Libertarismus bedeutet, dass die persönliche Freiheit oberste Maxime ist.
Bedeutet in der Praxis, bezahlt wird nur, wen man bezahlen will.
Bedeutet, dass Staaten als solche schonmal nicht mehr bezahlt werden, es sei denn, es fänden sich eben entsprechend viele Menschen die so etwas freiwillig organisieren.
Bedeutete in der Praxis zunächst einmal schonmal wieder viel Mord und Totschlag und Vertreibung und Enteignung für den Fall, dass sich für Gebiet xy tatsächlich Menschen finden würden die einen Staat organisieren und auf dem Gebiet eben auch viele leben, die da nicht für zahlen wollen…was macht man mit denen? Einige zahlen für den Staat, dass er Straßen baut, Infrastruktur usw., andere nicht, leben aber trotzdem da und nutzen die Infrastruktur. Ist ja nicht gerecht, oder? Also raus…
Was ist mit denen, die auf den Staat verzichten wollen und sozusagen dann irgendwo in Ruhe in privatwirtschaftlich organisierten Gemeinschaften leben wollen, wenn dann eine organisiertere Gruppe mit mehr Macht plötzlich herkommt und irgendwas will? Land, Ressourcen, Menschen…
Bezahlen die paar Hundert dann Söldner oder schließen die im Vorfeld ein Polizeiabonnement ab?
Und wenn die anderen einfach mehr bezahlen?
Siehst du. Deswegen ist man am Ende bei modernen Staaten gelandet, auch, weil die Eliten es so wollten, auch, weil ihnen die Massen regelmäßig aufs Dach gestiegen sind.
Vielleicht brauchen die Eliten die heute aber nicht mehr, weil die Technologie so weit ist, dass man die Massen maximal kontrollieren kann und man sich selbst so abschotten kann, dass man Revolutionen nicht mehr zu fürchten braucht.
Vielleicht wird deshalb so viel vom Liberalismus/Libertarismus gepredigt. Das ist im Interesse der besitzenden Eliten die einen Neofeudalismus wollen aber ganz sicher nicht im Interesse der besitzlosen Massen.