Das man „Reiche“ anders belasten um die ärmeren zu entlasten, darüber kann man ja reden.
Ich fand dennoch die Doku völlig daneben. Alleine Sätze wie „weil Aktien nur mit 25% besteuert werden“ schaffen ein völlig falsches Mindset.
Der Staat soll lieber mal sparen anstatt überlegen wo und wie er mehr Steuern bekommen könnte.
Weil die Öffentlichkeit nicht zwischen dem Sparer und dem Vermögensverwalter unterscheidet, führt dieser Reflex am Ende nur dazu, dass Pauschalreformen auch den Kleinanleger treffen.
Die Realität sieht doch so aus: Der Entitäten von denen Christan Kreiß spricht (nachweisbare Zahlungsflüsse der gesamten Wirtschaft an unter 200 Entitäten aus einer Cambridge Studie) nutzen verschachtelte Holdingstrukturen, vermögensverwaltende GmbHs oder Offshore-Konstrukte. Damit werden Beteiligungserträge nach § 8b KStG effektiv mit nur etwa 1,5 % versteuert oder Gewinne über Kredite („Buy, Borrow, Die“) gänzlich steuerfrei realisiert.
Also trifft die Steuer die in der Doku wohl vorgeschlagen wurde, gar nicht die „Superreichen“.
Das ist doch eine wirklich qualitative Kritik an der „Doku“, die dann auch so verbreitet werden sollte.
Das wirkliche Problem ist nicht, dass Aktien generell existieren oder Vermögen aufbauen böse ist, sondern dass das Steuersystem Großkapital massiv bevorzugt.
Was wirklich gefordert werden sollte:
Hohe Freibeträge, steuerfreie Haltefristen für die private Altersvorsorge und gezielte Entlastungen für Kleinanleger.
Schließen von Share-Deal-Schlupflöchern, Kernausschüttungsprivilegien und internationaler Steuerflucht.
Es ist wichtig, dass der Kleinanleger geschützt wird, aber auch das die Steuervermeidung viel zu mächtiger Entitäten geschlossen wird.
Denkt ihr das System bevorzugt diese Steuervermeidung durch gezielten Lobbyismus?
Hinweis dazu:
Das sind die Steuern auf Unternehmensebene.
Sobald man es ins Private ziehen will werden dann noch Abgeltungssteuer oder Einkommensteuer fällig.
26,4% wäre es bei Unternehmen die keine Gewinne erwirtschaften, deren Wert aber durch Wachstum steigt.
Bei Unternehmen die lange am Markt sind (z.B.Dividendenwerte mit hohen Dividenden) aber nicht großartig wachsen und der Ertrag nicht durch Kurssteigerungen kommt sieht das anders aus.
Erstmal 30% vom Gewinn auf Unternehmensebene, dann nochmals Kapitalertragssteuer.
Gesamte Steuerbelastung mindestens 48,5%!!!
In Summe liegt es bei einem gemischten Portfolio irgendwo zwischen 26,4% und 48,5%.
Das System™ is ja auch eine Allianz zwischen diesen verschiedenen Entitäten (Staat, Banken, staasnahe Großnternehmen) und kein einzelner Moloch. Die zerren was ihr Eigeninteresse angeht in unterschiedliche Richtungen und was Vermögensumverteilung angeht in eine. Ersteres wird aufgrund von letzterem jeweils toleriert.
Der große Unterschied wäre, dass Bitcoin kein passives Einkommen generiert.
Christian Kreiß jedoch spricht von massiven Abflüssen der gesamten Wirtschaft, würde das von einem Cantillioneffekt ausreichend erklärt werden?
Und der Cantillion Effekt übersteigt diese Prozente so extrem, dass die reichsten Entitäten trotzdem ihr Vermögen seit Anfang Covid mehr als verdoppeln konnten?
Oder ist es die Mischung aus Cantillion und praktischer Steuervermeidung, die das erreichen kann?
Eine Verdopplung seit Anfang Covid war ja nicht schwer, allein der S&P 500 hat sich in dieser Zeit deutlich mehr als verdoppelt.
Diese Zeitspanne sagt langfristig nichts aus, da es genauso wieder nach unten gehen kann.
Daß sich der Aktienmarkt weiterhin so stark ohne große Rückgange entwickeln wird wie 2020-2026 ist aus meiner Sicht unwahrscheinlich.
In der gleichen Zeit wurde die Geldmenge um 50% erhöht.
Das angegebene Vermögen steckt meistens in Unternehmensanteilen. Da sind Unsummen von Steuern zu zahlen wenn es ins Privatvermögen übergeht…
Sind ja immer noch gleich viele Sats. Bitcoin schüttet keine Gewinne aus
Deshalb hat man Aktienrückkäufe legalisiert, damit die Kapitalertragsteuer umgangen werden kann.
Ich sag nur wenn wir schon Steuern zahlen müssen dann sollen Leistungslose Erträge gefälligst höher besteuert werden als Arbeit. Wenn ich jeweils erwähne das der Kapitalismus Besitz mehr belohnt als Arbeit gibts hier ein riesen Geschrei, zwei Threads weiter wird dass dann wieder verteidigt.
Aktienrückkäufe sollten nicht legal sein?
Kann ich nicht nachvollziehen, ist ein normaler Marktvorgang. Man kann Aktien ausgeben und auch wieder zurückkaufen.
Die Kapitalertragssteuer wird dadurch nicht umgangen sondern zeitlich nach hinten versetzt. Spätestens bei Aktienverkauf mit höherem Kurs ist sie dann fällig. Genauso wie bei Wachstumswerten die keine Dividende ausschütten.
„Passives Einkommen“ ist ein roter Hering und für das zugrundeliegende Prinzip nicht relevant.
Aber dröseln wirs mal auf:
A pflückt nen Apfel.
A pflanzt den Apfel, hat nen Baum und pflückt Äpfel.
A hat nen Baum und B pflückt die Äpfel für A, im Gegenzug darf B einen Teil behalten.
A hat nen Baum und verspricht C einen Teil der von B in der Zukunft gepflückten Äpfel, wenn C A jetzt sofort mehr Äpfel gibt, um neue Bäume zu pflanzen.
Ab welchem Schritt gehört D ein Teil der Äpfel?
Der Mechanismus, dass für Dritte aus Marktprozessen kein Eigentumsanspruch erwächst, bleibt gleich.
Die waren mal illegal ja und aus gutem Grund. Kannst ja mal nachlesen wieso. Das wurde aber absichtlich wieder legalisiert um dieses Steuerschlupfloch zu ermöglichen
Natürlich ist die umgangen, Multimillionäre verkaufen die Aktien nicht sondern leihen Geld dagegen für ihre Ausgaben und zahlen somit 0% Steuern. Gibt eine ganze Industrie dafür