Autsch! Da hat Jemand doch glatt 345.191.661 Sats an Gebühren für eine einzelne Transaktion rausgeworfen

Das tut weh: Transaktion 04456585d3171624a2b1564e029e823ad076c6e9eccfe50bc6eae8e77c1b5d60 gestern Morgen in Block 767482, 2022-12-15 07:51 MEZ

Für zwei Outputs in Summe von 0,27398317 BTC wurden in obiger Transaktion gestern Morgen eine sicherlich unfreiwillige Transaktionsgebühr von 3,45191661 BTC bezahlt. Das muss man auch erstmal bringen…

Könnte ein fehlerhaftes und äußerst schlecht oder garnicht getestetes Skript gewesen sein oder Jemand hat Bitcoin und sein UTXO-Schema so garnicht verstanden.
Alle 14 Inputs sind UTXOs auf einer Adresse und deren Herkunft ist bei einem flüchtigen Blick auch ein wenig ungewöhnlich, weil praktisch alle wiederum von einer Adresse bc1qvzdapn9hk6zfww4hawtady77htha97a596rzvx abgeschält wurden, die schon ziemlich viel Umsatz gesehen und oft Zusatzdaten in OP_RETURNs verpackt hat.

Vielleicht wollte auch Jemand etwas aus einer „Paperwallet“ bezahlen und hat verpeilt, daß man zwingend auch das Wechselgeld transferieren sollte. Fragen über Fragen…

Verrückte und mitunter auch sehr kostspielige Dinge passieren, wenn man nicht weiß, was man tut.

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OMG… derjenige kann einem echt Leid tun.
So ein Fehler sollte nicht passieren…

Die Historie der beteiligten Adresse bc1qgg8696nn6u5g76gnnvg0aqxp799wj3as0zn8lk sieht aber auch etwas seltsam aus. So ganz kann ich mir da noch keinen Reim drauf machen.

Oh… das tut echt weh :sweat_smile: das ist aber schön öfters mal passiert.

Ja um 3 Nullen daneben. Passiert öfter Leuten. Manchmal ist es in wallets nicht ganz klar ob man sats/vbyte oder /kvb einstellt. Eine warnung für fee rstes über 1000 würde echt oft helfen.

Dafür hatte er aber auch sowas von die Poleposition für den kommenden Block gehabt. Und der Miner kam vor Lachen nicht in den Schlaf der den Block gefunden hat.

Die Median Fee des Blockes war ~20 sat/vB, die fragliche Transaktion etwa 1,02 kvB, also selbst niedrige sechsstellige Fee-Sats wären deutlich zuviel an Gebühr gewesen.

Ich glaube nicht daran, daß hier ein Faktor-1000-Fehler vorliegt, also Fee/B oder Fee/kB-Verwechselung.

Könnte es nicht auch sein das ein minig pool auszahlungen macht und sich so den rest zurück überweist?

Ja an sowas hab ich auch gedacht. Wenn ein Miner/Pool eine Transaktion macht und die Fees somit selber bekommt ist das eine Art Transaktion (zum Miner/Pool selber), die nicht nachvollziehbar ist.

Dann dürftest du so eine Transaktion nur „verdeckt“ mitschürfen, da ja nicht vorhersehbar ist, wer als Erster einen validen Blockhash findet. Ich wüsste nicht, wie ein Pool eine Transaktion geheim mitschürfen kann, außer wenn der Pool wirklich alle Mining-Geräte selbst kontrolliert, was aber meist nicht der Fall sein dürfte. Jeder Miner in einem Pool bekommt ja das Block-Template zu sehen, für das ein valider Block-Hash gesucht wird. Da kannst du nicht mal eben eine Transaktion dazuzaubern, weil dann der Merkle-Tree des Blocks verändert würde. Die „Spitze“ des Merkle-Trees aller Transaktionen eines Blocks geht ja unter anderem in den Block-Header ein, für den die Miner einen validen Block-Hash zu finden versuchen.
Außerdem erwarten alle Miner eines Pools, daß die Transaktionsgebühren nach den Regeln des Pools an alle Beteiligten wie üblich verteilt werden. Sonst macht sich der Mining-Pool unglaubwürdig und das ist so ziemlich das Letzte, was ein Pool gebrauchen kann.

Es wäre die perfekte Coin-Wäsche, könnte man sicher kontrollieren, daß man selbst den nächsten Block schürfte. Kann man aber nicht, außer man wäre der einzige Miner auf dem Planeten.
Perfekte „Coin-Wäsche“ deswegen, weil man im Grunde genommen die Historie der UTXOs einer Transaktion auslöschen kann, wenn man die Inputs einer Transaktion praktisch komplett in die Transaktionsgebühr überführt. [Ich bin mir nicht sicher, ob man als einzigen Output einer Transaktion ein OP_RETURN „Jadajada“ 0 Sat setzen darf, also ob die Konsensregeln das zulassen. Dann gingen alle Inputs komplett in die Transaktionsgebühr auf und würden zu neuen frischen Coins mit neuer Historie ausgehend von der Coinbase-Transaktion, die diese Transaktionsgebühr geclaimed hat.]

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also laut mempool.space kam der Block von
Úc/Foundry USA Pool #dropgold/ =0T
die haben nur large scale miner ab 20peta hash oder so kann mir vorstellen das die sich anders koordinieren wie ein slush pool oder andere pools…

Wie auch immer krass sieht das ganze so und so aus :smiley:

Dieser „Spike“ entfachte meine Neugier:

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Naja, was wäre, wenn der Miner die Transaktion nicht veröffentlicht sondern nur für seine eigenen Mininggeräte freigibt? Dann kann diese Art der Geldwäsche zwar etwas dauern bis die eigenen Geräte einen Block finden (also muss derjenige genug Hashpower haben) aber jeh nach Zeitpräferenz, zB. ein Block pro Jahr muss das nicht umwerfend viel sein.

Aber ist natürlich nur eine Vermutung :innocent:

Das lohnt sich meines Erachtens wirtschaftlich nicht für den Miner, da er diese reservierten Geräte nicht zum Minen für die üblichen/normalen Block-Templates mit den öffentlichen Transaktionen benutzen kann. Die reservierten Geräte haben ja trotzdem Geld gekostet und verbrauchen auch Strom. Das erscheint mir wirtschaftlich nicht sinnvoll, deren Hash-Leistung dem Schürfen normaler Blöcke zu entziehen.
Mit einer geheimen Transaktion in deinem Block-Template an der nur deine eigenen Geräte rumkauen, schaffst du eine Art Insel-Lösung, die isoliert von anderen Pool-Minern ist, die parallel an ein und demselben Block-Template rumkauen. Das ist dann praktisch Solo-Mining und die statistische Chance eines Erfolgs kann man sich ausrechnen. Es ist dann aber immer noch nur Statistik und keine Garantie, daß man tatsächlich auch einen Block mit solch einer Wahrscheinlichkeit findet.

Was sind daran nicht normale Blöcke? Nur weil einige Transaktionen im Block nicht dem Netzwerk veröffentlicht werden bevor diese Transaktionen durch den (einzel-) Miner bestätigt wurden heisst das nicht, dass diese Miner nicht auch andere Transaktionen mit in diesen Block aufnehmen können.

Es müsste halt nur eine modifizierte Version des Mempools geben. Zum einen der normale Mempool mit allen öffentlichen Transaktionskandidaten und ein interner Mempool mit den eigenen Transaktionen. Die Miner bedienen sich aus beiden Mempools aber der interne pool wird halt nicht veröffentlicht sodass die eigenen Transaktionen wirklich auch nur von eignene Minern in die Blockchain aufgenommen werden können.

So ein Miner würde komplett im Netzwerk normal arbeiten und auch alle anderen Transaktionen bearbeiten können. Nur dass er zusätzlich zu den öffentlichen Transaktinosversuchen auch eingene intern wartende Transaktionen hat die eben eine hohe Fee geben und damit warscheinlich auch im Block landen.

Jeder Mining-Pool hat seinen eigenen Mempool, der sich aber wenig von dem anderer Miner unterscheiden dürfte und natürlich, da hast du vollkommen Recht, kann ein Miner normale Transaktionen, die alle anderen auch nähmen, mit seinen geheimen Transaktionen/geheimen Mempool mischen und in einen Block hinein zu schürfen versuchen. Jeder Mining-Pool muss ja wg. der eigenen Coinbase-Transaktion ein eigenes Block-Template verwenden. Der statistische Erfolg beim Schürfen ist aber gebunden an der im Pool versammelten Hash-Power, die du auf ein und dasselbe Block-Template werfen kannst.

Ich glaube, wir reden hier auch nicht aneinander vorbei. Jeder Pool kann so etwas machen und tut es auch, da es auch immer wieder große Transaktionen mit Zero Fee (0 sat/vB) gibt, die keine Node im Netzwerk verbreiten oder in den eigenen Mempool aufnehmen würde, käme diese von anderen Nodes im Netzwerk. Öffentliche Pools bezahlen damit vermutlich wirtschaftlich ihre beteiligten Miner und müssen dafür keine Transaktionsgebühren „opfern“ bzw. anderen Minern schenken, falls sie solche Payout-Transaktionen öffentlich ins Netzwerk stellten.

Solche Zero Fee-Transaktionen (exkl. Coinbase) kann man z.B. mit folgender Abfrage bei blockchair.com finden:

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Also meines wissen sehen die miner eigentlich nur die Rechnung, dazugezaubert wird da nix, kann der Pool ja von Haus aus drinnen haben, früher gab’s ne Pool der hat die neuen btcs des Pools gleich als payouts im selben Block genutzt siehe hier:

Ach ja, lang ist’s her: beim Eligius-Pool gab’s das. Da hat man dann in seiner Bitcoin Core Wallet von früher so ein nettes Spitzhacke-Symbol für die Coinbase-Krümel, die man vom Eligius-Pool bekommen hat. Und zum Ausgeben musste man mindestens 100 Blöcke „Reifung“ der Coinbase-Krümel abwarten.
Seufz…

Ich muss mich aber auch korrigieren: Pool-Miner bekommen nicht ein Block-Template vom Mining-Pool, sondern natürlich nur den Blockheader, der dann gehasht wird. Das Block-Template mit den lukrativsten Transaktionen benötigt nur die Pool-Software, die den zu minenden Blockheader generiert und an die Pool-Miner verteilt. (In den Details bin ich nicht sattelfest, eher oberflächliches und lückenhaftes Wissen.)

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Blöde Frage: Wie kann man mehr Gebühren bezahlen als man an Geld verschickt ? :thinking:
Sollte doch nicht möglich sein…
VG

Warum nicht?

Wenn du 1 Bitcoin hasst kannst du diesen verschicken und es kostet Transaktionsgebühren die du frei wählen kannst. Jeh nach Höhe wirst du die Transaktion sehr schnell bestätigt haben oder eben länger warten müssen.

Beispiel, du hast 1 Bitcoin und willst Geld verschicken, dann kannst du im extremfall 0,999999… Bitcoin verschicken und dafür 0,0…01 Bitcoin bezahlen. Das kling normal weil du ja so wenig wie möglich dafür bezahlen willst.

Du kanns natürlich auch ungeduldig sein und 0,5 Bitcoin als Transaktionsgebühr angeben und dann erhällt der andere auch nur 0,5 Bitcoin und die anderen 0,5 Bitcoin gehen an einem zufälligen Miner (der, der den Block findet der deine Transaktion bestätigt).

Wenn du aber einem speziellem Miner das Geld geben willst, dann kannst du die Transaktion offiziell zu ihm geben oder inoffiziell über die Transaktionsgebühren. Dann gibst du zb. 0,99999 Transaktionsgebühren an, veröffentlichst diese Transaktion allerdings nicht sondern gibst sie dem Miner.
Dieser hat dann alle Zeit der Welt einen Block zu finden und diese Transaktino mit einzubauen. Sollte das passieren, dann bekommt er die 0,99999 BTC als Transaktionsgebühr anstatt sie direkt überwiesen zu bekommen. Das funktioniert natürlich nur, wenn der Miner hinreichend oft Blöcke findet, jeh nach Zeitpräferenz jeden Monat/Jedes Jahr,…

Am bestand von Bitcoin ändert sich nichts, nur die Art der Wertübertragung ist in diesem hypothetischem Fall eben unüblich und damit schweerer nachvollziehbar.

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