Das Stärkste/Mächtigste/Einflussreichste Objekt kann dieses Land einfach in Besitz nehmen weil es entsprechend keine anderen Konkurrenten hat, die einen Machtkampf gewinnen könnten.
Generell nennt man dieses stärkste Objekt unter Menschen auch „Staat“.
Bedeutet: Wenn eine Gemeinschaft das Land gegen andere Gemeinschaften verteidigen kann, dann können sie es auch in Besitz nehmen. Und diesen Besitz können sie entsprechend so lange halten, bis es eben eine stärkere/mächtigere/einflussreichere Gesellschaft gibt, die auch Anspruch auf das Land erhebt und damit der ersten Gemeinschaft den Besitz streitig macht.
Das ist das einfache Naturgesetz, dem wir alle unterliegen: Der stärkere gewinnt und kann sich nehmen bzw. besitzen was er will.
Um dieses Naturgesetz kommen wir grundlegend nicht herum. Aber weil das Recht des Stärkeren eben nicht immer Fair ist, müssen wir das größere Gebilde (also den Staat) so gestalten, dass er als mächtigere Entität die Interessen der nicht so mächtigen Entitäten (die Einwohner) beschützt und nicht mit Füssen tritt.
Also so wie wir als mächtigere Lebewesen das Land den Tieren „weggenommen“ haben indem wir das Recht des stärkeren angewendet haben, genauso kann es immer einen Staat oder eine Firma geben, die so ein Land einem einzelnem Menschen wegnehmen kann. Damit dieses Wegnehmen durch einen Staat aber nicht willkürlich passiert (was eben unfair ist und als Angriff gesehen werden kann), können die Menschen, die den Staat bilden, sich selber Regeln auferlegen. Regeln, an die sich auch der Staat halten muss. Und solange der Staat sich an diese gegebenen Regeln hält und diese Regel auch fair (gleichberechtigt unter den Menschen) gestaltet sind, solange kann der Staat auch diese definierten Rechte der einzelnen Menschen durchsetzen.
Wir haben uns in unseren Staaten auf Privateigentum geeinigt und der Staat setzt diese Regel auch durch. Bedeutet wenn unser Privateigentum angegriffen wird, dann können wir den (im Gegensatz zu uns und den anderen menschlichen Angreifer) deutlich mächtigeren Staat anfragen, dass er dieses Unrecht wieder gerade rückt, im Regelfall indem er den Angreifer für diese kriminelle Handlung bestraft. Schon alleine durch die Möglichkeit, dass solche kriminellen Handlungen bestraft werden, wird der Anreiz diese kriminellen Handlungen (oder das Recht des Stärkeren auszuüben) reduziert. Klar gibt es dann noch Kriminalität aber eben nicht so viel, als wenn der Staat nicht schützend über den Menschen stehen würde.
(Problematisch wird es für die Menschen erst, wenn der Staat sich über diese Regeln stellt und anfängt, die eigenen Bürger zu unterdrücken.)
Also wegen den eigenen gegebenen Regeln im Staat können wir das Naturgesetz des Stärkeren überlagern. Nicht weil das Naturgesetz nicht mehr gilt sondern weil wir eine hoffentlich mächtigere Entität haben als ein potentieller Angreifer und diese mächtigere Entität somit die Macht des Stärkeren in unserem Sinn ausüben kann. Auf der Ebene der Menschen wird damit das Recht des Stärkeren zum Recht des Staates. Aber das Gleiche kann ja auch rekursiv auf dem Staat angewendet werden. Zwischen den Staaten gilt wieder nur das Recht des Stärkeren außer es gibt eine noch größere Gemeinschaft, die Recht zwischen Staaten ausüben kann.
Einen Staat ohne Privateigentum kann es meiner Meinung nach nicht geben, zumindest auf den Größenordnung von mehreren tausend Menschen. Denn gäbe es kein Privateigentum, dann müsste der Staat ja Mikrodirigismus/Planwirtschaft betreiben um allen Menschen ihre Bedarfsgüter zuteilen anstatt dass sich alle Menschen selber um diese Dinge kümmern.
Die Frage, die sich mir ehr stellt ist: Wer soll einem daran hindern? Hindern kann einem ja nur eine Entität, die dem Verkauf/Angriff verbieten kann und die Macht hat diese „Regel“ auch durchzusetzen. Im Zweifel also nur eine Entität, die ungefähr gleichmächtig oder mächtiger ist um den Machtkampf auch zu gewinnen (eben ein Staat, eine Firma, eine Religionsgemeinschaft…).
Sollte es aber so eine größere Macht geben, dann kann diese Macht beliebig bestimmen, wer der Besitzer ist und zu welchen Teilen oder ob alles Staatseigentum bleibt. Die einzelnen Menschen können sich dann ersteinmal nicht gegen den Staat wehren (außer sie schließen sich zusammen und bilden eine Revolution, die dann stark genug sein muss um dem Staat gefährlich werden zu können, also ungefähr gleichmächtig sein muss um den Machtkampf gewinnen zu können).
Definitiv nein, ein Berg (z.B. auf dem Mars) kann ja auch existieren ohne dass irgendein Lebewesen irgendein Anspruch auf den Berg hat.
Die Sachlage ist meiner Meinung nach ehr umgedreht: Die Lebewesen brauchen „den Berg“ (oder besser ein grünes Tal) um einen Ort zu haben, wo sie leben können. Nur dass diese Lebensorte sehr schnell bevölkert sind und somit eben kein ausreichenden Platz mehr bieten. Weitere Lebewesen müssen also entweder um diesen guten Lebensraum kämpfen oder sich mit schlechteren Lebensräumen begnügen müssen.
Um zu überleben braucht es Besitz, selbst wenn der Besitz nur so kurzzeitig ist um die eigenen Bedürfnisse zu stillen weil z.B. der Staat die Zuteilung nicht länger erlaubt als lebensnotwendig. Sicherer bzw. entspannter und zukunftsweisender ist es aber für das einzelne Lebewesen, wenn es diese Reserven im eigenem Besitz hält um darauf bei Bedarf zugreifen zu können ohne dass Andere sie im Notfall daran hindern können. Daher ist es nur natürlich, dass jedes Lebewesen diese lebensnotwendigen Sachen auch im Privatbesitz halten will um nicht auf irgendeine zufällige Verteilung abhängig zu sein.
Verträge sind eine Art Handel, den beide Seiten meist freiwillig eingehen um beidseitigen Vorteil durch Arbeitsteilung zu erhalten. Verträge bilden also wie Geld Vertrauen zwischen den Individuen. Und Vertrauen ist absolut notwendig weil sich die Individuen sonst immer gegen eventuelle Angriffe wappnen müssen und das kostet nunmal genauso Macht/Zeit/Energie.
Nimmt man all das zusammen, dann ist es eigentlich absolut logisch, dass sich historisch sowas wie Rechtsstaaten oder Geldsysteme gebildet haben. Einfach um Vertrauensvollen gesellschaftlichen Umgang mit fremden Personen pflegen zu können ohne gleich die Gefahr eines Angriffes fürchten zu müssen. Dieses Vertrauen ist eben nur langsam aufgebaut aber sehr schnell wieder zerstört. Aber ohne Vertrauen gibt es eben auch keine Arbeitsteilung und damit auch keine Effizienzsteigerung durch diese Arbeitsteilung. In einem Staat, wo sich jeder wieder alleine um all seine lebensnotwendigen Bedürfnisse kümmern muss gibt es eben deutlich weniger Zeit für Spaß oder Fortschritt als in einem Staat mit mehr Vertrauen untereinander und gelebter Arbeitsteilung.
Und so wie Menschen eben keine Heiligen sind, so sind auch Staaten nicht frei von Unschuld. Auch Staaten können also Kriege zwischeneinander anfangen oder mit der Zeit ihre eigene Bevölkerung unterdrücken. Der ökonomische „Vorteil“ von Unterdrückungsstaten ist aber einfach, dass sie durch ihre Unterdrückung und dem Staatsmonopol relativ ineffizient werden und sich das Unterdrückungssystem damit in der Zeit nicht lange durchsetzen kann (die Menschen leiden dadurch aber natürlich trotzdem ersteinmal).
Auch Staaten können geboren werden und sterben eben irgendwann ab und machen Platz für neue Staaten. Nur dass die Lebensspanne bzw. die Lebenszyklen von Staaten meist größer ist als die Lebensspanne von Menschen. Aber genauso wie bei Menschen gibt es einige Staaten, die können das Zusammenleben der Gemeinschaft besser regeln und andere Staaten, die können es eben schlechter. Damit leben die „guten“ Staaten eben länger als die schlechten weil die schlechten Staaten auch deutlich schlechter wirtschaften und damit gegen andere Staaten schneller untergehen.
Und die langlebigste Staatsform ist meiner Meinung nach eine Demokratie mit verwirklichter Gewaltenteilung. Denn im Gegensatz zur Monarchie können dann eben deutlich mehr Gewallten die Ausrichtung des Staates bestimmen und es gibt durch die verschiedenen Gewallten eine Kontrollfunktion (Perspektivwechsel), die es eben erlauben die Situation des Staates besser und umfangreicher zu erfassen und somit auch tendenziell besser auf die Gegebenheiten innerhalb und außerhalb des Staates zu reagieren.