Du hast doch oben schon selber erkannt, dass weder Zentralität noch Dezentralität im „extremen“ gut ist!
Wie kommst du jetzt auf die Idee, dass keine Hierarchie, also extreme Dezentralität, auf einmal besser (oder effizienter) ist?
Genau das ist doch der Punkt: Wenn du Hierarchie (wie im Kommunismus) komplett abschaffst, dann erschaffst du ein System extremer Dezentralität. Und die natürliche Antwort darauf ist die Herausbildung von zentralen Strukturen. Nur läuft das System damit eben wieder aus dem Kommunismus bzw. Sozialismus heraus, das ja eben keine Hierarchien definiert.
Die Alternative ist, dass es einen Zwang (bzw. eine Kraft) gibt, die dafür sorgt, dass das System bei der ineffizienten Dezentralität gehalten wird. Diese Kraft kann aber nur von außen kommen weil intrinsisch das System ja wieder Zentralisieren würde (bzw. zur optimalen Mitte zwischen Dezentral und Zentral) tendiert.
Mit deinen Sozialismus-Aussagen widersprichst du dir also dahingehend, was du oben schon erkannt hast.
Falsch. Und ich glaube hier ist der Punkt, den ich zwar auch schonmal erläutert habe, aber essentiell für die Betrachtung der Systeme ist.
Du kannst die meisten Vorgänge nicht einfach linear bis ins unendliche Betrachten!
Stell dir das System lieber wie eine Parabel vor: links steht Zentralität und die Effektivität ist unendlich schlecht. Rechts steht Dezentralität und die Effektivität ist genauso unendlich schlecht. Dazwischen gibt es irgendwo einen Tiefpunkt, das Optimum.
Wenn dein System also auf Zentral steht, dann ist es ineffizient und es gibt eine Kraft zur Dezentralität.
Wenn dein System aber auf Dezentral steht, dann ist es genauso schlecht und es gibt eine Kraft zur Zentralität. Ist es aber in der Mitte am Tiefpunkt, dann gibt es keine Kraft zu irgendeiner Richtung.
Die wirklich wichtige Frage wäre: Wo liegt das Optimum? Genau das kann dir aber keiner beantworten. Einige Systeme benötigen eben etwas mehr Zentralität und andere mehr Dezentralität.
Fakt ist aber, dass keines der beiden Ränder gut genug ist um lange bestehen zu können WEIL sich die Systeme immer automatisch von diesen Extremen wegbewegen.
Bedeutet: beide extreme sind NICHT stabil. Die optimale Mitte hingegen IST stabil.
Was bedeutet denn Hierarchie überhaupt?
Es sind Machtunterschiede.
Umso größer die Machtunterschiede sind, desto stärker sind die Hierarchien.
Umso kleiner die Machtunterschiede sind, desto flacher sind die Hierarchien.
Wenn du also die Hierarchien auf 0 setzt ist das gleichbedeutend mit Jeder hat exakt die gleiche Macht, es gibt keine Machtunterschiede. Oder anders gesagt: Alle Macht ist komplett dezentral (oder homogen) verteilt.
Das ist also ein Zustand extremer Dezentralität: „Jeder ist gleich“. Und wie wir jetzt hoffentlich gelernt haben ist so ein System eben nicht stabil sondern tendiert zur Zentralität was bedeutet, dass es mit der zeit schnell wieder Machtunterschiede gibt und damit auch Hierarchien.
Mach ich gerne, wenn du mir einen Fehler nachweisen kannst. Das konntest du aber bisher nicht.
und nein: Kapitalismus ist schlecht ist einfach kein stichhaltiges Argument sondern reine Meinung.