meine Kryptobörse hat mir meinen Account gekündigt, nachdem ich eine Einzahlung in Solana getätigt habe. Vermutlich Verdacht auf Geldwäsche und zur Sicherheit erstmal den Account sperren. Nach Nachfrage beim Support habe ich die Information erhalten, dass alle meine Verträge gekündigt worden sind und ich einen Antrag auf Liquidierung stellen kann. Das bedeutet alle meine Kryptobestände werden verkauft und an mein Bankkonto gesendet. Meine Frage ist nun: Wie soll ich das ordnungsgemäß versteuern? Ich würde schätzen 90% meiner Bestände habe ich definitiv vor mehr als einem Jahr gekauft und somit sind sie steuerfrei. Ein kleiner Teil meiner Bestände wurde jedoch vor weniger als einem Jahr gekauft und wäre somit nach der Liquidierung steuerpflichtig. Da mein Account gekündigt und gelöscht wurde, habe ich keinen Zugriff mehr auf meine Transaktionshistorie und meine Käufe bzw. Verkäufe. Ich kann nicht mehr einsehen zu welchem Zeitpunkt ich welche und wie viel einer Kryptowährung zu welchem Preis gekauft habe.
Kann mir jemand einen Rat geben? Kontakt mit dem Support ist extrem schwierig. Nur per E-Mail erreichbar und man wartet tagelang auf eine Antwort
Du kannst nur schriftlich einen Transaktionbericht anfordern. Dies steht Dir ja zu!
Eilig hast Du es doch nicht. Deine Gewinne für dieses Jahr musst Du doch erst nächstes Jahr in der Steuererklärung eintragen
Und vielleicht bist du ja unter der (Jahres-) Freigrenze von 1000 € dann brauchst du garnichts machen!
Würde mich auch interessieren, bei welcher Börse das war.
Ich habe in den letzten Jahren mehrmals Solana von einer großen ausländischen Börse nach BSDEX geschickt, um mir was auszuzahlen. Nie große Summen. Ganz einfach, weil Solana sehr schnell ist. Statt direkt von der HW Wallet geht’s zuerst an die große Börse, bevor es dann zu BSDEX geht. Das hat nie Probleme gegeben. 2025 hab ich allerdings noch nichts ausgezahlt.
Außerdem würde mich interessieren, wie sowas rechtlich läuft, denn durch die Liquidierung entstehen dir Kosten, durch die Sperre Opportunitätskosten. Selbst wenn die Börse keinen Kündigungsgrund bräuchte, finde ich das Vorgehen an sich sehr fragwürdig.
Steckt da wirklich nicht mehr dahinter? Ich finde den Vorgang auch merkwürdig, je länger ich darüber nachdenke. Warum kündigt eine Kryptobörse direkt das Konto, wenn man da einmalig etwas Solana hin überweist? Davon leben die doch. Ich hätte ja noch verstanden, wenn die die Solana erst einmal einfrieren und einen Herkunftsnachweis fordern. Aber direkt die komplette Kündigung, sehr komisch wenn es stimmt.
Ist leider so ziemlich der Standard bei Kontosperrung.
Sofern Geldwäscheverdacht im Spiel ist, wird meines Erachtens nicht das Konto direkt gekündigt, denn der Anbieter ist eben zur weiteren Verwahrung der eingefrorenen Werte verpflichtet. Und solange der Account eben noch existiert/existieren muss gibt es auch keine Auszahlung von Kryptowerten. Denn auch hier wird der ganze Account (Krypto und Euro) eingefroren. (Funfact: Diese Tage jährt sich bei mir die Trennung von meinem Zugriff auf mein Vermögen das nach wie vor bei BSDEX liegt. FIU = Abteilung des Zolls ist Land unter kann schon mal 2-3 Jahre dauern bis die Befehlskette dein Vermögen auch nach Einstellung aller Strafverfahren wieder freigibt, ohne Entschädigungen für irgendwas versteht sich)
I.d.R. folgt meiner Erfahrung nach nur bei der Kündigung des Accounts (und Ende des Vermögensarrests) die Rückfrage seitens des Anbieters, ob die Werte zu Marktkurs verkauft werden sollen und dann die FIAT-Bestände ausgezahlt werden sollen oder ob alternativ die Kryptobestände auf andere Wallets transferiert werden sollen. Es spricht also viel dafür dass hier kein harter Geldwäscheverdacht bei @Goat vorliegt. Vermutung: es war wohl eher zweifelhaft genug um in eine Grauzone der Sicherheitssysteme zu fallen, aber der Anbieter zieht aus Risikomanagement-Gründen vorab die Reißleine um jedem erhöhten Verwaltungsaufwand prophylaktisch aus dem Weg zu gehen.
Generell: Man hat das selbst wahrlich nicht in der Hand, warum und wann die Algorithmen anschlagen, es gibt halt einfach false positives, die einem die Arschkarte spielen.
BSDEX. Bin dort schon seit mehreren Jahren. Habe Krypto gekauft, verkauft und versendet - alles ohne Probleme. Jetzt zum ersten Mal Krypto eingezahlt und auf einmal wird mein Account eingeschränkt. Habe dem Support geschrieben und eine schwammige Antwort erhalten und paar Tage später war mein Account dann auf einmal nicht mehr existent. Interessant ist auch, dass ich keine E-Mail oder Nachricht erhalten habe, dass und warum mein Account gesperrt wurde. Erst nachdem ich selber wieder auf den Support zugekommen bin wurde mir mitgeteilt dass mein Account und Vertrag seitens der BSDEX gekündigt wurde. Habe die ersten Tage bis ich eine Antwort erhalten habe gedacht mein Account wurde gehackt
Unfassbar. Man wählt extra einen deutschen Anbieter in der Hoffnung, bessere Kommunikation zu bekommen. Am Ende gibt’s gar keine Kommunikation und Accounts werden stillschweigend eingefroren/gekündigt. Servicewüste Deutschland.
Erschreckend.
Hattest Du noch sonstige Bestände bei BSDEX?
Ich selbst hatte vor ein paar Jahren dort relativ wenig FIAT → BTC getauscht, aber immer gleich alles in die Eigenverwahrung. Das Solana, dass ich dort zu FIAT gemacht habe, kommt aber aus einer ganz anderen Richtung zurück… hab noch nie Probleme gehabt.
Ohne BSDEX für dieses Geschäftsgebaren in Schutz nehmen zu wollen, denke ich, dass die seit 1. Januar mit dem zusätzlichen Admin-Aufwand völlig überfordert sind und dann per präventivem Erstschlag alles canceln, was ihnen auch nur ansatzweise Probleme bringen könnte. Eine Erklärung sollten sie dir aber schon geben können, damit dir das andernorts nicht wieder passiert.
Für uns alle heißt das, mehrere Börsen parallel zum Offramping bereitzuhalten, und sich auch vor P2P nicht zu scheuen.
BSDEX (und vermutlich auch Bison, nach dem, was ich hier gelesen habe) ist das Problem!
Ich habe ja aktuell meine Coins auf verschiedene Börsen verschoben, da ich von der Selbstverwahrung Abschied nehmen möchte. Bei allen hat es reibungslos geklappt, es kamen zwar Anfragen, ob es sich um meine eigene Wallet handelte, von der die Bitcoin kamen, die waren aber völlig akzeptabel - und in Sekunden bis Minuten waren die Coins umgebucht…
Außer BSDEX! Die wollten noch nicht mal Ihre eigenen, dort gekauften UTXOS zurück haben, sondern haben mich nach der Einzahlung zu diesem hier vielseits diskutierten und von denen in absurder Weise karikierten „Satoshi-Test“ genötigt, bei dem ich auch noch Coins umbuchen musste, um denen zu zeigen, dass ich ihre Schikanen bei der ihnen bekannten Adresse mit mache. Nur um nochmal 194 sats hinterher zu überweisen… Um mir dann mitzuteilen, dass es jetzt erstmal 5 Werktage dauern könne…
Im Ernst, BSDEX geht nach meinen Erfahrungen gar nicht, wurde vermutlich nur geschaffen, um den Menschen Krypto zu vermiesen.
Das hilft dir jetzt natürlich nicht mehr. Aber sei froh, dass die dich gekündigt haben, das erspart dir nach Lösung der jetzigen Probleme weiteren Ärger.
Zu den Zeiten als ich noch mit Altcoins hantiert habe, war ich mit Binance immer sehr zufrieden. Seidem ich nur noch Bitcoins halte, werden diese bei Coinfinity gekauft und wandern auf die Bitbox. Falls man wirklich mal etwas verkaufen möchte, sollte auch Coinfinity dein Freund sein.
In meinem Fall waren das Strike, Bitvavo by Hyphe und Bitpanda. Bislang hatte ich dort keine Probleme. Ich weiß natürlich, dass das eine Einzelerfahrung ist, bei der es um überschaubere Summen geht - und dass andere günstiger oder sympathischer sein können. Ich zahle aber gern für verlässlichen Service etwas mehr.
Ja habe insgesamt einen niedrigen 5-stelligen Betrag in Kryptowährungen dort liegen auf den ich jetzt nicht zugreifen kann. Der Support meinte zwar sie werden es mir auszahlen wenn ich das Formular zur Liquidierung ausfülle und sende, allerdings habe ich das Formular selbst noch nicht einmal erhalten. ich vermute auch dass sie momentan wahrscheinlich durch die neue EU-Regulierungen so überfordert sind, dass sie sicherheitshalber alles sperren um selbst auf der sicheren Seite zu sein, damit sie nicht aufgrund von Fehlern ihre Lizenz verlieren. Da mache ich der Börse auch keinen Vorwurf aber, dass man keine Hilfe bekommt sondern sich um jeden einzelnen Schritt selber kümmern muss ist alles andere als professionell
Ich persönlich würde versuchen aus der Sache irgendwie ohne Liquidierung rauszukommen. Da scheint ja ein Missverständnis vorzuliegen, was es zu klären gilt.