Jain, nicht das bedingungslos soziale Tier hat gewonnen sondern dsa ausgewogen soziale Tier. Bedingungslos alle retten zu wollen ist eben unökonomisch, genauso wie nur die Stärksten überleben zu lassen und auf die „Mittelschicht“ zu verzichten weil dann das Grundgerüst der Gesellschaft zusammenbricht. Genau deswegen sage ich ja, dass immer nur ein gesunder Mittelwg immer zum Ziel führt, keines der beiden Extremen.
Ach Bontii, ich habe dir doch schon gezeigt, dass ein BGE erstens nicht sozial ist und zweiten nicht auf Dauer funktionieren kann.
Der Grund dafür ist, dass das BGE auf der Skala zwischen nur der Starke gewinnt und alle verlieren im anderen Extremen liegt: alle verlieren. Eine gesunde Gesellschaft sollte aber immer in der Mitte liegen.
Soll heißen: natürlich sollte man nach Möglichkeiten den Menschen helfen, aber nicht um jeden Preis. Jedem eine Chance zu geben klingt zwar sozial, aber nimmt genauso anderen die Chance noch besser zu werden.
Beispiel Schule. Wenn man jedem immer nur die gleichen Chancen gibt, dann muss die ganze Klasse mit dem Lernen darauf warten, dass der letzte ein Thema verstanden hat. Das mag sozial sein, aber die ersten bremst du damit aus und beschränkst die somit in ihrem Fortschritt. Und wenn man dann Eliteschulen aufmacht sind die Schreie wieder groß: Das ist aber ungerecht dass diese Kinder so gut gefördert werden. Und solche Beispiele volkswirtschaftlicher Ineffizienz wirst du mit einem BGE überall finden und genau das macht das BGE so unsozial.
Außerdem: Die Chance sich was im Garten anzubauen hat jeder, der einen Garten hat, ob mit oder ohne BGE. Und wenn du glaubst, dass man mit einem BGE sich bedingungslos einen Garten kaufen können muss: Das wird nur gehen, wenn die Bevölkerungsdichte in Deutschland weiter zurück geht. Umso mehr Menschen aber hier leben, desto knapper muss der Quadratmeterraum in Deutschland werden und somit steigenden Preisen unterliegen. Soll heißen: Wenigstens in Städten kann sich jetzt schon nicht jeder einen Garten leisten.
Und nochmal: Das bedeutet nicht, dass die Gesellschaft es sich nicht leisten kann sich um die Schwachen zu kümmern. Aber das Bedingungslos zu gestalten gibt allen Menschen die Möglichkeit Forderungen zu stellen, die mit der Zeit immer größer werden bis die Gesellschaft diese Forderungen eben nicht mehr bezahlen kann. Das bedeutet nicht, dass es kein Sozialsystem geben sollte. Aber das Sozialsystem darf nicht bedingungslos sein, sonst ist der Anreiz es zulasten der Allgemeinheit auszunutzen groß genug, dass es mit der Zeit auch ausgenutzt wird, nicht nur von den schwachen, sondern gerade von den Starken, die dann auf ihr „Recht“ pochen.
Wenn das so wirklich stimmen sollte ist es doch ein weiterer Punkt dafür den Menschen ihre Freiheit zu lassen und ihnen nicht mit zwangsabgaben vorzuschreiben, wie sozial sie sein müssen, wenn das gegen ihre angeborene Natur ist. Denn wenn es wirklich ein Persönlichkeitsmerkmal ist, dann zwingt man den „unsozialen“ Menschen eine Sozialabgabe auf, die sie nicht leisten wollen. Ist das Gerecht? Analog könnte man doch auch sagen: Männer müssen kurze Haare haben weil das ein Persönlichkeitsmerkmal von Männern ist. Ist es aber wirklich gerecht jedem Mann kurze Haare vorzuschreiben? Das gleiche für Frauen: Müssen Frauen deswegen zwangsweise lange Haare haben?
Bezüglich Sozialität bin ich immernoch der Meinung, dass es Primär die Aufgabe der Familie ist und nicht des Staates. Wenn die Familie überfordert ist, dann kann die Gemeinde sich dem Fall annehmen. Im kleinen Rahmen kann man deutlich sozialer sein als im großen Rahmen. Der Staat kann nur breitflächig Sozialität anordnen aber die Umsetzung wird dann nie so gut sein wie in den kleineren Einheiten. Und weil das so ist ist meine Hypothese, dass man ohne die staatliche Zwangssozialität eine deutlich sozialere Gesellschaft bekommt. Einerseits weil die Ineffizienz des Staates damit beendet wird und somit deutlich weniger Geld veruntreut wird und somit deutlich mehr Geld/Macht bei den wirklich bedürftigen ankommt und zweitens weil der Staat mit dem Sozialsystem die Bindung zwischen den Menschen zerreißt. Ohne diese Einmischung wären die Menschen wieder deutlich mehr auf ihre Familien angewiesen und das stärkt die Bindung zur Familie und damit auch das Sozialgefüge oder das Grundgerüst der Gesellschaft, auf das alles größere aufbaut.
Und ich würde in jeder demokratischen Abstimmung wegen den genannten Gründen und noch vielen weitern, die wir in anderen threads ausgetauscht haben dagegen halten weil ich der Meinung bin, dass ein BGE die Gesellschaft an den Rand das Ruins treiben wird.
Und wird für jede Gesellschaft und für jede Krise immer wieder eine Abwägung bleiben, die die Gesellschaft jederzeit wieder neu ausloten muss.