Woher kommt Inflation? Und warum ist die Zentralbank so "arm"?

Im „Der Bitcoin Podcast“ wurde gestern ein Video veröffentlicht in dem Florian meinte, dass Inflation hauptsächlich durch nicht zurück gezahlte Kredite entsteht. Das entsprach nicht meinem bisherigen Verständnis von Inflation: Denn nicht zurück gezahlte Kredite werden in der Regel ja durch andere Kreditnehmer derselben Bank querfinanziert, die ihren Kredit zurück zahlen und somit wären von dem Effekt nur diejenigen betroffen oder sehe ich das falsch? (Außer natürlich die Bank geht pleite und wird vom Staat gerettet, aber man hat ja nicht nur alle paar Jahrzehnte Inflation)

Ich dachte immer, dass Inflation zum einen dadurch stattfindet, dass die Giralgeldmenge immer weiter ausgeweitet wird (also mehr Geld dazu kommt). Und diejenigen die zuerst den Kredit haben statt zu sparen, können sich das Produkt/Dienstleistung für mehr Geld kaufen als die Anderen.
Aber gibt es da nicht ein Maximum, weil die Bank ja nur etwa 920-940% gehebelt sein kann? Also die brauchen ja je nach Kredit 4 oder 8% Eigenkapital, und das EK ist Zentralbankgeld und muss entsprechend ausgeweitet werden um mehr Kredite vergeben zu können.
Und wie kommt dieser Effekt zustande?:
Wirklich DAUERHAFT kommt doch nur das ‚bisschen‘ Geld zusätzlich in den Geldkreislauf, was die Banken als Einlagen-Zinsen bekommen, oder gibt es eine weitere Quelle? Und das sind - siehe oben - nur z.B. 4% von allem Geld (also fast das komplette „echte“ Geld der Kunden, also keine Kredite weil die ja kein echtes Geld sind)

Des Weiteren verstehe ich nicht, warum die Zentralbanken nicht NOCH viel reicher sind. Denn sie bekommen (seien die Zentralbankzinsen bei 3%) von ALLEM BELASTETEN COLLATERAL 3% jedes Jahr. Bei hundert Euro wären das nach 30 Jahren und regelmäßigen Kreditrückzahlungen über die 360 Monate 51,51€. Mit anderen Worten (und nicht inflationsbereinigt oder mit ‚Wertsteigerung‘ mit gerechnet, das könnte man noch mal nachrechnen): Wenn man ein Haus finanziert, hat die Zentralbank die Hälfte vom Haus eingenommen ohne was dafür zu tun. Und dasselbe noch von vielen Autos. Und von allen Firmen ein Anteil. und jeder Maschine.
Ich verstehe ich nicht, warum das in der Bilanz der Zentralbank so wenig aus macht.

Oder habe ich da einen gewaltigen Gedankenfehler?

Ja, das ist falsch :). Da wird nichts querfinanziert. Jeder aufgenommene Kredit ist neues Geld per Knopfdruck.

Du hast das schon richtig eingeordnet, Inflation entsteht (unter anderem) durch mehr giralgeld. Jeder aufgenommene Kredit, egal ob du für ein Haus oder VW 100 Milliarden für irgendwas oder der Staat 1,5 Billionen Sonder"vermögen" weitet die Geldmenge aus. Kommt alles aus dem nichts per Eingabe auf ner Tastatur = Inflation.

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Naja. Jeder? Du meinst jeder kredit über banken. Bei Privatkrediten passiert das nicht. Also bei deiner oma, kollegen oder über firefish.

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Zentralbanken erzeugen neues Geld durch Kredite die vor ihrer Abzahlung durch immer größere Kredite ersetzt werden

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So schauts aus, unterm Strich ein immer aufgeblähtere Kreditblase die alles immer weiter ineinander verstrickt. Exitnode: Bitcoin

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Okay, neue Kredite können höher werden, wenn irgendwo neues Zentralbankgeld dazu kommt weil die Banken sich ja nicht NOCH weiter hebeln können als bisher (8% oder je nachdem sogar unter 4% EK haben die ja jetzt schon, viel weiter geht es nicht mehr).
Und das geschieht

  1. durch neue Kredite die erst später im Nichts verschwinden aber jetzt noch existieren
    und
  2. durch die Zinsen auf die Bankeinlagen bei der Zentralbank, die verschwinden nie.
    Oder gibt es noch andere Quellen?

Verstehe ich nicht: wenn Fritz einen Urlaub macht und auf Bali bleibt und die Volksbank den Kredit nicht zurück gezahlt bekommt, können die sich doch nicht einfach weiter verschulden weil die schon maximal gehebelt sind und außerdem kein Collateral dazu gekommen ist. Stattdessen muss Familie Müller einen Prozentpunkt mehr an Zinsen für ihr Haus bezahlen. Oder was genau bedenke ich nicht?

Hör dir das Video nochmal an, er erklärt das gut. Fam Müller zahlt nicht mehr um das auszugleichen. Wird nicht zurückgezahlt muss das ausgebucht werden. Dieses Geld fließt also nicht zurück = Inflation.

Du denkst zu kompliziert :). Das Geld wird einfach nicht zurückgezahlt.

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Ich hab das Video auch gesehn. Ich hab es folgendermaßen verstanden: Der Typ nimmt sich also einen Kredit, und bleibt einfach auf Bali sitzen und verbraucht dieses Geld (Flug, Hotel, Essen..) und zahlt diesen Kredit nicht zurück. Das Geld ist also auf der Welt irgendwo im Umlauf, und bei der Bank wird diese Position der Giralgeldmenge (buchhalterischer Eintrag) nicht gelöscht/vernichtet bzw. das geschieht dann nur, wenn die Bank es von ihrem Eigenkapital streicht und somit einen Verlust einfährt. Dies „wirkt auch inflationär“ sagte Florian Bruce, da ja nun mehr Geld im Umlauf ist (Geldmenge). Natürlich ist das nicht die Ursache unserer Inflation aber der nicht zurück gezahlte Kredit trägt ein kleines bisschen dazu bei, oder nicht?

Ich verdeutliche das mal so: Angenommen morgen bekommt jeder von uns 1 Mio. Euro aufs Konto überwiesen. Einfach so. Frage 1: ist es dann noch was besonderes ein Millionär zu sein? Nein, denn jeder von uns ist nun ein Millionär. Frage 2: wenn plötzlich jeder von uns mehr Geld hat, dann ist man ja auch bereit mehr für eine Ware/Dienstleistung hinzulegen, also steigen die Preise, richtig? Preissteigerungen sind die Folge von Inflation (Geldmengenausweitung).

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Wie funktioniert denn das anhand dieses Beispiels ganz konkret?

Also wenn Frau Müller verschuldet ist und das Geld verkonsumiert, also in Umlauf bringt statt zurückzuzahlen, dann geht im Supermarkt der Geldumlaufsdetektor an und der Filialleiter springt in die Gänge und erhöht die Preise?

Ich behaupte mal, da wurde wieder irgendwas vom Pferd erzählt. Rein technisch mag das so sein, rein praktisch ist Inflation, Geldmengenerhöhung und Preiserhöhung, komplizierter und eine Frau Müller mit ihrem Kredit hat da so gut wie gar keinen Anteil dran.

Mehr geldeinheiten = mehr nachfrage = mehr möglichkeiten, höhere preise durchzusetzen

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Ja, schon klar. Das befeuern aber nicht Frau Müllers und Herr Meiers mit ihrem Privatkonsum sondern das Großkapital und Großhändler usw.

Die Preise im Supermarkt steigen nicht, weil hier und da ein Normalbürger mal seinen Kredit nicht zurückzahlt, sondern weil z.B. die Produktionskosten irgendwo steigen. Z.B. weil sich die Energie verteuert oder die Rohstoffe.


Es sind doch nicht Normalbürger mit ihren Krediten das Problem, sondern die Großkapitalisten und Finanzmarktspekulatoren. Die sorgen dafür, dass immer neues Geld die Märkte überschwemmt.

Natürlich ist ein Laden wie vVW was anderes sls Fr. Müller. Aber am Ende trägt das zur Geldmengenauswertung bei.

Obwohl bei VW ca. 70% der 400 Milliarden Schulden bei den Kundennliegen. Da sind wir dann doch wieder beim Konsumenten der das Auto kauft.

Aber am Ende werden Unternehmen mehr zur Ausweitung britragen als Privatpersonen. Und das größte „Unternehmen“ ist der Staat.

Für alles wird Kredit erschaffen, Renten, kede Subention, Gehälter für Staatsbedienstete und und und, einfach für alles. Und virles davon verschwindet in einem großen schwarzen, äh roten, Loch. Inflation

Diese 1,5 Billionen werden wir zeitversetzt spüren.

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Also die Währung die am meisten inflationiert dürfte der Dollar sein. Gibt es denn in den USA ein vergleichbares Unternehmen wie VW? ;)

Dein Seitenhieb auf Staat usw. zieht nicht.

Ich habe das Video von Florian nicht gesehen, halte den auch nicht aus um ehrlich zu sein.

Aber warum vereinfacht er das augenscheinlich so (wenn man nach den Kommentaren hier geht) und nennt nicht einfach Roß und Reiter? Nämlich nicht Frau Müller sondern eben Kapitalismus, Banken und Finanzmärkte.

Für alles wird Kredit erschaffen, Renten, Gehälter für Staatsbedienstete und und und, einfach für alles. Und virles davon verschwindet in einem großen schwarzen, äh roten, Loch. Inflation

Genau. Weil der Laden sonst kaum zu finanzieren wäre. Und den Tag, an dem er das nicht mehr ist, wollen wir beide nicht erleben, glaub mir.

Das Finanzsystem ist Fluch und Segen zugleich. Allerdings könnte man es auch einhegen. Z.B. indem man bestimmte Dinge verbietet. Aber dafür bräuchte man einen Staat der auch die Menschen vertritt.

Es geht um das system, dazu gehören alle teilnehmer. Auch der privat mensch.
Dass der dollar am meisten in der geldmenge erhöht wird, ist eine Behauptung, bei der ich behaupten würde, dass das falsch ist. Hab leider auf die schnelle keine daten dazu gefunden.

Ja, war auch falsch. Manchmal schreibe ich Dinge auf und habe Ergänzungen im Hinterkopf die ich nicht mit schreibe. ;)

Ich meinte, dass der Dollar vermutlich unter allen westlichen Währungen der Industrienationen am meisten inflationiert.

Was natürlich auch nicht stimmen muss. Aber darum ging es ja auch gar nicht. Die USA sind doch auch verschuldet und dort gibt es sicher kein Unternehmen wie VW. Also hat das mit doch nichts zu tun.

Edit:

Nee, war doch richtig. Jedenfalls laut Chatgpt:

Die Währung, von der weltweit am meisten im Umlauf ist, ist der US-Dollar (USD). Der US-Dollar wird nicht nur in den USA als Hauptwährung verwendet, sondern auch international als Reservewährung und als Zahlungsmittel in vielen internationalen Geschäften. Es gibt mehr US-Dollar im Umlauf als jede andere Währung, was durch die US-amerikanische Geldpolitik und den Status des Dollars als „Weltreservewährung“ begünstigt wird.

Jetzt haben wir aber eben auch direkt ein Problem, dass nämlich diese Tatsache alleine noch gar nichts aussagt sondern erst im Verhältnis zu den Waren, Gütern und Dienstleistungen aussagekräftig wird.

Das ist eine Illusion . Das funktioniert nicht . Der Staat ist ein „Kollektiv“ , welches die Interessen des Kollektiv vertritt . Das „Kollektiv“ muss die Interessen von Menschen unterdrücken , auch mit Gewalt , um das Kollektiv zu schützen.

Das ist sozialistisches Gedankengut . Das ist sozialistischer Irrglaube.
Staaten müssen die Interessen des Staates über die Interessen vom Menschen stellen.
Staaaten sind keine Menschen . Staaten tragen keine Verantwortung. Staaten können nicht zur Verantwortung gezogen werden . Staaten sind nicht in der Lage verantwortlich und menschlich zu handeln.
Staaten müssen , früher oder später , gegen Menschen vorgehen. Dabei können Staaten unmenschlich und gewissenlos vorgehen, weil Staaten keine Menschen sind und auch kein Gewissen haben.

Vielleicht ist das auch ein Grund warum die „Führer“ von Staaten oftmals gewissenlose Menschen sind.

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Frau Müller erzeugt zwar keinen spürbaren/sichtbaren Effekt, aber sie hat einen Anteil daran, auch wenn er minimal ist. Weil Erhöhung der Geldmenge da Kredit nicht mehr zurück gezahlt wird. Auch wenn es hier um eine sehr kleine Summe geht. Das ist aber denke ich der Gedankengang. Wenn die großen Player ihren Anteil haben, dann haben ihn auch die kleinen Leute. Denn beide nutzen das gleiche Finanzinstrument „Kredit“. Also Geldschöpfung aus dem Nichts. → Erhöhung der Geldmenge.

Weder noch, würde ich sagen. Die Kredite sind das zugrundeliegende Problem. Und was ich noch schlimmer finde, ist dass diese Kreditlandschaft zur Normalität wird und unser Konsumverhalten / das Denken über die Preise verändert. Die USA nimmt ja schon Schulden auf um andere Schulden abzubezahlen, weil kein anderer Ausweg gefunden wird. Oder nehmen wir das Beispiel am Häusermarkt. Der Normalbürger kann sich ja ein kleines Einfamilienhaus nur noch per Kredit leisten. Und er ist bereit dazu, diesen absurd hohen Preis für ein Haus zu bezahlen, weil er durch den Kredit plötzlich über das Geld verfügt. Würde er nein sagen, dieser Preis ist mir zu hoch für dieses Objekt, dann kauft es ein anderer und man steht ohne Häuschen da. Da alle dieses Kreditspiel mitspielen (müssen) wird die Geldmenge ständig erhöht (in sämtlichen Bereichen) was Inflation ist und zu Preissteigerungen führt. Und plötzlich tragen alle „Müllers“ zu einem sichtbaren Effekt bei.

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Warum das ganze unnötig ins lächerlichr ziehen?

Und gewissenlose Individuen gibt es nicht? Man braucht keine Staaten um gewissenlose Menschen zu haben die anderen Menschen Böses antun.

Staaten in dem Sinne in dem sie hier von den allermeisten abgelehnt werden gibt es ohnehin erst seit ca. 300 Jahren.

Was war davor? Eben. Willkürherrschaft. Recht des Stärkeren. Dahin wollen viele offenbar zurück weil sie glauben, sie seien mit ihren paar Satoschis/Bitcoin dann der dicke Max.

Macht hat aber der, der es schafft, Menschen hinter sich zu versammeln. Und dafür sorgt nicht das Geld sondern die Idee. Auf den Fahnen denen Menschen folgen stehen Ideen, nicht ein Währungszeichen.

Aber das begreifen Materialisten eben nicht. Und das ist dann auch der Grund warum man uns zu Materialisten erzieht, denn die da oben, die Eliten, die haben Ideen und einen Geist. Die Masse hat man zu geistlosen Konsumenten erzogen, die glaubt, Geld erklärt die Welt. ;)

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