Weil die Ausweitung der Geldmenge nicht automtisch zur Inflation im Sinne von höheren Preisen führt. Da wurde wieder, was typisch für Bitcoininfluencer ist, ein komplexer Sachverhalt „unnötig“ vereinfacht.
Warum? Weil die Geldmengenausweitung=Inflation DAS Kernnarrativ der Bitcoiner ist.
Und Narrative müssen nur immer und immer und immer wieder in einer Einfachheit wiederholt werden, dann verselbstständigen die sich und jeder glaubt am Ende, dass das wirklich so einfach wäre.
Z.B. dass die Migration unser Fachkräfte - und demographisches Problem löst. ;)
FYI: die Geldmengenausweitung kann ein Grund für Inflation sein, jedoch ist sie heute eher unbedeutend. Die Kosten- und Nachfrageinflation sind da schon häufiger der Grund für die ausgewiesene Inflation. und auch nicht zu vergessen, die Lifestyle-Inflation (mit einem grossen Augenzwinkern).
und da ist das „per Knopfdruck“-Argument. kannst du dies etwas ausführen? wurde ein Bitcoin nicht auch „per Knopfdruck“ erzeugt? oder das Schürfen funktioniert im sehr vereinfachten Sinne doch auch „per Knopfdruck“.
Jetzt bleibet doch mal beim Thema. Es geht darum ob Kredite die nicht zurück gezahlt werden, zur Inflation beitragen. Ich würde da gerne mehr Takes dazu hören.
Ich sage ja. Denn es werden immer mehr Kredite aufgenommen. Egal ob von großen Institutionen oder Privatleuten.
Kann man sich das Auto nicht leisten: Kredit
Kann man sich die Hochzeit nicht leisten: Kredit
Kann man sich das Haus nicht leisten: Kredit
Staaten nehmen neue Schulden auf, um alte Schulden zu bedienen. usw…
Je mehr Kredite genommen werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit dass welche darunter sind, die nicht zurück gezahlt werden (können). Folglich eine erhöhte Geldmenge im Umlauf.
Es geht doch eigentlich wenig darum, ob ein Kredit zurück gezahlt wird oder nicht. In der regel folgt ja auf den zurück gezahlten kredit ein neuer kredit. Die schuldenquote steigt im Durchschnitt. Mehr geld im umlauf, dauerhaft, mehr Nachfrage…
Du hast völlig recht, dass Ideen Menschen bewegen. Kein Widerspruch. Aber hier verkennst du, was Geld in einer freien Ordnung ist:
Geld ist keine Idee gegenüber anderen Ideen, sondern ein Träger gesellschaftlicher Kooperation. Bitcoin ist nicht „nur Geld“, sondern Ausdruck einer Idee: Freiheit, Dezentralisierung, Eigentum, Verantwortung. Zum ersten Mal in der Geschichte bietet Bitcoin ein global zugängliches Geldsystem, das positive Anreize zur Kooperation und negative Anreize zur Zerstörung setzt.
Bitcoin ermöglicht Menschen, friedlich zu kooperieren, auch wenn sie völlig unterschiedliche Werte, Ideen oder Weltanschauungen haben. Denn (was auch für Fiat gilt) nur reale Innovation und Produktivität erhöht real die Kaufkraft aller.
Materialismus entsteht nicht durch Geld sondern durch ein System, das Menschen von Verantwortung entfremdet: durch Inflation, Schuldkultur, Konsumsubventionen und permanenten Eingriff in Marktprozesse. Die staatlich gestützte Fiat-Ökonomie erzieht zu kurzfristigem Denken und Abhängigkeit.
Bitcoin hingegen belohnt Sparsamkeit, Langfristigkeit, Verantwortung. Sind das nicht die Tugenden, die du vermisst?
Inflation wird an einem standardisierten Korb von Gütern gemessen. Folglich kann der Ursprung alles sein was die Güter teurer macht.
Muss man nicht so weit überlegen dass das nicht nur an der Abwertung der Währung liegen kann und je nach Situation halt einen anderen Ursprung hat. Was aber jetzt auch nicht wieder heisst dass das nicht eine wichtige Komponente wäre.
Nein, Geldmengenausweitung führt nicht immer sofort zu höheren Preisen, aber sie ist trotzdem Inflation. So steht es übrigens auch in den alten VWL-Büchern, bevor Notenbanken begonnen haben, Definitionen umzudeuten wie Politiker ihre Versprechen.
Bitcoiner vereinfachen nicht „unnötig“, sie bringen es auf den Punkt: Wenn man endlos neues Geld druckt, ohne echten Gegenwert, kommt die Rechnung. Mal als Teuerung, mal als Vermögensblasen, mal als stille Enteignung.
Wer da noch sagt, „das sei komplex“, hat vielleicht Angst, wie simpel das Grundproblem wirklich ist.
Arbeitest du gerne hart, für Geld das jemand anderes einfach so „drucken“ kann?
Was du beschriebst ist Preissteigerung eines Gutes. Die kann auf an sich viele Ursachen zurückgehen.
Gesteigerte Nachfrage (bei gleichem Angebot)
Gesunkenes Angebot (bei gleicher Nachfrage) - Lieferkettenunterbrechung, Zollschranken, Krieg
(Erwartetes Preisniveau - wenn ich weiß dass morgen etwas teurer wird, kaufe ich evtl. schon heute und verändere die heutige Nachfrage. Hat also eine Überschneidung mit 1. mit Zeitverzug
Erhöhte Geldmenge - „Gelddrucken“ bei der Zentralbankgeldmenge aber auch erhöhte Privatkreditvergabe durch Senkung des Leitzinses
GV+ Erhöhte Geldumlaufgeschwindigkeit (der vorhandenen Geldmenge) - wie oft wechselt das gleiche Geld den Besitzer, je öfter desto mehr Transaktionen und wirksamer ist die einzelne "Geldeinheit) im Umlauf.
Es gilt also
Preis_Gut_heute = f(N+, A-, Preiserwartung, GM+ x GV+)
Der Preis eines Gutes resultiert stets aus einer Überlagerung dieser Faktoren. Nicht immer müssen alle gegeben sein, manche können positiv (nicht im Sinne von gut sondern von vorhanden und befeuernd) sein während andere Faktoren zugleich negativ (dämpfend) wirken.
Das was heutzutage als Inflation verkauft wird ist eigentlich Preissteigerung und sagt nichts über die Ursache der Preissteigerung aus. Inflation kommt ursprünglich vom Lateinischen inflare = aufblähen und bezog sich rein auf die Geldmenge.
Hier auch schön beschrieben:
Inflation Bedeutung: Was bedeutet Inflation als Begriff?
Der Begriff „Inflation“ leitet sich vom lateinischen Wort „inflare“ ab, was so viel wie „aufblasen“ oder „aufblähen“ bedeutet. In dem wirtschaftlichen Kontext beschreibt Inflation den Prozess des „Aufblähens“ des Preisniveaus für Waren und Dienstleistungen in einer Volkswirtschaft. Ursprünglich wurde der Begriff verwendet, um die Ausweitung der Geldmenge in Umlauf zu beschreiben, die in vielen Fällen mit steigenden Preisen einhergeht. Im Laufe der Zeit hat sich die Bedeutung des Begriffs jedoch auf den allgemeinen Anstieg der Preise ausgeweitet, unabhängig von den zugrunde liegenden Ursachen.
Ich behaupte, einen Bitcoinstandard hatten wir schon. Der nannte sich Goldstandard. Die Unterschiede sind marginal und für das Resultat des menschlichen Zusammenlebens völlig irrelevant.
Wenn es keine Wirkung hat, warum soll mich das dann kümmern?
Das ist es halt, was ich kritisiere. Da wird alles auf die Geldmengenausweitung geschoben, die eben für sich alleine genommen automatisch gar kein Problem sein muss.
Aber dass „Banken auf Knopfdruck Geld erschaffen und dass das dann Inflation ist“, das versteht eben jeder sofort, kann es sich merken und weitererzählen und ja, es macht natürlich auch Angst.
Der Vergleich von Bitcoin mit dem Goldstandard ist auf den ersten Blick nachvollziehbar, beide stehen für hartes Geld mit begrenztem Angebot. Aber genau hinschauen lohnt sich: Die entscheidenden Unterschiede liegen in der technischen Umsetzung und den politischen Konsequenzen.
Gold hat als Geld vor allem deshalb versagt, weil es physisch ist. Es musste zentral gelagert werden, was zwangsläufig zu Vertrauen in Banken und Staaten führte – und dieses Vertrauen wurde historisch immer wieder gebrochen.
Drei Beispiele dafür:
1. 1914: Mit Beginn des Ersten Weltkriegs setzten fast alle Länder die Goldeinlösung aus. Papiergeld wurde gedruckt, Gold verschwand – angeblich „vorübergehend“, tatsächlich für Jahrzehnte.
2. 1933: In den USA erklärte Roosevelt den privaten Goldbesitz kurzerhand für illegal. Bürger mussten ihr Gold abgeben – zu staatlich festgelegtem Preis, versteht sich.
3. 1971: Nixon beendete endgültig die Einlösbarkeit des Dollars in Gold für ausländische Zentralbanken. Der letzte Anker war gekappt – seither leben wir in einem reinen Fiat-System.
Bitcoin löst genau das Grundproblem, an dem der Goldstandard scheiterte: Es ist digital, dezentral und unverfälschbar. Kein Staat kann es beschlagnahmen, entwerten oder „vorübergehend aussetzen“. Eigentum an Bitcoin bedeutet tatsächliche Kontrolle – ohne Mittelsmann, ohne Versprechen.
Kurz gesagt: Bitcoin ist kein neuer Goldstandard, sondern dessen logische Weiterentwicklung, angepasst an die digitale Welt, in der Vertrauen durch Mathematik ersetzt werden kann.
Es gab doch eine Zeit, da gab es nur Gold und Silber, kein Fiat, keine Zentralbanken, keine goldgedeckte Fiatwährung, sondern nur Gold und Silber. (Von Ausnahmen und ersten Versuchen mit Papiergeld einmal abgesehen)
Davon rede ich. Wo war da Gold zentral? Gold war einfach da, da hat niemand drüber bestimmt. Entweder du hattest es oder eben nicht.
Und natürlich kann ein Staat die Nutzung von Bitcoin für illegal erklären, sie massiv erschweren usw. Und ein Staat kann dich auch einsperren und foltern und wird ihn dir dann wegnehmen können.
Ob du jetzt dein Gold irgendwo verbuddelst oder deinen Seed versteckst. Ja, das eine ist etwas schwerer, das andere leichter. Geschenkt. Prinzipiell ist da aber kaum ein Unterschied.
Vielleicht solltest du mal deinen Grips einschalten bevor du einfach immer die gängigen Narrative nachplapperst. ;)