Wird MultiSig zukünftig wesentlich einfacher?

Hallo Leute,

ich spiele nach dem Coldcard-Vorfall ja nun auch mit dem Gedanken, mir eine MultiSig-Wallet einzurichten. Ich habe mir dazu auch das neue Tutorial auf Blocktrainer.de durchgelesen und kann alle Schritte nachvollziehen. Und trotzdem denke ich mir: „Ja, das wirkt alles machbar, aber es is schon recht komplex.“ Zudem habe ich auch kein tiefes Verständnis von der Materie, sondern habe eben nur die Beschreibung der Einrichtung nachvollzogen. Deshalb habe ich echt Bedenken, dass ich da irgendetwas eben nicht bedenke.

Deshalb meine Frage: Meint ihr sone MultiSig-Einrichtung wird zukünftig wesentlich einfacher werden (also nahezu so idiotensicher wie ne Bitbox-SingleSig-Einrichtung) oder wird das immer komplex und mit vielen Stolperfallen behaftet bleiben?

(Und ja, ne SingleSig-Einrichtung is natürlich auch nicht komplett trivial, ich weiß)

SingleSig mit komplexer Passphrase ist für den Retailer +/- 1 BTC mehr als OK. MultiSig ist eher für grösserer Summen. Aber wenn du nebst der Investition auch Lust hast jeweils zwei von drei HW zu benutzen - nur zu.

Größere Summen sind doch relativ, oder nicht?

Was 15 Bitcoin für Person A sind, sind vielleicht 0,15 Bitcoin für Person B. Ich würde das nicht in absoluten Zahlen, sondern lieber im persönlichen wirtschaftlichen Kontext betrachten.

Wenn Person A 0,15 Bitcoin verliert, ist es fast egal. Wenn das Person B passiert, könnte diese Person wirtschaftlich ruiniert sein, weil z.B. 15 Jahre erspartes Geld weg ist.

Klar, ist nur ein Richtwert. Du kannst auch MutSig einrichten als Notfall zum rüberschieben usw.

Danke für eure Antworten. Und ja, je größer die verwahrten Mengen, desto eher sollte man ein Multisig verwenden, aber wird MultiSig noch wesentlich einfacher werden war ja eigentlich meine Frage. Also wird das z.B. irgendwann so sein, dass man nur anklickt „MultiSig-Wallet erstellen“ dann sagt die Software: „Stecken Sie jetzt nacheinander die Wallets ein“ und danach is fertig. Wobei es mit Sparrow ja eigentlich beinahe schon so einfach ist… Wobei man da noch die XPubs speichern, und die Geräte „einander vorstellen muss“ . Aber mehr ja eigentlich auch nicht (hoffe ich zumindest, aber das is halt genau der Punkt: Ich hoffe nich irgend nen wichtigen Punkt zu übersehen, was ja nich so optimal ist).

Habe selber ein paar Test MutliSig Wallets angelegt. Es liegen ein Paar Sats drauf. Persönlich fandmich die Idee gut aber das Handling aufwendig. Zudem wird das Backup anspruchsvoller, einfach weil mehr bedacht werden muss.

Ob es künftig einfacher werden wird - gehe davon aus, dass es diese Komplexität braucht. Evtl. werden künftig die HW‘s mit Koppelgelegenheiten untereinander angeboten.

Ja, das denke ich eigentlich leider auch. Die Wallet-Struktur ist komplexer, also wird wohl auch das Aufsetzen komplexer bleiben (wenn man die Einrichtung nicht komplett einer Software überlässt, was man ja aus Verifizierungs-Gründen eigentlich nicht möchte und nur noch wie von mir oben beschrieben die drei Wallets nacheinander reinstecken muss).

Ja, sowas in der Art wäre nice

Habe die Descriptor QR Code usw. ausgedruckt. Das müsste alles auf Stahl irgendwie. Da ich es nur als Papier habe ist es etwas riskant. Es gibt solche Metall Backup Lösungen, aber das wiederum sind Investitionen und Aufwand.

Daher mein simples Fazit - Passphrase

Was zukünftig bezüglich Multisig passiert, keine Ahnung.

Ich dachte auch, nach dem Coldcard-Fall, dass ich auf Multisig umsteigen würde. Doch das werde ich nicht.

Dank @mowtan und @Makowski werde ich mir demnächst die neuen Wörter Würfeln - vielen Dank euch beiden für die Aufklärung.

mowtan hat mich humorvoll in die richtige Richtung gedanklich geschubst, sodass ich mich mit den Wahrscheinlichkeiten und der Anzahl der Möglichkeiten auseinander setzte und folglich wie lange es dauern würde aktiv an eine Wallet mit Betrag (könnten auch nur 0,00001 Bitcoin sein ^^) durch ausprobieren zu kommen.

Ein Rechenzentrum bräuchte statistisch ungefähr ein Viertel Jahrhundert um die erste Wallet mit ungewisser Anzahl an Satoshis von jemanden Fremden zu erlangen, danach wieder ein Viertel Jahrhundert.

Mein Fazit, welches ich wieder vergessen hatte ist, das ein single-sig völlig ausreichend ist.

Und

Die Wahrscheinlichkeit, das ein Vogel auf den Kopf schei*#, während dich ein Blitz trifft ist ungleich viel höher.

1.500.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000.000 mal müsste dieser Sachverhalt rein theoretisch stattfinden, bevor jemand deine 24 Wörter durch Zufall errät ^^

Das hier hat das Potenzial, Multisig massentauglich(er) zu machen:

Ja, dass man den Descriptor nur als Datei oder auf Papier hat find ich auch irgendwie nich so nice (wobei man ihn sich ja zigfach abspeichern oder ausdrucken könnte, aber das is ja auch irgendwie nich so der Hit).

Ja, das steht außer Frage, dass ein Seed mit guter Entropie unmöglich zu erraten ist. Aber es geht ja darum was passiert, wenn eine Hardware-Wallet „einen weg hat“. Denn selbst wenn die Entropie des Seeds perfekt ist, könnten die Coins ja auch auf anderem Weg gedraint werden (z.B. manipulierte Wallet durch Supply Chain Attack etc.). Deshalb erhöht sich die Sicherheit ja durch eine Multi-Vendor-Strategie beim MultiSig nochmal, weil dann ruhig eine der beteiligten Wallets Probleme bekommen könnte, ohne dass DU Probleme bekommst.

Ja, darauf bin ich auch schon gestoßen, hab mich dann aber nicht weiter mit beschäftigt, weil hier ja nur ein Vendor im MultiSig wäre. Aber danke, ich guck’s mir mal an.

Da gibt es den Seedhammer, aber der ist nicht unbedingt preiswert.

Du kannst den Descriptor aber auch auf deinem Rechner, Handy, USB Sticks sichern oder in die Cloud hochladen. Das ist maximal nur ein Privatsphäre aber kein Sicherheits Problem.

Vielleicht sollten wir uns etwas besinnen. Die MultiSig Diskussion ist etwas aufgeflammt weil Coldcard stümperhaft (erstaunlich lange unbemerkt, in der sogenannten Elite Airgaped Szene) einen grossen Mist gebaut hat.

SingleSig hat dadurch eine Image Schaden erlitten. Es ist der Eindruck entstanden das bewährte Hardware Wallets (mit ausgeklügelter Technik) nicht mehr genügen und Bitcoin Verwahrung praktisch nur noch absolute Nerds beherrschen.

Plötzlich sollen MultiSig und anderes wie Frost/Schnorr das Ultimative sein.

Wir wissen doch dass zu komplexe Schlosssysteme den Bitcoin Eigner irgendwann selber ausschliessen. Eine Menge an Bitcoin gehen damit verloren.

Daher plädiere ich für ein „Back to the roots“ eine „gute/bewährte HW“ oder ein magischer Würfelabend inkl. Passphrase und einem sauberen Hämmern. Ein Ritual dass in seinen privaten Bunkern Generationen überdauert. :joy_cat:

Ja, der Coldcard-Vorfall hat uns alle aufgeschreckt, aber unabhängig davon hat es mich schon immer beunruhigt nur einem Wallet-Hersteller zu vertrauen. Und meine funds auf mehrere verschieden Wallets zu verteilen, um im Fall des Falles nur möglichst wenig zu verlieren find ich auch irgendwie nich so befriedigend. Deshalb wollte ich mir eigentlich schon immer ne MultiSig einrichten, hab mich aber nie rangetraut.

Aber Du hast schon Recht, die höhere Komplexität könnte letztlich dazu führen, dass man dann alles verliert :woozy_face:

Verfolge die Strategie Wallet/Seed und je zwei unterschiedliche HW dazu. In meinem Fall Bitbox/Trezor mit Passphrase. Zwei Orte zwei Stahlplatten, zwei HW‘s. Muss relativ wenig mir merken und weitergeben/Backup/Zugang/Erbe.

Eine 2/3 MultiSig habe ich angelegt. Es liegen sogar wenige Sats drauf. Aber jetzt wieder alles ansteuern und diese Funds zurückzusenden - echt keine grosse Lust dazu. Sie liegen da und sollen mein persönlichstes und düsteres Geheimnis sein, bis mich die Demenz überwältigt. Das MultiSig in die Birne von Bitcoin Aussenstehenden zu erklären - das kommt einem Selbstmord gleich.

Mein letztes Gespräch mit einem Freund zufällig auf der Strasse - „Bitcoin ich weiss nicht, es ist doch ein „Schneeball System“. Er hatte sich beschwert dass sein empfohlener Bank ETF nichts gebracht hatte. Die Bank existiert heute nicht mehr. Mehr als versuche es trotzdem mit BTC & „No Finance Advice“ habe ich natürlich auch nachgeschoben, weil die Volatilität ja noch zu beachten ist. :upside_down_face:

Meinst Du ein und den selben Seed auf zwei verschiedenen HW-Wallets oder hat jede Wallet ihren eigenen Seed? (da Du „je“ schreibst wahrscheinlich zwei Seeds, ne?)

Und ja, bzgl. MultiSig: Ich bin da auch hin- und hergerissen: Macht man alles richtig is es eigentlich die maximal sichere Verwahrung, aber bei nem Fehler is dann halt alles weg (im Gegensatz zur Verwahrung auf mehreren SingleSig-Wallets). Naja, ich geh nochmal in mich…

Ein Seed zwei HW. Mit Bitbox erstellt und in Trezor gleiche Wallet/Seed eingefügt. Wie gesagt dass ist meine Strategie. Habe damit die Gewissheit die HW an zwei Orten zu haben. Kann jederzeit auf die Funds zurückgreifen und ja die Passphrase darf man nicht vergessen oder falsch eingeben. Das muss 100% sitzen.

PS. Du hast Sparrow erwähnt. Damit ist dass MultiSig gut koordiniert/eingerichtet/verwaltet. Hatte wie erwähnt MultiSig angelegt. Aber die Backup Descriptor liegt hier rum. Nicht sehr professionell gesichert, bei all den Waldbränden :hot_face:

Genauso hab ich’s auch nur mit zwei Bitboxen :hugs:

(hoffen wir mal, dass unsere Bitbox den Seed mit ausreichend Entropie erzeugt hat :folded_hands:)

Dum spiro spero.

Für MultiSig geht auch HW+SW. Das Setup muss nicht nur aus HWs bestehen.