Bitcoin im Krieg besitzen

Ich habe mir ein "was wäre wenn… "-Szenario ausgedacht, was womöglich für einige Ukrainischen-Mitmenschen gerade mit dem heutigen Tag zur bitteren Realität geworden ist.

Situation wie folgt:

Stell dir vor, du besitzt Bitcoin.
Dein Leben wird durch einen aufflammenden Krieg bedroht und du entschließt dich entweder in deiner unmittelbaren Umgebung Schutz zu suchen oder zu fliehen.
Deine Coins hast du vorbildlich auf deinem Cold-Wallet liegen.
Denn: „not your keys, not your coins“!
Die Banken haben die Ausgabe von Bargeld gestoppt.

Was tust du jetzt mit deinem Vermögen, welches dir bleibt und auf welches du NOCH zugreifen kannst (mir geht es explizit um BTC)?

Und jetzt habe ich mich gefragt, wäre es schlau seine Cold-Wallet in seiner Heimatumgebung zu verstecken und zu versuchen, dass man vielleicht später auf dieses wieder zugreifen kann, ohne dass es von Kriegsakteuren gestohlen wird?
Wenn ja, wie genau soll das aussehen?
24 Wörter in Edestahlplatte gravieren und vergraben?

Oder doch lieber vor einer Flucht versuchen, seine Coins schnell auf eine Hot-Wallet zu transferieren und wenn du dich in Sicherheit befindest, wieder auf eine Cold-Wallet?

Danke schonmal für die Antworten!

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Ich finde das ist doch mal einen @Blocktrainer - Artikel wert! @renna
Möglichkeiten aufzuzeigen, was man in einer solchen lebensbedrohlichen Situation unternehmen sollte!

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Vielleicht einfach die 24 Wörter mitnehmen. Auf Stahl oder irgendwie anders gesichert das es nicht kaputt gehen kann. Dann würde ich von den 24 Wörtern eine bestimmte Anzahl von Wörtern austauschen, nur so viele wie du dir gut merken kannst. Auf diesen FakeSeed packst man dann eine kleine Menge Bitcoins zur Tarnung. Den echten Seed kannst du rekonstruieren weil du ja die falschen Wörter kennst.

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Ich finde, da müsste man noch etwas differenzieren bei der persönlichen Risikoeinschätzung z.B.

  • Muss ich damit rechnen, dass ich nie wieder zurückkehren kann oder das alles zerstört wird?
  • Muss ich damit rechnen, dass ich unterwegs bedroht/beraubt/verhaftet werde und mir alles abgenommen wird, was ich dabei habe?
  • Muss ich an die Coins auch kurzfristig ran oder ist das eher ein Store of Value?
  • Wieviel Zeit bleibt mir noch für die Vorbereitung?
  • Was ist, wenn ich die Sache nicht überlebe, wissen ggf. Angehörige, wie sie an die Coins kommen?
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Auch wenn natürlich niemand sagen kann was in Zukunft passiert, ist meine Familiengeschichte voll von „ich vergrab das mal hier und wenn ich irgendwann zurück komme…“. Leider war das nie von Erfolg gekrönt.

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Für solche Fälle ist es nicht verkehrt, sich den Seed als BACKUP zu merken.

Ansonsten finden sich vielleicht hier ein paar Anregungen:

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Mein Vorgehen wäre vermutlich ein anderes. Wenn es an Grenzübergängen zu harscheren Kontrollen kommen sollte, dann würde ich meine Stahlplatten zerstören und auf eine Paper Wallet umsteigen. Diese Paper Wallet würde ich vermutlich in einem oder mehreren Buch/Bücher oder so ähnlich gut kodiertverstecken und außerdem würde ich dann diese Bücher noch zusätzlich in einer pder mehreren Clouds abspeichern, damit ich bei einem Verlust noch ein Backup habe. Meine Hardware Wallet hätte ich vorsorglich vor der Reise auf Werkseinstellung zurückgesetzt oder diese sogar überhaupt nicht mitgenommen.

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Das sinnvollste wäre, sich die 24 Wörter auswendig zu lernen.

Wäre im Fall Ukraine nur schwer möglich gewesen. Das Land leidet momentan unter starken Cyberangriffen.

Ich würde folgendermassen vorgehen:

  • Seed auf 12 Wörter reduzieren und auswendig lernen
  • Hot Wallet erstellen, so dass auch von fremden Computern oder Smartphone aus darauf zugegriffen werden könnte
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Brainwallet + Passphrase etzadla doch gar nicht mehr so uncool plötzlich

Nach jedem Morgen- und Abendgebet kommt immer noch die Brainwallet hinterher - tatsächlich sogar

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Kommt auf die Definition von Brainwallet an.

Wenn damit gemeint ist, dass man sich 24 Wörter merkt (und auch zuverlässig merken kann, UND das nicht die einzige Sicherung ist), dann ist das nicht verkehrt.

Wenn man versucht, sich selbst irgendein raffiniertes System auszudenken und z.B. irgendein Dokument bei Facebook postet, in welchem 19 von 24 Wörtern drinstehen, dann ist das keine so gute Idee.

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Ich bin gerade dabei zwei Bekannte, die derzeit in Kiew bzw. Charkiw sind, genau dabei zu helfen. Aber es ist total schwierig, weil total unberechnbar.

Es ist sicherlich ein Vorteil im Krieg hartes Geld wie Bitcoin zu besitzen. Die Volatilität von Bitcoin ist in solch einer Situation ziemlich egal. Aber es ist natürlich immer unklar, ob die Internetverbindung überhaupt da ist, wenn man sie benötigt. Und ob eine Flucht überhaupt möglich ist und wenn ja, wie die Situation dann überhaupt aussieht.

Ich frage mich gerade, ob es nicht am sinnvollsten ist zumindest einen Teil bestehender Bestände über eine Transaktion aus dem Land zu einer vertrauenswürdigen Person zu übertragen, um später wieder darauf zugreifen zu können. Aber das ist irgendwie auch nicht „typisch“ Bitcoin und mit Risiken verbunden…

Scheiß Krieg.

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Was genau meinst Du damit es sei total unberechenbar?

In der heutigen Zeit sehe ich Bitcoin noch nicht als „hartes Geld“ im Fall eines Krieges an. Bargeld oder sonstige Wertgegenstände zum Tauschen sind da sinnvoller. Auch haltbare Konserven sind da „härter“ als Bitcoin.

Sollte es zu einem SWIFT-Ausschluss Russlands kommen, wird die Ukraine über kurz oder lang auch davon betroffen sein. Wenn man seine Geld in Krypto tauschen will, sollte man das jetzt machen.

Wenn Deine Bekannten Devisen wie Dollar oder Euro besitzen würde ich empfehlen das in Bitcoin zu tauschen, denn nach dem Fall Kievs werden dies Währungen vermutlich im Land verboten.

Naja. Ich verstehe zwar was du meinst und ich würde auch gern zusätzlich Bargeld, Gold, Tauschware wie Alkohol/Tabak und Lebensmittel wie Konserven bei mir haben wollen, doch nur in einem Umfang, der x% meines Gesamtvermögens abbildet. Du willst sicherlich auch nicht mit etlichen Goldmünzen, einem Stapel Bargeld und einer Schubkarre voller Konserven aus deiner Wohnung flüchten müssen, da sie evtl. demnächst zerbombt wird.

Bitcoin kannst du wann und wo auch immer zu jederzeit wieder abrufen und in Ware deiner Wahl umtauschen. Heutzutage natürlich noch mit Umwegen. Aber vor allem in Krisengebieten der Welt hat man bis jetzt eben auch schon gesehen, dass die Leute auch diese Technologie schnell adoptiert haben - einfach aus der Notlage heraus - um ihre tägliche Bedürfnisse wie Medikamente und Lebensmittel zu erstehen.

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Da hast Du sicher Recht! Aber darüber muss man sich vorher Gedanken machen. Wenn denn mal der Krieg das ist ist es dafür zu spät.

Das kannst Du, wie oben beschrieben, im besten Fall so machen. Aber kannst Du Dir sicher sein, dass Du im Kriegsfall noch Zugang zum Internet hast? Kannst Du Dir sicher sein, dass überhaupt noch Strom da ist? Kannst Du Dir sicher sein, dass wenn Dein Akku des Telefons leer ist, Du dieses noch aufladen kannst? Kommst Du überhaupt noch an Geräte wie Smartphone oder PC um deine BTC abzurufen?
Kannst Du, wenn Dir die Flucht nicht gelingt, überhaupt mit Kryptowährungen in Deinem vom Feind besetzten Land bezahlen? Ist es Dir überhaupt erlaubt Kryptowährungen zu besitzen?

Ich befürchte das die Geschehnisse in der Ukraine eine weitaus größere Dimension haben als ein Krisengebiet irgendwo in Mittelamerika ect.

Das alles geht mir durch den Kopf zum Thema „Bitcoin im Krieg besitzen“ Ich muss damit nicht Recht haben!

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Das denke ich auch, deswegen wollte ich hier mal einen Anstoß geben, um sich für Notfälle im klaren zu sein, welche Optionen es gäbe…

Hier muss man glaube ich grundsätzlich eine Aufteilung vornehmen und sagen: auf der einen Seite ist die Idee, seine Vermögen (und damit meine ich das Gesparte, welches man nicht unbedingt zum Leben braucht und sich eigentlich mal für später zur Seite gelegt hat) zu konservieren, sodass diese nicht in falsche Hände gelangen.

Auf der anderen Seite stehen die Ausgaben im täglichen Leben, die erschwert durch die Kriegssituation sind, ohne vielleicht das Vermögen anfassen zu müssen. Wie kann man dann eventuell sogar mit Bitcoin bezahlen?

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Ganz klar: in dieser (hoffentlich temporären) Zeit bringen mir Silber-/Goldmünzen, Bargeld, Equipment aller Art (bspw. Solarzelle + Powerbank gegen Stromausfall) und Lebensmittel/Tauschmittel mehr als ein Wallet voller Bitcoin ohne dass ich ein Handy geschweige denn eine Internetverbindung habe. Das Handy besorge ich mir mit der Zeit eben wieder (auch wenns nur geliehen ist; bin ja gleich wieder liquide) Auf die funktionierende Internetverbindung muss ich warten. Und in einem von dir beschriebenen Szenario ist es den Menschen gleich ob es erlaubt ist, Bitcoin zu besitzen oder nicht; denke ich.

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Ich meine, dass die Situation für meine Bekannten in der Ukraine total unberechenbar ist. Müssen sie flüchten, können sie flüchten, wenn ja sind die Straßen frei? Gibt es Kontrollen, was können sie mitnehmen? Das alles hat natürlich einen Einfluss. Und die Situation ändert sich stündlich. Derzeit sitzen sie in Kellern in den Städten und warten…

Das stimmt, aber ich hoffe, dass es nicht so weit kommt. So wie es aussieht, hat sich Putin verspekuliert. Die russisschen Invasoren glaubten teilweise ihre eigene Propaganda und sind überrascht, dass sie nicht mit Freuden sondern mit Gewehrkugeln empfangen werden. Jetzt ist teilweise die Logistik im Vormarsch steckengeblieben und die Panzer bleiben ohne Sprit liegen…

Meine Kontakte in der Ukraie sind alles Geschäftspartner, Programmierer, Videographen, mit denen ich zusammenarbeite. Einer hat sogar ein EUR-Geschäftskonto in Deutschland, da mache ich mir weniger sorgen. Aber eine Mischung Bargeld, Münzen, Bitcoin ergibt wohl Sinn…

Also ein Handy hat jeder Flüchtling dabei, das ist überlebensnotwendig. Und selbst wenn es nur 1h am Tag Strom gibt, wird in der Zeit als allererstes das Handy aufgeladen. Und wenn es 1h am Tag Internet gibt, reicht das auch. Derzeit scheint es in Kharkiv und Kiew noch beides zu geben, zumindest bin ich mit meinen Freunden in beiden Städten in Kontakt.

Hier ist übrigens eine Nachricht von meinem Geschäftspartner, der in Kiew ist:

Danke dir mehrmals!
Wenn dir am Herzen liegt zu helfen, dann gibt es zumindest diese Optionen:

  • informativ (geprüfte Info über russische Aggression zu verbreiten, nicht neutral zu sein, Meinung zu äussern damit die europäische Bevölkerung und Politiker so schell wir möglich realisieren wie seriös das was hier passier ist);
  • mit Gebeten (wir brauchen sie sehr);
  • finanziell: How to help the Ukrainian Army (wir haben diese Webseite nach bestem Wissen bezüglich Betrug gecheckt. Existiert schon seit dem Konflikt Anfang (seit 2014) und soll vertrauenswürdig sein).
    Danke für deine Sorge!

Auf dem obigen Link gibt es auch Spendenadresse in Bitcoin:

Wie würdet ihr prüfen, ob die Seite legitim ist? In der Wayback-Suchmaschine gibt es Einträge ab 2019, da auch schonmit Bitcoin aber eine andere Adresse (was jetzt allerdings auch normal ist, man sollte ja Adressen öfters mal ändern). Die Spenden-Seite in der Form, wie sie heute aufrufbar ist, gibt es erst seit 17. Februar (Wayback Machine).

P.S. Die Patreon-Seite der Initiative oben wurde gesperrt (weil Patreon den Spendenzweck, der auch milit. Ausgaben finanziert nicht zulässt). Aber auf der Infoseite sind auch alternative Spendenziele angegeben.

P.P.S Habe jetzt erst gesehen, dass es zu der Seite hier auch einen Blog-Beitrag gibt: Patreon friert Hilfsgelder ein! Bitcoin-Spenden für das ukrainische Militär

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hallo zusammen - Cold Wallet - Hot Wallet ?? - Ich würde die BTC an eine Börse meines Vertrauens senden - wie z.B. NEXO - dann komme ich ran so lange ich mich einloggen kann einen Authenticator Code eingeben kann und natürlich mein email abrufen kann. Wenn das alles nicht mehr geht haben alle ein Problem !!

Schade, dann muss ich meine Strategie wohl noch einmal überdenken.

Naja, eigentlich nur die, welche ihre Coins bei NEXO oder einer anderen betroffenen Börse lagern.

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@imagicmuc

Hallo Harald!

Auf dein Schreiben oben bezogen, lies dir doch gerne einmal folgenden Artikel durch.

Bedenke, dass die Coins, die auf der Börse liegen nur in der Theorie wirklich dir gehören. Bei einem Börsen Hack oder ähnlichem kann es passieren, dass deine Coins abhanden kommen und evtl. nicht einmal ersetzt werden. Hier im Forum wird dir vermutlich so ziemlich jeder raten, ab einer bestimmten Summe (deine Schmerzgrenze) die Coins auf deine Hardware Wallet abzuziehen.

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