht kann man dann im Nachhinein einfach daran erkennen, ob es Firmen versucht haben und ob diese pleite gegangen sind oder sich halten können.
Zur Vernichtung von Überschussstrom gibts wohl zahlreiche Beispiele. Wenns für Pump-Speicher-Kraftwerke nicht mehr passt, scheinbar auch für Weichenheizung (mitten im Sommer).
Vermutlich könnte dich Daniel Batten interessieren. Hier ein Gespräch (Englisch) auf Youtube:
Du hast nie auch nur einen Blick in das Paper und die Änderungen geworfen, sei ehrlich?
Und wie stellst Du Dir einen Umgang mit Ungenauigkeiten vor, wenn nicht so?
Bei Reitschuster wirst Du solche Stellungnahmen vergeblich suchen.
Um die Änderungen einzuordnen, ergibt es Sinn zu lesen was geändert worden ist. Die Rücknahme der Studie ist Folge von zu vielen Veränderungen, weshalb es nicht als Überarbeitung gelten kann. Die überarbeitete Fassung wird allerdings wieder in der ‚Nature‘ erscheinen.
Und um damit wieder den Bogen zu Bitcoin zu spannen. Was war eigentlich das Problem?
Primär geht es bei der (zu Recht angebrachten Kritik) um eine fehlerhafte Umrechnung der Wirtschaftsdaten aus Usbekistan anhand von Marktwechselkursen statt zum Kurs der Kaufkraftparität.
Und jetzt dürft ihr einma raten, ob sowas unter einem Bitcoinstandard passieren würde?
Vielleicht haben wir ja zumindest hier einen Konsens.
Bisher scheint das ja nicht so zu sein oder denkst du, dass werden Langzeit Effekte sein?
Dänemark zählt mit 88,4% erneuerbaren Energien zu den teuersten Strom Markt der Welt. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, wie das sein kann, wenn erneuerbare so günstig wären.
In Deutschland sind es zwischen 56% und 62% Erneuerbare und wir gehören mit zu den teuersten.
Wird aber zumindest in Deutschland nicht (ausreichend bzw. großflächig) gemacht. Und solange das also nur ein Wunschgedanke bzw. Zukunftsvisionen sind bleibt die Situation kritisch.
Klar kann man all die Probleme lösen, aktuell sind sie nur nicht gelöst, das Stromnetz wird trotzdem immer weiter mit neuen „zufällig liefernden“ Stromlieferanten destabilisiert. Die Spanier haben im Sommer gezeigt bekommen, was die Folge davon ist. Wir haben hier in Deutschland bis jetzt aber relativ viel Glück gehabt, dass noch nichts so großes passiert ist, die Chance dafür steigt aber immer weiter an.
Die Gesellschaft profitiert als Ganzes nur dann, wenn es mehr Profiteure gibt als Verlierer. Ist das denn so?
Zumindest ist das in Deutschland nicht zu sehen, auch wenn es zugegebenermaßen deutlich mehr Effekte gibt, die auf Deutschland wirken als nur die Klimaaktionen. Die Gesamtlage sieht aber sogar schon den offiziellen zahlen nach sehr schlecht aus: -0,5 % inflationsbereinigtes Wachstum während andere Länder mit 3,5% Wachsen konnten…
Es gibt hier also eindeutig mehr Verlierer als Profiteure, völlig egal warum das jetzt so ist. Einzelne Gründe, gegen die Energiewende habe ich ja oben gezeigt. Natürlich bedeutet das nicht, dass diese Effekte insgesamt schlecht für Deutschland sein müssen wenn es dafür andere Effekte gibt, die all diese Nachteile kompensieren. Da die Gesamtlage sich aber auch verschlechtert überwiegen also offensichtlich die Nachteile.