Wo bleibt die Inflation?

2% :smiley:

Versuch dir mal ein Haus zu kaufen, in den Urlaub zu reisen, private Bildung zu kaufen, private Gesundheitsleistungen zu bezahlen und qualitativ hochwertige Produkte und Dienstleistungen zu kaufen.

Wenn du bei Mutti chillst und dein Leben aus Netflix und N.P./Netto besteht, dann passen die offiziellen 2%. Für alle anderen ist es ein vielfacheres höher!

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Gerade Mieten, wenn man einen neuen Mietvertrag bekommt dann liegt die Mietsteigerung weit, weit über der Inflation. Für die selbe Wohnung zahlst du doppelt so viel Miete mit einem neuen Mietvertrag gegenüber einen Mietvertrag der 30 Jahre alt ist und dessen Miete aber schon mit der Inflation gewachsen ist.

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Dann hat man aber in den letzten Jahrzehnten nicht gut schlafen können. Seit 1951 lag die Inflation in Deutschland im Schnitt bei 2,5% mit Bewegungen zwischen 8 und -2%. Tatsächlich lag die Inflation in 29 Jahren seit 1951 über oder bei 2,5%.
Rückblickend gelten manche der Jahre, die eine vergleichsweise hohe Inflation aufwiesen als „goldene Zeit“ wohingegen Deutschland in einer Zeit niedriger Teuerungsraten, ab Ende der 90er, als „kranker Mann Europas“ bezeichnet wurde.

Ich will damit nur daran erinnern, dass die isolierte Betrachtung der Inflation, ohne Berücksichtigung anderer Faktoren, nicht unbedingt aussagekräftig sein muss.

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Nur mal so!

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wobei das etwas hinkt. Im April 2020 hatten wir nen deflationären Schock . Öl wurde zeitweise mit minus 38 Dollar an den Futures gehandelt.

Aber ja, ich denke jeder merkt mittlerweile auch an der Supermarktkasse dass 2,5 % nicht reichen .

Die EZB gibt’s erst seit 1998. Also alle Daten davor zu betrachten, ist etwas sinnlos, findest Du nicht auch? :slight_smile:

Seitdem lag die Inflationsrate 3 Mal über dem gesetzten Ziel von 2%.
4 Mal, wenn man 2021 dazunimmt.

Okay. Und ich wollte nur sagen, dass 2.5% ziemlich hoch sind, wenn 2.0% das Maximum sein sollen. :slight_smile:

Das ist schon richtig, aber es geht ja um die jährliche Inflationsrate. Vielleicht war die Inflation durch die Kriese Anfang April letzten Jahres bei unter 1%. Dennoch geht die Tendenz zu einer starken Inflation.

Naja, davor gab es die Bundesbank, die es ja immer noch gibt. Die EZB ist auch nicht die einzige Gelddruckmaschine. Das kann jedes Land für sich mit der eigenen Druckerpresse entscheiden.

Nebenbei ist die Transferunion zwischen Nord und Südeuropa eh schon im Gange. Stichwort Target Salden.

Zur Inflation kann man ja eh nur sagen, dass sich diese für jeden anders darstellt, aber ich bin froh aktuell kein Häuslebauer zu sein

Per wann, kann man denn mit dem Ende der Geldpolitik rechnen???

Ich komme gerade aus dem Supermarkt. Weil ich in den letzten Monaten das Gefühl hatte ich zahl spürbar mehr im Supermarkt hab ich mir diesmal vorgenommen genau auf die Preise zu achten, was ich sonst nicht so mache. ; P
Der Supermarkt war ein Spar in Wien (also kein Discounter).
Die 2,5% Inflation können die sonst wem erzählen, das passt überhaupt nicht.

Nudeln etwa 30-50% teurer als noch vor 2 Jahren.
Gemüse etwa 20-50% teurer als noch vor 2 Jahren.
Fleisch rund 10% teurer als noch vor 2 Jahren (allerdings darf dies bei Fleisch sein, es ist einfach zu billig).

Nebenbei noch ein paar Absurditäten gesehen: billigstes Fleisch 5 Euro das Kilo, teuerste Paradeiser (Tomaten) 8 Euro das Kilo. Das steht in keinem Verhältnis, aber das nur am Rande.

Wie ist da gerade eure Wahrnehmung? Sind die Produkte in Deutschland auch so teuer geworden?

Ich werde jetzt anfangen Listen zu führen und verschiedene Supermärkte besuchen um das genau zu beobachten.

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Das ist auch immer mein Beispiel für den Wahnsinn. Hier in Norddeutschland kosten manche Tomaten auch 9 Euro und das Kilo Schweinefleisch 4 Euro im Angebot. Wenn Tomaten mehr als doppelt so teuer sind, wie ein Kilo Fleisch, dann stimmt irgendetwas nicht in unserer Gesellschaft.

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Weiss jemand genaueres,

Hmmm ist dein Lohn denn seit der DM Zeit noch immer der gleiche???

Okay, und hast du auch geschaut, ob gewisse Artikel auch günstiger geworden sind?

Moin. Ihr schwärmt ja alle ambivalent für eine zunehmende Inflation der Verbraucherpreise, weil das die Adoption von Bitcoin voranbringen würde. Vielleicht irre ich mich.

Ich tendiere dazu zu sagen, dass das Gegenteil zum Vorteil für uns wäre. Denn die größte Gefahr für Bitcoin ist meiner Meinung nach nicht Gold (laut dem Buch „Der Bitcoin-Standard“ der ernst zu nehmendste Konkurrent von Bitcoin), sondern eine Zentralbank, die erkennt, dass wenn sie die Geldmenge reduziert, die Abwertung von Fiat zu Bitcoin gestoppt wird. Wenn wir aber eine Deflation bekommen, so wie ich als Bitcoiner hoffe und ab Mitte 2022 vermute, dann werden wir eine weitere Abwertung von Fiat im Vergleich zu Bitcoin sehen durch die lockere Geldpolitik. Wird dieses 2% Ziel beibehalten, dann ist das Ende von Fiat vorprogrammiert. Wenn die Zentralbanken aber massiv anfangen zu tapern oder gar die Zinsen zu erhöhen, dann wird der Bitcoin massiv rasiert werden. Dann sehen wir auch eine Asset-Price-Deflation.

Da aktuell die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen so hoch sind wie lange nicht, da die Kapitalmärkte sehen, dass sie eine größere Inflation erwartet, sinkt im Rahmen steigender Kapitalmarktzinsen die Liquidität, die zur Verfügung steht, um „riskante“ Assets wie Bitcoin zu kaufen. mMn gibt es im Bitcoin-Asset noch viel zuviel spekulatives Kapital, welches von risikoaffinen Spekulanten hier geparkt wird in der Hoffnung auf Kursrakete, als Teil eines z.B. 5% Risiko-Anteils an deren Gesamtportfolio. Aktuell flüchten die ganzen Fondsmanager, die aus ihrem Gesamtportfolio den 5% Anteil in Bitcoin loswerden wollen, weil deren Kunden, die leider ungebildet sind, dass von ihnen erwarten. „Wie, ihr doofen Fondsmanager habt immer noch 5% unseres Kapitals in Bitcoin? Ihr Lümmels!“

Es lebe die Deflation der Verbraucherpreisindices der Fiatwährungen!

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Vielleicht steigt aber auch die Rendite der 10-jährigen, weil die Anleger aus den Staatsanleihen aussteigen und der Preis fällt. Somit wäre mehr Liquidität vorhanden.

Zum Teil gebe ich dir Recht, aber das wird sich die Waage halten. Je größer der Zins für die 10-jährige US-Anleihe wird, desto mehr steigen auch wieder in Staatsanleihen ein.

Was schwerwiegender wirkt ist folgendes: die Banken orientieren sich mit ihren Kreditzinsen am Kapitalmarkt an der Höhe der Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihe. Steigt diese, dann verlangt die Comdirect oder Postbank von Otto-Normalverbraucher einen höheren Zins für seinen Ratenkredit. Also kauft sich Otto-Normalverbraucher weniger wahrscheinlich für 500.000€ das fertiggebaute Haus in seinem Ort, das ihm zum Kauf angeboten worden war. Hermann Hausbauer gehört das Haus. Hermann Hausbauer, der sein Kapital in Form des Hauses gerne in einen aktiv gemanagten Fonds investiert hätte, kann das Kapital nun aber nicht umwandeln in liquidere Mittel, so dass kein Geld in den Fonds fließt und der Fonds kann somit auch keine 5% davon in Bitcoin investieren.

Alles sehr plakativ und vereinfacht gedacht. Aber ich wundere mich aktuell nicht über die Korrektur. Es liegt nach mMn nicht an Elon Musk, China oder anderen FUD. Es liegt einzig daran, dass die Zentralbanken ihre Bilanzen wieder kleiner machen und die Staaten Transferzahlungen (z.B. Kurzarbeitergeld) reduzieren.

Wo ich wirklich Angst vor habe am kurzfristigen Ende ist: dass die Zentralbanken es checken, dass MMT den Bitcoin bestärkt und das Gegenteil von MMT (Reduzierung der Geldmenge) die Adoption des Bitcoin in die Ferne Zukunft verschiebt.

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Es ist noch nicht lange her, da mussten in den USA 3 Dollar neu geschaffen werden, um das Bruttosozialprodukt um einen Dollar zu steigern. Jetzt sind wir glaube ich bei 5 oder 6 Dollar zu 1.
70% der US-Wirtschaft hängt am Konsum. Fast die gesamte Altersvorsorge der Amis hängt im Aktienmarkt. Der darf unter keinen Umständen fallen. Ich glaube nicht, dass das Gelddrucken aufhört.

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Bis vor ein paar Jahren war der einzige Feind der Zentralbanken das Gold. Da wurde regelmäßig nachts um 3 Uhr Europäischer Zeit immer schön auf den Goldpreis draufgehauen. Innerhalb von 1-2 Stunden wurden immer ganze Jahresproduktionen (Papier-) Gold verkauft, um den Preis zu drücken.
Und das wird immer noch gemacht. Aber wohl jetzt nicht nur bei Gold, sondern auch beim Bitcoin.

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Interessanter Punkt mit dem Gold und den Zentralbanken früher. Kann ich mir gut vorstellen. Bei Bitcoin müsste das aber ja voraussetzen, dass die Zentralbanken Bitcoin auch vorrätig hätten, um es verkaufen zu können. Von daher, Hmmm. Wohlgleich denke ich, dass den Zentralbanken das zunehmende Shorten ihrer Währung durch Bitcoin aufgefallen sein wird und ihnen bewusst sein wird, dass man den Bitcoin tötet im Rahmen einer restriktiveren Geldpolitik. Wobei, das würde, sehr richtig den o.g. Konsum in den USA abwürgen und weltweit Arbeitslosigkeit bewirken. Es bleibt alles in allem spannend.

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Die wissen mMn, dass sie durch eine restriktivere Geldpolitik eher die eigene Wirtschaft töten, als den Bitcoin. Und in einem „Angstmarkt“ wissen die Profis ganz genau, wie man den Kurs drückt. Fiatgeld haben die ohne Ende…

Aber die haben auch etwas mehr Angst vor dem Bitcoin: da gibt es nicht soviel „Papier-Bitcoins“… :wink:

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