Wo bleibt die Inflation?

Hallo Blocktrainer Team,

erst mal vielen Dank für den qualitativ guten und bodenständigen Content hier und auch bei Youtube.
Es ist schön zu sehen, dass nicht bei jedem neuen oder gehypten Coin die Rakete rausgeholt, sondern sich objektiv und kritisch mit den Themen auseinander gesetzt wird.

Ich stehe seit vielen Jahren an der Seitenlinie und habe erst mal nur zugeschaut bzw. einmal mit einem kleinen Betrag getestet, wie der Bitcoin Kauf und Verkauf von statten geht, habe mich aber in den letzten Wochen und Monaten tiefer in das Thema eingelesen und auch ich halte Bitcoin mittlerweile (auch dank euch) für eine gute Sache, die die Welt braucht, habe aber immer noch große Skepsis, wie das Thema ausgehen wird.

Wo ich mir sicher bin ist, dass Bitcoin definitiv nicht in der Bedeutungslosigkeit verschwinden wird, aber der wahre Wert der Währung muss sich noch finden, und da ich passiver Investor bin und mein Risiko breit streuen möchte (wenn man das Asset Kryptowährungen betrachtet), dann gibt es da nicht wirklich viele bis fast keine Alternativen, die es wert wären gehalten zu werden. Daher werde ich erst mal nur einen kleinen Teil meines Portfolios investieren.

Ich habe den Stream zum Thema Geldmenge verfolgt. Das Thema gibt es ja so ziemlich überall auf der Welt und auch ich habe mich schon seit der Finanzkrise gefragt, wo die Inflation denn nun bleibt.

Ich habe dazu einige lesenswerte Artikel gefunden, sowie einen Vortrag von Hans-Werner Sinn, der zwar relativ lang ist, aber auch mal das Problem im Euro Raum beleuchtet und auch zeigt, wo das ganze Geld aktuell liegt und ob es denn aktuell wirklich noch keine Inflation gibt, falls es euch interessiert:

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Jeder Endverbraucher hat eine andere Inflation, sie ist individuell. Ein Student hat eine andere Inflation als ein Familienvater weil er sich anderer Services und Güter bedient. Und der berühmte „Warenkorb“ spiegelt ja kaum die Realität wieder.

Geldmenge alleine macht keine Inflation wenn sie nicht beim Endverbraucher landet. Wenn die ZB Staatsanleihen kauft und der Staat diese dann verwendet um z.B. Infrastrukturprogramme zu fördern wirkt sich das äußerst träge auf die Inflation für den Endverbraucher aus. Wenn der Staat allerdings das Geld aus den Heli wirft sieht das ganz anders aus, und das hat die USA erst 2 x mit einem Bruchteil des FED Zasters getan, und EU mit EZB Geld gar nicht. Der andere Treiber sind Knappheit von Rohstoffen, die aber nicht dem Geld sondern der Pandemie geschuldet sind. Steigt Öl, steigt die Energie. Steigt diese, steigt der Preis von Commodities, weil die Energie brauchen. Steigen Commodities, steigen die Produktionskosten. Steigen die, steigt der Preis für die Endverbraucher. Also ein laaaaaaaaaager Faden, das geht nicht von heute auf morgen.

Also sehe ich Inflation? Kursfristig kaum, mittelfristig (ca. Q4) ja, aber bei weitem nicht in einem Bereich den andere befürchten, weil dazu ging das Geld in eine andere Richtung. Langfristig? Mal gucken.

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Das sehe ich genauso wie Du. In Teilbereichen sieht man die Inflation aber schon heute. Man sehe sich nur die Bau- oder Immobilienbranche an. Ich würde sagen, dass es heute schon fast privatwirtschaftlicher Selbstmord ist eine Immobilie zu kaufen. Es gibt vielleicht noch den eine oder anderen Fleck bzw. fairen Preis, aber das ist mittlerweile nur noch sehr selten zu finden. Jetzt kann man sagen, dass Deutschland eh Nachholbedarf bei den Immobilienwerten hatte, aber 71-121% Preissteigerung seit der Lehmann Pleite ist schon extrem viel. Das lässt sich stellenweise nicht nur in Deutschland beobachten. Im Kunstsektor soll es scheinbar auch steil nach oben gegangen sein, wobei ich von dem Sektor keine Ahnung habe.

Ich stelle mir da dann nur die Frage: Wenn das Geld gedruckt und nach der ersten Runde eh bei den Zentralbanken geparkt wird, warum wird das Geld dann nicht nach der Fälligkeit der Anleihen wieder vom Markt genommen? Wieso wird anschließend wieder neues Geld gedruckt, was dann wieder geparkt wird?

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Meiner Meinung nach, kommt die Inflation nur dann richtig in Fahrt, wenn das Geld nicht in die Crypto, sondern in die Landwirtschaftserzeugnisse / Landwirtschaft inwestiert wird. Wenn die Spekulanten diese Märkte wieder entdecken, können wir sicher sein, dass Inflation kommt in die breite Bevölkerung.
Bin einverstanden mit den anderen Kollegen, dass die Inflation auch heute zu spüren… je nach dem was man betrachtet…

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Das stimmt, wenn der Endverbraucher konsumiert. Der Warenkorb der Inflation wird ja auch nur auf Konsumgüter des täglichen Gebrauchs zusammengestellt.

Wenn aber der Mensch sich vielleicht ein Haus kaufen möchte, oder ein paar Aktien für die Altersvorsorge, dann sieht das ganze schon ein wenig differenzierter aus. Hier erkenne ich schon eine höhere Inflation.

Aber warum sollte sich ein „guter“ Bürger schon sowas kaufen wollen. Zum Glück kommen bald die Grünen… dann ist vorbei mit Vermögensaufbau. :see_no_evil:

Die Inflation kommt zum „Glück“ nicht bis ganz nach unten an weil das Geld ja nicht ganz bis nach unten gelangt.
Das frische Geld landet ja zuerst bei den Banken damit diese das Geld als Kredite weiter geben können. Diese wollen aber den kleinen Leuten kaum noch Kredit geben weil das Risiko ihnen seit 2008 zu hoch scheint. Stattdessen bekommen die Wohlhabenden und Reichen Kredite weil die ja Sicherheiten haben. Diese kaufen mit diesem Geld dann Assets wie Immobilien. Gold, Aktien und inzwischen auch Cryptos. Und in diesen Bereichen sieht man die Inflation ja schon ziemlich heftig.
Das hat auch zur Folge das jene die diese Kredite bekommen immer reicher werden gegenüber jenen die ganz unten sind und keine Kredite bekommen, denn ihre Assets sind ja inzwischen irre viel Wert.

Ist jetzt natürlich vereinfacht dargestellt.

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Der Erichsen sieht es differenzierter und hat ein paar andere Gedanken.

https://www.youtube.com/watch?v=v3KeYtfwzp4

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