Ich sehe das mit dem Auswandern eher pragmatisch. Für mich wäre der erste Schritt, ein Land zu wählen, in dem ich meine Aktien steuerfrei verkaufen kann – zum Beispiel Georgien, Panama oder Länder in Südamerika wie Paraguay. Man muss ja nicht für immer dort bleiben. Es reicht oft, sich für eine gewisse Zeit in einem Apartment einzumieten. In dieser Zeit kann man auch die Gelegenheit nutzen, ein bisschen die Welt zu sehen.
Und selbst wenn ich nach drei Jahren entscheide, dass ich doch wieder nach Deutschland zurück möchte, wäre das kein Problem. Dann hätte ich meine Aktien bereits im Ausland verkauft und könnte mit einer steuerfreien Cash-Position zurückkehren. Ich bin da nicht dogmatisch – das muss für mich kein Lebensmodell auf Dauer sein. Bisher ist das alles einfach ein Gedanke, mit dem ich spiele.
Ich habe mir das auch mal in Bezug auf mein Haus angesehen – das ist nicht besonders groß, hat einen Wert von rund 200.000 Euro und ließe sich relativ schnell verkaufen. Solche Immobilien gehen bei uns auf dem Land immer noch gut weg. Die Sachen würde ich zunächst in einem Schiffscontainer einlagern. Sollte es mir im Ausland gefallen, könnte ich mir den Container einfach nachschicken lassen. Falls nicht, würde ich ihn nach drei Jahren wieder öffnen und hierbleiben.
Ganz konkret: Noch bin ich nicht sicher, wie ich es am Ende mache. Aber bevor ich das überhaupt ernsthaft in Erwägung ziehe, müsste mein Investment deutlich steigen. Meine MicroStrategy-Position liegt aktuell bei etwas über einer Million Euro – Einstandskosten waren rund 600.000. Ab einem Wert von 3 bis 4 Millionen würde ich ernsthaft überlegen.
Man muss sich ja immer fragen: Wie viel Abgeltungssteuer bin ich bereit zu zahlen? Wenn ich 25 % auf zwei oder drei Millionen zahle, sind das schnell mehrere Hunderttausend Euro – Geld, das ich als LKW-Fahrer in 20 Jahren wahrscheinlich nicht verdienen würde.
Ich bin jetzt Mitte 40, also in einer Lebensphase, in der man Weichen stellen kann – aber es ist eben auch keine Entscheidung, die man leichtfertig trifft. Eine Million klingt gut, aber in unserer heutigen Zeit ist das eben auch nicht mehr die Welt. Daher überlege ich noch, wie ich damit umgehe.