Zentralstaat oder Föderalismus

Warum sollte das ineffizient sein?

Gute Frage: Aus Sicht der Oberen ist das der Evolution nach wünschenswert aber aus Sicht der unteren eben ein Nachteil.

Aber generell ist es persee nicht gesagt, dass es immer ein Nachteil ist. Die Frage ist eben immer: Wie viel Macht ziehen die Oberen von den unteren ab UND wie viel Macht geben die Oberen wieder nach unten weiter?

(Macht ist immer eine Art Energieform: Wissen, Nahrung, Geld, Wohlstand, Einfluss, Moral, Ehre, …)

Wie im Thread Sozialismus schon gesagt ist es ja nicht persee von Nachteil, wenn man einen Staat hat, der über einen steht weil man dann vom Staat profitiert (z.B. indem der Staat einem vor Angreifer beschützt). Aber auch der Staat hat damit kosten die bezahlt werden müssen. So eine „Schutzsteuer“ ist also in gewissem Maß gerechtfertigt.

Sagen wir mal, der Bauer hat eine 10%tige Ertragssteigerung dadurch, dass er sich nicht vor Raubritter fürchten muss. Wenn der Staat also 5% Ertrag abbekommt dafür, dass er die Raubritter fern hält, dann ist das eine Win-Win-Situation: Der Bauer hat mehr und der Staat bekommt was ab.

Wenn der Staat 10% dafür nimmt, dann hat der Bauer zwar nicht mehr ertrag, dafür aber ein friedliches Leben (was ja auch was wert sein kann).

Nimmt sich der Staat aber z.B. 50% des Ertrages, dann ist die Gegenleistung nicht mehr gerechtfertigt und man kann sagen, dass der Staat zum Raubritter wird.

Und diese Rechnung kannst du nun für alle Staatsleistungen machen: Schule, Schwimmbäder, Infrastruktur usw.

Im Endeffekt kommt es eben auf eine Machtbilanz an: Wie viel der eigenen Macht gibt man nach oben ab und wie viel bekommt man von oben zurück.

Und diese Machtbilanz kann eben fair sein (dann profitieren meist beide davon, selbst wenn der Staat deutlich mächtiger ist) oder eben unfair (der Untere nutzt den Staat aus durch z.B. ungerechtfertigte Sozialeinkünfte oder der Staat nimmt viel zu viel von den Arbeitern weg).

Und dieses Machtprinzip gilt in jeder Hierarchie, also egal ob Arbeiter zum Chef, Chef zum Firmengründer, Bürger zum Staat usw.

Wenn eine Hierarchie also flach ist, dann können die Unteren machttechnisch gegen die Oberen ankommen (Machtkampf) und können damit korrigieren, wie viel ihnen weggenommen wird oder wofür diese Machtabflüsse eingesetzt werden. Ist die Hierarchie aber extrem stark, dann gibt es diese Rückkopplung eben nicht mehr. Die unteren müssen dann ihre Macht abgeben, egal ob das ihnen dann etwas nützt oder nicht (sie können den Machtkampf nicht gewinnen).

Und wenn es so eine starke Hierarchie gibt, dann sind die Unteren quasi die Sklaven der oberen (Beispiel Haustiere vs Menschen). Das KANN gut gehen wenn der Obere aufpasst, dass er genug Macht nach unten abgibt, MUSS aber nicht, weil der Obere nicht unbedingt weiß, das der untere wirklich zum Leben benötigt.

Genau diese starke Hierarchie ist das Prinzip, was du im anderen Thread als den bösen Kapitalismus bezeichnet hast, nur dass es eben nicht wirklich was mit Kapitalismus zu tun hat, denn im Kapitalismus KANN es genauso gut eine flache Hierarchie geben, die im Normalfall sogar effizienter ist als eine Starke Hierarchie und damit wahrscheinlicher vorhanden ist als die Starke Hierarchie.

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Nein, kann es nicht, weil Macht über den Privatbesitz an existenziell wichtigen Dingen wie Land, Ressourcen aber heute auch Produktionsmittel, Infrastruktur usw. kommt und es im Kapitalismus den Anreiz gibt, diesen Besitz zu wahren und zu vermehren.

Deswegen gibt es ja mit dem Sozialismus das Gegenmodell, um diese Machtverhältnisse abzuschaffen, den Privatbesitz an diesen Dingen abzuschaffen.

Aber jetzt sind wir schon wieder Off Topic.

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Warum geh ich mir überhaupt die mühe …

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Effizienz bedeutet, ob das, was man tut, am Ende zu möglichst hohem Ertrag bei gleichzeitig geringem Einsatz führt.

Was sollte also an starken Hierarchien ineffizent per se sein? Gar nichts. Und warum sollten flache Hierarchien per se effizienter sein? Müssen sie nicht.

Du darfst auch ruhig gerne mal zugeben, wenn du falsch liegst. Auch wenn du immer so viel schreibst und dir solche Mühe gibst. ;)

(Und wenn ich jetzt an eine richtige Dystopie denke, z.B. eine neofeudale Diktatur mit modernsten Überwachungssystemen usw. halte ich das für extrem effizient darin, die Menschen zu versklaven und das maximalste aus ihrer Arbeitsleistung herauszupressen.

Da kann eine flache Hierarchie mit „fairer Machtverteilung“ gar nicht gegen anstinken.)

Scheinbar gehst Du grundsätzlich von einem “Gegeneinander” statt “Miteinender” aus. Sonst würdest Du tausende Informationen al´a Flache Hierarchie: Definition, Tipps, Vor- & Nachteile – alle Infos

finden.

:woman_shrugging:

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Wo bestreite ich, dass flache Hierarchien Vorteile haben? Einmal zitieren bitte.

Nicht Vorteile. Es geht um schneller Reaktionsgeschwindigkeit auf Input was zu größerer Effizeinz führt.

Ein Supertanker fährt noch 40km weiter in die falsche Richtung…

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Und größere Effizienz wäre kein Vorteil?

Nochmal: Effizienz bedeutet, ob das, was man tut, zum gewünschten Ergebnis führt bei größerem Ertrag als man eingesetzt hat.

Flache Hierarchien KÖNNEN effizienter sein, können aber auch nicht effizienter sein.

So wie das DasPie geschrieben hat stimmt das halt nicht. Und da das eine Grundannahme von ihm/ihr ist, worauf andere Dinge aufbauen, ist das auch wichtig, dass man das mal festhält.

Flache Hirarchien sind IN DER REGEL effizienter.

Natürlich kann man theoretisch mutwillig etwas ineffizient bauen…. will nur selten jemand :slight_smile:

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Ihr argumentiert die ganze Zeit unfreiweillig antikapitalistisch. Ihr wisst gar nicht, was ihr redet. Ich als Kapitalismuskritiker gestehe dem Kapitalismus seine Effizienz durchaus zu. Nur ist das eben nicht die Priorität die ich habe, weil mir Menschen wichtiger sind als Bilanzen. Ihr redet gerade flachen Hierarchien das Wort, also das, was der Sozialismus und was echte Linke wollen. Hierarchieabbau.

Ihr wisst überhaupt gar nicht wovon ihr hier den ganzen Tag redet.

Du weisst scheinbar nicht von was Du redest.

In den letzten 30 Jahren versuchen 90% der Firmen flache Hirarchien zu haben. Je schneller die Informationsflüsse dort, desto dringender. Ein IT-Startup kommt garnicht mit klassischen Hirarchien zurecht.

Das Problem von riesigen Konzernen ist, das sie das nicht hin bekommen. :slight_smile:

Meine Ansicht und der Zusammenhang zur Dunbar Zahl usw. habe ich vielfach dargelegt.

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Bestreitet auch niemand, dass flache Hierarchien Vorteile haben. Und ich wäre der letzte, der das bestreiten würde.

Genau. Weil sie IN DER REGEL effizienter sind. Da sind wir wieder.

:woman_shrugging:

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Also ist Sozialismus mit gar keinen Hierarchien noch effizienter?

Das ist eine Utopie, die es nicht geben kann.

Darum geht es nicht. Also ja? Je weniger Hierarchie, desto effizienter? Ist das deine Meinung?

Ein Auto ohne Reifen und nur Motoren ist kein Auto. Es kommt nicht vorwärts. Es sind unterschiedliche Aufgaben in Firmen und alle gemeinsam führen zu einem Output. Fehlen Teile (auch die Manager) wirds nix.

Keine Antwort ist auch eine Antwort. Ich sage ja, ihr wisst nicht, wovon ihr redet.

Interessant, dass du hiermit übrigens plötzlich sagst, dass es Sozialismus nie gegeben hat, weil er utopisch ist, während du sonst immer sagst, die DDR sei Sozialismus gewesen und dich vehement weigerst, anzuerkennen, dass das eben Staatskapitalismus war.

Und davon abgesehen ist das wieder alles off topic und gehört eigentlich in den anderen Thread.

Und nur für das Protokoll, ich habe damit nicht angefangen sondern DasPie. ;)

Ok, der Sozialismus existierte für ein Sekunde und mutierte sofort aus systemimmanenten Gründen zu Staatskapitalismus und kostete dann mehr oder weniger viele Menschen das Leben.

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