Ich denke, das mit den Verteidigungsausgaben lässt irgendwie schon tief blicken. Man muss sich das in Form einer Einzelperson so vorstellen: Jemand hat fast eine Million Euro Schulden, muss für die Zinsen sogar neue Schulden aufnehmen, die Arbeit läuft schlecht, und man könnte mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sein. Und dann sagt man sich: „Hey, jetzt bauen wir eine ganz große Burg mit dicken und hohen Mauern.“ Kann man das machen? Man kann. Nur dass man dann 10 Mio. Euro Schulden hat und ein Nachwuchs, der die Arschkarte hat. Wenn das Rennen um KI, Robotik und andere neue Innovationen dann nochmal an Fahrt gewinnt und kapitalintensiver wird, zahlen wir bescheuerte Zinsen und Haltungskosten für Waffensysteme, statt massive Investitionen zu tätigen.
Sozialausgaben merklich kürzen: politischer Selbstmord für die regierenden Parteien. Die Ironie dürfte sein: Es wird zu Kürzungen von Leistungen und einer Verschärfung der Bedingungen kommen gerade so, dass man die meisten Wähler nicht zu sehr verärgert und dass es lediglich die Geschwindigkeit reduziert, mit der diese Position wächst. Weniger Leistung ohne Spareffekt.
Militärausgaben kürzen: ausgeschlossen, genau das Gegenteil steht auf der Agenda. Offenbar ist es praktisch egal, wie schlimm die Situation ist. Das soll um jeden Preis finanziert werden, entweder, weil wir angeblich um unsere fundamentale Sicherheit sorgen, oder weil es von außen auferlegt wurde.
Zinsen: unvermeidlich.
Wirtschaftswachstum: Nichts deutet auf einen möglichen wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland hin. Das Geld, das man für strukturelle Investitionen nutzen könnte, fließt in Sozialsysteme, Militär und Zinslast.
Unter gleichbleibenden ideologischen Bedingungen wird es nur eine einzige Reaktion geben können: weitere Neuverschuldung und eine wachsende Entwertung der Kaufkraft des Euros.
Als der Kommunismus viele Länder ökonomisch ruinierte und oft bittere Armut und Hyperinflation die Folgen waren, haben die Kommunisten nicht einfach ihre Gesetze angepasst. Der Kommunismus selbst musste kollabieren, um den Weg für echte Veränderungen zu ebnen.
Ich denke wir werden etappenweise eine Rationalisierung der Politik erleben. Vieles wirkt dem zwar entgegen. Aber die Globalisieruing erhöht den Selektionsdruck derart, dass alle zu irrationalen politischen Systeme langfristig nicht Überlerbensfähig sein dürften. Und die Folgen davon dürften vielen heute nicht schmecken.
Was unsere Sicherheit angeht. Wenn da wirklich eine rational bedeutsame Bedrohung ist, etwa durch Russland. Dann muss man vielleicht in diesem Land auch überlegen ob man nicht innerhalb von 6 Monaten, nicht ein paar nukleare Sprengköpfe entwickelt. Angeblich sind wir dazu technisch und vom knowhow in der Lage. Das könnte viel günstiger sein und würde die Funktion einer wirksamen Abschreckung sehr gut erfüllen. Aber so was geht heute nicht. Ideologische und politische Implikationen machen diese Option eher zum Skandal als zu etwas worüber man reden könnte. Aber es ist eine rationale Option, wenn wir uns wirklich absichern sollen ohne uns finanziell zu ruinieren.