Das musst du mir einmal genauer erklären. Nur weil jeder (oder ehr viele Menschen) mehr von Bitcoins haben will (Gierig danach ist) bedeutet es nicht dass es mehr Bitcoins geben muss. Umgedreht in Fiat: Nur weil jeder Gierig nach Euros ist gibt es Menschen die den Wunsch erfüllen wollen und jedem das Geld geben wollen. Das kommt dann aus dem Nichts und wird künstlich erschaffen. Aber wenn es eben jeder leicht kriegen kann weil es zu viel davon gibt, dann brauchen die Menschen es eben auch nicht mehr so groß. Der Wert sinkt ab und wir bezeichnen das als Inflation. Mehr Geld führt nur zur Inflation und nicht zu mehr (Macht)Wert, auch wenn nominell größere Zahlen dran stehen.
Die Gier des Menschen ist die intrinsische und evolutionär entstandene Suche nach Macht. Jeder Mensch muss immer mehr Macht einnehmen als er durch seine Handlungen ausgibt, denn wenn sein „Machtspeicher“ leer ist, dann stirbt er. Geld ist eine Machtform weil man mit Geld andere Menschen dazu bringen kann Waren oder Dienstleistungen abzugeben, die die Menschen für ihr überleben benötigen. Geld hat also die Fähigkeit die Machtform Geld in andere Machtformen wie Nahrung usw. umtauschen können.
Die Gier der Menschen wirst du meiner Meinung nach nie abstellen können da sie aus dem Überlebensdrang der Evolution stammt. Gier ist also ersteinmal nichts schlechtes und hilft jedem Menschen zu überleben. Die Gier wird nur dann zu einem Problem, wenn die Menschen zu sehr in Konkurrenz zueinander stehen, aber das wirst du mit einer wachsenden Anzahl an Menschen nie vermeiden können. Alle Menschen werden sich immer und jederzeit um ihre vorhandenen Ressourcen streiten müssen.
Ich verstehe also deinen Gedankengang nicht, warum es mit Gier keine guten Geldkreislaufsystem geben kann. Solange es genug Teilnehmer im Kreislaufsystem gibt und keiner von ihnen wegen ihrer Gier zu viel Macht abbekommt, solange wird das Geldsystem gut funktionieren können. Erst wenn einige Marktteilnehmer „faul“ oder „unbekümmert“ werden, dann wird die Gier der Anderen zuschlagen und die anderen Mächtiger machen. Aber solange alle Gierig sind, solange werden auch alle zusehen, dass ihnen nicht so viel Macht weggenommen wird dass ein Teilnehmer zu mächtig wird um Monopole zu bilden. Die Gier aller Menschen verhindert eigentlich Monopolbildung.
Und dein Beispiel mit Wasser von Nestle ist auch einfach mit Angebot und Nachfrage zu erklären: Natürlich ist der Preis von Wasser hoch wenn es nur einen zentralen Wasserverkäufer gibt, der die Monopolmacht über das Wasser hat. Damit kann Nestle den Preis festlegen und du als Kunde nurnoch entscheiden ob du kaufst oder eben nicht. Also ob dir das Wasser das Geld Wert ist oder eben nicht.
So eine Monopolstellung sollte aus Sicht der Menschen immer vermieden werden auch wenn jeder Mensch durch die Gier selber zu diesem Monopol strebt. Der Monopolist kann sich auf seiner Macht ausruhen, aber das Gesamtsystem wird ineffizient: Der Monopolist bring keine Innovation weil er ja eh alles bekommt was er will und die Menschen müssen zusehen, dass sie die Bedürfnisse des Monopolisten erfüllen weil sie sonst ausgeschlossen werden. Zusätzlich kann der Monopolist seine Macht einsetzen um Angriffe auf sein Monopol zu verhindern. Das kostet aber immer auch Macht, die der Monopolist nicht in Innovation oder Effizienz stecken kann. Monopolbildung ist also so gut wie immer ein ineffizientes System und zersetzt sich somit mit der Zeit von selber weil andere Systeme effizienter werden. Der Monopolist wird irgendwann von einem anderen System einfach übertroffen.
Und jetzt stell dir mal die Frage: Wer hat heutzutage das Monopol über das Geldsystem? Warum konnte Nestle überhaupt so groß werden wenn große Strukturen doch immer ineffizienter werden? Was würde sich Ändern wenn keiner mehr einfach Geld mehr drucken könnte, also z.B. ein Geldsystem hätte das wie Bitcoin ist?
Kurz gesagt: Alle stattlichen Organe und Firmen, die zu Groß sind werden pleite gehen sodass sich so große Monopolmächte nicht mehr bilden können (und ja, ich zähle den Staat genauso zu den Monopolisten bezüglich Macht). Das ist aber auch kein Weltuntergang, die Menschen können trotzdem immer noch friedlich miteinander handeln. Kriege könnten so auch nicht mehr groß finanziert werden. Aber um diese Schlussfolgerungen zu Begründen bedarf es wahrscheinlich noch sehr viel mehr Text.