Wertermittlung

Hallo zusammen ,

Ich beschäftige mich erst seit kurzem mit dem Thema Krypto , klar ist es offensichtlich das der Bitcoin da eine ganz andere Kategorie ist.
Aber trotzdem stellt es sich für mich am Ende so dar , das der Wert von Gold sowie von Bitcoin immer in Fiatwährung abgegeben wird …
Aber wie würde der Wert von Gold und Bitcoin ohne Fiat ermittelt werden ? 1BTC= 200 Kühe ? :joy:

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Exakt! :slight_smile: Es wird dann eben alles in SATS ausgegeben und nicht mehr in FIAT! Aber das erleben wir vollumfänglich nicht mehr mit :smiley:

Der Unterschied von Gold und BTC liegt hier in der Händelbarkeit:
BTC ist einfach teilbar in derzeit 100 Mio Sats und digital schnell und kostengünstig übertragbar. Daher wäre es als Zahlungsmittel schon geeignet und Gold nicht. Daher braucht es im Regelfall noch den Umrechnungskurs für Gold, den es für BTC nicht mehr bräuchte.

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Wenn man Bitcoin auf keinen Märkten gegen andere Waren oder Währungen handeln könnte, wäre es schwierig eine offizielle mittlere Kaufkraft anzugeben. Die BTC Kaufkraft würde sich zwischen einzelnen privaten Tauschhandeln stark subjektiv unterscheiden. Bitcoin wäre dann aber für die breite Masse auch fast nutzlos.

Solange Bitcoin aber auf öffentlichen Märkten gegen andere Waren oder Währungen gehandelt wird, stellt sich durch Angebot und Nachfrage ein aktueller Tauschwert ein. D.h. die Kaufkraft kannst du im Wert der dagegen gehandelten Güter oder bezahlten Waren ablesen.
Welche der anderen Waren oder Währungen du als Einheit zur Preisangabe verwendest, bleibt dir überlassen. Wegen mir auch Kühe.

Sollte sich dieser Tauschwert auf verschiedenen Märkten stark unterscheiden, wird er durch Arbitrage angeglichen.
Sagen wir man könnte z.B. einen Tesla entweder für 3 BTC oder für 100.000 EUR kaufen. Gleichzeitig wären an der Börse 3 BTC gegen 40 Unzen Gold, sowie die Unze Gold gegen 2.000 EUR erhältlich.
Dann würden genug Schlauköpfe Gold für EUR, dann BTC für Gold, und dann Tesla für BTC kaufen. Der Tesla wird dann wieder gegen EUR verkauft. Das passiert solange bis man durch solche Geschäfte keinen nennenswerten Gewinn mehr machen kann. Die Preise haben sich dann konsistent angepasst.

Das kommt einfach daher, dass wir alle üblicherweise in Fiat bezahlt werden und damit auch selbst bezahlen. Die Gold-Fiat oder Bitcoin-Fiat Märkte sind deshalb die liquidesten. Es bietet sich also an, unsere heutige Standard-Geldeinheit (Fiat) zur Preisangabe zu verwenden.

Sollten wir z.B. irgendwann dahin kommen, dass auf dem BTC-Gold-Markt mehr Volumen gehandelt wird, als auf dem Gold-Fiat-Markt, wir der offizielle Gold-Preis vielleicht in BTC angegeben.

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Fiat Geld wird nicht von heute auf morgen verschwinden.

Am Ende wird die Preisfindung auch nicht anders ablaufen, als heute in Euro.
Warum kostet eine Butter 1,65€? Weil Herstellung, Transport etc. alles einkalkuliert wird.

Das wird in einem BTC Standard nicht anders.

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Ja , aber die Stabilität der Währung ist ja immer an einen gesunden „Geldkreislauf“ gebunden. Und wir alle wissen, das solang die Gier eine der große Charaktereigenschaften des Menschen ist , etwas wie einen gesunden Kreislauf niemals geben wird… am Ende wird das Kapital wieder nur auf einer Seite liegen … solang der Wert der Lebenszeit völlig losgelöst von der Produktivität eines Menschen ist , wird es keine gerechte Verteilung geben … wenn ein Konzern wie Nestle das Monopol auf Wasser in Afrika hat , ist wohl kaum an ein gerechten Handel zu denken , denn ein Mensch der verdurstet wird alles für einen Schluck Wasser geben, auch wenn der Wechselkurs 1L Wasser = 1BTC aufgerufen würde !!!

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Ich weiß leider nicht, wie du das meinst. Kannst du das näher erklären?

Die Frage nach gerechter Verteilung ist eine ganz andere. Dazu haben wir schon viele andere Threads hier im Forum (Suchfunktion → Lupe rechts oben).

Der „offizielle“ Preis wird aber halt üblicherweise als aktueller Handelspreis an den großen Märkten abgelesen.

Trotzdem gibt es natürlich immer einzelne Tauschhandel, die nicht diesem Preis entsprechen. Dein Schluck-Wasser-Beispiel wäre doch in EUR, USD, Gold oder Zigaretten genau das gleiche.

Ganz allgemein ist es auch auf allen Märkten so, dass nicht jeder Marktteilnehmer zum gleichen Preis handeln würde. Die subjektiven Wertbeimessungen und Preisvorstellungen unterscheiden sich erheblich. Nur wo sich diese treffen wird gehandelt. Das ist dann der offizielle Marktpreis, obwohl nicht jeder für diesen Preis kaufen oder verkaufen möchte.

Außerhalb der öffentlichen Märkte wird z.B. auch zu anderen Preisen gehandelt (bei BTC z.B. Peer-to-Peer- oder OTC-Handel). Hauptsache die beiden Partner sind sich einig.

Wertbeimessung ist sehr subjektiv. Auch dazu gibt es schon viele Threads. Das hier bringt es aus meiner Sicht ganz gut auf den Punkt:

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Ganz einfach:

Heute:
1 BTC = 35k Fiat
1 g Au = x Fiat
200Kühe = x Fiat

Wie bemisst du den Wert des magig Fiat Money? Garnicht.

In einer fernen Zukunft:
1 g AU = 0,000x BTC
200 Kühe = 0,x BTC
Die dinge si d dann so in BTC bemessen wie heute in magig Fiat Money.

Das musst du mir einmal genauer erklären. Nur weil jeder (oder ehr viele Menschen) mehr von Bitcoins haben will (Gierig danach ist) bedeutet es nicht dass es mehr Bitcoins geben muss. Umgedreht in Fiat: Nur weil jeder Gierig nach Euros ist gibt es Menschen die den Wunsch erfüllen wollen und jedem das Geld geben wollen. Das kommt dann aus dem Nichts und wird künstlich erschaffen. Aber wenn es eben jeder leicht kriegen kann weil es zu viel davon gibt, dann brauchen die Menschen es eben auch nicht mehr so groß. Der Wert sinkt ab und wir bezeichnen das als Inflation. Mehr Geld führt nur zur Inflation und nicht zu mehr (Macht)Wert, auch wenn nominell größere Zahlen dran stehen.

Die Gier des Menschen ist die intrinsische und evolutionär entstandene Suche nach Macht. Jeder Mensch muss immer mehr Macht einnehmen als er durch seine Handlungen ausgibt, denn wenn sein „Machtspeicher“ leer ist, dann stirbt er. Geld ist eine Machtform weil man mit Geld andere Menschen dazu bringen kann Waren oder Dienstleistungen abzugeben, die die Menschen für ihr überleben benötigen. Geld hat also die Fähigkeit die Machtform Geld in andere Machtformen wie Nahrung usw. umtauschen können.

Die Gier der Menschen wirst du meiner Meinung nach nie abstellen können da sie aus dem Überlebensdrang der Evolution stammt. Gier ist also ersteinmal nichts schlechtes und hilft jedem Menschen zu überleben. Die Gier wird nur dann zu einem Problem, wenn die Menschen zu sehr in Konkurrenz zueinander stehen, aber das wirst du mit einer wachsenden Anzahl an Menschen nie vermeiden können. Alle Menschen werden sich immer und jederzeit um ihre vorhandenen Ressourcen streiten müssen.

Ich verstehe also deinen Gedankengang nicht, warum es mit Gier keine guten Geldkreislaufsystem geben kann. Solange es genug Teilnehmer im Kreislaufsystem gibt und keiner von ihnen wegen ihrer Gier zu viel Macht abbekommt, solange wird das Geldsystem gut funktionieren können. Erst wenn einige Marktteilnehmer „faul“ oder „unbekümmert“ werden, dann wird die Gier der Anderen zuschlagen und die anderen Mächtiger machen. Aber solange alle Gierig sind, solange werden auch alle zusehen, dass ihnen nicht so viel Macht weggenommen wird dass ein Teilnehmer zu mächtig wird um Monopole zu bilden. Die Gier aller Menschen verhindert eigentlich Monopolbildung.

Und dein Beispiel mit Wasser von Nestle ist auch einfach mit Angebot und Nachfrage zu erklären: Natürlich ist der Preis von Wasser hoch wenn es nur einen zentralen Wasserverkäufer gibt, der die Monopolmacht über das Wasser hat. Damit kann Nestle den Preis festlegen und du als Kunde nurnoch entscheiden ob du kaufst oder eben nicht. Also ob dir das Wasser das Geld Wert ist oder eben nicht.

So eine Monopolstellung sollte aus Sicht der Menschen immer vermieden werden auch wenn jeder Mensch durch die Gier selber zu diesem Monopol strebt. Der Monopolist kann sich auf seiner Macht ausruhen, aber das Gesamtsystem wird ineffizient: Der Monopolist bring keine Innovation weil er ja eh alles bekommt was er will und die Menschen müssen zusehen, dass sie die Bedürfnisse des Monopolisten erfüllen weil sie sonst ausgeschlossen werden. Zusätzlich kann der Monopolist seine Macht einsetzen um Angriffe auf sein Monopol zu verhindern. Das kostet aber immer auch Macht, die der Monopolist nicht in Innovation oder Effizienz stecken kann. Monopolbildung ist also so gut wie immer ein ineffizientes System und zersetzt sich somit mit der Zeit von selber weil andere Systeme effizienter werden. Der Monopolist wird irgendwann von einem anderen System einfach übertroffen.

Und jetzt stell dir mal die Frage: Wer hat heutzutage das Monopol über das Geldsystem? Warum konnte Nestle überhaupt so groß werden wenn große Strukturen doch immer ineffizienter werden? Was würde sich Ändern wenn keiner mehr einfach Geld mehr drucken könnte, also z.B. ein Geldsystem hätte das wie Bitcoin ist?

Kurz gesagt: Alle stattlichen Organe und Firmen, die zu Groß sind werden pleite gehen sodass sich so große Monopolmächte nicht mehr bilden können (und ja, ich zähle den Staat genauso zu den Monopolisten bezüglich Macht). Das ist aber auch kein Weltuntergang, die Menschen können trotzdem immer noch friedlich miteinander handeln. Kriege könnten so auch nicht mehr groß finanziert werden. Aber um diese Schlussfolgerungen zu Begründen bedarf es wahrscheinlich noch sehr viel mehr Text.

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