Frostsnap "MultiSig neu gedacht"

Hi,

ich wollte hier mal auf ein interessantes Projekt aufmerksam machen was durchaus das Potential hat eine gute Alternative zu klassischem MultiSig zu sein. Vielleicht hat ja sogar schon jemand Erfahrung damit!?

Ein Test durchs Team wäre ggf. auch cool. :smiling_face_with_sunglasses:

Im Prinzip ist es Trezors Shamir Backup bzw. Shamir’s Secret Sharing, nur ziemlich cool praktisch umgesetzt.

Was mich etwas nervös macht, ist, dass es keine PIN und Secure-Element gibt und das Handy bei der Schlüsselgenerierung beteiligt ist.

In dem FAQs stehen gute Begründungen dazu, trotzdem bin ich mir nicht sicher, ob ein virenverseuchtes Handy nicht die Keys auslesen und weiterschicken könnte :thinking:

Das könnte eine Schwachstelle darstellen. Keines der beteiligten Geräte hält zwar den kompletten Private Key, aber irgendwann, irgendwie muss der ja erzeugt worden sein. Normalerweise wird der ja auf der Hardware Wallet selbst generiert, hier läuft das scheinbar etwas anders. :thinking: Ist zwar alles Opensource, aber den Code muss man halt auch lesen können. :innocent:

Das ist wichtig, falls ein Gerät gestohlen wird, vor allem, da es keinen Pin gibt.

Aber zum signieren wird der Private Key ja jedes mal aus 2 Geräten “zusammengebaut”, bei jedem signieren ist also sozusagen der komplette Key mit dem Handy und somit mit dem Internet verbunden. Ob er auch wirklich auslesbar ist, da bin ich technisch überfragt :sweat_smile:

In Anbetracht des aktuellen Coldcard Worstcase hole ich das Thema nochmal hoch. Vielleicht ist das für den Einen oder Anderen Betroffenen, der von einer Coldcard wechseln möchte eine Alternative. Zwar kein reinrassiges Multisig, aber wesentlich einfacher zu händeln. Im EINUNDZWANZIG Livestream wurden die Teile von Seedor Chris mal kurz gezeigt und erwähnt.

Vielleicht kann er ja noch paar Infos dazu beisteuern!? @Seedor

Bin noch skeptisch mit frostsnap. Schließlich wird alles in deren „Ökosystem“ generiert. Ist da ein Fehler drin bringt der Aufwand nichts.

Wenn man selber in der Lage wäre eigene Keys aus anderen Quellen zu erstellen und einzugeben wäre es ein Fortschritt.

Frostsnap basiert auch nicht auf bip39 sondern nutzt nur die gleiche Wörter Liste.

Ja, das macht es so inkompatibel für andere cold wallets..außerdem verstehe ich den Notfallaustieg, falls es frostsnap nicht mehr gibt, so, dass dies dann alles über software/pc läuft? Oder?

Emergency Escape Hatch (No Vendor Lock-in)

If Frostsnap disappears or you don’t have access to devices, you can:

  • :snowflake: Combine two backups into an xpriv
  • :snowflake: Import into Bitcoin Core or Sparrow wallet
  • :snowflake: Future: May allow entering backups directly into the mobile app for emergency signing

Recovery tools (Warning: You must use a secure machine):

Ja, das sieht ganz so aus. Das wäre ja noch nicht mal das Problem, das könnte man vermutlich auf einem mit Tail gebooteten Offline-PC tun. Was sich mir jetzt nicht ganz erschließt ist, wenn sich per Notfall Recovery ein BIP39 kompatibler xpiv erzeugen lässt, dann ist das Ganze doch im Hintergrund quasi auch nur ein Singlesig und theoretisch leichter angreifbar als ein klassisches 2/3 Multisig. Oder ich steige nicht wirklich hinter das Prinzip. :innocent:

Das ist so nicht korrekt. Frostsnap verwendet im Notfall für Backup und Recovery Shamir-artige Secret Shares. Im normalen Betrieb ist es aber kein „Trezor Shamir Backup“, sondern FROST: Die Schlüsselanteile signieren gemeinsam, ohne den vollständigen Schlüssel erst wieder zusammenzusetzen. Das ist ein völlig anderes Konzept.

Das meinte ich damals wohl. :sweat_smile:

Kannst du das genauer erklären? Handelt es sich onchain um ein Multisig? Sonst muss ja irgendwo der Schlüssel aus den Shares zusammengebaut werden oder wie läuft dieses gemeinsame signieren dann?

FROST (Flexible Round-Optimized Schnorr Threshold Signatures) ist ein ganz eigenes Verfahren für Multisig:

Mehrere Geräte erzeugen gemeinsam einen Bitcoin-Schlüssel, ohne dass der vollständige Private Key jemals auf einem einzelnen Gerät liegt. Jedes Gerät besitzt nur einen Schlüsselanteil.

Bei einer 2-von-3-Wallet müssen dann zwei beliebige Geräte zusammenarbeiten. Sie erzeugen aus ihren Anteilen gemeinsam eine einzige gültige Schnorr-Signatur. Auf der Bitcoin-Blockchain sieht das wie eine normale Taproot-Single-Sig-Transaktion aus. Das hat auch Vorteile für die Gebühren und die Privatsphäre.

Es gibt dazu ein wissenschaftliches Paper aus dem Jahr 2020 (https://eprint.iacr.org/2020/852.pdf).

Der Notfallweg erzeugt keinen BIP39-Seed und auch keinen xpriv aus einer FROST-Signatur. Er rekonstruiert – nur mit einer ausreichenden Anzahl an Backup-Anteilen – bewusst den gemeinsamen privaten Schlüssel und verpackt ihn anschließend als BIP32-xpriv für Standard-Wallets.

Das ist wirklich nur ein Notausgang. Wenn man den xPriv irgendwo importiert hat, sollte man die Funds schleunigst woanders hin transferieren.

Was hältst Du denn von denn frostsnap Wallet(s)?

Ich bin von dem Konzept begeistert, aber noch etwas zurückhaltend, weil das Projekt noch nicht so alt ist und das Ökosystem auch noch nicht sehr diversifiziert ist.

Ich habe vor dem Hintergrund des Cold Card Desasters am Wochenende selbst mal mit der KI ein „Paper“ (hüstel) erstellt mit allen Aspekten, die mir wichtig sind.

Und am Sonntag beim Einundzwanzig Twitter Space habe ich Seedor Chris mal gefragt, wie er das sieht. Der nutzt Frostsnap bereits produktiv, aber wie ich seine Antworten interpretiere, würde er Generational Wealth noch nicht darauf parken. Dazu ist das Ökosystem, wie gesagt, noch zu klein.

Schon das es kein BIP39 ist aber mit der gleichen "Wortliste gearbeitet wird passt mir nicht,

Wie soll ich das meinen Erben erklären? Das ist auch so schon kompliziert genug.

Die ganze Liste mit den ach so tollen Vorteilen hat mich auch nicht überzeugt.

Sehr gut, vielen Dank für deine Mühe. Werde mir das mal in Ruhe durcharbeiten.

Das ist ja gerade das Ziel, dass du das nicht musst. Die Dongles haben eine 10x bessere UX als jede Multisig.

Für meinen Geschmack sind die Geräte etwas zu teuer um den Markt zu erobern. Man darf nicht außer acht lassen das man mindestens 3 Stück ggf. sogar 5 Stück benötigt. Ja ich weiß, 3 Bitboxen kosten auch paar Scheine, aber die sind schon Jahre am Markt und haben ihre Zuverlässigkeit bereits gezeigt.

Ja, die haben definitiv ihren Preis. Auf der anderen Seite kommt die Marktreife über die Zeit automatisch. Und das Ökosystem wird sich auch relativ schnell vergrößern, besonders jetzt nach dem ColdCard-Gate.

Weiß zufällig jemand aus welchem Material das Display ist? Geht es in die Richtung Plexiglas und kratzempfindlich, oder eher gehärtetes Glas und robust?