Ich habe mich in dem Post absichtlich etwas stärker für die BIP-110-Seite ausgesprochen, weil das Forum hier darüber recht einseitig diskutiert hat.
Bei BIP-110 kann ich in weiten Teilen die technischen Argumente verstehen & die zugrundeliegende Philosophie unterstützen, nämlich dass Bitcoin Geld ist. Plebs werden dazu angeraten eine eigene Node zu betreiben & Bitcoin als Zahlungsmittel zu nutzen. Jeder Eingriff in Bitcoin sollte als vehementer Angriff betrachtet werden, egal ob gutgemeint oder nicht. Ob BIP-110 das selber einhält, steht auf einem anderen Blatt. Bezweifle ich irgendwo auch bei einem ideologisch getriebenen Maintainer. Das Ding ist: man kann halt wenigstens irgendwie mit diesen Menschen diskutieren und die Roadmap für Bitcoin ist klarer: Ausharren & siegen.
Bei Core-Verfechtern hingegen wirst du mit Spott, Trolls, offensichtlichem Gaslighting & Stiefellecker-Elitarismus konfrontiert.
Wenn man sich allein mal anschaut, was Adam Back im letzten Jahr für einen Müll geschrieben hat, wer diesen Müll supportet und mit welcher Gewalt er von Plebs, die <1% seiner Reichweite haben, in Grund & Boden geratioed wird… dann kommt man schon ins Grübeln. Keine Einsicht, kein Funken von Sympathie, nur stumpfe, ironische Antworten. Irgendwelche Shitcoiner werden retweetet, nur weil sie sich für Core aussprechen. Was ist in diese Leute gefahren? Hat das ganze Geld ihnen dermaßen den Kopf verdreht? Es kann doch nicht wahr sein, dass so jemand wie Adam Back das Ganze so einseitig betrachtet & sowas von die Mission aus den Augen verliert. Epstein treffen & Treasury Companies shillen, die auf 0 gehen, ist nicht meine Definition von Cypherpunk, sieht eher nach kompromittiert aus. Auch sonst ist der Typ eine absolute Schlaftablette, jedes Mal schalte ich nach 20 Sekunden ab, total irrelevantes Gerede über Use-Cases, welche für den durchschnittlichen User einfach nicht relevant sind.
Leute wie Mow waren zuerst recht pro-Knots, wurden aber dann scheinbar von Adam & Co. in die Schranken gewiesen. Saylor genauso: erstmal groß loben, dass die Community sich wehrt, dann Funkstille und irgendwelche ERC-20-Tokens & die eigenen Vorzugsaktien shillen. Und sowas ist mittlerweile ein Großteil vom Space. Diese Leute wollen nicht, dass ihr Bitcoin nutzen könnt, wie ihr möchtet. Lieber verpacken sie Bitcoin in eine undurchsichtige Hülle, die ihr nicht selbst bewegen könnt & kassieren dafür auch noch einen Aufpreis. Wann hat so jemand wie Saylor das letzte Mal über MoE oder Nodes geredet? Ich kann mich einfach nicht erinnern. Stattdessen lieber die drölfzigste Bitcoin Konferenz, bei der Plebs eigentlich längst die Bühne stürmen müssten statt zu applaudieren. Ich schaue & konsumiere deswegen auch immer weniger Blocktrainer-Content, es ist einfach irrelevant für mich geworden. Ich muss mich halb übergeben, wenn ich „strategische Bitcoinreserve“ höre. Seit wann ist es für uns relevant, dass ein Staat oder ein Tech-Gigant Bitcoin kauft? Das Gegenteil wäre besser.
Zum Post von @Xander:
Ich verstehe dich absolut. Wenn man sich anschaut wie diese Änderung kam, dann sieht das ohne technisches Verständnis einfach nicht gut aus. Ich zähle mich selber auch dazu übrigens, ich bin kein Techie. Das Narrativ vom „digitalen Rohstoff“, der unkaputtbar ist & durch’s Internet schwirrt, ist meiner Meinung nach eine Lüge. Das habe ich Leuten auch noch erzählt, bis ich es selber nicht mehr glauben konnte. Für mich ist ein Rohstoff etwas wie Gold. Keiner kann Gold verändern, es ist was es ist. Heute ist OP_RETURN dran, morgen vielleicht was anderes. Das ist keine langfristige Sicherheit.
Bitcoin hat zwar die besseren Eigenschaften & es funktioniert noch so wie ich es mir vorstelle, aber ich bin mir nicht sicher, ob das immer so bleiben kann. Wenn große Fiathaie wie BlackRock reinkommen & innerhalb kürzester Zeit 4% der Gesamtmenge verwalten, dann kann man nicht erwarten, dass alles so bleibt, wie es ist. So ein Player hat ganz andere Mittel Druck auszuüben, um zu bestlmmen was Bitcoin ist & was es werden soll. Wenn ich dann noch Kommentare hier lese wie: „Ja, mal abwarten, mal sehen, für welche Chain sich Coinbase & BlackRock entscheiden.“ Und dann? Steht man da besser da? Nur weil man die Verliererseite mit 4% Hashrate dann ins Nirvana gedumped hat, heißt das nicht, dass das ein Sieg ist.
Für mich ist die Wahl zwischen Core und Knots aktuell wie zwischen Pest und Cholera. Scheinbar kann eine Gruppe von Entwicklern irgendwelche Entscheidungen treffen & der einzige Gegenpol sind wir Plebs, aber angeführt von einem einzelnen Typen, der das Repo alleine beherrscht. Selbst wenn BIP-110 durchkommt & Core unter dem Druck einknickt, was dann? Vielleicht hat man dann Core im Quadrat, wer weiß das schon.
Das Ganze könnte eben auch einfach eine Psyop in sich sein. Oder purer Machtkampf. Oder oder oder… bei mir ist mittlerweile sogar die Verwirrung verwirrt.
Fakt ist: Nicht jede Änderung bei Bitcoin hat zu guten Ergebnissen geführt, siehe Taproot. Nutzt keiner und hat uns das Schlamassel doch erst eingebrockt. Ich finde es sehr bedauernswert, dass man Bitcoin nicht einfach mal in Ruhe lassen kann.
Ich hoffe, dass das Ganze nicht zu pessimistisch war, ich bin eigentlich ein recht positiver Mensch. Aber ich glaube viele Bitcoiner denken nunmal genau so wie ich mittlerweile.
Ich bin weiterhin dabei & schaue mir die Entwicklungen skeptisch von der Seitenlinie aus an. Bitcoin ist immernoch das beste & wahrscheinlich einzige Instrument, das wir haben, um Widerstand leisten zu können. Ich bin mir aber auch bewusst, was für Mächte mittlerweile mitspielen & dass gute Menschen durch Macht und Geld einfach absolut korrupt werden, es liegt wohl in unserer Natur.
Ich kann nur hoffen, dass Bitcoin, wie sonst auch immer, stärker aus der Nummer rauskommt.