AdaLite wallet Erfahrungen

@skyrmion Dank dir für die mir verständliche Erklärung. :slightly_smiling_face:

Hallo,

habe meine ADAlite Wallet eine längere Zeit nicht benutzt und musste nun deutliche Änderungen allein schon bei der Verbindung mit dem Ledger feststellen.

Nun bin ich ziemlich unsicher, ob das noch alles mit rechten Dingen zugeht:

Auf den ersten Bild ist der alte Derivation Path m/44’/1815’/0’ zu sehen

Auf diesen Bild die alte Abfrage ob der Public Key exportiert werden soll

Soweit kannte ich das ja noch von vor ein paar Monaten!

Nun sieht das auf den Ledger folgendermaßen aus:

Der Derivation Path ist nun m/1852’/1815’/0’/ ein komplett anderer.

Und es wird nun gefragt ob 6 Public Keys exportiert werden sollen.

6 Public Keys! Wieso so viele? Wozu braucht man 6 Stück?

Bin da leider echt ratlos und könnte mal eure Hilfe gebrauchen. Es scheint ja einige hier im Forum zu geben, die das ADAlite Wallet auch verwenden.

Beim Übergang von Byron auf Shelley hat sich der ‚purpose‘ im Derivation Path von 44 auf 1852 geändert.

Ein Shelly Pfad beginnt also mit: m/1852’/1815’/ …

Die Zahlen 1815 und 1852 sind übrigens das Geburtsjahr und das Todesjahr von Ada Lovelace.

Das ist mir auch nicht ganz klar, aber es gibt schon Beiträge in anderen Foren, wo gemutmaßt wird, dass das entweder mit dem neuen extended UTXO Modell oder mit der Partial Delegation zu tun hat.

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Hier die Lösung:

Es hat also tatsächlich mit der Partial Delegation zu tun.

Um an mehrere Pools delegieren zu können, werden direkt 5 Accounts erzeugt und die entsprechenden 5 Extended Public Keys exportiert. Zusätzlich wird der alte Byron Account exportiert, falls noch Coins dort liegen, also insgesamt 6 Extended Public Keys.

By default, this checkbox is checked for everybody. If it’s checked it means we won’t ask the public keys one by one as you were used to, Trezor users won’t need to open two popups, and ledger users (users of Cardano Ledger app 2.1.0 or higher) won’t need to confirm two or more exports.

Using the bulk export, we will export account public keys for the first 5 Shelley accounts so we won’t ask you for another public key export if you are not using more than the first 5 accounts (explained in next paragraph). Additionally, we will export the first Byron account (in order to find out if the wallet has some funds left on the legacy Byron addresses) so when unlocking the wallet you should expect a prompt asking to confirm export of 6 account public keys.

Wahrscheinlich muss man dann die ADA, die man an einen weiteren Pool delegieren möchte, auf einen weiteren Account transferieren. Ein Account bekommt vermutlich nur einen Staking Key und kann damit nur an einen Pool delegiert werden.

Falls du später an mehr als fünf verschiedene Pools delegieren möchtest, musst du für die Erzeugung eines sechsten oder weiteren Accounts wieder den Ledger anschließen und weitere Extended Public Keys exportieren.

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@skyrmion

Super vielen Dank für deine Mühe und die wie immer Top verständliche Erklärung! :slightly_smiling_face:

Mann, was du alles weist, echt krass. Ich scheine da noch deutliche Wissenslücken zu haben,

Eine Frage schießt mir da nur sofort ins Hirn :joy:

Wenn mein Ledger mal das zeitliche segnen sollte und es Ledger nicht mehr gibt… wie stelle ich meine ADA wieder her?

Ich habe mal bei den Tool von Ian Coleman geschaut, dort ist ADA gar nicht gelistet. Fällt der neue Derivation Path m/1852’/1815’/ auch unter den BIP39 Standart?

Bei solchen Sachen (der evlt. benötigten manuellen Wiederherstellung ohen HW Wallet/ Ledger) stehe ich iteilweise noch auf den Schlauch.

Ich helfe gerne und außerdem lerne ich selbst jedes Mal etwas dazu :slight_smile:.

Stimmt, bei Ian Coleman wird das anscheinend noch nicht unterstützt.

Bis gerade eben dachte ich noch, dass sich sowohl der Ledger, als auch Daedalus und Yoroi an einen gemeinsamen Standard halten. Wäre das der Fall, sollte man die 24 Wörter einfach in Daedalus oder Yoroi importieren können (Restore Wallet Funktion; allerdings noch ohne Passphrase).

Nach einiger Recherche auf verschiedenen Plattformen ist dem aber nicht so. So wie es aussieht ist die Wiederherstellung ohne einen neuen Ledger Nano gar nicht so einfach.

Die Seed Phrases von Ledger, Daedalus und Yoroi bedienen sich alle der BIP39 Wortliste (BIP39, Wortliste). Ich vermute, dass der Seed auch noch nach dem im BIP39 beschriebenen Verfahren berechnet wird (PBKDF2 function).

Spätestens dann scheint es aber mit der Standardisierung aufzuhören. Aus dem BIP39 Seed muss der BIP32 Root Key (master extended key) berechnet werden. Aus diesem werden dann über das BIP32 Verfahren die Accounts mit ihren ganzen Private Keys, Public Keys und Adressen abgeleitet (BIP32).

In der BIP44 Coin Liste ist Cardano schon länger mit dem coin_type = 1815 aufgenommen (BIP44, Coin Types). Trotzdem scheint es allerdings unterschiedliche Implementierungen zu geben, wie man vom Seed zum Root Key kommt.

Ich kenne mich hier nicht wirklich aus. Aber BIP43 und BIP44 wurden so wie ich das verstehe gerade deshalb eingeführt, da das BIP32 bei genau diesem Schritt zu viele Freiheiten lässt. Das steht zumindest so in der Motivation des BIP43 (BIP43).

Ledger und Daedalus bzw. Yoroi unterscheiden sich hier. Damit ist es zwar möglich die 24 Wörter vom Ledger in Daedalus oder Yoroi einzugeben, aber du wirst wegen der unterschiedlichen Root Key Berechnung deine Coins nicht sehen.

Nachdem es für Cardano kein BIP gibt, muss es in einem CIP (Cardano Improvement Proposal) geregelt sein. Obwohl es hierfür das CIP3 gibt, setzen es Ledger und die Software Wallets unterschiedlich um (CIP3).

Zum Glück ist die Ledger Cardano App open source (siehe hier), d.h. im schlimmsten Fall aller Fälle, wird man seine Keys schon berechnen können. Ich gebe aber zu, das ist etwas ärgerlich.

Information ist aus folgenden Threads:

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Und nochmals vielen Dank für deine Mühe und Recherche.

Oh man, wenn du da schon Probleme bekommen würdest…

Ich bin am überlegen, ob ich einen Teil meiner ADAs auf ein „normales“ Software Wallet ala Yoroi oder Exodus transferiere, um für den Fall wenigstens an ein paar ADAs ranzukommen. :wink:

Dann hoffen wir trotzdem mal, das der Ledger noch lange lebt und das es die Firma Ledger noch lange gibt. Zumindest so lange bis es einen praktikablen Weg gibt, seine ADAs einfach wieder herzustellen.

Ich habe gesehen, das hier im Thread auch ein Mitarbeiter der Cardano Foundation (@ADAtainment) geantwortet hat. Vielleicht kann er uns beide ja diesbezüglich helfen. :wink:

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Ich glaube du überschätzt mein technisches Hintergundwissen :slight_smile:.

Vorhin hatte ich mir nochmal das CIP3 angesehen. Es ist tatsächlich so, dass schon die Erzeugung des Seeds aus dem Mnemonic (" Seed Phrase", „24 Wörter“) nicht einheitlich ist.

Der Ledger hält sich, soweit ich das beurteilen kann, sowohl an den Vorschlag des BIP39 (Mnemonic → Seed), als auch des BIP32 (Seed → Master Root Key), siehe hier.

Die Wallets wie Daedalus und Yoroi weichen in dem als „Icarus“ bezeichneten Verfahren schon beim ersten Schritt (Mnemonic → Seed) davon ab, siehe hier.

Im CIP3 wird die Standard-Variante als veraltet, und die Icarus-Variante als empfohlen gelistet.

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Du nimmst einfach ein anderes HW Wallet. Trezor z.B. würde den Seed erkennen, und AdaLite unterstützt ihn. Also alles gut.

Auch das dürfte leider nicht funktionieren, da auch Trezor eine Icarus Variante einsetzt, siehe CIP3.

Anscheinend möchte Ledger sich unbedingt an den BIP39/BIP32 Standard halten. Standards sind zwar einerseits gut, andererseits ist es seltsam, wenn sie schon wissen, dass das in einem CIP geregelt ist. Gerade das BIP43 sagt ja, mann soll die genaue Ableitung des Master Root Key in einem BIP näher spezifizieren. Cardano macht das eben im CIP3, mit größerer Abweichung vom BIP39.

Aber verrückt machen braucht man sich auch nicht. Entweder kauft man sich einen neuen Ledger, oder man verwendet den Code aus dem CIP3 oder der Ledger Cardano App, um sich die Keys zu generieren. Im Notfall würde man das schon hinkriegen (mit vereinten Kräften im Forum).

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Ich selbst habe einen separaten laptop für meine Coins den ich für ncihts anderes nutze.
Eigentlich wollte ich mir dann doch eine Hardwarewallet zulegen weil ich inzwischen den höhren Schutz schon sehe.
Aber wenn ich dann hier immer lese was es alles an Problemen gibt, wie das man nicht an seine Coins kann wenn man nicht updaten kann und ähnliches, bin ich mir nicht sicher ob ich es so „sicher“ will.

Und ich glaube das nicht. :wink: Auf jedenfall hast du mehr drauf als ich. Deine Erklärungen auch in anderen Threads haben immer Hand und Fuß und sind gut verständlich. So genug geschleimt. :joy:

Dann bleibt wohl der Ledger und Adalite zur Zeit die beste Wahl.

Hoffen wir mal, wenn Cardano weiter so performt, das BitBox Cardano bald implementiert (nicht über eine 3rd party wie Ledger, sondern richtig und sich an die BIP Standarts hält)…das wäre definitiv ein Kaufgrund für eine BitBox @Stadicus :wink:

Nein, noch bin ich relativ entspannt. :slightly_smiling_face: und Ledger wird auch so schnell nicht Pleite gehen.
Nur ist meine Philosophy bei wichtigen Dingen immer: „Hoffe auf das Beste, aber bereite dich auf das Schlimmste vor, dann wird dich wenig überraschen“

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Das ist doch perfekt, so sicher, das keiner an deine Coins kommt, nicht mal du. :rofl: Spass bei Seite…

Wir betrachten hier „besondere“ Situationen, die so wahrscheinlich nie eintreten werden. Nur möchten wir/ ich vorbereitet sein falls es doch passiert. Außerdem lernt man dadurch viel über den technischen Hintergrund. Das mit den nicht updaten ist meistens vom User verschuldet, weil er Ledger Live oder die Firmware nicht aktuell hält und somit natürlich die aktullen Apps nicht gefunden werden. Wenn man aber immer bei allen auf den neusten Stand ist ,sollte es in 98% der Fälle passen. Ist meine Erfahrung und kann auch nur für den Ledger sprechen.

Ab einen hohen 4 stelligen Betrag ist es meiner Meinung nach schon fahrlässig kein HW Wallet zu verwenden.

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Ich glaube das ist egal. Habe auf Google einige Posts gefunden wo Leute den Ledger Seed einfach im Trezor eingegeben haben und problemlos auf ihre BTC und ETH haben zugreifen können. Also entweder haben sie eine Art Kompatibilität eingebaut wo Trezor erkennt dass er sich an den Standard halten muss weil sonst die Checksum nicht passt, oder aber die ADA App bekommt das irgendwie hin.

Wäre interessant wenn jemand hier im Forum der beide HW Wallets hat das mal ausprobiert mit ADA und Adalite mit einem Ledger Seed.

Genau das habe ich ja beschrieben. Fast alle Wallets halten sich an die Bitcoin Standards, also die BIPs. Deshalb funktioniert das bei Bitcoin mit Ledger und Trezor gleichermaßen.

Auch die Ledger Cardano App hält sich an die BIPs. Aber Trezor und die SW Wallets halten sich bei der Berechnung des Cardano Root Keys an das von Cardano empfohlene Icarus Verfahren.

Erfahrungen wären natürlich interessant. Aber wenn die Software auf Github aktuell ist, kann es bei Ledger und Trezor gemeinsam nicht funktionieren. Die 24 Wörter müssten auf beiden Geräten unterschiedliche Root Keys erzeugen.

@Stadicus, mich würde auch deine Meinung sehr interessieren, falls du dir die Zeit nehmen möchtest? Würdet ihr euch bei der Master Root Key Berechnung einer eventuellen Bitbox Cardano App in Zukunft an den BIP39/BIP32 Standard halten, oder würdet ihr die Empfehlung des CIP3 umsetzen?

Beide Varianten halten sich bzgl. 256 Bit Entropie und Wortliste an das BIP39.

Aber dann fangen sie schon bei der Anwendung der PBKDF2 Funktion unterschiedlich an.

  • CIP3 Ledger (BIP39/BIP32):
    PBKDF2(kdf=HMAC-SHA512, iter=2048, salt=„mnemonic“+passphrase, password=mnemonic, out_length=64)

  • CIP3 Icarus:
    PBKDF2(kdf=HMAC-SHA512, iter=4096, salt=mnemonic, password=passphrase, out_length=96)

Der Rest bis zum Master Root Key sieht für mich ähnlich aus; verstehe ich aber auch nicht komplett. Vielleicht macht das auch alles keinen Sinn, was ich geschrieben habe.

Der Vorteil, wenn sich die HW Wallet an die CIP3 Empfehlung hält, ist die Kompatibilität mit den Cardano SW Wallets Daedalus und Yoroi. D.h. man könnte 24 Wörter der HW Wallet im Notfall in diese SW Wallets importieren.

Andererseits ist es halt nicht der Standard, den man ansonsten überall verwendet. Oder macht bei der Master Root Key Berechnung sowieso jeder sein Ding?

Und dann noch eine blöde Nebenfrage:

Für was wird Bezeichnung „Seed“ üblicherweise verwendet? Es gibt in der ganzen Kette mehrere Bit-Folgen, die der Ursprung für alle weiteren Ableitungen sind.
Zum Beispiel die 256 Bit Ursprungsentropie für die Bestimmung der Mnemonic Phrase. Oder die 264 Bit inkl. Checksumme. Aber auch das Ergebnis der PBKDF2 Anwendung auf Mnemonic und Passphrase (= Seed im BIP32?).

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Phoa, da fragst Du mich Sachen… :see_no_evil: Dafür haben wir echte Mathematiker und Kryptographen im Team…

Beim Seed bin ich auch eher pragmatisch. Für mich ist das einfach der zugrundeliegende Wert, von dem der Master Key abgeleitet wird, ganz nach BIP32. Wie z.B. hier in Mastering Bitcoin beschrieben:

Ok, kein Thema :slightly_smiling_face:.

Sehr gut, ich hatte den Begriff bisher auch so verwendet.

Bei dem CIP3 Icarus Vorgehen scheint es diesen Seed nämlich gar nicht zu geben. Es wird direkt von der 256 Bit Entropie zum Master Key gerechnet. Die 256 Bit werden dort als Seed bezeichnet.

Ich habe nicht alles im Thread gelesen, aber Daedalus bietet verschiedene Importoptionen an. Unter anderem auch das Importieren der Seedwörter des Ledgers. (das sollte man natürlich nur in solchen besonderen Fällen machen)

Also ich habe gerade nochmal in Daedalus nachgesehen. Dort kann man:

  • Mit „Create“ eine neue Software Wallet anlegen
  • Mit „Pair“ eine Hardware Wallet verbinden
  • Mit „Restore a Wallet“ alte Wallets aus Daedalus oder Yoroi mittels Seed Phrase wiederherstellen
  • Mit „Import Wallet“ eine secret.key Datei importieren

Eine Funktion zum Importieren einer Ledger Seed Phrase habe ich nicht gefunden.

Damit du nicht alles lesen musst:
Ich habe mir das CIP3 auf Github angesehen und es sieht so aus, als würden Ledger und die SW Wallets unterschiedliche Verfahren anwenden, um aus den 24 Wörtern die Keys und Adressen zu generieren. Vielleicht ist das aber auch veraltet und heutzutage ist alles kompatibel.

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